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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
5
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18.01.2017 1.136
 
Na ja... die erste Frage ist, als Phantomias einen minimalen Augenblick des Nachdenkens geniest, warum zum Teufel hat Gundel sie nicht entwaffnet?! Selbst eine Hexe müsste damit rechnen, dass die Gefangenen ausbrechen und angreifen werden!
Dennoch. Gundel hat sie nicht entwaffnet. Entweder sie hat es vergessen oder sie ist sich zu sicher, dass alles funktioniert. Das würde allerdings heißen, dass ihr Plan nicht mehr fehlschlagen kann. Und das wäre nicht gut. Gar nicht gut.

„Das werdet ihr mir büßen!“ schreit eine im Gesicht rosarote Gundel markerschütternd und reißt Phantomias aus seinen Gedanken. „Das glaub ich eher weniger.“ flüstert Phantomias und wirft eine der Glibber-Bomben. „Nein!“ kreischt Gundel und schlägt selbige Bombe schneller weg, als Phantomias reagieren kann. Innerhalb von Sekunden steht Gundel an einem komplett anderen Platz und die Bombe fliegt außerhalb des Vulkans in die Weltgeschichte. „Verflucht!“ zischt Phantomias. Versuch Eins fehlgeschlagen!
Im nächsten Moment rasen orangefarbene Feuerbälle auf die Gruppe zu. „Verteilt euch!“ brüllt Onkel Dagobert. Die PK stoben auseinander. Dagobert selbst rennt auf den Kessel zu, im Begriff, selbigen umzustoßen. „Das wirst du schön bleiben lassen, Bertelchen!“ zischt die Hexe und wirft einen Blitz auf den Knauser. Dieser weicht geschickt aus, wird jedoch vom folgenden getroffen und fällt bewusstlos zu Boden.
Einer der PK nutzt die Chance, dass Gundel mit Dagobert abgelenkt ist und stürmt von hinten auf sie zu. Mit dem Gewicht und der Taktik eines Football-Players wirft er sich auf die zaubernde Hexe und reißt sie zu Boden. Diese ist zunächst überwältigt, fasst sich jedoch sehr schnell und verschwindet, nur um an einen anderen Ort wieder aufzutauchen.
„Ich gebe zu, ich habe euch unterschätzt!“ zischt sie wütend. Eine Haarsträhne hat sich gelöst und hängt nicht mehr wie die anderen hinter den Ohren. Zähnefletschend sieht sie sich um, hält jeden in ihrem Blickfeld und in Schach.

„Hey. Pss! Onkel!“ zischt plötzlich eine leise, wirklich superleise Stimme.
Phantomias reißt es prompt in sich zusammen und er sieht sich verwirrt um. Gundel bemerkt es sofort, hält es für eine Attacke und schickt einen knisternden Blitz in seine Richtung. Mit Müh und Not weicht er diesem aus und verschanzt sich hinter einer umgefallenen Tischplatte.
„Hey, Onkel!“ da ist die Stimme schon wieder. Und Phantomias kennt sie nur zu gut. „Ich hab euch doch gesagt, ihr sollt im Hubschrauber bleiben! Wie zum Teufel... warum seid ihr schon wieder da?!“ faucht Phantomias erbost und blickt kurz über den Tischrand, um Gundel einigermaßen im Auge zu behalten.
„Das ist jetzt nicht wichtig! Wichtig ist, dass wir den überarbeiteten Unsichtbarkeitsanzug von Daniel haben und dir helfen können!“ zischt Trick eindringlich. „Wie überarbeitet?“ flüstert Phantomias verwirrt. „Na, hexensicher halt! Hab ich auch nicht ganz verstanden, wo genau der Unterschied sein soll, auf jeden Fall hat die olle Hexe uns bisher nicht bemerkt. Das ist jetzt auch nicht wichtig! Onkel, Daniel hat uns gesagt, dass du Bomben hast, die ebenso hexensicher sind. Er konnte leider keine mehr nach produzieren, ihm fehlten die Materialien... wie auch immer... gib mir eine der Bomben und ich kann mich an Gundel heranpirschen!“ flüstert Trick sehr hastig zurück.
Phantomias presst den Schnabel aufeinander. Ihm wird wohl nichts anderes übrig bleiben. „Verdammt! Aber zuhause versohle ich euch den Hintern!“ faucht er und legt eine der Bomben auf den Boden. Eine unsichtbare Hand hebt sie in die Luft und verstaut sie im Ninja-Kostüm.
Phantomias sieht wieder zu Gundel. Sie steht inzwischen wieder viel zu nah am Kessel mit dem Glückszehner! Wenn die Bombe auch den Glückszehner einschließt, ist erstens Onkel Dagobert wütend und zweitens die mächtigste Waffe dennoch in der Hand der boshaften Hexe. Nichts würde sie aufhalten, auch kein Glibber-Gefängnis.
„Hey, Gundel! Ich dachte, du wolltest mich umbringen? Also! Wo bleibst du?!“ brüllt er so laut und selbstsicher wie möglich. „Jaaah, genau! Damit einer dieser Verrückten meinen Kessel umstößt! So blöd hältst du mich also?!“ brüllt Gundel zurück.
„Und was ist mit deinem Federvieh?“ brummt Opa Knack plötzlich. Phantomias verrenkt sich fast den Hals, als er sich umsehen will, um den alten Knacker ins Sichtfeld zu bekommen.
Da steht er, der Älteste der Panzerknacker. Weißbärtig und schwarzmaskig wie er ist, gekleidet in seinem roten Pullover mit der Aufschrift >Begnadigt<. In seinen großen Händen hält er das Federvieh, Gundels Raben...
„Rurak!“ ruft sie erschrocken und in ihrer Hand sammeln sich Blitze. „Na na na! Du siehst, dass ich dem armen Vogel jederzeit den Hals umdrehen kann?“ zischt Opa Knack wütend. Offenbar hat er sich in einer unbeobachteten Sekunde den bewusstlosen Körper des Vogels geschnappt und hält mit der einen Hand seinen Körper, mit dem anderen umfasst er den Hals. Eine kurze Handbewegung und das Genick wäre gebrochen.
Die Blitze verschwinden. „Gut so.“ Opa Knack grinst einseitig „Und jetzt will ich sehen, wie du Phantomias umbringst. Schaffst du es, gehört der Vogel dir und wir verschwinden von immer von hier... die liebe Phantomime und den Knauser kannst du behalten. Schaffst du es nich... sag Lebewohl und auf Nimmerwiedersehen, Rurak!“ knurrt er. Seine Augen blitzen boshaft funkelnd auf.
Phantomias erstarrt. Sein erster Gedanke ist Verrat. Er hatte doch alles mit dem alten Panzerknacker abgemacht! Die Akten dieser Banditen verschwinden, dafür bekommt er Bohrer und Taler! Opa Knack hat sein Wort drauf gegeben!
Sein zweiter Gedanke ist schon etwas hoffnungsvoller. Vielleicht hat einer der Drillinge dem Opa den Denkanstoß gegeben. Hoffentlich... zumal er ja sowieso vorhatte, Gundel vom Kessel wegzulocken. Leider macht das Gesicht der restlichen Panzerknacker nicht gerade den Eindruck, als wäre das eine kürzliche Planänderung.
„Und damit du nicht auf falsche Gedanken kommst...“ säuselt einer der PK und hält zusätzlich zu Opa Knacks Händen seine Pistole auf den Schädel des Vogels. „Du könntest ja darauf kommen, aus dem Vogel einen Bären zu machen...“ zischt der nächste. Prompt zeigen sämtliche Waffen der PK auf den armen, ohnmächtigen Vogel.

Phantomias bekommt es langsam mit der Angst zu tun. Diese Mienen erwecken wirklich den Eindruck, als hätten die PK nur auf ihren Moment gewartet, den Rächer der Nacht töten zu lassen.
Gundel hingegen sieht von ihrem geliebten Freund Rurak zu den PK zu Phantomias und wieder zurück zu Rurak. Zuerst macht sie den Eindruck, als sei sie den Tränen nahe, doch dann wird ihr Gesicht immer zorniger. „Lasst Rurak frei!“ brüllt sie vor Wut schäumend. „Ich denke... nein. Bring Phantomias um, dann reden wir!“ faucht Opa Knack unerbittlich. Die Pistolen werden schussbereit gemacht. Einmal drücken, und das Federvieh wäre nur noch ein Haufen Federn, Fleisch und Blut.
Ein unmenschlicher, zorniger Schrei entfährt ihr und ihr Blick wendet sich zu Phantomias. Würden in ihren Augen kleine Totenköpfe erscheinen, wäre es zumindest etwas komisch. So scheint ihr Blick nur tödlich zu sein. Phantomias schluckt nur mühsam die Spucke herunter, die sich in seinem Schnabel angesammelt hat. Mit einer kurzen, wütenden Handbewegung und einigen gezischten Worten sichert die Hexe ihren Kessel mit einem Bann und verschwindet.
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