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Die Prophezeiung

von Rizumi
GeschichteFantasy / P12 / Gen
14.03.2016
27.03.2016
4
2.135
 
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15.03.2016 867
 
Bevor ich hier mehr erzähle , solltet ihr erstmal etwas über mich erfahren . Ich heiße Vencel ,  bin 14 Jahre alt und Waisenkind . Warum ich nicht traurig bin ? Ich habe meine Eltern nie gekannt , vermutlich passierte es , als ich noch sehr jung war . Man hatte mir erzählt , sie hatten sich einem schrecklichen Wesen , einem Gore Magala gestellt und wären nie wieder gesehen worden . Ich war anders als andere Jugendliche : Ich kämpfte nicht gerne gegen andere Jägergilden , ich war weder muskulös noch tötete ich gerne Tiere . Das würde ich nur tun , wenn es auch nötig wäre .
Ich lebte im Dorf Nugarou , dass der Jägergilde der Dragonen angehörte . Die Dragonen schienen sehr erfolgreich zu sein , was auch immer das helfen sollte . Vor wenigen Monden hatten sich rund um die Dörfer bestialische Wesen eingenistet , und die Jäger bekämpften sich gegenseitig . Allein bei dem Gedanken daran musste ich den Kopf schütteln .
So viel zu mir .
Doch ausgerechnet ich war zur Jägerschule geschickt worden. Dort wurden alle Jugendlichen aus der Umgebung zu Jägern ausgebildet .
Ich saß nun schon seit zwei Tagen in meinem Zimmer dort und studierte die "Monsterlisten" , die man mir bei meiner Ankunft ausgehändigt hatte . Ich war gerade über den Gore Magala gestolpert , als ein Mann den Raum betrat . Er trug eine mausgraue Mönchskutte , die sein Gesicht verbarg und ihn ein bisschen bedrohlich aussehen ließ . "Vencel? Dragon?", fragte der Mann mit einer monotonen Stimme . Ich rutschte unruhig auf meinem Bett hin und her . "Der bin ich " , sagte ich halblaut .
"Du wirst in der Versammlungshalle der Dragonen erwartet . In zwei Stunden ." . Der Mönch schloss die Tür hinter sich und ich hörte Schritte durch das Treppenhaus hallen . Ich legte das Stück Papier zur Seite und richtete mich auf . Irgendwie hatte ich doch Lust etwas über das Jägerdasein zu lernen , doch davor lagen noch zwei lange Stunden Suche nach der besagten Versammlungshalle .
Mit einem Seufzer verließ ich das Zimmer und begann mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen .

Nun waren schon 6 Tage seit der ersten Versammlung vergangen und ich war theoretisch schon recht erfahren , aber nicht praktisch . Ich dachte stets darüber nach " das Problem" zu lösen , das Problem war da nur , dass ich es alleine nicht schaffen würde , und ich kannte keinen , der nicht zu sehr mit Gildenschlachten beschäftig war .
Ich schulterte meinen hölzernen Bogen und einen Köcher voller Pfeile , packte ein paar Heiltränke , einen Brotlaib ,zwei Wetzsteine in meinen Rucksack und betrat den Innenhof der Jägerschule . Zuerst blendete mich die Sonne , dann entdeckte ich 3 Jugendliche , die alle etwas größer waren als ich . "Tag , Vencel !" , begrüßte mich John , der sich ein riesiges Schwert übergeschnallt hatte . Ich hob die Hand :
" Wann fangen wir an ? " , fragte ich . Vielleicht sollte ich erst mal erklären was hier los war . Ich hatte meine erste Praxisaufgabe erhalten , wir sollten eine Schafsherde bewachen , der Bauer hatte uns erzählt etwas habe in den letzten Nächten ein dutzend seiner Tiere gerissen . Anscheinend hielt man dieses "Raubtier" nicht für gefährlich , sonst hätte man ja keinen Haufen Neujäger dafür angeheuert es zu erjagen . So , soviel müsst ihr wissen.
Also machten wir  - Ich , Scutch , Simon und John - uns auf den Weg unseren ersten Auftrag zu bestreiten .


Ich war gerade im Gehege postiert , als ich es knacken hörte .
Darauf bedacht möglichst wenig Geräusche zu machen , legte
ich einen Pfeil auf die Sehne . Ich vernahm ein erneutes Knacken und eine junge Fichte bog sich  .
Dann erhob sich eine bullige Bestie aus dem Unterholz .
Sie ähnelte einem Bären , doch ihr Rücken war durch einen bläulichen Panzer geschützt , die Klauen an den bestachelten Pranken waren unnatürlich lang und scharf .
Ich wusste sofort , was sich da vor mir befand .
Tollwütig wäre diese Reißzahnbestie selbst für erfahrene Jäger tödlich .
Ein Arzuros .
Die wilden , irren Augen verrieten mir sofort von welcher Krankheit das Wesen befallen war . Ich wollte weglaufen , was wohl klüger gewesen wäre doch plötzlich stürmten Scutch und John auf den Schafmörder zu .
John versuchte einen Hieb zu landen  , scheiterte aber kläglich . Der Arzuros beäugte ihn kurz , dann ließ er sich auf alle viere fallen und trottete auf meinen Begleiter zu . Nur einen Moment später verpasste ihm die Reißzahnbestie einen
Schlag mit seiner Pranke , und John stand nicht wieder auf .
In diesem Moment wurde mir der Ernst der Lage so richtig bewusst . Instinktiv feuerte ich den ersten Pfeil ab , der sein Ziel verfehlte . Der zweite prallte am harten Panzer des Arzuros ab , verschaffte aber Scutch genügend Zeit koordiniert mit seiner Eisenlanze zuzustechen . Der Bär brüllte auf , als sich die Spitze der scharfen Waffe in sein Bein bohrte . Entschlossen und voller Enthusiasmus schwang ich mich über den Zaun , doch das war ein Fehler . Das Wesen visierte plötzlich mich an , und ich fiel in mir zusammen , als er mich mit seiner Oberarmschiene im Gesicht traf . Ein grässlicher Schmerz schoss durch meinen Körper und als ich wegkriechen wollte protestierte er . Ich konnte noch aus dem Augenwinkel  sehen wie Scutch flüchtete . Wo Simon war , wusste ich nicht .

Ich mobilisierte meine letzten Kräfte und schlurfte in Richtung Abgrund , doch auch jetzt war ich zu langsam . Ich sah mein Leben an mir vorbeiziehen , als ich durch den Schlag des Arzuros beflügelt , die Klippe hinabstürzte.

Dann verlor ich das Bewusstsein .
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