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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
5
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Dieses Kapitel
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07.03.2017 1.246
 
„Hier! Da sind sie!“ ruft Phantomias erfreut, als er endlich die kleinen Gestalten ausmacht, die seine Begleiter sind. Sie stehen neben einem leicht angekokelten Hubschrauber, dessen Glasfenster den Hitzewellen nicht standgehalten haben und sie sehen durch das Fernglas aus, als wären einige von ihnen am Boden zerstört.
Phantomime sieht am Schlimmsten aus. Im Schneidersitz sitzt sie auf dem Boden, starrt mit roten Augen den Berg an und weint immer noch still vor sich hin. Phantomias sieht kurz darauf warum. Phantomime sieht zwar, dass der Berg nicht mehr Feuer spuckt, doch das grüne Glibber-Netz, das sieht sie nicht, weil es auf der anderen Seite des Berges auch die Hänge bedeckt. Sie denkt, er sei tot! Irgendwie rührt ihn das.
Auch seine als Ninja verkleideten Neffen machen den Eindruck, als seien sie traurig, dass ihr Onkel tot sein könnte. Bei Onkel Dagobert vermutet er eher, dass dieser um seine kostenlose Arbeitskraft und vor allem um seinen Glückszehner trauert.
Die einzigen, die sich normal verhalten, sind die PK, die geschäftig um ihren Opa Knack herumstehen, der die letzte der grünen Glibber-Bomben in der Hand hält. Offenbar hat Tick ihnen die Bombe überlassen, als er erkannte, dass sein Onkel nicht mehr wiederkommen würde.
„Ach ja, bevor ich es vergesse... ich hatte den Zehner noch gar nicht eingeschmolzen. Er sollte die letzte Zutat sein. Um... um den guten Willens wegen... hier ist er.“ murmelt plötzlich die Hexe hinter ihm und hält ihm einen kleinen, roten Beutel hin. Phantomias nimmt ihn überrascht und fühlt in dem Beutel augenblicklich den Zehner. „Dankeschön!“ sagt er verwirrt „Am Ende wirst du wirklich noch eine der Guten!“ meint er scherzend und schiebt den Glückszehner ein.
„Na wir wollen mal nicht übereifrig werden.“ meint die Hexe lächelnd und ist aber im nächsten Moment so kalt wie eh und je „Ich bring dich runter, dann mischst du dich nie wieder in mein Leben ein!“ faucht sie und gibt Rurak kurze Anweisungen zum Landeanflug. Als sie plötzlich wieder so kalt redete, spürte der Rächer einen kalten Schauer, der ihm nur Ungutes heißen kann, über den Rücken.
„Was hast du vor, Gundel?“ fragt er vorsichtig. „Eine Rechnung begleichen. Die PK haben meinen Rurak bedroht...“ beginnt sie eiskalt und wirft ihm einen herablassenden Blick zu. „Und jetzt willst du dich dafür rächen?“ fragt er scharfsinnig. Sie nickt finster „Eigentlich wollte ich sie von der Lava verbrennen lassen... aber eine persönliche Rache ist dann doch schöner, du kennst das Gefühl ja.“ „Du weißt, warum die PK dir Rache geschworen haben?“ „Nein. Und mir ist es auch egal. Diese hirnlosen Vollidioten können nicht einmal ihre eigenen Schnürsenkel binden! Sie haben meinen Rurak bedroht und verdienen den Tod!“ faucht sie „Du willst mich doch nur davon abhalten! Somit... geh mir aus dem Weg und sei froh, dass du mir das Leben gerettet hast!“ fügt sie boshaft hinzu und schubst ihn von dem schwarzgefiederten Greif herunter.

Er fällt, doch zum Glück nur sehr kurz. Geistesgegenwärtig reißt er den Fallschirm aus seiner Gürteltasche, schnallt ihn sich um und zieht an der Fallleine des Fallschirms. Der Fallschirm breitet sich augenblicklich aus. Dann sieht er zu Gundel, die schon ein gutes Stück weiter unten ist. „Du verlogenes Miststück!“ faucht er wütend.
Irgendwie überkommt ihn das Gefühl, dass Gundel nur ihre Haut irgendwie retten wollte und dass der Glückszehner in dem roten Beutelchen gar nicht der Echte ist. Er zieht das Beutelchen noch einmal heraus und sieht sich bestätigt. In dem Beutel ist nur irgendeine Blechmünze, die zufällig die Größe und Form eines Zehners hat. „Na das sehen wir schon noch.“ zischt er und aktiviert den Magneten in seinen Handschuhen. Sekunden später löst sich ein blaues Beutelchen aus Gundels Gürtel und fliegt geradewegs auf ihn zu. Phantomias öffnet es sofort und sieht darin das vertraute Aussehen eines Zehners. Er stopft es zusammen mit dem roten Beutelchen in seine Tasche zurück und korrigiert die Flugrichtung des Fallschirms, um nicht am Fuß des Hügels anzukommen.
Die Hexe wollte tatsächlich nur ihre Haut retten! Klar, sie hat ihn mitgenommen... aber nur weil er auch sie gerettet hat. Dann wollte sie fliehen, doch er hat sie davon abgehalten mit der Aussicht, den Vulkan zu beruhigen und doch noch selbst Rache an den PK zu nehmen.
Nun steckt er hier oben fest und muss langsam nach unten segeln! Und Gundel dabei zusehen, wie sie seine Verbündeten abmurkst! Er könnte schreien!
Er kann schreien! Das würde seine Freunde warnen!
„HEY! IHR DA UNTEN! GUNDEL KOMMT!“ brüllt er so laut er kann, nachdem er seine Lunge mit mächtig viel Luft vollgepumpt hat „HEY!“ er sieht nach unten, sie rühren sich nicht. Gundel gleitet lautlos heran! „AHRRGGLLL!“ brüllt Phantomias frustriert, packt die Enden seines Umhangs und löst seinen Fallschirm mit dem Mund. In der Hoffnung, der Umhang würde seinen Sturz genug dämpfen, sodass er nicht gleich tot war, fällt er einem Stein gleich nach unten. Gleichzeitig versucht er seine Flugrichtung so weit zu korrigieren, dass er mit Gundel zusammenprallt, die im Sturzflug auf die PK zurast.

WUMM!
„Ahrrrgg!“ kreischt Gundel erschrocken, als Rurak aus dem Gleichgewicht kommt und ebenfalls zu Boden fällt, Gundel und Phantomias verlieren den Halt und stürzen beide ungesichert zu Boden. Die Enden des Umhangs sind Phantomias während des Aufpralls aus den Händen gerutscht. Das einzig Gute ist, dass er Gundel aus dem Konzept gebracht hat. Rurak fängt sich plötzlich wieder, ist aber zu weit entfernt, um Gundel noch einholen und retten zu können.
Phantomias heult gequält auf. Hätte er sich auch gleich sparen können, die Hexe zu retten! Jetzt sterben sie sowieso beide... außer!
„WERFT DIE BOMBE! WERFT DIE BOMBE! WERFT DIE BOMBE!“ brüllt er aus vollem Hals und sieht panisch nach unten, während er die Fernbedienung heraus fummelt. Noch gut zweihundert Meter... doch ein Flüstern müssen sie doch hören!
Plötzlich sieht einer der Drillinge nach oben, zeigt mit dem Finger auf sie und wenige Sekunden später wuseln alle wie verrückt über die Kuppe. Die Fernbedienung entkommt seinen Fingern und er muss rudern, um sie zu ergreifen.
„WERFT DIE BOMBE!“ schreit Phantomias... hundertfünfzig Meter. Einer der Drillinge scheint es gehört oder gedacht zu haben, entreißt Opa Knack die Bombe, nimmt seine Steinschleuder und zielt auf Gundel. Hundertzwanzig Meter. Die Bombe fliegt los.
Phantomias wartet einige Sekunden, dann drückt er den Taster der Fernbedienung und...
WAMM!
Zum zweiten Mal an diesem Tag sieht er nur noch Grün, als die Bombe explodiert und sich um Gundel schließt, die sich gar nicht wundern will und nach den Gitterstäben greift, um sich irgendwo festzuhalten... anscheinend hat sie vergessen, dass sie eine Hexe ist.
Fünfzig Meter.
Auch Phantomias rudert zu den glibbrig grünen Gitterstäben hin und hält sich ängstlich fest. Hoffentlich gelingt sein Plan und der Glibber federt den Fall ab. Hoffentlich erinnert er sich richtig, indem er an den Gartenzaun denkt, der ihn immer wieder abfedert.

BOING.
Ein unermessliches Glücksgefühl überkommt ihn, als seine Zähne zusammenklappen und er sich auf die Zunge beißt, doch nicht einer Fliege auf der Windschutzscheibe gleich auf der Erde klebt.
BOING.
Überraschte Köpfe folgen dem hüpfenden Kasten, an den sich zwei Enten klammern.
BOING.
Endlich bleibt der waldmeister-grüne Glibberkasten stehen und verharrt auf der Erde. Phantomias hält es für sicher genug, endlich den Boden zu berühren, fällt rücklings in die Erde und schließt breit grinsend die Augen. So glücklich hat er sich noch nie gefühlt. Noch nie!
Wenn jetzt noch ein lebensbedrohlicher Schock auf ihn zukommen will, der ihm oder seinen Kameraden das Leben kosten könnte... ihm wäre es völlig egal!
Er hat genug für diesen Monat!
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