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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
5
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17.10.2016 1.709
 
„Da bist du ja endlich! Ich warte schon ewig.“ lächelt Phantomime, als sie auf den Hubschrauber zugeht, der einige Meter von ihr entfernt nahe der Hütte der Panzerknacker gelandet ist. Hinter ihr stehen die Panzerknacker, sämtliche bis an die Zähne bewaffneten Verbrecher des Familienbetriebs.
Phantomias steigt aus und begrüßt Phantomime mit einem unverbindlichen Handschlag. Schließlich kennt bis jetzt noch keiner die Identität der Rächerin. Und sollte er sie jetzt so begrüßen, wie er es eigentlich gerne tun würde, würde Dagobert am nächsten Tag sofort zu Daisy laufen und ihr erzählen, was er als Phantomias angestellt hat. Oder noch schlimmer, eins und eins zusammenzählen und die Identität seiner Gegenspielerin enthüllen.
Phantomime selbst hat auch etwas aufgerüstet. Sie trägt nigelnagelneue Armreifen aus weiß glänzendem Metall, die die Hälfte des Unterarms einhüllen. Nicht zu übersehen sind die Knöpfe daran, dessen Wirkung Phantomias aber nicht kennt.
Sie trägt auch eine neue Maske, die nahtlos in die pinke, ebenfalls neue Kapuze mit Katzenohren übergeht. Dank seiner eigenen Maske erkennt er die kleinen, weißen Metallplättchen an ihren weißen Handschuhen, und an ihrem weißen Gürtel hängen zwei weiße Pistolen. Die Ersatz-Magazine dafür hat sie sich direkt daneben gehängt. Die Gürtelschnalle scheint ebenfalls eine Funktion zu haben, genauso wie die neuen weißen Stiefel.
„Sehr zweifarbig heute.“ meint er lächelnd, bevor er sich Opa Knack zuwendet. Phantomime grinst nur. Kurz darauf fallen ihr fast die Augen aus der Maske, als sie Onkel Dagoberts Aufmachung sieht.
„Guten Abend, Opa Knack.“ begrüßt Phantomias derweil das Oberhaupt der Panzerknacker. „Phantomias.“ knurrt der nur und begutachtet ebenfalls erstaunt Dagoberts Äußeres. Phantomias zählt derweil die Panzerknacker. Es sind circa fünfzehn Stück hier. Damit sollte er Gundel ablenken können. Eine Zeit lang.

„So. Hört bitte mal alle her.“ ruft er dann und wartet, bis alle still geworden sind und ihm zuhören, was bei fünfzehn PK und einigen anderen nicht sehr schnell der Fall ist. Onkel Dagobert plaudert und palavert mit Opa Knack über seine Schrotflinten, als wären die beiden dickste Freunde seit Kindesalter.
Die PK hingegen begutachten laut plappernd den Hubschrauber und wundern sich, warum sie diesen nicht schon längst einmal irgendwo gesehen und gestohlen haben.
Nur Phantomime hört von Anfang an auf Phantomias, wobei... mit wem sollte sie schon über Schrotflinten oder Hubschrauber palavern?
Nach gut drei Minuten, als Phantomime ein lauteres Husten Schrägstrick Räuspern von sich gegeben hat, sind alle still.
Phantomias beginnt sofort, bevor die Mitstreiter wieder zu Reden anfangen.
„Ich habe folgenden Plan. Die PK lenken Gundel und ihren Raben ab, während Phantomime den Zehner mopst und ich die alte Hexe ausschalte.“ erklärt er sehr kurz und knapp. Stille.
Das muss anscheinend erst verdaut werden. Dann beginnt Onkel Dagobert empört: „Und was mach ich?“ „Du wartest im Hubschrauber. Ich will nicht, dass Baptist mir den Kopf abreißt.“ knurrt Phantomias schlagfertig zurück.
„Das denkst auch nur du! Ich will der alten Hexe persönlich eins auf die Nase geben! Die hat meinen Glückszehner gestohlen!“ faucht Dagobert zurück „Und keine Diskussion!“ fügt er warnend hinzu, als Phantomias schon etwas entgegnen möchte.
Dieser presst missmutig den Schnabel aufeinander. „Gut.“ knurrt er dann „Aber dann bist du selbst für deine Haut verantwortlich! Sonst noch Einwände?“ fragt er etwas ruhiger „OK. Dann... ich habe hier drei Bomben.“ er hält die waldmeister-grünen Bomben hoch „Diese müssen sich in einem Umkreis von fünfzig Zentimetern zur Hexe befinden. Mit dem Schalter hier lasse ich diese Bomben hochgehen.“ er zeigt den Auslöser her „So setzen wir sie offline. Hoffe ich.“ erklärt er dann.
Die Mitstreiter sehen verwirrt die Bomben an. „Was machen die?“ fragt Opa Knack schließlich leicht verwirrt. „Die explodieren und werden zu einem undurchdringlichen Käfig, der Gundel gefangen halten sollte.“ antwortet Phantomias. Schließlich muss er seine Mitstreiter in seine Pläne einweihen.
„Hoffe ich? Sollte? Bist du dir sicher, dass das funktioniert?“ fragt Phantomime unsicher. „Bei mir funktionierte diese Bombe. Und wenn sie Gundel auch nur für ein Paar Minuten außer Gefecht setzt, besser als nichts! Aber wir haben nur drei Versuche. Sollten wir diese verhauen, müssen wir uns was neues überlegen.“ warnt er alle.
Diese nicken nur oder starren ihn bewegungslos an.
„Sonst noch etwas, was wir wissen sollten?“ fragt einer der Panzerknacker nach einigen totenstillen Sekunden. „Ja.“ meint Phantomias „Lasst euch nicht umbringen.“ meint er lächelnd, dreht sich um und geht auf den Hubschrauber zu „Los! Wir haben noch eine Hexenjagd vor uns!“

176-716 steht auf seinem roten Pulli, eine schwarze Maske macht ihn unkenntlich und er hat ein Problem: er hat vergessen, nochmal aufs Klo zu gehen, bevor sie losfliegen. Jetzt sind sie bereits gute siebenhundert Meter über dem Erdboden und er muss dringenst!
Deswegen steht er jetzt auf und geht zielstrebig auf die Tür zu, die zum Cockpit führt. „Hey, Herr alter Duck! Wo kann man hier auf´s stille Örtchen?“ fragt er die Rückseite des schwarzen Zylinders und wartet ab. „Außerhalb des Hubschraubers überall!“ entgegnet Dagobert Duck sarkastisch. „Nee im Ernst jetzt.“ sagt der PK leicht unruhig. „Ganz hinten, dann nach rechts.“ knurrt Phantomias dazwischen und sieht sich weiterhin die Landschaft unter ihm an.
176-716 brummt ein „Dankeschön“ und macht sich auf den Weg. In der minimalistisch kleinen Kabine setzt er sich auf den Thron und atmet erleichtert durch. Wenn sein Strafregister erst einmal gelöscht ist... was macht er dann? Wieder seinen eigentlichen Namen annehmen?
Er findet es leicht deprimierend, dass er von seinen Brüdern und Cousins nur die Nummern kennt und bei keinem den Namen. Ebenso wie er nur als 176-716 bekannt ist. Das will er auf jeden Fall ändern, wenn er erst einmal seine weiße Weste bekommen hat...
Hoffentlich betrügt Phantomias ihn nicht in dieser Sache. Der Panzerknacker würde diesen Rächer töten wollen, koste es, was es kostet. Er würde ihn alle machen, egal wie oder wo!
Aber im Moment ist er noch nicht betrogen worden, also alles noch in bester Ordnung. Die Einzige, die ihn betrogen hat, ist Gundel. Und die kriegt jetzt eins gewaltig auf den hübschen Schnabel!
Er hat extra dafür seine Schlagringe poliert, die jetzt so hübsch glänzen, als wären sie neu.
„Wo ist das Klopapier?“ murmelt er einige Zeit später und sieht sich verwirrt um. Wahrscheinlich hat es dieser verdammte Knauser weggelassen! Glücklicherweise entdeckt er es kurz darauf. Eine schwarze Hand hält es ihm hin. „Danke.“ murmelt er gedankenlos...
Warte mal... schwarze Hand?! Entgeistert sieht er sich in der Kabine um. Und da entdeckt er sie! Die schwarzen Männer!

„AHHHHHH!“ brüllt eine durchdringende PK-Stimme.
Opa Knack und die andern PK schrecken aus ihrem Schlummer hoch. Was ist passiert? Die ersten Panzerknacker stürmen auf die Toilette zu und reißen die Tür mit Schwung auf. Ein Schwall von Gestank kommt ihnen entgegen.
„AHHHHHHH!“ brüllt 176-716 noch durchdringender und schützt seine Kronjuwelen vor den Blicken seiner Brüder und Cousins.
Hinter ihm auf dem Spülkasten der Toilette stehen drei schwarze Männer aufeinander.
Klein sind sie, schwarz gekleidet und mit T´s auf der Brust. Eins ist rot, das andere blau und das in der Mitte grün. Die Mini-Ninja ergreifen die Flucht nach vorne, kommen aber nicht weit.
Sie rennen geradewegs in Opa Knack hinein, der just in diesem Zeitpunkt den kompletten Gang versperrt hatte. „Halt! Wo wollt ihr denn hin?“ fragt er die schwarzen Männer, als sie sich abermals querfeldein verkrümeln wollen und packt sie an den Händen.
Doch diese reißen sich los und setzen wieder zur Flucht an, als sie von Blitzen getroffen werden und zu Boden sinken. Hinter ihnen steht Phantomias und sieht die blinden Passagiere abschätzend an.
„Lasst mich doch wenigstens jetzt in Ruhe!“ brüllt 176-716 wütend und die Toiletten-Tür wird vor seiner Nase zugeschlagen. „Phu! Können wir ein Fenster aufmachen?“ stöhnt einer der PK und wedelt mit der Hand vor der Nase herum.
Phantomias nähert sich derweil den ungewollten Mitkommenden und zieht einem der drei die Maske herunter. Sogleich stolpert er wieder zurück. Vor ihm liegen die bewusstlosen Drillinge Tick, Trick und Track.

„Was bei allen Enten dieser Welt habt ihr hier zu suchen!“ brüllt er die Drillinge an, kaum dass sie erwacht sind und realisiert haben, dass Phantomias sie in einem Raum abseits der großen Kabine, die inzwischen gelüftet wird, an Stühle gefesselt hat.
„Wir wollten dir helfen!“ brüllt Tick zurück und ruckelt an den Fesseln. „Ihr habt hier verdammt noch mal nichts zu suchen!“ Phantomias reißt sich die Maske herunter, um seine Neffen als Donald Duck zusammen zu stauchen.
„Wir sind keine elf mehr! Wir können dir helfen!“ knurrt Trick stur. „Ach ja? Und beim ersten Mal, als ihr mir >helfen< wolltet?! Die Panzerknacker haben euch geschnappt und damit gedroht, euch umzulegen!“ Spucke fliegt aus Donalds Schnabel heraus, so wütend ist er.
„Wir haben dazugelernt!“ ruft Track zurück, nicht minder wütend. „Aha! Und in was bitte? Ihr seid schon wieder geschnappt worden!“ „Weil dieser bekloppte PK sein Klopapier nicht gefunden hat!“ brüllt Tick hochrot im Gesicht.
Sie haben sich ihre Augen schwarz angemalt, um komplett schwarz mit farbigen T´s durch die Welt gehen zu können. Dementsprechend sehen sie von den Augen her im Moment Pandas sehr ähnlich.
„Ich hab euch gesagt, ihr sollt zuhause bleiben! Ich hab euch gesagt, bleibt in Sicherheit! Ich hab euch verdammt noch mal gesagt, mischt euch nicht ein!“ brüllt Donald allmählich etwas heiser.
„Und uns ist es egal!“
„Ja! Euch ist alles egal! Dass ihr ein Geheimnis nicht ausplaudern sollt. Egal! Dass ihr im Haus bleiben sollt. Egal!! Dass ihr auf meine Anweisungen hört. Egal!!!“ brüllt Donald zunehmend heiser.
Die Drillinge sehen ihn trotzig an. „Ihr bleibt hier drin, bis wir wieder zuhause sind. Und sollte ich noch einen einzigen Mucks von euch hören...“ droht Donald heiser mit erhobenen Finger.
Er setzt sich die Maske wieder auf, geht aus der Kammer heraus und sperrt die Tür zu. Doppelt. Er will auch nicht noch für die Leben der Söhne seiner Schwester verantwortlich sein. Er ist so schon für genug Leben verantwortlich, sollte das hier nicht glatt über die Bühne laufen.
„Das denkst auch nur du.“ murmelt Tick leise und ballt die Fäuste. Kleine Kreissägen fahren aus dem Brustpanzer seines Anzugs heraus und zerschneiden die Fesseln. Seine Brüder tun es ihm gleich. Synchron setzen sie ihre Kapuzen wieder auf und werden unsichtbar.



Jetzt wird’s langsam eng um Gundels Hals herum...
ich hoffe, euch hat dieses Kapitel gefallen und ich freue mich natürlich immer über ein Review ;)
Viele Grüße
Josy
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