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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
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26.10.2016 1.911
 
„Das ist er also... der Vesuv.“ murmelt Opa Knack, während er in den Abgrund des Vulkans hinabschaut, der gute 25 Jahrtausende alt ist. „Und das ist ihre Hütte.“ murmelt Phantomias neben Opa stehend und sieht die schiefe, dunkle Holzhütte an, die an den Berghängen klebt, als würde sie nur mit Magie festhalten. „Also da ist unsere Hütte um Welten schöner.“ brummt einer der PK mit einem sehr deutlichen Anflug von Stolz. „Da hast du Recht.“ meint Opa Knack zufrieden. Phantomias starrt auf die dunklen Tiefen des Vulkans hinab und ihm wird etwas mulmig im Bauch. Er schluckt schwer und sieht die anderen an. Sie alle tragen spezielle Fallschirme der Marke Eigenbau von Daniel Düsentrieb. Ihr taktischer Angriff startet von oben, denn damit würde die Hexe nie rechnen... hoffentlich?
„Okay, springt ab! Bevor uns das bösartige Frauenzimmer entdeckt!“ ruft er dann und öffnet die Seitenwand des Hubschraubers. Dann nimmt er kurzen Anlauf und springt als zweiter von allen aus dem Hubschrauber. Phantomime war schneller als er und saust bereits in Höchstgeschwindigkeit auf die Zielhütte zu.
Ihn selbst überkommt plötzlich ein Hochgefühl, das ihn kurzzeitig vergessen lässt, warum er hier ist. Er geniest einfach nur das Adrenalin, das durch seinen Körper rauscht und ihn leicht hibbelig macht, während der Wind um ihn herum saust. Unter ihm öffnet Phantomime den Fallschirm und er macht es ihr wenig später nach. Sofort wird er abgefangen und segelt weiter auf die Hänge des Vesuv zu. Das dunkle Gestein und die ebenso dunkle, windschiefe Holzhütte kommen immer näher.
Phantomias wagt einen kurzen Blick nach oben und zählt zwölf PK, die ihnen folgen, zusammen mit einem Onkel Dagobert. Wer steuert eigentlich den Hubschrauber?
Die Frage erledigt sich wenig später von selbst, als der Hubschrauber im von Daniel Düsentrieb entwickelten Automatik-Modus abdreht und davon fliegt, um sich einen geeigneten Landeplatz zu suchen. Phantomias sieht wieder nach unten und erschrickt kurz. Er ist seinem Ziel schon sehr nahe gekommen.
Oben springen unbemerkt drei dunkle Schatten aus dem Hubschrauber und segeln in den Vesuv hinein.

Phantomias strampelt mit den Beinen, um sicher auf den Hängen aufzukommen und es gelingt ihm... fast. Kurz stolperte er und wäre fast hingefallen, wäre nicht Phantomime gewesen, die ihn schnell hochzog. Er öffnet die Schnalle seines Fallschirms und sieht dabei zu, wie der sich selbstständig zusammenfaltet. Saubere Arbeit, Herr Erfinder!, denkt er sich grinsend und packt den zusammengefalteten Fallschirm eine seiner Gürteltaschen.
Neben ihm landen nach und nach die PK, zusammen mit Onkel Dagobert. „Es waren zu wenige Fallschirme!“ schimpft Opa Knack sofort los und funkelt Phantomias wütend an. „Was? Wie viele?“ fragt der verwirrt. „Drei um genau zu sein.“ knurrt der alte Gauner und stapft auf die Holzhütte zu. Einen kräftigen Fußtritt später hängt die Tür nur noch halb in den Angeln, einen weiteren später existiert sie nicht mehr in der Form einer Tür. Ein kurzes Klicken ist zu hören. Opa Knack hat seine Pistole geladen.
Mit der stillen Wut von Betrogenen folgen ihm die restlichen seiner PK in die Hütte, allesamt bewaffnet. „Wie gut, dass ich die PK nie zu betrügen versucht habe.“ murmelt Onkel Dagobert erstaunt und folgt den PK, die Schrotflinte vor dem Schnabel, gefolgt von Phantomime.
Phantomias ballt die Fäuste und die Klingen fahren aus den Handschuhen. Auch er betritt die Hütte.

Unordnung hätte er es genannt, wenn man keinen Fuß mehr vor den nächsten setzen kann, ohne auf etwas zu treten, was bei herumliegenden Flaschen, Büchern, Kräutern und Besen der Fall wäre.
Große Unordnung hätte er es genannt, wenn man nicht einmal mehr einen Zehenspitzen vor den nächsten setzen könnte, ohne auf etwas zu treten.
Und sehr große Unordnung wäre für ihn die Tatsache, wenn er vor lauter Gerümpel nicht einmal mehr seinen Kopf umdrehen hätte können.
Doch nichts ist hier der Fall.
Phantomias ist verwirrt. Er war schon einmal hier, als Donald Duck, und damals war es definitiv die große Unordnung.
Damals standen die Wände voll mit Bücherregalen und Kräuterkisten. Damals lagen auf dem Boden allerlei Pergament und Papier, vollgeschrieben oder mit Zeichnungen verschiedenster Pflanzen. Und damals stand in der Mitte des Raumes ein großer, schwarzer Kessel mit einem kleinen Feuer.
Jetzt stehen hier an den Wänden große Becken, vollgestopft mit einem einzigen Kraut. Darüber hängen kleine Wölkchen, die stetig ganz leicht zu regnen scheinen. Und auch der Kessel in der Mitte des Raumes ist verschwunden. Stattdessen steht dort ein gemütlich aussehender Sessel mit einem kleinen Tischchen daneben.

„Ist die alte Hexe ausgezogen?“ fragt einer der PK verwirrt und sieht sich nach einer Tür um. Doch er findet keine. „Ich glaube kaum.“ zischt Phantomias, während er seinen Blick über die Wände schweifen lässt. Doch wo sollte da ein Geheimgang sein? Sämtliche Wände stehen voll mit den Mini-Gartenbeeten! „Sucht den Raum ab. Hier muss es irgendwo einen Eingang geben.“ gibt er die Anweisung und löst die Fäuste. Sofort verschwinden die Klingen wieder.
Nach und nach tastet er die Beete ab, auf der Suche nach einem versteckten Schalter. Irgendwie hat der Raum etwas seltsam beruhigendes an sich... Phantomias gähnt leicht und schüttelt sich kurz. Er darf jetzt nicht einschlafen!
„Hier ist nichts!“ ruft Phantomime gute zehn Minuten später herüber und gähnt ausgiebig. „Hier auch nicht!“ sagt Opa Knack brummig und streckt sich. „Irgendetwas stimmt hier nicht.“ murmelt Phantomias müde und sieht sich mit leicht verschwommenen Blick um. Er reibt sich die Augen und sieht den Sessel. Nur eine Sekunde hinsetzen... denkt er sich verschlafen und tappt langsam auf den Sessel zu. Doch da sitzt bereits jemand und schläft!
Onkel Dagobert, die Schrotflinte immer noch im Anschlag, schläft seelenruhig...
Er schläft!? Phantomias sieht sich verwirrt um und beobachtet, wie auch die anderen langsam zu Boden gehen und einnicken. Erst jetzt bemerkt er den leicht süßlichen, einlullenden Geruch und sieht die Pflanzen genauer an. „Verdammt.“ gähnt er noch, bevor auch er von dem Geruch der Pflanze wie betäubt einschläft.

Plötzlicher Schmerz breitet sich in seinem ganzen Körper aus.
Schreiend wacht er auf und sieht gerade noch so, wie hell strahlende Blitze verschwinden. Die anderen sind ebenfalls mit dieser unangenehmen, aber sehr effektiven Methode geweckt worden.
Phantomias sieht sich um und entdeckt sie. Die Hexe.
Gundel grinst bösartig, selbstgefällig. „So viel zu eurem Plan, mich zu überraschen.“ meint sie kichernd und schickt weitere Blitze los, nur so zum Spaß.
Phantomias ist den Stromschlägen hilflos ausgesetzt. Jede Faser seines Körpers betet bei den Schlägen um Erbarmen. Er wurde an einen Pfahl gefesselt, wie auch die anderen. Doch die Hexe hat recht. Das war es mit ihrem Plan, die Hexe von hinten zu überwältigen.
Gundel kichert nochmals kurz, wendet sich dann aber wieder ihrem Kessel zu, der ganz in der Nähe über einem kleinen, glühend roten Loch baumelt. Phantomias erkennt erst nach einem weiteren Blick, dass das in dem Loch Lava ist.
Dann sieht er sich genauer um, auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit.
Sie befinden sich im Inneren des Vulkans, hoch über ihm erkennt er den Himmel der Außenwelt.
Die Wände sind steil, dunkelgrau bis dunkelbraun und alles andere als raue Oberflächen. Die Hexe muss diese flach gehext haben, den an den Wänden baumeln allerlei Kräuter, Regale mit Einwecktöpfen und Küchenutensilien. An anderen Stellen stehen Regale über Regale, vollgestopft mit alten, dicken Wälzern und neuer aussehenden Büchern. Auch Pergamentrollen sind darunter.
Er sieht eine Couchecke und einen vom übrigen Vulkaninneren abgeteilten Raum.
Alles in Allem scheint die alte Hexe ein bisschen umgezogen zu sein... von ihrer Hütte in ihren Vulkan. Und diesen Vulkan hat sie so bearbeitet, dass er ihre Kochtopfbeheizung und ihre Bodenheizung darstellt, mehr nicht.
Doch einen Weg, durch den er entkommen könnte, entdeckt er nicht. Verdammt!

Ein lautes, bedrohliches Knurren lenkt seinen Blick von dem Vulkan zurück auf das Etwas, dass ihn angeknurrt hat. Da erkennt er einen pechschwarzen, riesigen Wolf, der wie ein Bewacher um ihre Pfähle herum trottet und ab und zu kläfft.
„Glaubst du, dein verdammter Wolf schüchtert uns ein?“ brüllt Onkel Dagobert so urplötzlich, dass Phantomias zusammengezuckt wäre, wäre er nicht gefesselt gewesen.
Die Hexe lässt sich Zeit, bis sie antwortet. „Ahm... ja. Rurak, sei ein guter Junge und beiß dem alten Kauz die Beinchen vom Leib.“ gurrt sie bösartig. „Aus deinem verdammten Vogel mach ich Vogelsuppe!“ knurrt Onkel Dagobert zurück und zerrt an den Fesseln. Wie ein Verrückter strampelt er, dennoch kommt er nicht frei.
„Gundel, wir beide wissen, dass der alte Kauz nicht mehr gut zu Fuß ist.“ sagt Phantomias eiskalt und lenkt so die Aufmerksamkeit der Hexe auf sich. Sie sieht ihn an, die Augen leicht zusammengezogen. „Also lass deinen verdammten Vogel nicht an alten Knochen krepieren, die er abbeißen soll.“ redet Phantomias weiter, das Gezeter seines Onkels nicht beachtend.
„Da hast du ausnahmsweise mal recht.“ lächelt Gundel gelangweilt und schickt als Belohnung einen weiteren Stromschlag auf die Gruppe. Wahrscheinlich will sie nicht von einem wie am Spieß schreienden Onkel Dagobert gestört werden, der langsam aber sehr laut und sehr qualvoll verenden würde, würden ihm die Beine abgebissen werden. Dann wendet sie sich abermals ihrem Kochtopf zu.
„Was machst du eigentlich?“ fragt Phantomime, die erkennt, dass Gundel nur ungestört sein will. „Blöde Frage. Was macht eine Hexe mit einem überdimensionalen Kochtopf?“ fragt Opa Knack ruppig dazwischen. „Einen Zaubertrank!“ kräht einer der PK, der nicht verstanden hat, dass es reiner Sarkasmus war. „Wahrscheinlich schmelzt sie das Glück ein, dass dir dein Zehner bringt.“ sagt Phantomias in der Hoffnung, die Hexe so gut wie möglich von ihrem Vorhaben abzuhalten. Bald schon entwickeln sich die verschiedensten Theorien... aber leider hält das Stimmengewirr nur sehr kurz an.

„Haltet eure verfluchte Klappe, oder ich hexe sie euch ab!“ zischt die Hexe und zerkleinert einen Haufen vierblättrige Kleeblätter. Also wird das tatsächlich eine Art abgefülltes Glück. Und Gundel will nur in Ruhe ihr abgefülltes Glück brauen. Verdammt! Er muss sie irgendwie davon abhalten!
„Rurak! Hol noch einen Sack getrocknete Marienkäfer!“ sagt sie einige Minuten später und prompt verwandelt sich der furchteinflößend große Wolf in den allseits bekannten Späher der Hexe, der eilig zu den Regalen davonfliegt.
Nur wenige Sekunden später werden die Fesseln plötzlich merkwürdig locker. Phantomias hebt leicht die Hände und die Fesseln fallen von ihm ab. Was zur Hölle ist hier los???
Die anderen sind ebenso überrascht, können sich aber in Grenzen halten. Hätte einer von ihnen auch nur einen Mucks gemacht, wären sie sofort aufgeflogen.
Phantomias greift sofort zur Tat und bedeutet den PK, dass sie die Hexe und den Raben von hinten schnappen und aufhalten sollen. Opa Knack grinst breit, packt seine Pistole und zielt auf Gundel Gaukeley. Einen Schuss später weiß die Hexe, dass sie befreit wurden.
„Was bei den Schwestern des Schicksals!“ kreischt sie und lenkt geistesgegenwärtig die Kugel mit einem Spruch ab. Doch da werfen die PK sich schon auf sie. Rurak kreischt, lässt den Sack mit den Marienkäfern fallen und geht in Sturzflug zum Angriff über. Da er aber ein kleiner Rabe ist und einer der PK plötzlich irgendwoher einen riesigen Kochlöffel zieht... na ja... da fliegt der kleine Rabe eben dagegen und fliegt kurz darauf nicht mehr ganz so elegant. Einen weiteren Klatscher mit dem Löffel später fliegt er gar nicht mehr. „Rurak!“ kreischt Gundel entsetzt und weiß sich kaum noch zu helfen.
Na wenn das kein Überraschungsmoment ist!

Ich hoffe, das lange Warten hat sich für euch gelohnt.
Ich bedanke mich sehr für den neuen Fan und die Weiterempfehlung ;) und natürlich auch für all die anderen Leser, die so lange warten mussten.
Das nächste Kapitel wird voraussichtlich erst nächstes Jahr kommen... bis dahin:
Ich wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Viele Grüße
Josy
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