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Hamburg City Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Nils Egtermeyer OC (Own Character)
14.03.2016
01.04.2016
19
30.636
 
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28.03.2016 1.337
 
Drei Monate später steckte unsere Beziehung in einer tiefen Krise. Nils war nach wie vor viel unterwegs, und ich mit drei kleinen Kindern restlos überfordert. Die Zwillinge hatten sich als Schreikinder entpuppt, und Phil wurde zunehmend eifersüchtig, da ich den Zwillingen in seinen Augen zu viel Aufmerksamkeit zukommen ließ. Nils meinte dazu, ich solle mich nicht so haben, immerhin wäre ich mit Phil ja auch fertig geworden. „Der war aber kein Schreikind!“ brüllte ich ihn an. „Wenn du 24 Stunden lang mit zwei Babys auf dem Arm unterwegs bist, weil sie nur dann Ruhe geben, bist du einfach irgendwann platt. Und ich leide genauso wie unser Sohn darunter, dass ich wenig Zeit für ihn habe. Aber mein Mister kann ja natürlich nicht kürzer treten, das wäre ja zu viel verlangt!“ „Und von was leben wir dann? Luft und Liebe? Immerhin haben wir derzeit nur ein Gehalt zur Verfügung!“ bellte er zurück. „Weißt du was? Ich bin jetzt mal drei Stunden weg, sieh zu, wie du klar kommst. Im Kühlschrank sind zwei Fläschchen. Wiedersehen!“ Ich schnappte mir meine Handtasche und meine Jacke und verließ rauchend vor Wut die Wohnung.
Ich musste zunächst den Kopf frei bekommen, und lief in Richtung der Alsterterrasse. An den Ort, an dem unsere Liebe begonnen hatte. Ich setzte mich auf eine Stufe, und starrte trübsinnig auf das Wasser. Ich könnte diesen Mann umbringen! Ich opferte mich 24 Stunden lang für 3 Kinder auf, und er? War zwei Tage die Woche zu Hause, und meinte, er könne sich ein Urteil erlauben!
Da hörte ich eine vertraute Stimme neben mir. „Lena, was machst du so alleine hier draußen? Hast du die Kinder bei Ebay verkauft?“ Ich sah in Steffens treue braune Augen. „Hör‘ bloß auf. Nils und ich hatten einen riesigen Zoff. Du weißt ja, dass Marla und Schnine Schreikinder sind. Er hält mir vor, dass ich den dreien nicht genug gerecht würde.“ Steffen nahm mich in den Arm. „Du machst das prima. Lass‘ dir da nur nichts einreden. Ich bewundere dich für die Ruhe, die du trotz allem bewahrst.“ Ich kuschelte mich an ihn. „Wenn Nils das nur auch so sehen würde. Immer diese Vorwürfe! Das macht mich wahnsinnig traurig“, seufzte ich. Steffen küsste mich einfach. Ich erwiderte es. Es tat gut, einfach mal Anerkennung und Beachtung zu bekommen! Nicht immer nur Vorwürfe und genervtes Augenrollen. Der Kuss steigerte sich, und ich löste mich von Steffen. „Wir sollten das lassen, bevor wir hier in der Öffentlichkeit über einander herfallen.“Er lachte. „Wir sollten das eigentlich komplett lassen, immerhin bist du verlobt, aber ich kann nicht anders.“ Daraufhin küsste er mich erneut. „Steffen, wir sollten das wirklich…“ doch mein Widerstand ging in einem erneuten Kuss unter. „Ich kann nichts dagegen tun. Ich liebe dich, Lena“, flüsterte der dunkelhaarige und sah mir dabei tief in die Augen.
„Es ist besser, wenn ich jetzt gehe. Ich möchte nichts tun, was ich hinterher bereue. Es tut mir leid. Ich habe dich sehr lieb, und ich bin dir dankbar für unseren wunderbaren Sohn, aber das ist es dann auch schon.“ Fluchtartig verließ ich die Alsterterrasse in Richtung meiner Wohnung.
Als ich dort ankam, wurde ich vorwurfsvoll von Nils empfangen. „Du hast ja Nerven! Lässt mich hier einfach alleine, und die Mädels schreien in einer Tour!“ „Welche Überraschung. Es sind SCHREIKINDER du Idiot! Die haben es an sich, dass sie den lieben langen Tag SCHREIEN!“ Wütend stapfte ich in Phils Zimmer. Kaum sah ich meinen Sohn, wie er friedlich einen Lego-Turm baute, waren alle negativen Gefühle wie weggeblasen. „Na, mein Hase, was baust du da schönes?“ „Einen Turm“, erklärte er begeistert. „Darf ich dir helfen?“ „Aber du hast mich doch gar nicht mehr lieb?“ „Wer sagt denn so etwas? Ich liebe dich genauso wie an dem Tag, an dem der Doktor dich auf meinen Bauch gelegt hat. Du bist das wichtigste in meinem Leben, genauso wie Marla und Schnine. Aber die beiden weinen eben sehr viel, und deswegen muss ich sie oft trösten. Das heißt aber nicht, dass ich dich nicht mehr lieb habe, mein Süßer.“ Phil kuschelte sich an mich.
„Wirklich?“ Ich küsste ihn zärtlich auf die Stirn. „Natürlich. Und du kannst mir auch helfen, bei den Zwillingen. Du kannst sie tragen, sie streicheln, mit ihnen spielen…Dann haben wir auch mehr Zeit miteinander.“ „Ich hab dich lieb, Mama. Verträgst du dich jetzt auch wieder mit Papa?“
„Natürlich mein Hase. Aber jetzt bauen wir ein bisschen, hm?“ Und so vollendeten wir Phils Lego-Kunstwerk. „PAPA!“ rief Phil. „Schau mal, was Mama und ich gebaut haben!“ Nils kam mit gestresstem Gesichtsausdruck und der schlafenden Schnine auf dem Arm in das Zimmer. „Das habt ihr toll gemacht, Hase“, lobte er unseren Erstgeborenen. „Spielst du noch ein bisschen weiter?“ bat ich Phil und trat mit Nils ins Wohnzimmer, wo auch Marla friedlich in der Wiege schlief.
„Können wir reden?“ Nils sah mich müde an. „Ja. Wird Zeit, hm?“ Ich nickte stumm. „Es tut mir leid“, begann mein Verlobter. „Ich habe das wohl unterschätzt mit den Zwillingen. Sie sind wirklich anstrengend. Die beiden schreien quasi ununterbrochen. Ich habe dir Unrecht getan, mein Schatz. Kannst du mir das verzeihen?“ Ich lächelte ihn aufrichtig an. „Naja, das kann ich dir schon verzeihen. Aber das ist nicht das einzige Problem, dass wir beiden haben, und das weißt du auch genau. Und das andere kann ich dir nur schlecht verzeihen, wenn überhaupt.“ Nils sah mich ratlos an, und strich sich über seinen Dreitagebart. „Ich weiß. Ich war dir in den letzten Wochen ein schlechter Partner. Ich war viel unterwegs und habe dich viel alleine gelassen. Aber als du verschwunden bist, habe ich mit Janus TV und Lothar telefoniert. Beide kommen drei Wochen ohne mich aus, und so habe ich endlich Zeit dir mit Schnine und Marla zu helfen. Und vielleicht finden wir ja auch mal für einen Abend einen Babysitter, dass ich auch mal wieder die Möglichkeit habe, mich um meine wundervolle Verlobte zu kümmern?“ Ich strahlte ihn an. „Das machst du wirklich? Oh mein Gott! Danke, mein Schatz! Ich liebe dich so sehr!“ Stürmisch küsste ich meinen Verlobten, der das nur zu gerne erwiderte. Wie hatte ich das vermisst! Aber dieser Moment währte nur kurz, denn wie nach Absprache fingen die Zwillinge wieder an, zu brüllen wie am Spieß.
„Oh Mann, die zwei gönnen einem aber auch keinen ruhigen Moment“, stellte Nils fest, während ich Marla herumtrug, Er holte Schnine aus ihrer Wiege und trug sie seinerseits durch das Wohnzimmer- Da kam mir eine Erleuchtung und ich begann zu singen.
„Try not to get worried
Try not to turn on to
problems that upset you
Don't you know everything's alright
yes, everythings fine
And we want you to sleep well tonight
Let the world turn without you tonight
If we try
we'll get by
So forget all about us tonight

Everything's all right
Yes everything's all right yes

Sleep and I shall soothe you
Calm you and anoint you
Myrrh for your hot forehead
oh Then you'll feel
Everything's all right
Yes everything's fine
And it's cool and the ointment's sweet
For the fire in your hair and feet
Close your eyes
Close your eyes
And relax
Think of nothing tonight

Everything's all right
Yes everything's all right yes“
Als ich geendet hatte, schliefen beide Mädchen selig in unseren Armen. „Schatz, du hast eine wunderschöne Stimme“, stellte Nils fest. Ich schaute ihn belustigt an. „So habe ich auch Phil immer in den Schlaf gesungen, aber Herr Egtermeyer ist einfach zu viel unterwegs, um das mitzubekommen.“ Er küsste mich liebevoll. „Ich liebe dich, und ich verspreche dir, alles besser zu machen in den kommenden drei Wochen.“ Und dieses Versprechen hielt er ein. In den nächsten drei Wochen wurden wir fünf zu einer untrennbaren Einheit zusammen, in der sich selbst Phil wieder glücklich fühlte. Die Mädchen wurden auch langsam ruhiger. Sie schrien nur noch wenn sie Hunger oder die Windel voll hatten.
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