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Hamburg City Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Nils Egtermeyer OC (Own Character)
14.03.2016
01.04.2016
19
30.636
 
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22.03.2016 1.477
 
Anna umarmte mich erneut herzlich. „Wann ist es denn so weit?“ fragte Andi. „In 12 Wochen, wenn nichts dazwischen kommt. Aber Krümels Vater macht mich noch ganz wahnsinnig“, gab ich zu. „Nils versucht zwar, alle Probleme von uns fern zu halten, aber dieser Typ bringt mich mal noch zum ausrasten.“ Andi umarmte mich freundschaftlich. „Das schaffen wir schon. Immerhin kannst du auf Anna und mich zählen.“
„Chefchen, darf ich endlich mal wieder ins Schloss hinein?“ fragte ich Fo unvermittelt. Der lachte nur. „Mach das, immerhin bist du quasi die Kronprinzessin hier.“ Ich schnappte mir meine Freundin aus Kindertagen an der Hand, und wir liefen auf den Eingang des Restaurants zu.

Auf der Kochmesse in Karlsruhe:

„Meine Damen und Herren, heute liefern sich hier zwei großartige TV-Köche ein Duell. Begrüßen sie bitte Nils Egtermeyer und Steffen Henssler!“ kündigte der Moderator an. Nils und Steffen betraten gemeinsam die die Bühne, würdigten sich allerdings keines Blickes. Der Moderator versuchte sich in Smalltalk. „Sie haben ja beide ihre Restaurants in Hamburg. Da kennt man sich doch sicher?“ „Zwangsläufig“, bellte Steffen. Nils entgegnete „Dito. Auf deine Bekanntschaft könnte ich auch verzichten, Henssler.“ Der junge Moderator starrte die Kontrahenten fassungslos an. „Ach Egtermeyer, ich könnte auch auf dich verzichten, aber du hast dir ja meine Frau und mein Kind unter den Nagel gerissen“, provozierte Steffen munter weiter. Nils ließ das nicht auf sich sitzen. „Hättest du MEINE Frau mal besser behandelt, hätte sie keine Zuflucht bei mir gesucht!“ Der dunkelhaarige Hamburger schnaubte verächtlich. Nils funkelte ihn wütend an. „Und wer dir Volltrottel einen Stern verliehen hat, wüsste ich auch gerne. Sternesushi, wie lächerlich ist das denn bitte?“ Da reichte es Steffen, und er verpasste dem rotblonden eine schallende Ohrfeige. Der verzweifelte Moderator war inzwischen regelrecht von der Bühne geflohen, und rief nach dem Sicherheitsdienst.
Die beiden Hamburger Köche beschränkten sich nun nicht mehr auf Ohrfeigen. Auf der Bühne flogen die Fäuste. „Herrje, nun reißen sie sich doch zusammen“, versuchte der Moderator einen Einwand, aber die beiden wütenden Männer waren nicht mehr zu trennen.
Selbst die Security brauchte noch zwanzig Minuten, um die Kampfhähne auseinander zu halten. Als das geschafft war, wurde die Kochshow natürlich abgeblasen und beiden zu gleichen Teilen in Rechnung gestellt. Überdies wurden beide direkt der Halle verwiesen.
Kleinlaut rief Nils also bei seiner Liebsten an.

In der Speisemeisterei:
Ich streifte gerade mit Anna durch das Schloss, und schwelgte in Erinnerungen, als mein Handy klingelte. Anna entwand es mir. „Anna Schweiger, hallo?“ „Wie bitte? Seid ihr völlig verrückt? Ich glaube es ja nicht! Nein, bekommst du nicht! Du kommst sofort hier her, und erklärst es ihr selbst!“ bellte sie und legte direkt danach auf. „Anna, was bitte war das denn?“ fauchte ich. Ich hasste ihre Angewohnheit, Gespräche die für mich bestimmt waren, anzunehmen immer noch. „Das war dein Nils. Er ist in einer Stunde da. Es gab auf der Messe wohl einen kleinen Zusammenstoß.“
Ich verdrehte die Augen. Da konnte nur Steffen dahinter stecken. Der war nämlich der einzige, der meinen Liebsten komplett zum ausrasten brachte. Nils war ansonsten ein ruhiger und besonnener Kerl, der lieber dreimal nachdachte, bevor er etwas aussprach. Und genau diese Besonnenheit liebte ich so an ihm.
Eine Stunde später saß ich mit dem Ehepaar Schweiger auf der Terrasse der Speisemeisterei und futterte glücklich einen Teller von Markus‘ Spezial-Nudelgericht, dass er damals extra für mich kreiert hatte. Die Speisemeisterei hatte zwar eine wechselnde Karte, aber „Fräulein Berger“, wie das Gericht genannt wurde, fand sich immer darauf. Angeblich war es einer ihrer Verkaufsschlager.
Da fuhr Nils auf den Hof. Ich sah schon von weitem, dass er das Veilchen des Jahrhunderts hatte, und auch sonst etwas ramponiert aussah. Andi sah das wohl auch, denn er rümpfte die Nase.
„Unser Rookie hat sich wohl geprügelt?“ Anna rollte mit den Augen. „Seid ihr aus diesem Alter nicht raus?“ Ich hingegen aß ungerührt weiter. Auf DIESE Erklärung war ich gespannt.
Da trat er zu uns. „Hey Andi, Anna, was macht ihr denn hier?“ begrüßte er zunächst seinen Kollegen nebst Frau. „Anna hat erfahren, dass Lenchen am Wochenende hier ist, und so lange genervt, bis ich zugestimmt habe, sie besuchen zu fahren. Die Kinder sind bei Oma und Opa in Karlsruhe“, erklärte Andi. Anna umarmte Nils kurz. „Was habt ihr denn angestellt?“ fragte sie, und zeigte anklagend auf Nils‘ blaues Auge.
Mein Liebster ließ es sich nicht nehmen, mich zu begrüßen, bevor er sich zu einer Erklärung aufraffte.
„Ich sollte doch bei diesem Duell-Dings mitmachen. Ich wusste erst nicht, wer mein Duellpartner ist. Naja, es war Henssler. Und dann hat ein Wort das andere gegeben….Er sieht noch schlimmer aus als ich“, grinste Nils. „Und darauf bist du auch noch stolz? Du weißt schon, dass er Krümels Vater ist?“ fauchte ich los, und bereute meine Worte, kaum dass ich sie ausgesprochen hatte.
Nils‘ Gesichtszüge entgleisten, Andi ließ sein Bierglas fallen und Anna trat mir gegen das Schienbein. „Scheisse! Nils so war das natürlich nicht gemeint“, versuchte ich die Situation zu retten. „Wie dann?“ schnappte mein Freund. „Naja, er ist Krümels Erzeuger. Ohne ihn würden wir nicht in 12 Wochen Eltern werden. Ohne Krümel wäre ich vielleicht nie Andi wieder in die Arme gelaufen, und ohne Andi hätte ich dich nicht getroffen. Also hat Steffen ungewollt dazu beigetragen, dass ich mein großes Glück gefunden habe-in dir“, schloss ich. Nils‘ Blick wurde weicher, und er schloss mich in die Arme. „Elegant gerettet“, schmunzelte er. Ich küsste ihn vorsichtig. „Ich liebe dich“, flüsterte ich. „Aber jetzt ab in die Küche, du brauchst etwas zum kühlen!“ Ich schleifte ihn hinter mir her, direkt in das Zentrum des Schlosses. „Herr Eberhardinger!“ posaunte ich auch direkt los. Der Gerufene tauchte verschreckt hinter einem Topf auf. „Ach, Lenchen, du bist es. Ich dachte schon. Was braucht ihr? Sagt nichts!“ Eilig wuselte er davon, um Nils eine Minute später ein Steak auf das blaue Auge zu legen. Dieser seufzte auf. „Das tut gut. Dieser unsägliche Henssler!“
Markus rollte mit den Augen. „Du hättest doch mich heiraten sollen, ich prügle mich wenigstens nicht“, lachte er in meine Richtung. Ich streckte ihm die Zunge heraus. „Und was war das mit Lukas Schilling? DEN hast du nicht vertrimmt oder wie?“ Markus wurde rot.
Lukas Schilling war der Azubi gewesen, der gemeinsam mit mir eingestellt wurde. Er hatte offenkundig Gefallen an mir gefunden, und baggerte mich immer auf die schmierigste Art und Weise an. Irgendwann war es Markus zu bunt geworden, und er hatte den smarten Blonden vermöbelt. Frank hatte ihn dafür abgemahnt, und Lukas hatte mich nicht mehr beachtet. Seit diesem Tag waren wir ein Paar gewesen.
Nils grinste. „Oho, du hast dich also auch schon wegen Lena geprügelt?“ Ich verteilte Kopfnüsse.
„Markus, hast du zufällig eine Portion Nachtisch für mich?“ Markus reichte mir ein Gläschen mit Maracujamousse und Schokoladensplittern. Ich steckte mir einen Löffel davon in den Mund und seufzte begeistert auf. Nils murrte, und ich fütterte ihn. Auch er gab ein genießerisches Geräusch von sich. So standen wir da noch eine Weile, bis unser Chef uns geschlossen aus der Küche entfernte.
„Husch, raus hier! Lasst uns die Sonne auf der Terrasse noch genießen!“ ordnete er an.
So verbrachten wir den Rest des Tages bei einem (für mich alkoholfreien) Bier und guten Gesprächen.
Drei Monate später war ich im Mutterschutz und langweilte mich fürchterlich. Die Wohnung war quasi klinisch rein, da ich mir die Zeit mit putzen vertrieb, oder ich führte Oles Hunde aus. Philipp machte keinerlei Anstalten, auf die Welt kommen zu wollen, und meine Gynäkologin hatte mir den Rat gegeben, mich viel zu bewegen, damit die Wehen eingeleitet würden. Nur meinen kleinen Bauchbewohner kümmerte das wenig. Zu Fo hatte ich inzwischen ein sehr liebevolles Verhältnis entwickelt, und er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Auch Cornelia, seine Frau, unterstützte mich, wo sie nur konnte. Meine Eltern weilten nach wie vor in Paraguay, und interessierten sich nicht wirklich für die anstehende Geburt ihres Enkels.
Nils‘ Mutter hatte sich für die kommende Woche angekündigt, um mir in der ersten Zeit unter die Arme greifen zu können, und ich freute mich schon darauf, sie endlich kennen zu lernen, fernab von Skype und Telefon.
Ich war gerade mit Oles Hunden entlang der Elbe unterwegs, als mich ein stechender Schmerz überrollte. Ausgerechnet jetzt hatte es Philipp wohl eilig, fluchte ich innerlich. Ich legte eine Hand auf meinen schmerzenden Bauch, und versuchte ruhig weiter zu atmen. Aber keine Chance, die nächste Schmerzwelle ließ nicht lange auf sich warten. „Aaaargh!“ brüllte ich meinen Schmerz heraus. Auf einmal stand Steffen vor mir.
„Was ist das hier für ein Krach vor meinem Lokal?“ fragte er halb amüsiert, halb besorgt. „Krümel will hallo sagen“, presste ich zwischen den Zähnen hervor. „Aaaargh! Notarzt, sofort!!“ bellte ich den Verursacher meiner Schmerzen an. Steffen riss sich zusammen, und rief einen Krankenwagen. Danach rief er Ole an, und teilte ihm mit, wo er seine Hunde einsammeln könne.
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