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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
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27.02.2017 1.577
 
Nach Luft schnappend erwacht er aus seiner kurzen Bewusstlosigkeit.
Sein Kopf schmerzt, sein Gesicht schmerzt und seine Schulter schmerzt. Es ist kalt und zugleich unerträglich heiß. Die Luft ist stickig und staubig. Eigentlich will er sofort wieder einschlafen, doch ein elektrischer Schlag hindert ihn daran.
„Verdammt! Wer will mich jetzt schon wieder wecken?“ knurrt er wütend, da ihm nicht bewusst ist, wo er sich im Moment befindet. Mit verschwommenen Blick sieht er sich um und erkennt erst langsam, dass er sich nicht bei sich zuhause befindet. Schwer enttäuscht sieht er sich weiter um. Er sitzt auf etwas schwarzem, fedrigem... und das mehrere tausend Meter über dem Erdboden! Unter ihm speit der Vesuv im Moment kilometerhohe Aschewolken und Lava aus.
Langsam kommen die Erinnerungen wieder, doch sollte er nicht dort unten sein und gerade tot und lichterloh brennen? „Ja, Phantomias. Ich hab dir deinen Bürzel gerettet.“ faucht die direkt hinter ihm sitzende Gundel und gibt ihm abermals einen Stromschlag, damit er nicht wieder in den seligen Schlummer zurückkehrt. Anscheinend hat sie die ganze Zeit über aufgepasst, dass er nicht herunterfällt.
„Warum?“ wundert sich der Rächer überrascht. „Weil du den meinen gerettet hast!“ zischt sie und brutzelt ihn erneut mit Strom. „Oh. Dann sind wir wohl quitt?“ fragt er ernsthaft überrascht und verwirrt. „Sieht wohl so aus.“ als er sich kurz zu ihr umdreht, sieht sie ihn finster an. Daraufhin sieht er wieder nach vorne auf das Ding, auf dem er gerade in der Luft reitet.
„Das ist Rurak, verwandelt zum Greif.“ sagt die Hexe, als könne sie Gedanken lesen und zeigt auf das Wesen, das halb Adler und halb Löwe ist. „Drache war dir wohl zu groß?“ meint Phantomias beeindruckt und sieht das Wesen abermals an. Rurak schnappt mit dem scharfen Schnabel nach seinem Knie.
Phantomias ignoriert es gekonnt und runzelt die Stirn, während er nach unten schaut. „Wir müssen diesen Vulkan zum Erlöschen bringen.“ sagt er und begutachtet die feurigen Massen. Hoffentlich haben es die anderen heil aus dem Berg heraus geschafft. „Und wie willst du das anstellen?“ fragt die Hexe missmutig „Ich hätte es nämlich schon längst getan, hätte ich die Macht dazu! Da unten brennt schließlich meine Wohnung, die du in die Luft sprengen musstest!“ faucht sie und er erhält den nächsten, etwas heftigeren Stromschlag. „Du wolltest mich und die Jungs umbringen!“ rechtfertigt Phantomias sich. „Und ihr wolltet meinen Rurak töten!“. Phantomias spürt es förmlich, wie sich Wut in der Hexe anstaut. Da sollte man lieber mal das Thema wechseln! Oder einfach gar nichts mehr sagen.
Laut Daniel Düsentrieb kann die Bombe sogar der Magie einer Hexe widerstehen, wieso dann nicht auch der Feuergewalt eines Vulkans? Phantomias runzelt die Stirn noch heftiger und überlegt weiter. Andererseits sagte Gundel, selbst sie als Hexe kann diesen Vulkan nicht bezähmen. Wenn die Bombe gar nicht reicht? Dann würde statt einfach nur Lava und Asche auch grüner Glibber durch die Gegend fliegen. Das sähe bestimmt witzig aus, aber kochend heißer Glibber ist nicht viel besser als glühende Lava. Und was ist, wenn man die Hexenkräfte Gundels und die Glibber-Bombe kombiniert?
Dann ist es wie ein Korken, der zwar für kurze Zeit die Lava aufhält, doch irgendwann aus der >Sektflasche< springt. Doch das ist besser als gar nichts. Das ist genug Zeit, um die nächstgelegenen Anwohner vom Vesuv wegzubringen. Oder vielleicht hält es die Lava sogar komplett auf! Die >Sektflasche< darf dann halt nur nie geöffnet werden.
Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert! Sich selbst zunickend kehrt Phantomias in die Gegenwart zurück.
„Ich hab einen Plan, der funktionieren könnte.“ murmelt er „Flieg auf den Vulkan zu.“ sagt er dann zu ihr. „Wie wärs mit einem >bitte<?“ faucht sie. „Fliegst du bitte auf den Vulkan zu?“ fragt er leicht genervt. Sie bedenkt ihn mit einem misstrauischen Blick und wendet Rurak mit einem knappen Befehl. Währenddessen kramt Phantomias die zweite der grünen Wackelpudding-Bomben heraus und dazu die Fernbedienung.
„Und wie sieht dein Plan aus, solange wir noch die Luft zum sprechen haben?“ fragt sie sehr gereizt. „Ich werfe eine weitere Bombe in den Krater und du versuchst bitte die Temperatur der Lava herunter zu kühlen.“ sagt er ihr kurz und so höflich wie möglich, kurz darauf wird die Atemluft durch erstickende Asche ersetzt.

Die Hitze wird unerträglich, doch sie müssen noch näher heran. Er hat nur eine Chance und wenn er die wegwirft, kann man gleich zusammenpacken. Er trägt bereits den Mundschutz seiner Rüstung und die Schneebrille seiner Allzweck-Maske, dennoch hält er sich die Hand vors Gesicht, in der Hoffnung, sich so vor den Hitzewellen schützen zu können. Der Rauch und die Asche juckt in seiner Nase, kratzt in seinem Hals. Er bekommt kaum Luft, doch sie müssen näher heran!
Auch Gundel und Rurak geht es von Meter zu Meter schlechter. Anfangs versuchte sie sich noch mit einem Zauber zu schützen, als sie aber näher kamen, verflog die Wirkung. Jeder von ihnen ist bereits zentimeterdick mit Asche eingehüllt, die noch immer auf der nackten Haut brennt, wie Phantomias im Gesicht spürt.
Gundel verwendet inzwischen ihre gesamte Zauberkraft für den Versuch, die Temperatur allgemein herunter zu drehen, kaum spürbarer Erfolg hat sich bisher gezeigt. Verflucht! Dieser Teil des Plans wird nichts! Dann muss er eben hoffen, dass die Bombe alles regelt.
Die Fontäne kochenden Gesteins rückt immer näher, die Außentemperatur steigt immer weiter die Thermometerskala hoch. Phantomias fühlt sich bereits zweimal durch gebraten, als er endlich den Kraterrand entdeckt. Er dreht sich kurz zu Gundel um, bedeutet ihr energisch, dass er tiefer herunter muss und ist heilfroh, als sie Rurak endlich etwas tiefer steuert.
Die Federn des Greifs sind bereits zur Hälfte weggebrannt, wie Phantomias erschrocken erkennt. Dann konzentriert er sich auf seine Aufgabe, fühlt die Bombe ein letztes Mal in seiner Hand, holt weit aus und wirft sie so weit in die Fontäne, wie es ihm möglich ist und drückt gleichzeitig den Auslöser der Bombe. Kurz darauf fällt ihm ein, dass da unten in der Lava eine weitere Bombe schwimmen müsste...
Die Bombe, die Gundel außerhalb der Weltgeschichte geschlagen hat, muss doch irgendwann wieder heruntergefallen sein... einen Versuch ist es wert! Probehalber drückt er Milisekunden später abermals den Knopf, nur etwas weiter unten und sieht kurz darauf die grünste Explosion seines Lebens.

Ein großer, den gesamten Vulkan umfassender Käfig aus großen Gitterstäben entfaltet sich in einer wahren Glibber-Explosion über den Kraterrand. Irgendwie scheint das Material zu erkennen, dass das hier größer und weitaus gefährlicher ist als eine Hexe, hakt sich an den Kraterränden ein und fließt wie Lava immer weiter den Hang hinunter, während es sich immer mehr ineinander verhakt und gleichzeitig die Gitterstäbe und Karomuster immer kleiner und kleiner werden. Zeitgleich scheint sich das Material in den Boden festzusetzen und einzuhacken.
Phantomias sieht wieder zum Krater und erkennt erstaunt, dass die Abstände zwischen den Lavafontänen immer größer und die Fontänen selbst immer kleiner und weniger werden, statt dass es eine einzige, riesige gibt. Auch die Asche kommt kaum noch durch das Gitter hindurch und schon bald sprüht bloß noch eine einzige, im Vergleich zu vorher minimal kleine Fontäne aus Lava heraus, die anscheinend den Druck ausgleichen soll.
Statt einer großen Entladung wird das hier nur noch sehr langsam und sehr kontrolliert ausgespien.
Die Lava, die schon ausgelaufen ist, erkaltet schon bald da die Hitzezufuhr gestoppt wurde. Die Asche, die sich in der Luft befindet, wird ebenfalls kälter und kälter und fällt Regen gleich zu Boden. Auch die Umgebungstemperatur wird immer angenehmer.
Phantomias dreht sich unter der Maske breit grinsend zu Gundel um, die ebenfalls breit grinsend aber mit sehr konzentrierter Miene die Hände bewegt.
Phantomias sieht sich verwirrt um, bis er erkennt, was sie macht. Sie sammelt die Asche sozusagen auf einen Ballungspunkt und presst sie mittels Magie fest zusammen. Ein großer, schwarz-grau-farbener Ball entsteht, den sie immer noch immer weiter zusammenpresst.
Innerhalb von Minuten hat die ehemalige Asche die zusammengepresste Größe einer handtellergroßen, flachen Scheibe.
Stolz sieht Phantomias auf seinen geglückten Plan. Der Vesuv sieht jetzt aus, als wäre er von Waldmeister überzogen. Dennoch... er merkt sich die eine Frage an seinen Erfinder. Wie zur Hölle weiß der Glibber, wie es gebraucht wird?! Und vor allem, wie lange hält es an?

Die Temperatur ist inzwischen abgekühlt genug, dass er mit Gundel reden kann, die gerade die Asche von sich selbst, Phantomias und Rurak sammelt und der flachen, dunklen Scheibe hinzufügt. „Wir haben´s geschafft.“ meint sie leise und erstaunt. Er hingegen ist erstaunt, dass er eine Träne in ihren Augen glitzern sieht und nimmt seinen Mundschutz ab. „Du warst noch nie einer der Guten, hm?“ fragt er sie leise mit einer rau klingenden Stimme. „Nur als ich noch sehr jung war, da versuchte ich es.“ antwortet sie und klingt wie ein kleines Mädchen. Phantomias lächelt.
„Wir müssen die Anwohner wegschaffen.“ sagt er dann und sieht sie ernst an. „Die haben gesehen, was hier passiert ist... wenn die noch nicht über alle Berge sind, dann bin ich sehr überrascht.“ meint die Hexe schulterzuckend. „Wir müssen trotzdem kontrollieren, ob nicht doch noch jemand hier ist. Das gehört zum Zu-den-Guten-gehören dazu.“ sagt er bestimmt. „Woher willst du wissen, dass ich zu den Guten gehören will?“ fragt sie höhnisch. Doch Phantomias kann sie nichts mehr vormachen. Nicht nach dem, was er eben gesehen und gehört hat. „Ich seh´s in dir.“ sagt er leise und sieht erfreut, wie sie vorsichtig lächelt. „Wenn das meine Kolleginnen hören könnten...“ witzelt sie und gibt kurz darauf Rurak den entscheidenden Befehl.
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