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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
5
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42 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.04.2016 1.735
 
Grüß euch!
Zuerst mal muss ich sagen, dass ich weder weiß, wie man einen Streifschuss behandelt, noch wie man geknackste Rippen am Besten versorgt. Das hier ist definitiv keine Erste-Hilfe-Anleitung!
(Nur, dass keiner denkt, man sollte einen Streifschuss oder geknackste Rippen am Besten so behandeln, wie ich es hier schreibe :) )



>Du musst aufwachen, Donald!< sagt eine Stimme tief in seinem Kopf, ganz leise und leicht zu überdenken. Donald denkt aber an viele Sachen. Zuerst denkt er über einen festen Job als Phantomias nach, dann über seine Hängematte. Dann über Daisy. Ob sie wohl >Ja< zu Gustav gesagt hat? Dann kommt ihm wieder seine Hängematte in den Sinn. >Wach auf, Donald!< brummt es schon wesentlich lauter in seinem Hinterkopf herum. Doch die Hängematte überdeckt diesen Gedanken sehr gut. >PHANTOMIAS! WACH AUF!< brüllt sein Hinterkopf ihn zusammen. Die Wirkung tritt sofort ein. „Onkel Donald?“ fragt eine besorgte Stimme und Ticks Kopf taucht über ihm auf. „Er ist wieder wach, Onkel Dagobert!“ ruft Trick sofort. „Herr Duck wollte schon den Arzt rufen, da dieser aber zu teuer sein würde, entschied er sich für Ihre Neffen.“ sagt Baptist offenherzig. Er kniet wie Tick neben Donald und begutachtet ihn bange. „Sie bluten, Herr Duck. Warum bluten Sie?“ bemerkt er dann, als er den dunklen Fleck auf der Matrosenjacke über der linken Schulter entdeckt. „Onkel Donald blutet? Onkel Dagobert?! Was hast du angestellt?“ knurrt Track und sieht Onkel Dagobert durchdringend an. Dieser sitzt einem weinerlichen Haufen Taler gleich auf einem Geldsack und jammert vor sich hin. „Gar nichts! Ich hab ihn nur an der Schulter gepackt, als er ohnmächtig wurde!“ entgegnet er in alter Schärfe „Meine armen Telefonrechnungen! Noch ein Anruf, den ich zahlen muss!“ jammert er dann sofort weiter. Donald stöhnt. „Mir geht’s schon wieder besser.“ sagt er und versucht, sich trotz der schmerzenden Rippen aufzurichten. Doch Baptist´s starke Arme halten ihn dort, wo er ist. Am Boden. „Hey!“ beschwert Donald sich. „Sie bluten, Herr Duck. Wir sollten uns das erst einmal ansehen.“ entgegnet Baptist sachlich „Darf ich?“ fragt er höflich, bevor er auch schon beginnt, die Knöpfe der Matrosenjacke zu öffnen. „Ich hab nicht >Ja< gesagt!“ beschwert Donald sich abermals. „Es ist nur zu ihrem Besten, Herr Duck.“ meint Baptist stur und fährt in seinem Tun fort. „Ganz sicher nicht.“ Donald schlägt Baptist´s Hand weg und versucht, sich aufzurichten. Sofort liegt er wieder am Boden. Seine Rippen haben >Hallo< gesagt. Verdammt! „Sehen Sie.“ meint Baptist, als würde er seine These bestätigt finden. Donald brummt nur, als Baptist die Matrosenjacke fertig aufknöpft. „Ahm...“ macht er dann ratlos, als er den tiefschwarzen Brustpanzer entdeckt. „Wusste gar nicht, dass du etwas unter deiner Jacke trägst.“ meint Tick beiläufig. Er denkt anscheinend, es sei ein ganz normaler Pulli. Endlich mal etwas Glück! „Wo macht man das auf?“ fragt Baptist sofort. „Gar nicht!“ faucht Donald dazwischen. „Hier.“ Track hat den ebenso tiefschwarzen Reißverschluss des Brustpanzers entdeckt und Baptist macht ihn auf. „Um Gottes Willen!“ ruft er dann heillos verwirrt aus, als er den blutgetränkten, behelfsmäßigen Verband sieht. „Was hast du DA angestellt?“ drei Neffen mit weit aufgerissenen Augen starren ihn an. Baptist holt derweil von irgendwoher aus seinen Taschen ein Taschenmesser. „Holt mal einer den Verbandskasten.“ sagt er zu einem der Neffen. „Wo ist der, Onkel Dagobert?“ fragt Trick und sieht sich schon um. „Soll ich etwa noch mehr Geld für diesen elenden Phantomias-Freund ausgeben?“ beschwert der sich. Er hat offenbar noch gar nicht bemerkt, was gerade so los ist. Er sitzt immer noch auf seinem Geldsack und jammert vor sich hin. „Herr Duck!“ knurrt Baptist aufbrausend „Sie haben weit mehr Geld als jeder andere dieser Welt! Selbst jetzt sind Sie um Millionen reicher als Klaas Klever! Also stellen Sie sich nicht so an!“ schnauzt er seinen Chef zusammen „Ihr Neffe ist verwundet und Sie scheren sich um ein Paar Kreuzer, die ein neuer Verband kosten würde?“ Baptist sieht seinen Chef fassungslos an. Dagoberts Butler, der gleichzeitig manchmal sein Gewissen ist, hat ihm auch dieses Mal wieder ein schlechtes Gewissen eingeredet. Er verschiebt sein Jammern auf später und eilt zu einem eisernen Schrank in seinem Büro. Trick folgt ihm schnell. Dagobert sperrt ihn auf und drückt Trick einen uralten, aber sterilen Verbandskasten in die Hände und dieser rennt zu Baptist zurück. Dagobert folgt ihm so schnell ihn seine Füße und sein Gehstock tragen. Auch er ist nicht mehr der Jüngste! Baptist holt irgendwo aus den Abgründen seiner Tasche eine Feldflasche mit Alkohol heraus. „Das wird jetzt etwas brennen, Herr Duck.“ sagt er zu Donald und schüttet etwas von dem Schnaps über die offene Wunde. Donald, der die Behandlung bereits als unumgänglich abgehackt hat, beißt die Zähne zusammen. In diesem Moment kommt Dagobert her „Was hast du denn da angestellt, hm?“ fragt er wie die Neffen vorhin auch schon. „Bin gegen die Tür gelaufen.“ knurrt Donald hinter zusammengebissenen Zähnen hervor. „Es wäre besser, wenn wir ihn später befragen, Herr Duck.“ fügt Baptist hinzu und verbindet den Streifschuss gekonnt. Als er fertig ist, sieht er Donald ernst an. „Haben Sie noch irgendwo eine unerklärliche Wunde?“ fragt er halb sarkastisch, halb ernst. „Außer einigen geknackste Rippen, Nein.“ antwortet Donald ebenso halb sarkastisch wie ernst. „Sie sollten ein Krankenhaus besuchen und ansonsten sehr viel Bettruhe einhalten.“ meint Baptist ernst und sieht dann die schwarze Jacke genauer an. „Und Sie sollten diese Jacke anbehalten. Die stützt Sie.“ meint er und steht auf. Donald zieht sämtliche seiner Oberteile wieder an und seine Neffen helfen ihm dann beim Aufstehen. Kaum steht er leicht schwankend, prasseln die Fragen auf ihn ein wie Platzregen.

„Wie ist das passiert?“ „Wie geht’s dir?“ „Warum warst du nicht schon im Krankenhaus?“ „Wo bleibt dieser elende Phantomias?“ „Sie sind also gegen die Tür gelaufen?“
Donald sieht nur mit einer hochgezogenen Augenbraue zu, bis alle nacheinander verstummen. Dann öffnet er erst den Mund, um zu sprechen. Dann aber schließt er ihn wieder. Was soll er sagen? So was wie >Ahm, ja, Phantomias und ich waren eigentlich schon immer ein und die selbe Person.< geht irgendwie schlecht. „Also mir geht jetzt soweit eigentlich ganz... OK.“ sagt er schließlich. Dann überlegt er wieder. Eine Frage beantwortet, bleiben noch vier weitere. „Phantomias wird nicht kommen, weil es deine Schuld ist, werter Onkel, dass dir jetzt einige Milliarden fehlen.“ sagt er dann. Zwei Fragen beantwortet. „Ich war noch nicht im Krankenhaus, weil ich nicht dachte, es sei so schlimm...“ beginnt er, die dritte Frage zu beantworten. „Nicht so schlimm? Nicht so schlimm? Du weißt sogar, dass einige deiner Rippen geknackst sind! Nicht so schlimm?!“ stottert Track fassungslos. „Und du hast eine Wunde an deiner linken Schulter, die einen Zentimeter tief ins Fleisch geht!“ fügt Trick ebenso fassungslos hinzu. „Bleibt nur die Frage, wie das passiert ist. Denn gegen die Tür sind Sie definitiv nicht gelaufen.“ sagt Baptist und verschränkt die Arme vor der Brust. Eine seiner Augenbrauen zieht sich langsam nach oben. „Gut. Ich erzähle es euch. Das war so:...“ beginnt Donald verheißungsvoll...
Gestern war ja Dussel da. Wir aßen, er ging und Zorngiebel kam. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, Phantomias gleich Bescheid von den gestohlenen Lastwägen zu geben, weil Zorngiebel schließlich Zorngiebel ist, aber das schlechte Gewissen packte mich. Also stand ich wieder auf und fuhr los. Jedoch befand sich Phantomias in einem Kampf mit den Panzerknackern, als ich ihn sah. Ich wollte ihm helfen, und da schossen die Panzerknacker auf mich. Ich erschrak und fuhr gegen einen Baum. Und da knacksten mir die Rippen.
..., sagt er ziemlich kurz angebunden. Vier Personen mit gerunzelter Stirn und eine Person mit hochgezogener Augenbraue starren ihn an. „Du... du wachst in der Nacht auf?“ beginnt Trick mit einem sarkastischen Unterton. „Die Panzerknacker schossen auf dich? Die tun doch keiner Fliege was zuleide!“ fährt Track fort. „Du bist gegen einen Baum gefahren?“ fragt Tick ungläubig „Wenn ja, wo ist das kaputte Auto?“ fügt er hinzu. „Und warum sind Sie nicht in ein Krankenhaus gefahren, als Sie verwundet waren?“ fragt Baptist spitzfindig. „Phantomias kümmert sich um ein Paar Lastwägen von diesem uneinsichtigen, nicht-verkaufenden Nichtsnutz, statt meine Talerchen zu beschützen?“ Onkel Dagobert ist der einzige mit der hochgezogen Augenbraue. Donald vergräbt sein Gesicht in seinen Händen. Das darf doch nicht wahr sein! Hören die Fragen denn nie auf, wenn man sich eine einigermaßen gute Lüge ausdenkt? „Ja, ich wache durchaus in der Nacht auf.“ brummt er Trick entgegen „Und ja, die Panzerknacker wissen, wie man mit einer Pistole schießt. Dazu fähig sind sie neuerdings auch.“ faucht er Track zu „Ich bin Fahrrad gefahren!“ zischt er in Ticks Richtung „Ich wollte wieder ins Bett, weswegen ich die Wunde selbst so gut es ging verband.“ ein böser Blick trifft Baptist „Und Phantomias ist für alle da, nicht nur für deinen verdammten Goldberg!“ speit er Dagobert entgegen. Alle klappen ihre Münder wieder zu, bis auf Tick. „Wo ist das kaputte Fahrrad? Als wir hierher radelten, sah ich sämtliche unserer Räder im einwandfreien Zustand in unserer Garage.“ er verschränkt die Arme vor seiner Brust und starrt ihn durchdringend an. „Muss ein Rad den kaputt sein, wenn ich es gegen den Baum fahre?!“ Donald wedelt energisch mit den Händen in der Luft herum. Sofort ziept es wieder an seiner Schulter und in seiner Brust. Und dabei hat er die Wunden doch fast vergessen! „Nun ja. Ein Rad weist zumindest Kratzer auf, wenn man es gegen den Baum fährt.“ meint Track, der seinem Drillingsbruder zur Hilfe kommt. „Überhaupt. Du fährst doch nur Fahrrad, wenn Tante Daisy dich dazu überredet.“ fügt Trick hinzu und streichelt sich mit der Hand nachdenklich über das Kinn, als würde er einen Spitzbart streicheln. „Könnt ihr nicht ein einziges Mal nichts sagen?!“ Donalds Kopf wird langsam rot. „Nein.“ fordert Trick ihn auch noch heraus. Plötzlich macht Donald ein grollendes, brüllendes Geräusch wie „Ahhrrrrgggllll!“, ballt die Fäuste und boxt damit gegen den nächstbesten Geldsack. Der Geldsack springt auf wie eine platzende Kokosnuss, auf die zu viel Druck ausgeübt wurde. Goldene Taler ergießen sich auf den Boden. Und zurück bleibt ein kaputter Leinensack und eine geprellte Hand. Jap. Das Training hat sich ausgezahlt. Langsam verraucht Donalds Zorn und sein Kopf nimmt wieder eine normale Farbe an. Dann erst sieht er sich wieder zu den anderen um. Die starren ihn alle an, als gehe gerade die Welt unter. Donald schüttelt seine schmerzende Hand aus und sieht sie abwartend an. Aber keine Frage kommt. Es hat ihnen die Sprache verschlagen.
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