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Shadowrun - - - Spiel auf Zeit

von ChrisWulf
GeschichteSci-Fi / P16 / Gen
OC (Own Character)
16.03.2016
16.03.2016
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3.041
 
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Er spürte wie sich sein Körper anspannte. Jeder einzelne Muskel seines kampferprobten Körpers war bereit. Adrenalin floss wie heißer Stahl durch seine Adern. Er hörte sein eigenes Herz schlagen, Schläge wie die historischer Trommler auf den Schlachtfeldern des 17. Jahrhunderts, um die Männer im Gleichschritt aufs Feld zu führen.
Er spähte kurz aus seinem Versteck. Es waren jetzt drei, ein vierten saß unten im Auto in der Nebenstraße. Er hatte ihn bereits aus dem Badezimmerfenster gesehen, obwohl es eher die Rauchwolke war, die durch den schmalen Spalt des geöffneten Fahrerfensters aufstieg, als wirklich die Person an sich.
Und immer wieder stellte er sich dieselbe Frage: Wer sind diese Typen und sind sie wirklich so dämlich, dass sie ausgerechnet diesen Job angenommen hatten? Alleine wie sie sich bewegten: Keine militärische Ordnung, keine Handzeichen um zu kommunizieren oder sich auch nur in irgendeiner Weise abzustimmen. Stattdessen versuchten sie zu flüstern, wobei die Betonung wohl auf dem Wort „versuchten“ lag. Diese Jungs waren keine Profis und werden wahrscheinlich auch nie welche, wenn sie so weitermachten. Schnell verschaffte er sich einen Eindruck von seinen Gegner. Der erste, ein drahtiger Norm mit zotteligem blonden Haaren und offensichtlichen Cyberaugen eines älteren Fabrikats schlich gerade mit seiner vorgehaltenen Ingram Warrior Richtung Schlafzimmer. Ein kurzer Zoom mit seinen Augen und er erkannte, dass die Waffe nicht gesmartet war und zu seinem Vorteil auch noch gesichert. „Was für ein Idiot“ dachte er sich und griff nach seinem Rasiermesser. Die Mistkerle mussten ihn ja auch ausgerechnet nach einer entspannenden Dusche beim rasieren besuchen.
Der Zweite oder besser die Zweite war eine Frau, anscheinend Norm mit leichten elfischen Gesichtszügen. Auf jeden Fall war sie sehr dünn. Ihr violettes Haar hing ihr andauernd im Piercing verunstaltetem Gesicht und sie pustete es weg. Sie sah eher aus wie eines dieser StreetKids, welchen man am liebsten eine Kugel verpasste, um ihrem Leiden auf der Straße ein Ende zu machen. An ihrem Gürtel hing ein ziemlich böse aussehendes Messer mit Zahnung. Auf dem Rücken trug sie einen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen. Er musste sich das schmunzeln verkneifen, als er das sah.
Der letzte im Bunde war lediglich durch seine Stimme und seinen komischen Militärhelm mit Camouflageüberzug und Sturmbrille wahrzunehmen. Er schien hinter der Couch zu sein. Anscheinend ein Zwerg.
„Lass einen am Leben. Den Rest schaltest du aus. Nur einen nicht.“ Immer und immer wieder beschwor er diese Formel im Kopf. Er hatte den Drang, schnell alle Gefahren in seiner Umgebung auszuschalten. Immerhin war es das, was man ihm sowohl beim Militär, als auch beim Geheimdienst beigebracht hatte. Plötzlich hörte er ein charakteristisches Klicken von der anderen Seite der Tür und merkte, wie sie leicht aufgeschoben wurde. Das erste was zum Vorschein kam, war der verkürzte Lauf einer Schrotflinte. Ziemlich tief, also der Zwerg. Seine Hand schloss sich fest um das Rasiermesser, als er es erhob. Nachdem die Schrotfinte suchend auf und ab wippte schob sich der dicke Kopf des Zwergs hinein. Er sah auf ihn herab, im Begriff das Messer durch den Hals des Zwergs zu führen. Der Blick des Zwergs, der jetzt halb im Badezimmer stand wandte sich nun hinter die Tür, da wo er stand. Blitzschnell reagierte er. Mit einer geübten Handbewegung griff er nach der Waffe und drehte sie rückartig in der Horizontalen um 90°. Dies sprengte den Griff des Zwergs um seine Waffe, der völlig überrascht war. Den Bruchteil einer Sekunde später, nachdem er ihm die Waffe entrissen hatte, führte er das Rasiermesser präzise über den Hals des Zwergs. Blut spritze ihm ins Gesicht und auf den Oberkörper. Das Gurgeln verebbte nach wenigen Augenblicken, als er mit seiner großen Hand die Kehle des Zwergs packte und zudrückte. Er spürte, wie das Leben aus dem kleinen Körper wich. Fast schon behutsam legte er den Zwerg in die Dusche, griff sich zwei der Wurfmesser von dessen Weste und stand auf. „Sie dir diese Schweinerei an. Mein schöner Bademantel ist voller Blut. Das geht doch nie wieder raus.“ Er zog den Bademantel aus, er behinderte ihn nur. Die Norm flüsterte etwas lauter in Richtung des Badezimmers. „Bruce? Hast du was gefunden?“
Er riss die Tür auf und eher sie sich versah, steckte das erste Wurfmesser in ihrem rechten Oberarm. Das zweite traf sie knapp unterhalb des linken Schlüsselbeins. Sie spürte, wie es einen Teil des Knochens absplitterte. Die Kraft, die hinter den Würfen lag, riss sie förmlich von den Beinen. Sie landete Rücklings auf dem Couchtisch und die Wucht des Aufpralls presste ihr die Luft aus den Lungen. Sie merkte, wie es ihr schwarz vor Augen wurde, doch sie zwang sich wach zu bleiben. „Wenn du jetzt ohnmächtig wirst, bist du tot, Mina.“ Der Schmerz in ihrem Oberkörper war kaum zu ertragen. Die Wucht hinter dem Wurf war enorm und sie fragte sich, wer dieser Kerl sei. Sie sollten hier doch lediglich einen Typen erledigen, der dem Johnson ans Bein gepisst hatte. Dieser hatte aber mit keinem Wort erwähnt, das der Typ ein Ork oder Troll oder so etwas war. Laut dem Johnson war er ein abgehalfterter Elf mit einem Spiel- und Alkoholproblem. „Verdammt, mach die Augen auf, sonst ist es aus.“ Mina riss die Augen auf und sah noch, wie Ron auf der Couchlehne landete. Das knacken kam definitiv von seinem Brustkorb, wahrscheinlich eine oder mehrere Rippenbrüche. Sie hatte ja genug Erfahrung mit Verletzungen sammeln können. Ron schrie kurz auf, doch schnell war dieser Typ bei ihm und hob ihn am Hals auf. Ron’s Füße zappelten und seine Hände versuchten den Griff des eigentlichen Ziels ihres Auftrags zu lösen. Mina sah mit an, wie Ron’s Seele sich langsam von seinem Körper lossagte und aufstieg. Ron war tot.
Mit letzter Kraft mobilisierte sie ihre Kräfte und setzte sich auf. Sie formte das Mana vor ihrem geistigen Auge zu einer Maße. „Das würde ich lassen“ riet ihr der Angreifer, doch es war zu spät. Kaum hatte er ausgesprochen, entlud sich das Mana in seine Richtung und warf ihn an die hinter ihm liegende Wand. Einen Moment war es still. Hatte sie ihn tatsächlich gerade ausgeknockt? Sie griff nach dem Messer in ihrem Oberarm und zog daran, nur um es sofort mit zusammengebissenen Zähnen und unter Tränen wieder loszulassen.
„Ich hab dir doch gesagt, dass du das lieber sein lassen solltest“ erklang es etwas gequält aus der Ecke, in die sie ihn gerade befördert hatte. Dann stand er auf. Er war groß. Etwa zwei Meter hätte Mina jetzt geschätzt und breit gebaut. „Hey, das lässt sich mit Sicherheit alles Regeln. Wir haben uns wahrscheinlich einfach in der Tür geirrt.“ „Nein, mit Sicherheit habt ihr das nicht.“ Er trat aus dem Schatten auf sie zu. Oh Mann, der besteht ja fast nur aus Muskeln. Verdammt, das ist ein Elf.
„Hör zu, ich will dich nicht töten. Das heißt, noch will ich das nicht.“ Er ging Richtung Küche und kam mit einer Rolle Klebeband wieder. „Das Schlüsselbein was? Tut wahrscheinlich mächtig weh, wenn man da so dran rumdreht nicht wahr?“ Mit diesen Worten drehte er das Messer ein wenig in der Wunde. Nicht wie üblich eine halbe Drehung, um den Wundkanal möglichst groß zu halten. Nur ein wenig. Sie versuchte zu schreien, doch er griff mit seiner großen Hand ihren dünnen Hals und übte ein wenig Druck aus. Nicht sehr lange, nur ein paar Sekunden, dann wurde es schwarz um Mina.
Als sie wieder aufwachte saß sie nur noch im T-Shirt und Boxershorts auf seiner Couch, die Hände mit Klebeband gefesselt und um ihre Oberschenkel gewickelt. Ebenso ihre Fußgelenke.
Ihre komplette Ausrüstung lag auf dem Couchtisch ausgebreitet, wirklich alles. Selbst das Kondom aus ihrer Brusttasche für … na ja, Notfälle. Er kam gerade aus der Küche und schob den letzten Clip seiner Panzerung zusammen, der mit einem kurzen Klick einrastete. „Euer Fahrer ist gerade los und holt eure Chummer, weil er glaubt euch sei was passiert.“ „Das war so verabredet“ motzte sie zurück. „Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich nicht so zickig sein und auf meinen Ton aufpassen, junge Dame.“ Ihre Benommenheit ließ langsam nach, so dass sie nun einzelnen Details wahrnahm. So zum Beispiel die Tragevorrichtung für ein Schwert oder etwas Ähnliches auf dem Rücken der Panzerung. Zudem die Tiefziehholster an den Oberschenkeln, die zahlreichen Taschen für diverse Magazine und das Ares Alpha Sturmgewehr, das am Sessel lehnte und mit einer Gravur verziert war. „Ein verdammter Profi“ dachte sie sich und versuchte sich auf einen Zauber zu konzentrieren, aber sie war zu schwach. „Deine Wunden habe ich versorgt, soweit es mir möglich war.“ Und tatsächlich, es lagen Wundschnellverbände auf den Wunden. „Du wirst hier auf deine Leute warten, so wie ich auch. Unter der Couch befindet sich eine Splittergranate, die losgeht, sobald du weglaufen willst.“ Mina blickte nach unten und sah den Draht, der um ihre Knöchel gelegt war. „Fies nicht war. Schade um deinen Hintern. Hat die Rose irgendeine Bedeutung?“ „Warum töten sie mich nicht einfach und lassen dieses kranke Spiel?“ Mina war wütend, aber ihre Angst war größer, als die Wut. „Richtig, ein Spiel. Der Gewinner kriegt alles. Ach ja, das gleiche was für die Couch gilt, gilt übrigens auch für den Türrahmen. Der nächste der die Tür öffnet, kriegt eine Ladung heißen Metalls in den Schädel geblasen. Sobald deine Leute durch die Tür sind, verzieh ich mich durchs Badezimmerfenster aufs Dach.“ Mina unterbrach ihn: „Warum erzählen sie mir das alles?“ Kaum hatte sie das gesagt, stand er bei ihr und drückte seinen Daumen auf die Wunde. Mina schrie vor Schmerzen. Jemand drückte gerade ein Stück glühende Kohle in ihrem Oberkörper aus. Ihr Herz begann wie wild zu schlagen und sie begann zu hyperventilieren. Er ließ ab und Mina sackte nach vorne. „Wäre es dir lieber, du lägest bei dem Zwerg in der Dusche oder bei dem Schwächling hinter der Couch?“ „Warum haben sie sie getötet?“ Tränen stiegen ihr in die Augen. Das Team hatte jetzt schon ein paar Aufträge zusammen gemeistert, allerdings immer nur kleine Fische. Ron kannte sie am längsten. Er hatte sie damals aus der Gosse geholt und Bruce war einer der zuverlässigsten Typen, denen man auf der Straße begegnen konnte. „Weil das zum Spiel dazu gehört.“
Das Walkie-Talkie knackte und eine Stimme war zu hören. „Okay, wir gehen hoch. Sollten unsere Leute noch am Leben sein wird Wildcard sie zum Doc fahren, der Rest kümmert sich um den Typen.“ Sein Blick wanderte zu Mina. „Showtime.“ Er griff nach dem Ares Alpha, ging hinter die Couch um Mina von oben einen Knebel aus Klebeband zu verpassen und legte das Sturmgewehr an. Plötzlich sah Mina etwas aus dem Handschuh fallen. Ein Anhänger an einer Kette. Sie kannte diesen Anhänger irgendwoher, nur woher. Wieder knackte das Walkie-Talkie: „Ich gehe zur Tür. Auf drei. Eins, zwei …“ Dann drückte er ab. Die erste Salve durchschlug die Tür mühelos und traf auch etwas auf der anderen Seite. Wieder das Walkie-Talkie: „Scheiße, er hat Dynamite erwischt.“ Der Lauf des Sturmgewehrs verschwand aus ihrem Blickfeld und wenig später hörte sie jemanden auf der Feuertreppe laufen.
„Ich liebe diese Großstädte.“ Völlig zufrieden hatte er das Dach betreten und machte sich bereit, auf das nächste Dach zu springen. Er schnürte seinen Rucksack fest an den Rücken und nahm Anlauf. Als er sich umdrehte, sah er den ersten aufs Dach klettern, ein Ork, etwa seine Statur, mit einem Schrotgewehr. „Dieser Depp wird doch wohl nicht?“ dachte er sich, als hinter ihm der Schuss brach. Er hörte die einzelnen Schrotkugeln um ihn herum einschlagen und spürte auch zwei, die in die Panzerung gingen. Dann, sprang er. Er landete sicher und lief weiter. Das nächste Dach war weiter entfernt. Knapp vier Meter, schätze er. „Ob die wohl Spaß verstehen?“ Er zückte eine seiner Rauchgranaten und warf sie vor sich auf den Boden. Prompt zündete sie und legte das gesamte Dach in einen dichten Nebel. Er wusste, wo er abzuspringen hatte, schließlich war es nicht das erste mal, dass er verfolgt wurde. Er sprang wieder, landete diesmal aber nur knapp auf dem Dach.
Er rannte los, ohne zurückzusehen, doch er hörte, wie der erste vom Dach stürzte. Der war mit höchster Wahrscheinlichkeit tot immerhin ging es dort zwölf Stockwerke tief runter. Er ging hinter einem Lüftungsrohr in Deckung und zog die Haftmine aus seiner Beintasche. Nicht größer als ein Handy, aber im Gegensatz zu einem Handy tötet das Ding wenigstens unmittelbar. Er hörte ihre Schritte. Kurze Konzentration. Drei Personen. Links und rechts von ihm sprinteten seine Verfolger an ihm vorbei. Der Zeitzünder war auf fünf Sekunden eingestellt. Mit geübter Präzision warf er die Mine auf den gegenüberliegenden Dachvorsprung, genau in dem Moment, als die drei Typen vom Dach absprangen. Sie waren noch nicht mal drüben, da riss die Haftmine den Dachvorsprung weg und die drei Verfolger mit in die Tiefe.
„Wie viele kommen denn da noch?“ Er blickte sich um, nur um sich direkt wieder in Deckung zu begeben, als mehrere Schüsse in das Lüftungsrohr einschlugen. Zwei bis drei Mann würde er schätzen. Links von ihm ging es aufs nächste Dach, rechts von ihm zur Hauptstraße und den Weg nach vorne hatte er sich gerade selbst verbaut. Über das Treppenhaus könnte er natürlich auch entkommen, aber das wäre auch gleichzeitig eine ideale Falle für ihn. Er entschied sich für links und kaum hatte er zu Ende gedacht, spurtete er los, um mit einem Hechtsprung auf das tiefer liegende Vordach zu hechten. Als er versuchte sich mit der Schulter abzurollen durchzuckte ihn plötzlich ein kurzer Schmerzimpuls. Seine Panzerung war neu und noch nicht für solche Fluchtaktionen optimiert worden. Eine der Schulterplatten hatte ihm das Schlüsselbein gebrochen. Er zog mit rechts seine Pistole aus dem Tiefziehalfter und überprüfte kurz die Munition. Standardmunition im Wechsel mit Explosivgeschossen, immer 2 zu 1.
„Gib auf, wir kriegen dich ja doch du Drekhead!“ schrie einer seiner Verfolger. Sie hatten sich nicht vom Fleck gerührt, entweder aus Angst oder aus Taktik. „Wir können das ganz einfach und schnell beenden Jungs.“ Er war sich ziemlich sicher, ein paar gute Argumente zu finden, die Idioten einzulullen, bis er sich eine neue Strategie überlegt hatte. „Sagt eurem Boss, ihr habt mich nicht erwischt. Ich war einfach zu schnell und zu gut vorbereitet. Hab einige von euch eiskalt umgebracht und hab nur einen von euch am Leben gelassen, damit er eurem Boss das erzählt, was heute hier abgegangen ist. Was sagt ihr?“ „Du laberst Bullshit! Wir sind zu dritt und du alleine. Wie willst du hier rauskommen?“ Er überlegte kurz. Dann antwortete er: „Deinem Ork-Chummer jag ich ne Kugel ins Bein, worauf er das Gleichgewicht verliert. Dann schieß ich ihm ins Gesicht und mach seinem hässlichem Dasein ein Ende. Dem Typen links von dir lass ich den Kopf explodieren und dir jag ich zwei Schuss in den Bauch. Was hältst du davon?“ Stille, dann Gelächter. Der Ork: „Das will ich sehen, wie du aus deiner Lage heraus …“ weiter kam er nicht. Blitzschnell hatte er sich aufgerichtet und feuert einen gezielten Schuss auf das rechte Bein des Orks ab. Dieser verlor wirklich das Gleichgewicht und lag plötzlich auf der Seite. Der zweite Schuss traf ihn mitten ins Gesicht. „Scheiße, Wallace! Ich mach dich kalt du Wichser!“ „Ich hab’s dir angedroht und du hast nicht gehört. Jetzt trag die Konsequenzen Kleiner.“ Er hörte sie sprechen. „Er hat Wallace genauso abgeknallt, wie er es gesagt hat. Ich will meinen Kopf aber noch behalten.“ „Halts Maul, Ace!“ Er unterbrach sie: „Hey, wenn ich mal endlich damit fertig seit euren Kaffeeklatsch zu halten, darf ich dann wieder mitspielen?“ „Halt deine verfickte Fresse da drüben!“ Er hatte den Jungen bereits im Visier und genoss es richtig, Herr über Leben und Tod zu sein. Dann drückte er dreimal ab. Keine Sekunde später explodierte Ace’s Kopf in einer Blutwolke und zwei Kugeln steckten im Bauch des Dritten im Bunde, der schreiend hinter den Dachaufbauten zu Boden ging.
Er nutzte die Ablenkung und sprang auf die Feuertreppe. Unten hörte er das quietschen von Reifen. „Das muss Wildcat sein.“ Dachte er sich und sprang aus dem vierten Stock auf das anfahrende Auto. Er landete auf dem Dach, mit der Wucht einer Abrissbirne. Ob Wildcat das überlebt hatte war ihm egal, er kroch vom Dach der Mittelklasselimousine und humpelte Richtung Hauptstraße. Er lief zu dem Haus, in dem er bis vor kurzem noch gewohnt hatte, kletterte die Feuerleiter hoch und durch das Badezimmerfenster hinein. Verärgert riss er die Schlaufen seines Rucksacks auf, der hinter ihm auf den Boden fiel. Schnappverschluss für Schnappverschluss öffnete er die Weste seiner Panzerung und warf sie anschließend wütend in die Küche. Er nahm den Erste-Hilfe-Kasten aus dem Regal und verband seine Verletzung. Sein Schlüsselbein richtete er selbst. Er hatte jetzt keine Zeit zum Doc zu gehen. Cornelli’s Männer würden weiter nach ihm suchen. Er wollte gerade aufstehen, da hielt ihm jemand von hinten ein Küchenmesser an die Kehle. „Eine Attrappe? Wirklich sehr witzig, ich hätte mich beinahe vollgepinkelt vor Angst.“ Mina war ihrer misslichen Lage entkommen. „Wieso nicht? War doch ein guter Trick oder?“ Er konnte sich das keuchende Lachen nicht verkneifen. Doch das Messer drückte sich in seine Kehle. Und sie stand auch noch so, dass er sie mit dem Kaputten Arm schlagen müsste. Scheiß Ausgangssituation. „Ok, ich gebe zu, das war nicht sehr nett von mir. Aber es hätte dich eigentlich länger aufhalten sollen. Wie bist du darauf gekommen, dass es keine echte Granate war?“ Mina lächelte. „Ich hab am Draht gezogen.“ „Respekt. Ausweglose Situation und kein Vertrauen zu deinen Leuten führen dich also direkt in den Suizid. Gut zu wissen.“ „Halt dein verficktes Maul! Aufstehen! Langsam.“ Sieh ließ etwas von ihm ab, damit er aufstehen konnte. Als er sich aufrichtete, überragte er Mina um knapp dreißig Zentimeter. Sie hatte das Messer, sie hatte die Kontrolle. Ihre Verletzungen hatte sie geheilt und war wieder voll da. Besonders nachdem sie die Aufputschtabletten im Badezimmer gefunden hatte. „Meine Jungs müssten gleich kommen und dich einkassieren und dann holen wir uns die Belohnung.“ Mina war euphorisch, schließlich pumpten Drogen durch ihren Körper. „Junge, Singular. Es ist nur noch einer übrig.“ „Was? Ach, du laberst Scheiße.“ „Möglich“ erwiderte er gelassen, „aber leider können das Wallace, Ace und Wildcat nicht mehr bestätigen.“ Woher kannte er ihre Namen? In ihr stieg Wut auf und sie ging mit dem Messer auf ihn los. Sie stach zu und dann war alles schwarz.
 
 
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