Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Romanze / P16
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
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16.03.2016 1.706
 
Kapitel 1 - Rauchende Männer

Zitat des Kapitels: "Man ist glücklich Verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht." - (Auf Tumblr gefunden)

Erklärung zu dem Namen der Geschichte: Playlist -> Zufall -> Zeile aus dem Lied rausgenommen -> Name. Tadaaa ^^
Aus dem schönen Lied "Faded" von Alan Walker.

Es wäre vom Vorteil das/die Buch/Bücher gelesen zu haben, da ein oder zwei Personen vorkommen werden, die im Film nicht erscheinen.

Danke fürs reinlesen. :) Würde mich freuen wenn ihr eine kleine Rückmeldung hinterlassen würden.

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Nervös drehe ich den Weißgoldring mit der Gravur meines Hochzeitsdatum, den ich immer noch trage, obwohl die Scheidung schon seit fast 4 Monaten rechtskräftig ist, um meinen Finger.
„Rose es wird nichts mehr passieren, versprochen.“, sein leises säuseln soll mir die Nervosität nehmen, was sie mir jedoch trotz all seiner Anstrengungen nicht tat.
„Denk mal nach Adrian! Was ist wenn die Kinder mit drin gewesen wären?“, meine Stimme wird zunehmen lauter, diese Frage schwebt mir schon seit Tagen in meinem Kopf herum. Was wäre wenn die Kinder betroffen gewesen wären?
„Waren sie aber nicht. Ebenso werde ich dafür sorgen das es nicht mehr vorkommt.“, gestresst reibt er sich die Schläfen.
„Du kannst nicht immer alles abdecken, Adrian. Irgendwann wird er eine Lücke finden.“, hauche ich hoffnungslos. Schon die ganze Zeit streift mein Ex Ehemann unruhig durch das Wohnzimmer.
Es ist noch immer ein bisschen befremdlich ihn in diesen Klamotten zu sehen, ganz anders zu dem Kontrast zu dem Outfit in dem ich ihn kennen gelernt hatte, aber das weiße Hemd das in der schwarzen Anzugshose steckt, mit den Knöpfen die oben geöffnet wurden und den aufgerollten Ärmeln hat was. Es verleiht ihm was Autoritäres. Was ich allerdings noch immer am verwunderlichsten finde, ist das kleine glänzende Stück Metall welches noch an seinen Ringfinger steckt.
Unser Ehering glänzt auch noch an seinen Finger, anscheinend war keiner von uns beiden bereit den Ring abzunehmen.
Plötzlich scheint ein Ruck durch ihn zu gehen, wie vom Blitz getroffen eilt er zu dem Stuhl über den sein schwarzes Jackett hängt. Aus der Innentasche davon fummelt er seine Zigarettenschachtel, sowie sein Smartphone und geht ohne ein Wort zu sagen auf die Steinterrasse.
Wie oft habe ich ihm eigentlich schon gesagt, er soll nicht auf der Terrasse rauchen, geschweige denn im Haus? Einmal musste er eine ganze Woche auf dem Sofa nächtigen. Ich wollte ihm einpauken das man auf der Terrasse nicht raucht. Erst recht nicht wenn man zwei kleine Kinder zuhause hat. Aber mit was sollte ich ihm jetzt schon drohen? Er wohnt nicht mehr hier, verheiratet sind wir auch nicht mehr und die Kinder werde ich ihn nicht wegnehmen.
Egal wie sehr mich Adrian manchmal auf die Palme bringt, die Kinder lieben ihn. Und sie brauchen einen Vater.
„Mama?“, ertönt es hell am Treppenansatz. Ein süßes Mädchen in einem leichten weißen Sommerkleid, auf den Schmetterlinge in Türkis und Rose aufgedruckt sind, steht auf der letzten Treppe. Sie hat dunkelbraunes glänzend langes Haar und leuchtend grüne Augen.
„Ja, Schatz?“, antworte ich.
„Ich habe Hunger, wann gibt es denn Essen? Und Jake hat mir einen Zug wieder weggenommen! Ich habe gerade mit ihm gespielt!“, grummelt sie erzürnt. Ja, das Alter wo ein weggenommenes Spielzeug noch das schlimmste Problem der Welt für einen war.
„Ich fange das Kochen an. Sag deinem Bruder er soll ihn dir wiedergeben und wenn er ihn dir noch einmal wegnimmt, rede ich mal ein Wörtchen mit ihn.“
Amber nickt und kleine Tippelfüße suchen wieder ihren Weg in das Spielzimmer. Jake und Amber sind zwei Kinder, das Ergebnis einer Ehe die nach sechs Jahren gescheitert war. Aber sie sind dennoch das Beste in meinem Leben.
Ich riskiere einen Blick auf die Terrasse. Adrian steht mit wutverzerrten Gesicht und einer Kippe in der Hand neben einen kleinen roten Aschenbecher, das Handy am Ohr. Da ich nicht weiß ob mein Ex Mann mit essen wird, koche ich für ihn mit. Das wöchentliche Familienessen steht ohnehin an.
Wir beide haben beschlossen es den Kindern so einfach wie möglich zu machen mit der Trennung. Keinen der Kleinen wollen wir auch nur eine Sekunde leiden sehen. Einmal in der Woche essen wir als „alte Familie“ zusammen und jedes zweite Wochenende bekommt Adrian die Kinder. In der Woche in der er die Kinder nicht am Wochenende bekommt, darf er sie am Freitag von der Schule abholen und was unternehmen. Ebenso darf er seine Kinder sehen wann er will. Ich bin nur froh, dass die Trennung kein großer Streit war, eigentlich verstehen wir uns noch, auch wenn wir kein Paar mehr sind, ohnehin müssen wir es. Für die Kinder.
Unbeirrt und ohne Ablenkung diesmal gehe ich in die Küche und fange an Nudeln zu kochen. Der Vater meiner Kinder steht bis kurz zum Beginn des Abendessens mit dem Handy draußen und raucht eine Zigarette nach der anderen. Er wird wieder toll riechen. Allerdings weiß ich, dass Adrian nur so viel in Stresssituationen raucht. Seit Amber auf der Welt ist, hat er seine eigentlichen Raucht Gewohnheiten stark eingegrenzt.
„Kinder, Essen!“, rufe ich so laut, dass es bis ins Kinderzimmer schallen sollte. Die beiden sollen den Tisch decken. Nur Augenblicke später hallen kleine Schritte die etwas tapsig wirken, angesichts der großen Treppenstufen, durch das Haus.
„Holt ihr euren Dad rein?“, frage ich die beiden noch und beginne die Teller von dem großen Hängeschrank runter zunehmen das die Kinder sie dann hinlegen können. Als ich mich umdrehe sehe ich die beiden verzweifelt an Adrians Anzughose rumzerren, mit der Begründung: Mama hat Essen gemacht und er soll sich setzten. Zum Glück hat er in diesem Moment mal keine Zigarette in der Hand. Leicht muss ich schmunzeln. Das Bild was sich mit darbietet ist schon ein bisschen komisch. Mein Exmann mit dem Handy am Ohr und einen leicht genervten Gesichtsausdruck, während die beiden Kleinen an seinem Hosenbein zerren und ihn umkreisen. Kurze Zeit später scheint es auch Adrian zu bunt zu werden und wiederwillig legt er auf und folgt seinen kleinen Plagegeistern ins Haus hinein.
„Du hast ja ewig gebraucht.“, bemerke ich. Es ist warm draußen, angenehme 25° und in den langen Klamotten was er trägt würde ich schon längst schwitzen.
„Ja, war ein längeres Gespräch.“ Wie ganz selbstverständlich decken die Kinder den Tisch an dem wir dann auch Platz nehmen. Nachdem jeder sich von den Nudeln und der Soße genommen hat beginnen wir das Abendessen.
Fast wie in alten Zeiten.
„Daddy? Hast du schon meine Zeichnung gesehen? Sie hängt am Kühlschrank. Luna sagt das sie ist richtig schön geworden.“, sagt Amber und  zeigt auf unseren kleinen Kühlschrank an dem die Zeichnung mit Supermarkmagneten befestigt worden ist. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Schon immer war ihr Vater ihr großer Held, der alles schafft und die für sie komplizierte Welt viel einfach macht.
„Nein ich habe sie noch nicht gesehen. Ich sehe sie  mir aber gleich nach dem Essen an.“, verspricht er seiner Tochter.
Ich kann vieles über Adrian sagen, zum Beispiel das er manche Situationen einfach nicht ernst nimmt, oder er viele nicht so positive Laster hat. Er flirtet auch gerne und hat Stimmung Schwankungen. Aber er ist ein erstklassiger Vater.
„Und ich habe einen Vogel gebastelt“, prahlt Jake stolz. Naja, eigentlich sind es ein paar farbige Federn an einen Stock, aber für einen dreijährigen dennoch kreativ.
„Den habe ich schon gesehen, wunderschön Jake.“, antwortet Adrian.
„Was hast du eigentlich so lange am Telefon besprochen?“, frage ich ihn.
„Ich habe noch mit dem Polizeipräsidium geredet. Und noch was geklärt, aber das siehst du gleich.“ Kurz nicke ich.
Alles fühlt sich an wie damals. Nur das ich jetzt einen Gips um meine linke Hand habe und eine zugenähte Platzwunde an meinem Kopf. Die Umstände unsere Scheidung sind auch nicht alltäglich. Ein Angestellter von Adrian, oder eher vielmehr ein ehemaliger Angestellter von Adrian, war sehr erzürnt darüber das er gekündigt wurde. Er hat ein Projekt verbockt und einen wichtigen Kunden vergrault.
Ab da fing es an das wir Drohungen bekamen. Nicht nur Drohungen gegen Adrian und seine Firma, auch Drohungen an mich und meine Kinder. Jedoch spielte es mein Exmann nur runter und sagte, dass er eigentlich harmlos war und wir uns keine Sorgen machen müssten. Die Drohungen hörten nicht auf. Dann war unser Garten verwüstet. Dann Steine in unserem Eingangsbereich zertrümmert. Dann er Briefkasten zerschlagen. Immer noch spielte Adrian es runter und sagte er würde sich drum kümmern. Wir zerstritten immer mehr und irgendwann gingen wir auseinander. Die Kinder sollten zwar in keinem Scheidungshaushalt aufwachsen, jedoch auch nicht in einem in dem von früh bis spät gestritten wird. Vor zwei Wochen ging es dann soweit das sein ehemaliger Angestellter in unsere Garage eingebrochen ist und die Bremsschläuche an meinem Auto durchgeschnitten hat. Zu meinem Glück viel der Unfall nicht schwer aus, jedoch genug das ich eine Woche im Krankernhaus verbringen musste wegen einer Gehirnerschütterung und einer gebrochenen Hand. Die Polizei hat sich darum gekümmert, ihn aber jedoch noch nicht geschnappt. Ein neues Sicherheitssystem befindet sich nun in diesem Haus, trotzdem ist der Gedanke unheimlich das ein Wildfremder hier eingebrochen ist.
Nachdem Essen schaut sich Adrian das Bild von Amber an und wir räumen den Tisch ab. Die Kinder gehen wieder spielen und ich mache mich dabei mit einer Hand den Geschirrspüler einzuräumen. Mein Exmann hilft mir.
„Rose denkst es war richtig?“, fragt Adrian leise.
„Was soll richtig gewesen sein?“, antworte ich irritiert. Auf was will er schon wieder raus?
„Die Scheidung. Es ist immer noch wie früher. Nur habe ich eine eigene Wohnung und ich sehe meine Kleinen nicht so häufig. Aber das zwischen uns, es ist immer noch gleich.“, versucht er zu erklären.
Ich liebe Adrian noch immer, aber die Scheidung war richtig. Wir haben nur gestritten, Monate lang. Nie nahm er mich oder meine Angst ernst. Er war viel arbeiten und ich wurde immer einsamer. Seit er ausgezogen ist, fühle ich mich viel freier.
„Ja. Es war richtig. Ich will nicht das die Kinder in einen Haushalt aufwachsen in dem dauernd gestritten wird.“, stelle ich klar.
„Das bekommen wir hin Rose.“, meint er zuversichtlich. Ich will gerade schon antworten als es an der Tür klingelt.
„Gut, er ist da.“
„Wer ist da?“, ich ziehe meine Stirn in Falten.
„Siehst du gleich.“, sagt Adrian und geht zu Tür um sie zu öffnen.
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