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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
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11.10.2016 1.660
 
„Grüß euch, Duck juniors.“ begrüßt Daniel Düsentrieb die Drillinge ernsthaft überrascht, als er sie vor sich am nächsten Tag in der Tür stehen sieht. „Hallo, Herr Düsentrieb!“ begrüßen die Drillinge ihn scheinheilig, in den Rucksäcken die selbst genähten Superheldenkostüme mit sich tragend.
„Können wir reinkommen?“ fragt Tick freundlich und grinst Daniel an. „Ahm... natürlich!“ meint dieser, dreht sich um und räumt schnell den Prototyp einer Bombe weg. Die Drillinge sollten das nicht unbedingt sehen. „Super! Danke, Herr Düsentrieb.“ bedankt Track sich sofort und geht als erster in die Hütte. Darin ist es so unaufgeräumt wie immer.
„Worum geht’s denn?“ fragt Daniel, während er noch am wegräumen ist und richtet schon mal sein anderes Projekt her, an dem er arbeiten könnte, während er den Drillingen zuhört. „Wir dachten uns... nun ja... da Sie so ein super Erfinder sind, können Sie uns bestimmt bei einem kleinen... Problem helfen.“ stottert Trick leicht und sieht Daniel abwartend an.
„Einem Problem?“ fragt dieser verwirrt „Welches Problem?“ fragt er sie stirnrunzelnd, während er schon geschäftig an seinem anderen Projekt weiter schraubt. „Es geht darum, wir möchten... na ja... wir möchten Beschützer der Stadt werden.“ stottert Track weiter. „Beschützer der Stadt? Werdet doch Polizisten.“ meint Daniel, der das Problem nicht ganz versteht.
„Wir dachten da eher an Beschützer der Stadt, ohne dass es einen Dienstausweis braucht... oder dass jemand unsere wahre Identität kennt... wie bei Phantomias!“ Tick stottert so sehr wie seine Brüder. Aber wie sollte man so ein... Problem in Worte fassen?
Daniel allerdings hat mit dem Schrauben innegehalten. In seinem Gehirn rattern die Zahnrädchen. Die Drillinge wissen von Phantomias Geheimidentität... das bedeutet, sie möchten ihren Onkel unterstützen. Donald allerdings hat nicht gesagt, dass die Drillinge auch mitkommen. Ergo schleichen die sich als blinde Passagiere dazu oder Donald hat nur vergessen, es zu sagen. Andererseits würde Donald nie freiwillig seine Neffen in Gefahr bringen. Wenn er jetzt allerdings zugibt, dass auch er Phantomias wahre Identität kennt, fände Donald das bestimmt auch nicht gut. Bis jetzt ist er nur der Erfinder des Rächers. Nicht dessen Freund, dem man alles erzählen kann.
„Euer Onkel fände das bestimmt nicht gut.“ meint er schließlich sehr leise murmelnd. „Wie?“ fragt Trick überrascht. „Ich sagte, euer Onkel findet das nicht gut.“ meint Daniel etwas lauter. „Er muss es ja nicht wissen. Das ist ja der Sinn von Geheimidentitäten.“ meint Track.
Auch sie müssen genau aufpassen, was sie sagen. Schließlich ist Daniel nur der Erfinder des Rächers, nicht dessen Freund, dem man alles erzählen kann und der die Geheimidentität kennt.
Daniel presst den Schnabel fest aufeinander und dreht sich um, um den Drillingen in die Augen zu sehen. „Ganz ehrlich, Jungs.“ beginnt er vielsagend „Nein. Ich will nicht meinen Hals hinhalten müssen, wenn euch etwas passiert. Donald würde mir diesen Hals nämlich abreißen, sollte euch etwas passieren.“ sagt er leise, aber sehr deutlich.
„Wir werden so oder so die drei T´s, mit oder ohne Ihre Hilfe, Herr Düsentrieb.“ beginnt Tick seinerseits vielsagend. „Wenn´s hart auf hart kommt, knacken wir eben unser Sparschwein!“ stimmt Trick mit ein. „Aber mit einer Ausrüstung, die von Ihnen erfunden wurde, wären wir am Besten geschützt.“ beendet Track das Argument.
Daniel sieht sie aus schmalen Augenschlitzen an und presst den Schnabel noch fester aufeinander.
Helfen oder wegschicken?

„Grüß Sie, Phantomias.“ begrüßt Daniel Düsentrieb den Rächer der Nacht. „Hallo, Herr Düsentrieb. Ich bin schon sehr gespannt auf Ihren Gundel-Plan.“ grinst der Donald Duck, der sich inzwischen komplett umgezogen und gerüstet hat für den bevorstehenden Flug. Es ist früher Nachmittag. Noch genug Zeit, alle Punkte auf der imaginären Liste abzuhacken, die aus Gundel-Plan abholen, Dagobert mit Hubschrauben abholen, Phantomime abholen und PK abholen besteht.
„Gern.“ grinst Daniel hinterhältig und wirft Phantomias blitzschnell etwas kleines, kugelrundes zu. Dieser fängt es im Reflex auf, als es explodiert und er sich von einer Sekunde auf die andere in einem glibbrig grünen Würfel, bestehend aus engen Gitterstäben, befindet. „Ach du verdammte...“ staunt Phantomias und versucht gar nicht erst, durch den Wackelpudding zu kommen. Er weiß schon, dass man da nicht durch kann. „Respekt, Herr Erfinder. Aber wie komme ich da wieder heraus?“ fragt er interessiert. Da hält der Erfinder auch schon das Frisbee hoch, dass Donald Duck tags zuvor begutachtet hatte. Ein kurzer Wurf und ein paar durchtrennte Gitterstäbe, da löst sich der Käfig auch schon auf.
Phantomias hat es die Sprache verschlagen. „Geben Sie mir bitte Ihre Klingenhandschuhe.“ sagt Daniel plötzlich. Phantomias ist zu verwirrt, um richtig zu denken und gibt die Handschuhe ihm einfach. Zehn Minuten später steht Daniel wieder vor ihm, leicht modifizierte Klingenhandschuhe in den Händen. Phantomias hat immer noch nichts gesagt. Jetzt aber sagt er etwas. „W... wie?“ stottert er verwirrt.
„Wie Sie gesehen haben, war das die selbe Substanz wie die meines Gartenzauns. Dieses Frisbee hat eine spezielle Beschichtung, die nur diese Substanz auflöst, nichts anderes. Und dieses Frisbee ist bis jetzt das einzige, auf dem diese Beschichtung dauerhaft hält. Ihre Klingenhandschuhe haben jetzt die selbe Beschichtung, aber ich verspreche Ihnen, die wird nur ein einziges Mal diese Substanz auflösen können.“ sagt Daniel Düsentrieb. „Die Beschichtung?“ Phantomias ist immer noch verwirrt. „Die löst sich nicht, wenn Sie etwas anderes mit diesen Handschuhen schlagen. Die löst sich nur, wenn sie mit der Substanz in Berührung kommt.“ fährt Daniel sofort fort.
„Aha. OK. Problem Gundel wäre gelöst, denke ich?“ fragt Phantomias nochmal, um sich hundertprozentig sicher sein zu können.
„Sie müssen ihr nur eine dieser Mini-Wackelpudding-Bomben zuwerfen und diesen Knopf drücken. Die Bombe muss sich in einem Umkreis von fünfzig Zentimetern zur Hexe befinden, sonst steht sie am Ende noch neben dem Käfig.“ sagt Daniel und hält eine kleine Fernbedienung mit Antenne und mit einem großen, roten Knopf hoch, der mit >NICHT DRÜCKEN, SOLANGE ZIELPERSON MEHR ALS 50 CM VON BOMBE ENTFERNT IST!< in sehr kleiner Schrift beschriftet ist. Phantomias muss die Lupe seiner Maske aktivieren, um das lesen zu können. Zu großer Knopf, zu kleine Fernbedienung! „OK. Noch etwas, das ich wissen sollte?“ fragt er den Erfinder sicherheitshalber.
Der Erfinder zögert kurz. „Nein.“ sagt er dann „Das hier sind die Bomben. Ich gebe Ihnen sicherheitshalber mal drei mit. Sie müssen mit der Fernbedienung auf die Bombe zeigen, die explodieren soll, verstanden?“ fragt er Phantomias dann und hält ihm drei kleine, kugelrunde, waldmeistergrüne Bomben hin. „Und wegen dem Problem mit der Geheimidentität... das zeige ich Ihnen, wenn Gundel hinter glibbrig grünen Gittern sitzt, einverstanden?“ fragt er schließlich. Phantomias nickt zweimal. „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör, hm?“ fragt der maskierte Rächer lächelnd „Ich muss dann mal los, Herr Ingeniör.“ sagt er dann und reicht Daniel die Hand zum Abschied. Der packt sie und schüttelt sie kräftig durch. „Viel Glück, Herr Duck.“ murmelt der Erfinder und lässt die Hand wieder los. „Danke.“ murmelt Phantomias und geht.

„Hallo, Baptist. Wo ist Onkel Dagobert?“
Phantomias steht vor dem Geldspeicher seines Onkels, wo bereits Lastwägen zum Löcher stopfen bereitstehen. Neben Baptist und Phantomias steht der Hubschrauber, ausnahmsweise eines der teureren und größeren Fabrikate. Baptist hat anscheinend ein Machtwort gesprochen. Respekt.
„Herr Duck senior sorgt sich um sein Aussehen. Er will mindestens so heldenhaft wie sein Neffe aussehen.“ grinst Baptist unverholen „Er träumt von einer Zukunft als einsamer Beschützer seines Geldspeichers bei Nacht. Damit will er wieder einmal seine Stromrechnungen senken.“ fügt der Butler kopfschüttelnd hinzu. „Ente, Ente, Ente.“ stöhnt Phantomias. Hoffentlich kommt dabei nicht wieder so ein Kanonenhut-tragender Onkel dabei heraus!
Ohne dass es einer der beiden bemerkt, schleichen sich drei dunkel gekleidete Gestalten an Bord des Hubschraubers.
„Na? Was sagt ihr?!“ mit stolz geschwellter Brust stolziert eine Ente mit Gehstock und Brille aus dem Geldspeicher heraus. Onkel Dagobert ist kaum wiederzuerkennen.
Zylinder, Backenbart, Zwicker und Gamaschen sind gleich geblieben, aber der Rest... der hat es in sich. Ein Goldminen-Sucher-Hemd mit verstärkten, schusssicheren, in das Hemd eingearbeitete Platten trägt die alte Ente statt dem gewöhnlichen Gehrock. Fingerfreie, ebenfalls verstärkte Handschuhe halten seine übliche Schrotflinte. Am Rücken ist noch eine befestigt, zusammen mit seinem Gehstock und an einem bestimmt uralten, recycelten Gürtel sind ein Seefahrersäbel und eine weitere Pistole befestigt. Ähnlich wie Phantomias selbst trägt diese Ente über die Schultern gehenden Gürtel, gefüllt mit Munition und einem überraschenderweise neu aussehenden Seil.
„Respekt.“ staunt Phantomias und hätte fast seine Maske abgezogen, um sie kurz zu putzen, ob das da auch wirklich Onkel Dagobert ist. „Danke, Donald.“ grinst Dagobert „Und weißt du, was das beste ist?“ Dagobert drückt kurz einen Knopf auf seinem Zylinder und was kommt herausgeschossen?
Eine Kanone!
„Ach du liebe Ente!“ stöhnt Phantomias „Aber ganz schön aufgemotzt hast du dich. Wie viel hast du für die Ausrüstung ausgegeben?“ fragt er Dagobert stirnrunzelnd. „Keinen Kreuzer! Zusammen mit Baptist hab ich meinen Geldspeicher durchsucht und diese ganzen Sachen gefunden, zusammengefügt und wiederverwertet!“ sagt Dagobert über alle Maßen stolz „Ich finde manchmal Sachen, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe!“ sagt Dagobert lachend. „Und das Seil?“ fragt Phantomias verwirrt. Er hielt es für neu... „Ach das? Das fand ich in einem Müllcontainer. Unfassbar, was alles weggeworfen wird, nicht wahr?“ strahlt Dagobert.
„Na ja. Immerhin haben wir einen Hubschrauber, der nicht alle Sekunden in seine Einzelteile zerbröseln könnte.“ murmelt Phantomias leise und undeutlich, während er den Kopf schüttelt. Dennoch. Er ist beeindruckt von der offenbar funktionierenden Sparsamkeit seines Onkel. Und von Baptists Nähgeschick. Jetzt hat Onkel Dagobert wenigstens eine richtige Ausrüstung.
„Na dann... auf geht’s! Wir haben noch einen Zehner zu retten!“ ruft Dagobert ungestüm und geht schnellen Schrittes auf seinen Hubschrauber zu. Phantomias dreht sich zu Baptist um. „Bringen Sie meinen Arbeitgeber gesund zurück, Herr Duck junior. Sonst muss ich mit Ihnen ein Hühnchen rupfen.“ sagt dieser sehr leise und lächelt. „Natürlich. Sollte er aber einen Herzinfarkt bekommen, bin ich nicht daran Schuld.“ lächelt Phantomias zurück. „Hauptsache, er kommt an einem Stück nach Hause. Viel Glück, Herr Duck.“ sagt Baptist und schüttelt wie auch schon Daniel die Hand des Rächers der Stadt. „Danke.“ murmelt Phantomias bedrückt und folgt seinem Onkel zum Hubschrauber. Ihm und Glück wünschen? Er ist der geborene Pechvogel!
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