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Der Rächer Entenhausens

von Daschwo
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dagobert Daisy Donald Gundel Gustav Phantomias
14.03.2016
14.03.2017
26
41.647
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12.05.2016 1.520
 
„Phantomias?“ staunen Trick und Track. Sie haben ihren Bruder völlig überhört. „Nein! Onkel Donald!“ beharrt Tick etwas lauter. „Ich bin nicht Donald!“ entgegnet Phantomias erschüttert. „Er kann gar nicht Onkel Donald sein!“ sagen Trick und Track einheitlich und sehen ihren Bruder verwirrt an. „Ahhh...“ macht Phantomias und starrt die anderen beiden an. >Danke für dieses Vertrauen!< denkt er sich halb beleidigt wie eine Leberwurst, halb froh. Beleidigt deshalb, weil man ihm, Donald nicht zutraut, Phantomias zu sein. „Nein! Er ist Onkel Donald! Ich seh doch hier, dass er direkt vor mir stehen muss!“ Tick hält seinen Brüdern das Ortungsgerät vor die Nasen. Diese runzeln die Stirn und ziehen einheitlich die linke Augenbraue hoch, als sie den Standort von ihnen selbst, dann den von Phantomias mit dem von Onkel Donald vergleichen. „Onkel Donald?!“ jetzt bekommen auch diese beiden Enten den Schnabel nicht mehr zu. „Ich bin definitiv nicht euer Onkel Donald.“ sagt Phantomias ruhig und weicht einen Schritt zurück, wie auch der Punkt, der Onkel Donald anzeigt. „Doch! Du hast vor wenigen Stunden erst einen Peilsender geschluckt! Und der zeigt dich an!“ jetzt kommen die Drillinge aus der Straße heraus auf Phantomias zu. Tick hält ihm das Ortungsgerät wie seinen Brüdern auch schon unter die Nase. „Das muss ein Fehler sein. Wann hätte ich einen Peilsender geschluckt?“ erwidert Phantomias kalt und weicht solang zurück, bis er einen Gartenzaun im Rücken spürt. Verdammt! „Als du dein ach so geliebtes Blaukraut gegessen hast!“ sagt Trick triumphierend. „Pfff. Euer Onkel Donald liegt in seinem Bett, versprochen.“ knurrt Phantomias unerbittlich. „Du meinst die Puppe, die du statt dir selbst zur Ruhe gelegt hast? O ja. Wir waren schon drin, in deinem Zimmer, Onkel Donald.“ knurrt Track zurück „Und jetzt würden wir gerne wissen, warum... und bei allem, das mir heilig ist... wie zur Hölle... du bist Phantomias?!!“ stottert Track daraufhin und tippt bei jedem Stotterer mit dem Zeigefinger auf Phantomias Brust. Seine Brüder nicken beipflichtend und verschränken die Arme. „Ich sagte doch, ich bin nicht euer Onkel Donald.“ beharrt Phantomias dennoch. „Mach uns nichts vor! Wir wissen, dass du es bist!“ faucht Trick dazwischen „Jetzt sag schon! Warum hast du uns nie gesagt, dass du... du bist?“ fragt er weniger böse. Phantomias atmet tief durch. Jetzt ist es vorbei. Er muss die Karten offen legen. „Okee. Oke, oke, oke. Lasst es mich erklären.“ murmelt er und nimmt seine Maske ab. Er will es als Donald Duck erklären, und da der Dieb noch immer bewusstlos ist, kann nichts passieren. In diesem Stadtviertel gibt es sowieso nur Läden und Kaufhäuser.
„Angefangen hat es mit der Tatsache, dass ich einfach etwas haben wollte, dass nur ich habe... wo mir kein Onkel Dagobert, keine Cousins und auch keine kleinen, nervigen Neffen dreinreden. Damals wollte ich nur Rache an denen nehmen, die mich regelmäßig verarschen und ausnutzen. Dann erkannte ich aber den Wert meiner zweiten Identität. Und auch die damit verbundene Tatsache, dass man jeden, mit dem Phantomias in freundschaftlichen Kontakt käme, in Gefahr wäre. Die Gefahr, weil man diese Person nutzen würde, mich zu erpressen. Und das konnte ich beim besten Willen nicht zulassen und gab mich selbst als den besten Freund Phantomias aus. Ich konnte mich wenigstens wehren, wenn es hart auf hart kam. Und ich hatte auch die Mittel und Wege, das Gedächtnis derer zu vernebeln, die meine zweite Identität erkannten... Ihr glaub gar nicht, wie oft ihr fast davon erfahren hättet!“ Phantomias lacht leise und trocken auf „In jeder freien Minute, in der ich alleine im Haus war, trainierte ich. Und in jeder freien Minute, in der ihr beispielsweise im Haus wart, habe ich den Schlaf nachgeholt, den ich brauchte, um auf zwei Füßen stehen zu können. Dussel hab ich nur einschlafen lassen, weil ich die Zeit besser nutzen wollte als mit ihm über Gustav zu lästern... auch wenn das ein guter Zeitvertreib ist... und jetzt helft mir bitte, die Edelsteine und den Schmuck wieder einzusammeln. Ich will diesen Dieb noch heute vor dem Polizeipräsidium abliefern.“
Donald atmet tief durch und sieht seine Neffen an. Diese schauen ihn mit einem merkwürdigen Blick an. Als wüssten sie nicht, was sie zu dieser Erklärung sagen sollten. „Wir hätten dir helfen können.“ sagt Trick schließlich. „Wir hätten dir bei deinen Aufgaben helfen könne, ehrlich.“ meint Track zustimmend. „Das habt ihr doch! Ihr habt mir mehr geholfen als alle anderen! Ihr habt mich schlafen lassen, mit ihm Haushalt geholfen und ihr habt dafür gesorgt, dass wir finanziell nicht vollkommen untergehen!“ Donald grinst und sieht sie fast väterlich an. Die Drillinge grinsen zurück. Dann beginnen sie damit, die Klunker wieder einzusammeln. „Warum behalten wir nicht einen?“ fragt Tick dann und hält einen Smaragd hoch. „Weil es uns nicht gehört. Phantomias ist kein gemeiner Dieb.“ antwortet Donald und steckt auch den letzten Klunker in die Ledertasche zurück. „Kommt mal her.“ sagt er dann. Zusammen wuchten sie den Hund durch die Gasse zurück in den schwarzen Wagen X. „Dein 313 ist also der legendäre X? Deswegen ist der Tank immer so schnell leer!“ murmelt Trick interessiert und begutachtet das Armaturenbrett. „Tja. Alles hat seinen Preis, sogar eine zweite Identität.“ meint Donald und legt seine Maske wieder an „Darf ich mal euer Ortungsgerät sehen?“ fragt er seine Neffen. Tick aber zögert. „Woher wissen wir, dass du unser Ortungsgerät nicht zerstörst und unser Gedächtnis dann vernebelst?“ fragt er misstrauisch. Abermals verschränken die Brüder synchron die Arme und sehen ihn abwartend an. Phantomias beißt sich auf die Zunge. Verdammt! Wieso sind die so neunmalklug?! „Ein Punkt für euch. Aber ihr radelt jetzt sofort nach Hause! Und wehe, ihr sagt irgendjemanden, wer ich bin!“ knurrt er furchteinflößend, steigt in seinen X und fährt los, die Drillinge zurücklassend. Hoffentlich geht das nicht irgendwann nach hinten los. Die Drillinge sehen ihm schweigend hinterher. Dann steigen sie auf ihre Fahrräder und radeln los. Erst als sie im Haus angekommen sind und alles hinter sich verriegelt haben, reden sie wie wild über das Geschehene.

Phantomias unterdessen schmeißt den Juwelendieb vor dem Polizeipräsidium heraus und fesselt ihn an einen Laternenpfahl, der wie alle anderen Laternenpfähle der Stadt außer Betrieb ist. Die Ledertasche legt er direkt neben den Dieb. Dann fährt er wieder los.
„Und? Was war den hinter diesem plötzlichen Licht zu finden?“ fragt eine weibliche Stimme urplötzlich. Phantomias bekommt fast einen Herzkasper und kann das Lenkrad gerade noch so herumreißen, dass er nicht in den nächsten Baum kracht. Neben ihm klettert Phantomime auf den Beifahrersitz. „Wie lang warst du schon da hinten?“ fragt Phantomias misstrauisch. „Bin hineingesprungen, als du den Juwelendieb festgeschnürt hast.“ meint sie unschuldig lächelnd „Also. Wer war denn hinter dieser Taschenlampe?“ fragt sie abermals. „Meine Nef... ein paar Jugendliche, die... nachts radeln waren.“ fast hätte er sich verplappert. Verdammt! Er muss mehr aufpassen! „Sollten sich was schämen, einfach mitten im Kampf das Licht anzuschalten.“ meint Phantomime ironisch und grinst breit „Und warum wolltest du überhaupt Wut herauslassen?“ fragt sie verwirrt. „Weil mein heutiger Tag einfach beschissen lief. Angefangen vom Aufstehen bis in den Abend hinein, wo man mir das Blaukrautglas zuklebte!“ knurrt Phantomias wenig begeistert. Phantomime grunzt belustigt und wenig damenhaft auf „Man klebt dir deine Blaukrautgläser zu?“ fragt sie lachend. Das ist das schöne an Phantomime! Sie findet an allem etwas zu lachen! Wie Daisy... ob die sich gerade mit diesem Schnösel Gustav ausdenkt, wie sie ihre Hochzeit veranstalten? „Was hast du?“ fragt Phantomime. Sie hat sehrwohl den plötzlich sehr traurigen Gesichtsausdruck in Phantomias gesehen. „Nichts.“ stöhnt er „Nur die Frau meiner Träume hat sich verlobt.“ meint er bedauernd. „Hm.“ macht Phantomime nachdenklich „Tut mir Leid für dich.“ sagt sie dann leise „Wenn´s dich tröstet, mein Tag war auch nicht perfekt.“ fügt sie hinzu. „Warum?“ fragt Phantomias aufmerksam. Er will sich auf andere Gedanken bringen. „Ich hab mich mit meinem besten Freund gestritten.“ meint sie nur und schnieft leise. „Tut mir Leid. Aber das wird schon wieder werden. Gute Freunde vergeben sich einande... da ist ein Panzerknacker!“

Phantomias hätte fast das Lenkrad losgelassen, als er die große, bullige Gestalt mitten auf der Straße sieht. Stattdessen tritt er aber kräftig in die Bremse und legt eine Vollbremsung hin. Gleich darauf schimpft er sich in Gedanken. Hätte er den Panzerknacker gleich überfahren! Wäre besser für seine, Phantomias Knochen! „Nein. Das ist kein Panzerknacker.“ kichert Phantomime leise „Quatsch! Du hast nur dank deines superduper Autos nicht bemerkt, dass du inzwischen im Park herumfährst! Das ist eine dieser altertümlichen Skulpturen, die Primus von Quack angeschleppt hat und das Museum nicht mehr aufnehmen konnte!“ lacht sie laut. Phantomias runzelt die Stirn und begutachtet die Gestalt näher. Tatsache. Das ist eine dieser uralten Steinklötze, die man hier aufgestellt hat. Pfu. Das hätte schlecht enden können. Für ihn, sein Auto, seine Knochen und für Phantomime natürlich auch. Gut, dass er seine Nachtsichtbrille trägt! „Und? Mischen wir noch ein bisschen die Verbrecher der Stadt auf?“ fragt er Phantomime, um seinen Fehler zu überspielen. „Was denn sonst?“ entgegnet sie kokett lächelnd „Eine erfolgreiche Nacht wünsch ich dir.“ sagt sie zum Abschied, steigt aus und rollt auf ihren Rollschuhen davon. „Dir auch!“ ruft Phantomias ihr hinterher, wendet sein Auto und fährt weiter. Hoffentlich springen da draußen noch ein paar von diesen Bösewichten herum.
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