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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
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11.07.2016 1.824
 
Auch wenn er die Vorstellung schön fand, auszuschlafen... und zwar bis in den späten Vormittag hinein... es war einfach unmöglich, dass er so lange schlafen dürfte. Vor allem deswegen nicht, weil sein werter Onkel sich im Haus befand und die nervige Angewohnheit hatte, Zeit als Geld zu betrachten, weswegen der werte Onkel bereits um sechs Uhr in der Früh auf der Matte stand und energisch an die Zimmertür Donald´s klopfte.
„Donald! Donald, du nichtsnutziger, nachts überraschend aktiver Nichtsnutz!“ ruft die alte Ente und klopft beständig weiter. „Verdammt, was is denn?“ nuschelt Donald und bekommt den Schnabel kaum auf, die Augen noch viel weniger. „Ich will, dass du mir meinen Glückszehner und meine anderen Talerchen und meine Bohrmaschinen so schnell wie möglich zurückholst!“ Onkel Dagobert klingt fordernd, aber überraschenderweise nicht unhöflich. Donald antwortet nur mit einem undefinierbaren, tieffrequenten Brummen.
„Ach und wenn du nichts dagegen hast, würde ich mir diese Gundel gern selbst vorknöpfen, mit etwas Unterstützung von Phantomias natürlich.“ fügt Onkel Dagobert keine Sekunde später hinzu, dieses Mal bittend. „Du willst dabei sein, wenn ich Gundel eins auswische, wie?“ murmelt Donald immer noch schläfrig. „Wer will das nicht! Und es gäbe eine Geschichte, die sich einem Bestseller gleich in ganz Entenhausen verkaufen würde! >Wie ich mit Phantomias Seite an Seite Gundel Gaukeley den Schnabel polierte!<“ Onkel Dagobert platzt förmlich vor Enthusiasmus, bevor er „Du schuldest mir sowieso noch etwas.“ hinzufügt, damit Donald auch ja nicht ablehnen kann. „Was zum Henker nochmal schulde ich dir? Ich hab dir gestern deinen Bürzel gerettet, reicht das nicht?“ allmählich wird Donald wacher. „Da ist doch dieses... da... ahm... ja... da wird sich schon noch etwas finden, dass du mir schuldest!“ entgegnet Onkel Dagobert leicht stotternd „Na dann! Du rufst mich an, sobald du weißt, wo und wie wir es der Gundel heimzahlen können!“ sagt er abermals fordernd. Soviel zum bitten! Kurz darauf hört man das gleichmäßige Aufschlagen der Entenfüße und des Gehstocks, die die Treppe hinuntergehen. Donald versinkt abermals in den Federn. Ein paar Stunden noch...

„Onkel Donald! Onkel Donald!“ ein energisches Hämmern gegen seine arme Zimmertür lässt die Ente abermals aus dem Schlaf hochschrecken. Es ist immerhin schon zehn Uhr. Eine etwas angenehmere Zeit zum Aufstehen. „Da... da steht jemand vor der Tür und will dich sprechen! Und um ehrlich zu sein... die alte Dame sieht aus, als hätte sich Opa Knack wieder einmal verkleidet!“ ruft Track durch die Zimmertür hindurch „Was soll ich sagen?“ fragt er seinen Onkel leicht verunsichert. „In `ner viertel Stunde poliere ich ihm die Fresse!“ nuschelt Donald verschlafen. Er hat nicht alles, was Track sagte, richtig im Gehirn verarbeitet. „Kann ich ja schlecht! Wenn sie Opa Knack ist, weiß sie ja gar nicht, dass du... du bist.“ entgegnet Track, der glücklicherweise mitdachte. „Ach ja... musst du eigentlich nicht zur Arbeit?“ fragt Donald, nachdem sein Gehirn immerhin etwas mehr mitarbeiten will. „Wir haben heute Nachtschicht.“ entgegnet Track „Also was soll ich ihm sagen?“ fragt er immer noch verunsichert. „Sag ihm, ich bin in ´ner viertel Stunde unten.“ murmelt Donald und zwingt sich selbst, aufzustehen. Erfolgreich wird er erst nach dem dritten Anlauf, nachdem Track schon wieder die Treppe herunter gepoltert ist.
„Guten Morgen, Herr Duck.“ sagt die bärtige Dame mit merkwürdig verstellter Stimme. „Guten Morgen, Opa Knack.“ entgegnet Donald unbeeindruckt und betrachtet die schlechte Verkleidung. Immerhin hat Opa Knack den Kinderwagen zuhause gelassen. „Da hätte ich mir diese Verkleidung auch sparen können, wenn du mir den Spaß verdirbst, Duck.“ knurrt Opa Knack mit seiner üblichen, brummigen Stimme und die bärtige Dame sieht Donald böse an. „Sie können sich die Verkleidung eigentlich komplett sparen. Da fällt niemand mehr drauf rein.“ entgegnet Donald gleichgültig „Was gibt’s, Opa Knack?“ fragt er den etwas unerwarteten Besuch. „Ich möchte Phantomias sprechen. So schnell wie möglich.“ brummt Opa Knack und fletscht die Zähne. „Weswegen?, wenn ich fragen darf?“ fragt Donald wenig überrascht. Was sollte ein Panzerknacker auch von Donald Duck wollen?
„Das geht nur die Panzerknacker und Phantomias was an. Sag ihm einfach, er soll uns Punkt drei Uhr nachmittags in unserer Hütte am Stadtrand hält besuchen.“ knurrt Opa Knack, keinen Widerspruch duldend. „Warum sollte er kommen?“ fragt Donald misstrauisch. Er wittert eine Falle. „Weil wir etwas haben, dass ihn interessieren könnte.“ Opa Knack, welcher immer noch im Türrahmen steht, sieht Donald scharf an „Wenn er nicht kommt, jagen wir die Hexe auf eigene Faust.“ fügt er brummend hinzu. „Sag doch gleich, dass es um Gundel Gaukeley geht.“ faucht Donald „Kann ich sonst noch was für dich tun? Dich vielleicht ins Gefängnis begleiten?“ fragt er frech und grinst boshaft. „Die Witze kannst du dir sparen, Duck! Vergiss nicht, deinem maskierten Freund zu sagen: >Heute um drei in der Hütte am Stadtrand<.“ Opa Knack dreht sich um und geht. Donald sieht ihm nachdenklich hinterher.
Wenn es eine Falle ist... andererseits... er kann mit seinem Anzug unsichtbar werden. So wäre er den PK gegenüber im Vorteil. Zudem könnte er Phantomime informieren. Zu zweit sind sie schwerer zu überwältigen als einzeln. Und was Gundel angeht... er kann jede nur erdenkliche Hilfe gegen die Hexe gebrauchen, vor allem da sie nun den Glückszehner hat. Und wenn er eine Hilfe hat, deren Leben ihm eigentlich so ziemlich egal ist, umso besser!

„Wo bleibt diese nervtötende Säge nur?“ knurrt einer der Panzerknacker missmutig und hält weiterhin einen Kühlbeutel auf das blaue Auge. „Keine Sorge. Der kommt schon noch. Schon allein die Interesse wird ihn herlocken.“ murmelt Opa Knack leise aber gut hörbar. Der Panzerknacker antwortet nur mit einem undeutlichen Brummen. Der unsichtbare Phantomias sieht sich derweil sehr genau in der Hütte um. Und da er nirgendwo eine auffällig unauffällige Falle findet, drückt er kurz einen Knopf und signalisiert Phantomime so, dass alles sicher ist. Daraufhin aktiviert er sein Headset und seine Brille, damit Phantomime alles live mithören und -sehen kann. Er hat mit ihr vereinbart, dass sie nur reinkommt, wenn es hart auf hart kommt. Phantomime war zuerst etwas unwillig, hat dann aber eingesehen, dass es so sicherer ist.
Die Neffen des einzigartigen Rächers hat Phantomias kurzerhand mit Schlaftabletten im Mittagessen betäubt. Sie sollen ihn ja nicht noch einmal in die Quere kommen und sich so in Gefahr bringen! Darauf hat er beim besten Willen keinen Bock mehr. Und Onkel Dagobert ist sowieso mit seinem Geld beschäftigt.
Er schleicht in eine Ecke und bereitet sich auf seinen dramatischen Auftritt vor. Er holt tief Luft, drückt den Knopf zum Sichtbar-werden und stolziert aus der Ecke heraus. Er formt in seinen Gedanken schon episch klingende Worte, heraus kommt jedoch nur ein Husten. Ein Husten, bei dem absolut jeder Panzerknacker ihn anstarrt, als würde Phantomias gleich abkratzen. Und der Hustenanfall will nicht aufhören! Phantomias Augen tränen schon, er hält sich an einem Stuhl fest, damit er nicht zu Boden fällt und hustet sich die Lunge aus dem Leib. „Ahm...“ stottert einer der Panzerknacker ratlos „Willst du was zu... trinken, Phantomias?“ fragt er dann erstaunlich hilfsbereit und sieht ihn leicht grinsend an. Das war´s mit dem dramatischen Auftritt! Verdammt! Phantomias nickt nur noch hilflos und nimmt mit zitternden Händen das Glas Wasser entgegen, dass er in einer kurzen Hustenpause in einem Zug leert und sich gerade hinstellt. Er gibt das Glas zurück und wischt sich so auffällig unauffällig wie es nur geht die Tränen aus der Maskenbrille. „Joaaa... geht’s wieder, Phantomias?“ fragt der Panzerknacker und abermals nickt Phantomias hilflos. Er kann schon Phantomime sehen, wie sie vor Lachen aus dem Baum fällt. Immerhin muss er sich das nicht anhören. „Gut. Dann gehen wir gleich zum Geschäftlichen über, Phantomias.“ knurrt Opa Knack, der als einziger der Panzerknacker gar nicht auch nur ansatzweise grinst.
„Wie du bereits von deinem Freund wissen solltest, haben wir vor, auf Hexenjagd zu gehen.“ beginnt der alte Knastbruder „Und da diese alte Miststück in einem verdammten Vulkan lebt, müssten wir einen Helikopter stibitzen, um überhaupt an sie heranzukommen. Wir wissen, dass du uns daraufhin wieder einmal ins Gefängnis bringen würdest, weil der alte Duck einen doofen Heli weniger hat.“ fährt er fort. Phantomias kneift die Augen zusammen. „Ergo bräuchten wir jemanden, der uns so ein Ding legal besorgen kann... und sich mit der Hexe auskennt... und da du die einzige Wahl bist, müssen wir zusammenarbeiten. Oder wir klauen dem alten Duck einen Heli.“ brummt Opa Knack und reibt sich die große, schwarze Knollennase.
„Ihr lasst ja eure Grapschfinger von den Helis des alten Knackers!“ knurrt Phantomias warnend „Und da wir eigentlich das gleiche Ziel verfolgen, können wir auch zusammenarbeiten... aber ich habe eine, nein sogar zwei Bedingungen.“ fügt er hinzu „Erstens werden die Taler dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben...“ beginnt der maskierte Rächer. „Und zweitens?“ fragt einer der Panzerknacker überrascht. „Mir fielen gerade wieder die Bohrmaschinen ein, die Duck abhanden gekommen sind... die bekommt er natürlich wieder.“ Phantomias verschränkt demonstrativ die Arme vor der Brust. „Was haben wir dann davon, mit dir zusammen zu arbeiten und die alte Gundel aufzuknüpfen?“ fragt Opa Knack keineswegs einverstanden. „Ich habe euch nicht angeheuert. Ihr habt mir lediglich die Info gegeben, dass wir gemeinsam Gundel kaltmachen können. Und Rache üben sollte doch genügen, oder?“ säuselt Phantomias boshaft und grinst.
Opa Knack presst die Lippen aufeinander. „Gut. Dann haben wir aber auch eine Bedingung...“ beginnt er grantig. „Haben wir die?“ fragt einer der Panzerknacker überrascht und erntet sofort einen Klaps auf den Hinterkopf. „Jeder unserer Namen wird reingewaschen in den polizeilichen und staatlichen Akten.“ knurrt der Alte und verschränkt seinerseits die Arme. Einige der Panzerknacker schnappen hörbar nach Luft. Auch Phantomias Stirn kräuselt sich „Damit du in spätestens zwei Wochen wieder irgendeinen Diebstahl verüben kannst, ohne dass man dich sofort verdächtigen kann?“ fragt er misstrauisch „Na mir soll´s Recht sein. Ich lege ein gutes Wort für euch ein.“ sagt Phantomias schulterzuckend. „Nicht nur ein gutes Wort. Die Akten sollen verschwinden. Komplett. Als würde man unsere Namen vergessen haben.“ brummt Opa Knack stur. Phantomias´ Stirn kräuselt sich noch mehr. „Gut. Das sollte ich hinbekommen.“ sagt er leise „Vorausgesetzt ich kriege die Taler und die Bohrer ohne irgendeinen Widerspruch.“ knurrt er und hebt Opa Knack seine Hand hin.
Dieser rotzt einmal kräftig in seine Hand und packt dann die des Rächers. Phantomias verzieht angeekelt das Gesicht. Dann sieht er die Mienen der anderen. Alle grinsen, wenn auch unterschiedlich. Die einen boshaft, die anderen hoffnungsvoll. Wieder einer grinst einfach nur, weil er Phantomias´ Miene gesehen hatte. Hoffentlich bereut er, Phantomias, diese Entscheidung nicht noch einmal...
„Phantomime? Kannst reinkommen.“ murmelt er dann und lässt Opas Hand los. Seine Hand wischt er erst einmal gründlich an seinem Cape ab. Wer rotzt heutzutage noch in seine Hand um eine Vereinbarung abzuschließen? Ekelhaft! „Hiermit können wir genauer werden. Wo ist eine eurer Plan-Karten? Wir haben einiges zu besprechen...“ sagt er, nachdem Phantomime einen eindeutig besseren, dramatischen Auftritt hingelegt hat. Opa Knack grinst mit seinen gelben Zähnen und weist auf den Holztisch in der Mitte des Raumes, auf dem bereits ein leeres Blatt Papier liegt.

Danke für´s Lesen dieser FanFiktion :)
Ich freue mich über jedes Review :D
Viele Grüße
Josy
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