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Eiskaltes Schicksal

von Ronja2331
GeschichteDrama, Tragödie / P16 / Gen
HoroHoro OC (Own Character) Ren Tao Yo Asakura
15.03.2016
22.02.2017
19
20.586
 
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05.09.2016 1.012
 
12.

Ren P.o.V.
Als Ren am nächsten Morgen aufstand, sah er als erstes nach Trey. Dieser lag in seinem Bett und schlief tief und fest. Erleichtert schloss Ren leise die Tür. Er hatte sich umsonst Sorgen gemacht. Trey war wahrscheinlich wirklich auf der Toilette gewesen.
Leise, um Trey nicht zu wecken, ging Ren die Treppe runter. Am Fuß der Treppe traf er Yoh, der einen besorgten Blick nach oben warf.
„Wie geht’s ihm?“, fragte Yoh.
Ren zuckte mit den Schultern. „Er schläft.“ Yoh nickte und die beiden gingen zum Frühstück, wo schon alle anderen saßen.
„Wie geht es Trey?“ fragte Pilika mit verheulten Augen.
„Trey schläft, Pilika“, sagte Yoh und setzte sich neben Anna. Ren setzte sich neben Joco. Auf der anderen Seit von ihm war ein Platz frei. Dort hätte Trey sitzen sollen. Er ignorierte den leeren Platz und nahm sich einen Apfel. Auch alle anderen aßen etwas. Aber jeder von ihnen warf immer wieder verstohlene Blicke zu dem leeren Platz. Trey fehlte allen.
„Ka ... kann ... kann ich zu Horohoro?“ fragte Pilika. Ren warf Yoh einen Blick zu. Er selbst war nicht sehr begeistert von der Idee. Das letzte, was Trey jetzt gebrauchen konnte, war ein hysterisches, kleines Mädchen, um das er sich kümmern musste.
Aber Yoh nickte langsam. „Vielleicht wäre das hilfreich. Aber denk bitte daran, dass Trey momentan eine schwierige Zeit durchmacht.“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst“, explodierte Ren, „Das letzte, was Trey jetzt gebrauchen kann, ist ein kleines, hysterisches Mädchen, um das er sich kümmern und das er trösten muss. Er kommt mit seinem Leben klar!“
„Horohoro ist mein Bruder“, zickte Pilika, „ihr könnt mir nicht verbieten, ihn zu sehen.“
„Doch können wir, wenn es für Trey besser ist“, konterte Ren.
„Woher wollt ihr denn wissen, was das Beste für ihn ist?“, hakte Pilika beleidigt nach.
„Weil er unser bester Freund ist?!“, knurrte Ren, „und übrigens meinte ich genau das mit hysterisch.“ Pilika fing an zu heulen. Ren verdrehte die Augen.
„Damit hilfst du Trey echt unglaublich“, versetzte Ren ironisch.
„ES REICHT!“, schrie Anna, „so helft ihr Trey nicht! Ihr macht es nur schlimmer! Lasst ihn einfach in Ruhe! Er will euch beide im Moment nicht sehen!“ Ren funkelte Anna böse an, traute sich aber nicht, ihr zu widersprechen. Pilika weinte nur noch mehr. Tamara nahm sie in die Arme und versuchte, sie zu trösten.
Ren stand auf. Er hielt es am Tisch nicht mehr aus. „Ich fahre nach Hause“, verkündete er. Yoh sah ihn besorgt an. Doch Ren ignorierte ihn. Er brauchte jetzt einfach seine Ruhe.
Er ging nicht in seine Wohnung, sondern direkt in den Keller, wo er trainierte. Dann ließ er am Sandsack seinem Frust und seiner Wut freien Lauf.

Trey P.o.V.
Er wusste nicht, seit wann er schon wach lag. Alles, was er wusste, war, dass Damuko tot war und das nur, weil sie zum ihm kommen wollte. Er war an ihrem Tod schuld. Wenn sie an diesem Tag nicht in den Zug gestiegen wäre, dann wäre sie noch am leben. Oder wenn sie einen Tag später gefahren wäre, dann könnte sie jetzt noch bei ihm sein. Aber sie musste ja so früh wie möglich kommen, weil er sie unbedingt seinen Freunden vorstellen wollte. Ihr Tod war seine Schuld.
Seine Kehle schnürte sich zusammen. Er hatte das Gefühl, als läge eine Tonne Steine auf seinem Brustkorb, die ihm am Atmen hinderten. Sein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich explodieren. Und dieser Schmerz wollte einfach nicht aufhören.
Trey rollte sich zu einer Kugel zusammen und versuchte den Schmerz auszuschalten. Erfolglos. Auch die dunklen Gedanken wurde er nicht los.
Immer wieder stellte er sich ihre letzten Minuten vor. Ob sie wohl Angst gehabt hatte? Hatte sie noch irgendwas gespürt? Hatte sie an noch ihn gedacht? Er wusste es nicht. Aber zu diesen Fragen tauchten Bilder von Damukos letzten Minuten auf. Wie sie auf den Boden des Wagons fiel. Versuchte zu realisieren, was passiert war. Und dann wieder aufstand, nur um danach wieder hinzufallen und sich dann das Genick zu brechen. Ob sie wohl etwas geahnt hatte?
Warum war sie nur nicht mit Pilika nach vorne gegangen? Warum saß er hier, alleine, und sie war nicht bei ihm? Wie hatte sie ihm das nur antun können.
Er klammerte sich an der aufsteigenden Wut fest. Sie war erträglicher als der Schmerz. Aber den Schmerz konnte er trotzdem nicht komplett ausblenden. Der Schmerz war wie der Tod selbst. Egal, wie schnell man rannte, wie sehr man ihn zu verdrängen versuchte, er kam durch. Vielleicht nur schleichend und langsam, aber dafür wirkte er wie ein langsames Gift, das ihn betäubte und leblos zurückließ.
Und tatsächlich spürte er nach kurzer Zeit, wie der Schmerz die Wut wieder abtötete. Zurück blieb nur die Trauer, der Verlust und, natürlich, der unerträgliche Schmerz, der alle anderen Gefühle auffraß und keiner anderen Regung Platz ließ.
Trey lehnte sich zurück in die Kissen und starrte Löcher in die Decke. Irgendwann hatte er das Gefühl, er bräuchte dringend Luft und auch die Decker verschwamm vor seinen Augen. Dumpf hörte er wie sich die Tür öffnete und eine verschwommene Gestalt den Raum betrat, nur um ihn danach gleich wieder fluchtartig zu verlassen.
Kurz danach stürmten zwei Gestalten in das Zimmer.
„Atme ganz ruhig ein, Trey“, sagte Faust ruhig, aber bestimmt und machte es vor. Trey hörte, kaum, was Faust sagte. Alles klang dumpf, so wie aus weiter Ferne. Aber versuchte, das zu tun, was Faust von ihm verlangte. Zuerst gelang es ihm nicht. Er bekam seinen Körper einfach nicht unter Kontrolle. Aber nach einiger Zeit bekam er wieder Luft und somit wurden die Stimmen auch wieder klarer. Auch seine Sicht besserte sich, sodass er Yoh als zweite Person im Raum ausmachen konnte. Was ihm auch hätte klar sein können.
„Was war los mit ihm?“, fragte Yoh besorgt.
„Trey hatte eine Panikattacke. Das ist bei sowas nicht unüblich“, erklärte Faust. Trey sagte gar nichts, sondern rollte sich wieder zu einer Kugel zusammen. Yoh und Faust gingen schnell wieder. Trey sah sie danach nicht mehr, aber er stand auch nicht auf.
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