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Die Prophezeiung

von Rizumi
GeschichteFantasy / P12 / Gen
14.03.2016
27.03.2016
4
2.135
 
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25.03.2016 653
 
Mein Kopf schwirrte , als ich aufwachte . Ich blinzelte , um meine verschwommene Sicht zu verbessern und stöhnte bei dem Versuch mich aufzurichten : Schmerzen schossen mir durch den Körper , und ich ließ mich seufzend wieder auf den Boden fallen . Was zum Henker war mit mir passiert ? Ich brauchte einen Moment , dann wurden die Erinnerungen an meine erste sogenannte "Quest" wach . Bei der Erinnerung an die harten Schläge des Azuros zuckte ich zusammen und knirschte mit den Zähnen . Ich hatte es überlebt , doch ich fühlte mich hundertprozentig elend und mein Rucksack , mein Bogen sowie meine Begleiter waren fort . Wenn ich hier wieder weg wollte , bräuchte ich mindestens vier Aptonothe , die mich zögen . Zum ersten Mal sah ich mich um : Ich lag auf einer kleinen Lichtung  , die von Laubbäumen umgeben war , welche des Herbstes wegen ihre roten und gelben Blätter abwarfen . Nur zwei oder drei Meter von mir entfernt , bahnte sich ein kleiner Bach seinen Weg , das Plätschern des Wasser war beruhigend . Um die Schmerzen soweit zu präventieren wie es ging , setzte ich mich schnell auf . Sofort erregte etwas meine Aufmerksamkeit : Am anderen Ende der Lichtung lag ein schwerer , gepanzerter Tierkörper ... er war eindeutig leblos . Ich kroch hin , um ihn mir genauer anzusehen , ich hielt ihn für vielleicht ein Bullfango , als mir die markante Farbe ins Auge stach : Bläulich bis Türkis . Ich schluckte .
Was da vor mir lag war weder ein Bullfango , noch sonst irgendetwas .
Es war der leblose Körper des Azuros .
Zitternd robbte ich rückwärts , und lehnte mich gegen einen Baumstumpf . Mein Instinkt sagte mir wegzulaufen , das hier war das Nest einer Bestie , die aus einem Azuros leichte Beute machte , doch ich konnte nicht , ich war viel zu schwach . Nach wenigen Minuten der puren Angst , begann mein Atmungsrythmus gleichmäßiger zu werden , und ich schlief ein .

Ein leises Rascheln zwischen den Bäumen weckte mich und damit auch meine Angst . Das einzige was ich tun konnte , war auf meinen fast schon sicheren Tod zu warten , und das war - wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt - nicht besonders angenehm . Ich sah einen Schatten aus dem Wald kommen und nahm ihn in Augenschein : Die Konturen waren gut zu erkennen , das Wesen hatte in etwa die Größe eines Azuros , schien auf vier Beinen zu gehen , der Körperbau war beeindruckend muskulös .
Dann sah ich meinen vermeintlich zukünftigen Mörder genauer :
Sein Kopf war sehr klein , die Ohren waren Spitz , genauso wie Krallen und Zähne des Tiers . Jetzt , da ich es genauer beobachtete , erinnerte es mich stark an einen Wolf .
Seine Schuppen und sein Fell waren leuchtend türkis , viel intensiver als die des Azuros , und es hatte einen langen , platten Schweif , welcher , wie der Großteil des restlichen Körpers auch , mit kleinen , gelblichen Stacheln besetzt war .
Die Schritte des Wesens waren bedacht , und jede seiner Bewegung waren anmutig und elegant .
Es kam auf mich zu , ich war viel zu gelähmt um zu fliehen , doch es geschah nichts . Das Tier schnupperte an mir und strich um mich herum . Während all dem hatte ich fürchterliche Angst und ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst , aber nichts davon wäre nötig gewesen .  
Der Wolf bellte leise und schob seinen Schweif unter mich . Verängstigt wollte ich mich wehren , als ich hochgehoben wurde und auf dem Rücken des Wesens landete .
Was war hier los ? Ich wollte hinunter , doch die gelblichen Fortsätze hinderten mich daran . Und so kam es , dass ich einen Hang hinaufgetragen wurde , und schließlich vor dem Bauernhof des Schäfers abgesetzt wurde .
Zuerst verstand ich nichts , doch dann begriff ich , dass das Tier mir half ! Alleine wäre ich auf der Lichtung verkommen , doch der Schäfer würde mich finden und der Gilde übergeben ...
Ich blickte zu meinem Helfer auf , doch ich sah nur noch seine Schweifspitze im Dickicht verschwinden .
Warum , fragte ich mich . Warum hatte mir eine vermeintliche Bestie das Leben gerettet ?
Doch eins stand fest : Ich würde dem Wolf ewig dankbar sein .
Mit zu vielen Fragen im Kopf sank ich an der Stelle zusammen und schlief ein .
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