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Eiskaltes Schicksal

von Ronja2331
GeschichteDrama, Tragödie / P16 / Gen
HoroHoro OC (Own Character) Ren Tao Yo Asakura
15.03.2016
22.02.2017
19
20.586
 
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05.06.2016 970
 
9.


Trey P.o.V.

Er hörte, wie sich die Tür öffnete, aber  er stand nicht auf. Stattdessen stellte er sich schlafend. Er hatte nicht die Nerven, sich jetzt mit jemandem zu unterhalten. Vor allem nicht mit diesen Kopfschmerzen.
„Trey?“, hörte er Yohs besorgte Stimme. Aber auch darauf reagierte Trey nicht. Er wollte mit niemandem reden, schon gar nicht mit Yoh. Also blieb er stumm und hoffte, dass er einfach wieder gehen würde.
Aber das war wohl zu viel verlangt gewesen, dachte er, als ihm die Decke weggezogen wurde.
„Du stehst gefälligst auf“, schimpfte Ren.
„Nicht so laut“, flehte Trey. Seine Ohren schienen überempfindlich zu sein. Und als er seine Augen öffnete schmerzte das Licht, das Yoh und Ren angemacht hatten.
„Ich rede so laut wie ich will. Und du gehst jetzt duschen“, meckerte Ren.
„Ren bitte“, flehte Trey noch mal. Yoh stand nur schweigsam daneben. Trey konnte die Sorgen in seinem, Gesicht sehen. Er spürte einen Stich, weil ihm klar war, dass Yoh seinetwegen so besorgt war.
„Nichts bitte! Du stehst jetzt auf“, knurrte Ren. Trey sah flehend zu Yoh hinüber, doch sein Freund blieb stumm.
„Wenn du nicht sofort aufstehst, dann wirst du dir wünschen, du wärst  nie geboren worden“, drohte Ren, als Trey sich noch immer nicht bewegte.
„Das wünsche ich mir eh schon“, murmelte Trey kraftlos. Yoh wich zurück, als ob Trey ihn geschlagen hätte. Ren schien nur noch wütender zu werden.
„Sag. Sowas. Nie. Wieder.“ Ren hatte seine Augen zu Schlitzen verengt.
„Warum nicht? Es ist die Wahrheit. Ich kann einfach nicht mehr.“ Trey schloss wieder die Augen. Er dachte gar nicht daran, jetzt aufzustehen.
„Doch das kannst du“, widersprach Yoh energisch, „Mit der Zeit wird es leichter.“ Jetzt hatte Trey genug.
„WANN?“, brüllte er Yoh an. Dieser wich zum zweiten Mal geschockt zurück. Dann spürte Trey einen brennenden Schmerz an seiner Wange. Ren hatte ihn geschlagen.
„ES REICHT!“, schrie Ren ihn an, „WIR MACHEN UNS SEIT WOCHEN SORGEN UM DICH!“ Allem Anschein nach war Ren geschockt über seine eigenen Worte, denn er schwieg. Doch er erholte sich schnell. „Du stehst jetzt auf.“ Mit diesen Worten verschwand Ren.
Nun war nur noch Yoh in seinem Zimmer. Er starrte Trey an, als wäre er ein Fremder und nicht sein Freund.
„Du darfst nicht aufgeben. Wirf dein Leben nicht einfach so weg“, flüsterte Yoh erstickt. Trey merkte, dass sein Freund den Tränen nahe war.
„Es tut mir Leid. Ich weiß einfach nicht weiter“, wisperte Trey.
„Dann lass dir doch helfen. Wir lassen dich nicht allein. Du bist nicht allein“, bat Yoh.
„Ihr könnt mir nicht helfen.“ Trey wusste selbst, dass er hoffnungslos klang.
„Du musst uns dir nur helfen lassen“, meinte Yoh beruhigend, „und steh bitte auf, ja?“
„Ich habe keine Kraft dazu. Tut mir Leid“, erwiderte Trey matt.
„Aber du musst doch etwas essen“ wandte Yoh ein.
„Dann bring mir einen Teller.“ Mehr sagte Trey nicht. Yoh nickte und ging.
Wieder allein, legte Trey sich hin und versuchte, an nichts zu denken. Das gelang ihm allerdings nicht.
Immer wieder erschien vor seinem inneren Auge Damukos Gesicht, das ihn anlächelte. Es erschien ihm so falsch. Sie war tot. Sie konnte ihn nicht mehr anlächeln oder umarmen oder küssen! Alles in ihm zog sich schmerzhaft zusammen, bis er das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen.


Yoh P.o.V.

Yoh schloss Treys Tür hinter sich. Dann ging er in sein eigenes Zimmer. Er konnte es jetzt einfach nicht ertragen, die anderen zusehen. Er brauchte Zeit, um seine Gedanken zu ordnen.
Doch als er in sein Zimmer trat, saß dort überraschender Weise Ren.
Ren starrte auf den Boden. Er schien es gar nicht mitbekommen zu haben, dass Yoh ins Zimmer getreten war. Yoh setzte sich einfach neben seinen Freund. Da wachte Ren ruckartig aus seiner Starre auf und sah Yoh aus traurigen und verzweifelten Augen an.
Yoh wusste, dass es ein Privileg war, Ren so zu sehen. Abgesehen von ihm gab es nur noch zwei weitere Personen, denen er sich so zeigen würde: Run und Trey.
„Das ist nicht Trey“, meinte Yoh nach einer Weile, „Du weißt doch, dass Trey sowas nie gesagt hätte.“
„Doch das ist jetzt Trey“, flüsterte Ren erstickt, „es scheint, als würde es den alten Trey nicht mehr geben.“
„Das ist doch Unsinn. Trey braucht einfach nur etwas Zeit“, versuchte Yoh Ren und auch sich selbst Mut zu zureden.
Ren schnaubte. „Das glaubst du doch selbst nicht.“ Yoh wollte ihm schon widersprechen, aber irgendwie schaffte er es einfach nicht. Denn er glaubte selbst, Ren habe Recht. Der Trey, den sie kennen gelernt hatten, schien nicht mehr zu existieren. Yoh wollte die Stille, die entstand, immer wieder durchbrechen. Doch jedes Mal, wenn er was sagen wollte, blieben ihm die Worte in der Kehle stecken. Was hätte er denn auch sagen sollen? Er fühlte sich hilflos. Er konnte weder Trey noch Ren helfen. Was war er für ein Freund, wenn er seinen engsten Freunden nicht helfen konnte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit brach Yoh dann doch das Schweigen. „Es .. es tut mir Leid, dass ich dir nicht helfen kann“, würgte er schließlich hervor.
„Halt die Klappe!“, fuhr Ren Yoh an.
„Ren, es tut mir Leid“, versuchte Yoh es noch einmal, aber Ren unterbrach ihn. „Sei still! Sei verdammt nochmal still! DU kannst nichts für diese scheiß Situation! Wenn du dich also nochmal bei mir entschuldigst, dann drehe ich dir den Hals um!“
Yoh schwieg. Dann grinste er. „Lass das lieber sein, Alter, sonst bekommst du es mit Anna zu tun.“ Auch Ren musste jetzt grinsen. „Jetzt wo du es sagst.“ Sie saßen noch eine Weile schweigend nebeneinander. Schließlich stand Ren auf. Doch an der Tür drehte er sich nochmal zu Yoh um.
„Wir geben Trey nicht auf“, sagte er.
„Niemals“, bestätigte Yoh.
Dann stand er auf, um Trey wie versprochen den Teller zu bringen.
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