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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
5
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26.04.2016 1.365
 
„Onkel Donald? Onkel Donald!“ heftiges Gehämmer an seiner Schlafzimmertür lässt den völlig übermüdeten Donald Duck aus dem seligen Schlaf hochschrecken. Wie als hätte der Wecker seiner Knochen geklingelt, schmerzen die Rippen wieder. „Was is?“ nuschelt er und bewegt sich dabei so wenig wie möglich. „Tante Daisy ist da. Sie will dich auf einen Spaziergang entführen.“ sagt Track und Donald hört förmlich schon das unverhohlene Grinsen. „Heute nich. Bin krank.“ nuschelt Donald, der zwar Daisy mehr als seine Hängematte liebt, aber dennoch unter geknacksten Rippen leidet. Er hört, wie Füße eilig die Treppe herunter trappeln. Hoffentlich lassen sie mich schlafen, denkt er sich müde und schiebt die Matrosenmütze tiefer ins Gesicht, um nicht von der Sonne wachgehalten zu werden. Von wegen! „Guten Morgen, Donald!“ ruft Daisy putzmunter, nach dem sie die Tür aufgerissen hat und dabei ist, das Fenster aufzureißen. Donald rührt sich kein Stück. „Daisy, ich meine es ernst. Mir tut alles weh.“ knurrt er stattdessen unfreundlicher, als er es klingen lassen wollte. Unter der Matrosenmütze hervor sieht er ganz deutlich, wie sich drei neugierige Neffenköpfe übereinander stapeln. „Bist du mal wieder so lange gelegen, dass du Kreuzweh hast?“ schimpft Daisy halbernst und macht die Tür vor den Köpfen der Neffen deutlich zu. Donald lacht sarkastisch. Wenn´s nur das wäre, denkt er sich, bleibt aber immer noch liegen. Daisy runzelt die Stirn „Donald?“ fragt sie verwirrt. „Hm?“ macht Donald brummend. „War Phantomias gestern noch bei dir?“ sie hält etwas hoch. Donald sieht sich gedrungen, es anzusehen. Da geht ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Da liegt doch glatt seine Phantomias-Maske in Daisys Hand! „Ja, er war gestern noch da. Hat er anscheinend vergessen.“ meint er so überzeugend wie möglich. Daisy sieht ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue ungläubig an. Dann zuckt sie mit den Schultern und legt die Maske auf den Nachttisch. „Ach komm schon, Donald! Steh auf! Oder soll ich etwa mit Gustav Spazieren gehen?“ fragt sie ihn drängend. „Alles, nur nicht das!“ faucht Donald und ist zu seiner eigenen Überraschung schneller auf den Füßen, als er selber gedacht hätte. Sofort protestiert sein Rücken und seine Rippen. „Donald?“ fragt Daisy leicht verängstigt, als er auf das Bett zurücksinkt „Ich glaub, du solltest dir eine neue Matratze kaufen. Weil entweder ist das verdammt schlimmes Kreuzweh oder du bist schon so lange in deinem Leben in einem Bett gelegen, dass es chronisch wird.“ sagt sie scherzend. Dann sieht sie die verbundene Schulter. „Wo bist du denn dagegen gerannt?“ fragt sie überrascht. „Bin vom Bett gefallen.“ knurrt Donald und steht mühsam wieder auf. „Muss aber sehr oft gewesen sein. Ich erwarte dich unten, Donald.“ sagt sie und verlässt den Raum, damit er sich anziehen und fertigmachen kann. Dieser schleppt sich in sein Bad und verbindet den Streifschuss neu. Nach kurzem Denken, wie er denn seinen Rücken stabilisieren soll, kommt ihm der Einfall, den Phantomias-Brustpanzer unter seiner Matrosenjacke zu tragen. Gedacht, getan. So ist sein Rücken wenigstens etwas besser geschützt und gestützt. Nach schnellem Frischmachen und Aufsetzen seiner Matrosenmütze geht der Held der Nacht nach unten, wenn auch sehr langsam. „Morgen, Onkel Donald.“ sagen die Drillinge einheitlich. Sie sitzen mit Daisy am Frühstückstisch. „Morgen.“ murmelt Donald und streicht sich seinen Toast. Nach zehn Minuten Essenszeit bricht er mit Daisy auf in die frühmorgendliche Frische des neuen Tages.

„Geht es dir wirklich gut, Donald?“ Daisy sieht ihn ernsthaft besorgt an. Ihr ist sehrwohl aufgefallen, dass er sehr bedächtig und vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzt. Sie sind gerade im Park. „Geht schon.“ sagt Donald brummig. Er kann ihr schließlich schlecht erklären, dass einige seiner Rippen geknackst sind, weil er gegen die Panzerknacker verlor. „Glaub ich dir nicht. Du machst ein Gesicht, als ob deine Rippen geknackst wären.“ entgegnet sie und baut sich vor ihm auf. Er sieht sie finster an, als urplötzlich jemand auf seine linke Schulter patscht und er vor Schmerzen zusammenzuckt. „Guten Morgen, werter Cousin!“ sagt die vom Glück geprägte Stimme von Gustav Gans „Und einen wunderschönen guten Morgen dir, Schönste aller Schönen.“ sagt er mit einer Verbeugung vor Daisy. Sie errötet. „Das darf doch nicht wahr sein.“ murmelt Donald hinter zusammengebissenen Zähnen hervor. „Wie bitte?“ fragt Gustav vornehm. „Nichts.“ murrt Donald und reibt sich vorsichtig die linke Schulter. „Was hast du denn, werter Cousin?“ fragt Gustav „Aus dem Bett gefallen?“ fügt er hämisch hinzu. „Ja.“ knurrt Donald und sieht ihn weiterhin finster an. „Tja. Nicht jeder hat das Glück, ich zu sein.“ murmelt Gustav ihm leise zu, bevor er von irgendwoher einen prächtigen Rosenstrauß für Daisy zaubert „Für dich, Königin meiner Träume.“ säuselt er ihr zu. Donald muss fast erbrechen. Daisy jedoch errötet noch mehr und nimmt den Rosenstrauß entgegen. Plötzlich fällt Gustav auch noch auf die Knie und kramt ein kleines Schächtelchen hervor „Ich habe mir diesen Sonntag ausgesucht, um dich, Angebetete meiner Gedanken, eine Frage zu stellen:...“ beginnt Gustav vor Donalds Augen und dieser kann es kaum glauben. Traut sich dieser verdammte Glückspilz, vor seinen Augen um Daisys Hand anzuhalten! „Ich will nur ungern stören, aber ich geh jetzt.“ brummt er schlecht gelaunt und stapft davon. Daisy, zuerst erschrocken von Gustavs plötzlichen Antrag, sieht jetzt Donald hinterher. Doch dieser ist schon außer Hörweite gestapft, als Gustav seine Frage stellt und das Schächtelchen öffnet...

Eindeutig. Der Tag hat letzte Nacht schon übel begonnen. Bleibt nur noch abzuwarten, was sonst noch so kommt. Da vibriert es auch schon in seiner Jackentasche. Er zieht sein veraltetes Modell eines Klapphandys heraus und nimmt ab. „Donald Duck.“ sagt er griesgrämig und bemerkt, dass sein Rücken und seine Rippen schlimmer geworden sind. „Guten Morgen, Herr Duck. Herr Duck Senior bittet sie umgehend, in den Geldspeicher zu kommen.“ begrüßt ihn die Stimme von Baptist Brinksdink. „Was ist denn jetzt schon wieder?“ entgegnet Donald wenig begeistert und hält sich die Brust, in der Hoffnung, die Rippen so etwas zu besänftigen. „Bis auf die Tatsache, dass drei große Bohrlöcher sich in der Mauer des Geldspeicher befinden und die Hälfte seines Vermögens fehlt, nichts.“ meint Baptist sarkastisch und legt auf. Tja. Konnte ja schlecht unbemerkt bleiben.
„Dieser Nichtsnutz Phantomias soll sofort antreten! Was glaubt der, wer er ist?! Einfach meinen Geldspeicher unbewacht zu lassen!“ zetert Dagobert Duck los, kaum dass Donald das Büro betreten hat. Baptist schließt die Tür und wendet sich wieder dem Kreuzworträtsel zu, an dem er herum rätselt. So wird aus einem Fantastilliardär ein Milliardär, denkt sich Donald für einen kurzen Moment scherzend, bevor ihn sein schmerzender Brustkorb und seine ziepende Schulter in die Wirklichkeit zurückholen. Dann sieht er seinem Onkel in die Augen. „Phantomias kann nicht nur deinen Geldspeicher bewachen. Er muss auch für Ruhe im Rest der Stadt sorgen. Zudem...“ Donald beginnt eins und eins zusammenzurechnen. Dagobert ist geizig und Strom kostet Geld. „... kann es sein, dass du deine Alarmanlagen ausschaltest?“ fragt er Dagobert spitzfindig. „Natürlich! Denn eigentlich sollte Phantomias mein Heim nachts beschützen!“ entgegnet Dagobert wenig begeistert, dass sein Plan sich nicht ganz auszahlte. Donald schüttelt den Kopf. Deswegen gab es keinen Alarm! Und deswegen konnten die PK mühelos alles abräumen. Nur der geliebte Glückszehner des werten Onkels wird mit Alarmanlagen gesichert! „Du wirst Phantomias sofort herholen! Ich will ihn windelweich prügeln!“ beginnt Dagobert sofort wieder zu brummen und stapft auf Donald zu. Dieser lächelt aber hämisch. „Du bist selbst Schuld an deinem Verlust. Hättest du keinen Strom einsparen wollen, wärst du gestern Nacht nicht beraubt worden. Von dem her, nein, Phantomias wird nicht seinen Kopf hinhalten, weil du zu geizig bist, deine werten Talerchens zu beschützen!“ Donald macht auf dem Absatz kehrt und will den Raum verlassen, als zum bereits zweiten Mal an diesem Morgen jemand kräftig auf seine linke Schulter patscht. Mit schmerzverzehrtem Gesicht wird er wieder umgedreht. „Donald Fauntleroy Duck! Du wirst Phantomias augenblicklich herrufen!“ sagt Dagobert mit lauer Stimme und kräftigem Druck auf die Schulter und verstärkt diesen Druck sogar noch. Sogleich platzt die eben erst getrocknete Wunde wieder auf. Schwarze Punkte erscheinen vor Donalds Augen. Das Summen und Brummen in seinen Ohren wird lauter. „Augenblicklich!“ Spucke fliegt Donald entgegen, als Dagobert schon fast brüllt. Plötzlich dreht sich alles um ihn herum. „Augenblicklich hab ich gesagt!“ brüllt Dagobert, doch für Donald hört es sich wie sehr weit entfernt an. Dann ist es soweit. Die nächste Ohnmacht rollt heran. „Donald?“
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