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Hamburg City Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Nils Egtermeyer OC (Own Character)
14.03.2016
01.04.2016
19
30.636
 
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29.03.2016 1.096
 
Steffen brummte. „Hättest du gleich mich genommen.“ „Schätzchen, du hältst es auch nicht gerade sehr mit der Treue, also bitte!“ „Wie denkst du, dass es weitergeht?“ fragte Steffen besorgt. „Keine Ahnung. Ich bleibe erstmal ein paar Tage bei Markus, dann sehe ich weiter. Es ist nicht so einfach. Wir haben immerhin drei Kinder mit einander.“ Phils Vater seufzte. „Wenn du mich brauchst, du weißt wo du mich findest“, beendete er das Gespräch.
Ich kehrte an das Krankenbett meines Vaters zurück. Phil schlief immer noch in dessen Armen, und Markus betreute die Mädchen liebevoll.
„Und? Was war so dringend?“ fragte er neugierig. „Nicht hier, ich will nicht, dass Papa sich wieder aufregt.“ Ich nahm Schnine auf den Arm, während Markus Marla herumtrug. „Lass uns kurz vor die Tür gehen.“ Mein Ex folgte mir auf dem Fuße. Kaum hatte ich die Tür geschlossen, brach es aus mir heraus. „Nils hat mich betrogen! Mit dieser Martha, die erst seit drei Monaten im Jelly arbeitet!“ Markus‘ Gesichtszüge entgleisten kurz. „WAS?“ „Du hast mich schon verstanden. Aber ich bin auch kein Unschuldslamm. Immerhin habe ich Steffen geküsst.“ „Das ist zwar auch nicht klug, aber immerhin war es nur ein Kuss. Nils hat dagegen etwas viel schlimmeres gemacht. Meinst du, du kannst ihm verzeihen?“ Ich sah Markus tief in die Augen. Aufrichtigkeit und Freundschaft waren darin zu erkennen. „Ich weiß es nicht. Es tut in erster Linie sehr weh.“ Er umarmte mich erneut. „Jetzt lass‘ uns nach deinem Vater sehen.“
Die nächsten drei Tage wich ich Fo nicht von der Seite. Markus oder Cornelia betreuten die Kinder, während ich stundenlang am Bett meines Vaters wachte. Nichts auf der Welt vermochte mich von ihm wegzubewegen.
Am dritten Tag ging die Tür zu seinem Zimmer auf, und Nils stand vor mir. Ich würdigte ihn allerdings keines Blickes.  „Fo, wie geht es dir inzwischen?“ fragte er seinen Kollegen und Freund. „Ich werde morgen entlassen, also alles bestens. Und dir?“ Nils senkte den Kopf. „Nicht so gut. Kann ich deine Tochter kurz entführen?“ Fo nickte milde. Ich jedoch machte keinerlei Anstalten, ihm zu folgen. Nils schaute mich durchdringend an, und ich erhob mich widerwillig und folgte ihm auf den Gang. Dort angekommen, verpasste ich ihm eine schallende Ohrfeige. „Martha, ja?“ Nils‘ blaue Augen sahen mich schuldbewusst an. „Lass‘ mich erklären“, begann er. „Nein! Nicht jetzt und nicht hier! Ich kümmere mich, wie du sicher bemerkt hast, um meinen kranken Vater! Und der steht derzeit über allem! Wenn du also die Güte hättest, mich entweder mit ihm allein zu lassen, oder mitzukommen, und die Klappe zu halten?“ Nils entschied sich für letzteres.
Weitere drei Tage später traten wir die Heimreise an. Da wir mit zwei Autos unterwegs waren, hatte er Phil und die Benjamin Blümchen CD im Schlepptau, während ich die Mädchen transportierte.
In Hamburg angekommen, brachten wir zunächst die Kinder ins Bett, und setzten uns dann aufs Sofa. „Jetzt bin ich auf deine Erklärung gespannt“, knurrte ich ihn an. Nils nahm meine Hand. „Schatz, hör mir zu. Das war ein riesiger Fehler. Aber die Kinder haben dich so vereinnahmt. Ich habe mich einfach wie Luft gefühlt, und Martha hat mir in dieser Zeit einfach das Gefühl gegeben, jemand zu sein. Ein Mann, wenn du verstehst.“ Ich funkelte ihn wütend an. „Also sind die Kinder, an deren Produktion du genau so beteiligt warst, und ich schuld, dass du zu dieser Barbie ins Bett steigst? Nils, das ist so erbärmlich!“  „Ach, als ob du keine Gefühle für Steffen hättest!“ schnappte er zurück. „Die habe ich nie abgestritten, und nie ausgelebt, bis auf zweimal, als wir uns geküsst haben.“ Nils riss die Augen auf. „Wir waren wenigstens nicht miteinander im Bett, das ist zwar nicht wirklich viel besser, aber immerhin. Schau mich nicht so an. Ich lasse mir jetzt nicht den schwarzen Peter zuschieben.“ Er senkte den Kopf. „Du hast Recht. Ich will dich und unsere Kinder nicht verlieren-ich liebe euch unendlich. Das ist mir klar geworden. Und glaub mir, Ole hat mir fast den Kopf abgerissen.“ „Und das völlig zu Recht. Sei froh, dass du nicht an Steffen geraten bist, der hätte dir noch was anderes abgerissen. Und schöne Grüße auch von Andi-du bist ein Riesen-Arschloch.“
„Und wie geht das jetzt weiter mit uns?“ „Gib‘ mir Zeit, Nils. Allein für die Kinder will ich es nochmal mit dir versuchen, aber erwarte nicht, dass von heute auf morgen alles beim alten ist. Aber ich liebe dich aus mir rätselhaften Gründen immer noch.“ Nils umarmte mich zaghaft, was ich ebenso vorsichtig erwiderte. „Ich liebe dich“, flüsterte er mit erstickter Stimme. Ich strich ihm sanft über das rotblonde Haar, das ich so an ihm liebte. „Ich dich auch. Ich denke, das bekommen wir hin.“
Ein halbes Jahr später hatten wir es wieder hinbekommen. Nils hatte Martha direkt gefeuert, und sich mit Ole und Steffen an einen Tisch gesetzt. Alle drei hatten offen miteinander gesprochen, und Steffen hatte zugegeben, dass er mich liebte. Nils hatte ihm daraufhin freundschaftlich die Hand gereicht. „Da sind wir schon zwei, und unsere Lena ist einfach eine wahnsinnig tolle Frau. Aber in Zukunft behältst du deine Zunge bei dir!“ Steffen lachte schallend. „Das verspreche ich dir. Aber jetzt wird es Zeit für eine Hochzeit! Ich biete euch das Henssler&Henssler als Feierlocation an.“
Nils knuffte ihn spielerisch. „Danke für das Angebot, aber wir haben noch nicht einmal einen Termin?“ So kam es, dass Nils und ich nach diesem runden Tisch lange über einen Termin für unsere Hochzeit diskutierten.
Mir zog es bei diesem Thema komischerweise das Herz schmerzhaft zusammen. Ja, ich liebte Nils und hatte ihm die Affäre auch weitgehend verziehen, aber meine Gefühle und Gedanken waren auch noch oft bei Steffen. Er war mir im letzten halben Jahr immer zur Seite gestanden, und hatte sich geduldig meinen Seelenmüll angehört. Er hatte nie nachgefragt, nie gedrängt, nie versucht, mich an sich zu binden. Er war ganz Gentleman gewesen. Das hatte mein Herz noch mehr für ihn geöffnet.
Die Termindiskussion wurde ohnehin hinten angestellt, da die Mädchen wie immer ein grandioses Timing besaßen und durch lautstarkes Brüllen verkündeten, dass sie Hunger hatten.
Nachdem wir die beiden gefüttert hatten, versuchten wir, den Faden wieder aufzunehmen,
Doch wir konnten uns nicht recht einigen. Nils war für eine Winterhochzeit, ich bevorzugte den Sommer. Er wollte Steffens Angebot annehmen, ich wollte in meiner Heimat heiraten. Oder wollte ich das überhaupt noch? Ich vergrub verzweifelt die Hände in meinen Haaren. „Lass‘ uns das vertagen, Schatz. Heute kommt nichts mehr Sinnvolles dabei heraus.“ Nils drückte zärtlich meine Hand. „Du hast recht. Aber wir finden schon eine Lösung.“
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