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Eiskaltes Schicksal

von Ronja2331
GeschichteDrama, Tragödie / P16 / Gen
HoroHoro OC (Own Character) Ren Tao Yo Asakura
15.03.2016
22.02.2017
19
20.586
 
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31.05.2016 897
 
8.


Trey P.o.V

Als Trey sich am Ende des Tages aus seinem Zimmer traute, war keiner mehr in dem Haus. Irgendwie waren alle weg. Seltsamer Weise war er froh alleine zu sein und das obwohl ihm die Einsamkeit seit Damukos Tod unerträglich erschien. Aber nachdem er Anna angeschrien hatte, war er ganz froh darüber, ihr nicht zu begegnen.
Doch was sollte er nun tun? Ohne die Anderen hatte er zu viel Zeit zum Nachdenken. Immer wieder kehrten seine zu dem Nachmittag zurück, an dem Pilika und Damuko hätten ankommen sollen, es aber nie taten. Dann durchlebte er Telefonat noch mal. Erst die Erleichterung etwas von seiner Schwester zu hören und dann der Schock.
Wie konnte er diese Gedanken nur zum Schweigen bringen? Sie quälten ihn. Es gab keinen Moment, in dem sie ihn nicht quälten. Das stimmte gar nicht. Letzte Nacht hatten sie ihn für einige wenige Stunden nicht gequält. Das konnte er nicht tun. Damuko würde das niemals gutheißen. Wobei, was interessierte es ihn, was Damuko denken würde? Sie war tot. Kurz entschlossen stapft er wieder aus dem Haus.
Im Zentrum sah er sich um. Ihm wurde bewusst, dass er sich gestern Abend gar nicht den Weg gemerkt hatte. Klasse, dachte er verbittert. Wo sollte er jetzt hin? Wütend stapfte er weiter durch die Stadt, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Bis er an eine Seitengasse kam, die er zu kennen schien. Er ging hinein. Und tatsächlich am Ende der Gasse war die Kneipe. Er trat ein.
Drinnen entdeckte er sofort Akito und Takeru. Die beiden winkten ihm begeistert zu. Er ging zu ihnen rüber, begrüßte sie wie alte Freunde und setzte sich zu ihnen.  Schon nach wenigen Gläsern war wieder alles wie am Abend zuvor und Trey konnte den Scherz vergessen. Er lachte mit den beiden und machte allen möglichen Blödsinn. Das schönste war, ihm war einfach alles egal.
Wieder kam er erst spät nach Hause. Allerdings wurde er diesmal erwartet. Anna stand in der Tür.
„Wo bist du gewesen?“, keifte sie.
„Ist doch egal“, nuschelte Trey.
„Hast du etwa getrunken?!“, fuhr sie an angeekelt an.
„Un‘ wenn’s so wäre?“, lallte Trey.
„Du gehst sofort ins Bett. Und ich will dich erst wieder sehen, wenn du nüchtern bist“, giftete sie.
„Da wollt‘ ich doch eh hin. Bist du mich aufgehalten hast“, sagte Trey undeutlich.
Anna trat einfach nur einen Schritt zur Seite. Wäre Trey nicht so betrunken gewesen, hätte er ihr angewidertes und wütendes Gesicht gesehen, das ihn davor gewarnt hätte, das Haus nochmal zu verlassen. So stolperte er einfach nur in sein Zimmer und fiel ins Bett.


Ren P.o.V.

So eine Unverschämtheit. Nicht nur, dass er die halbe Nacht im Krankenhaus verbrachte hatte, nein, jetzt kommandierte Anna ihn auch noch herum. Als hätte sie ihm irgendetwas zu sagen. Er seufzte. Eigentlich hätte er ihr das auch gesagt, wenn sie nicht gemeint hätte, es wäre wegen Trey.
Also stand er 20 Minuten nach Annas Anruf vor Yohs Haus. Er ging rein, ohne sich die Mühe zu machen, zu klingeln. Die Tür war nicht abgeschlossen, also konnte Anna sich nicht beschweren. Und er war ja auch nur wegen ihres Anrufes hergekommen.
„Da bist du ja endlich“, meckerte Anna. Alle anderen waren schon da.
„Ich bin so schnell gekommen, wie ich konnte“, verteidigte sich Ren.
„Also, was ist passiert? Warum hast du uns alle her gerufen, Anna?“, fragte Lyserg.
„Wegen Trey“, lautete die knappe Antwort.
„Das hast du uns schon gesagt“, murrte Ren gereizt. Wenn Anna nur wieder jemanden brauchte, um das Haus zu putzen, dann würde er sofort wieder gehen. Er durfte wegen seines Fingers in den nächsten Wochen eh keinen Sport machen. Also konnte er auch nicht helfen.
„Ich habe fast die komplette Nacht auf Trey gewartet, damit ich ihm ordentlich die Leviten lesen konnte. Als er dann endlich wieder kam, war er stockbesoffen“, erklärte Anna.
„Und?“, wollte Ren wissen.
„Nichts und. Das geht so nicht.“ Anna sah ihn böse an.
„In seiner Situation würde ich mich auch betrinken“, warf Joco ein.
„Sei still Joco“, fuhr Anna ihn an, „Alkohol ist keine Lösung.“
Ren sah zu Yoh. Sein Freund sah besorgt aus. Gut, es passte nicht zu Trey Alkohol zu trinken. Aber das allein war noch lange kein Grund, hier so einen Zirkus zu veranstalten. Verdammt, Trey war doch gerade nicht er selbst. Darauf könnte auch Anna etwas Rücksicht nehmen. Es war vielleicht nicht gut, wenn er regelmäßig trank, aber von einem Mal ging doch nicht die Welt unter.
Als niemand etwas sagte, schüttelte Anna den Kopf. „Ich kann nicht glauben, dass ihr alle so naiv seid. Er wird wieder trinken. Es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben“, prophezeite sie.
„Komm schon, Anna“, bat Yoh sie, „mal bitte nicht den Teufel an die Wand. Ich bin mir sicher, dass Trey nicht wieder trinken wird.“ Mit diesen Worten stand er auf. „Ich gehe rauf und gucke mal nach ihm“, verkündete Yoh.
Ren erhob sich ebenfalls. „Ich komme mit.“ Yoh nickte ihm zu.
„Dann komme ich auch mit“, meinte Ryu.
„Zwei sind genug“, warf Faust ein, „mehr Menschen würden ihn nur in die Defensive drängen.“
„Und warum darf Ren mitgehen?“, beschwerte sich Joco.
„Weil ich schneller war, Joco“, erwiderte Ren. Also gingen er und Yoh zu Treys Zimmer. Auch dieses Mal blieben sie vor der Tür stehen und lauschten. Aber dann trat Ren entschlossen vor und öffnete die Tür.
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