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Hamburg City Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Nils Egtermeyer OC (Own Character)
14.03.2016
01.04.2016
19
30.636
 
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26.03.2016 1.714
 
Kaum waren wir vier wieder auf dem Zimmer angekommen, rauschten schon Phil und seine Opas zur Tür hinein. Phil sah seine Schwestern in dem Zwillingsbettchen liegen, und trat an die beiden heran. Liebevoll streichelte er die Babys. „Opa Werner, kuck mal wie süß die beiden sind!“ Auch Werner war hingerissen von dem Anblick. Fo gab mir einen Kuss auf die Wange. „Die habt ihr gut hinbekommen, Mäuschen. Sie sehen zwar aus wie Nils, aber sie sind bildhübsch.“ Nils schmollte. „Und ich bin ein hässlicher Golem oder was?“ Werner prustete los. „Nein, aber normalerweise bekommen Mädchen die Schönheit ihrer Mutter ab.“ „Ach deswegen ist Steffen so ein hässlicher Wicht?“ „PAPA! Sei nicht so gemein zu Steffen!“ Dieser steckte wie aufs Kommando den Kopf zur Tür herein. „Na wo ist denn nun mein Patenkind?“
„Hier ist kein verdammter Bahnhof“, schimpfte ich. „Ich hatte gerade eine OP, benehmt euch mal bitte!“ Alle senkten schuldbewusst den Blick. „Und Steffen, Marlenchen ist die junge Dame rechts. Wenn du sie auf den Arm nehmen magst, nur zu.“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen, und nahm Marlene auf den Arm. Der schien das zu gefallen, denn sie schlief direkt wieder ein.
Fo trug inzwischen Janine und strahlte wie ein Maikäfer.  „Ach, was seid ihr beiden süß“, gurrte er.  „Drei Enkelkinder, das ist einfach das größte Geschenk, das du mir machen konntest“, wandte er sich mit Tränen in den Augen an mich.
Ich lächelte ihn müde an. „Ach Babba. Aber jetzt bin ich echt kaputt. Wärt ihr alle so lieb und würdet…“ Weiter kam ich nicht, denn Ole, Dana, Andi und Anna streckten nun ihre Köpfe durch die Tür. Dicht gefolgt von Lukas, Nils‘ kleinem Bruder. „Hier ist immer noch kein Bahnhof“, knurrte ich, begrüßte aber alle geduldig. Andi wandte sich zu Steffen und betrachtete sein Patenkind verliebt, während Anna und Lukas Janine anhimmelten. Selbst Maja und Finn, die Kinder von Andi und Anna waren mit dabei. „Tante Lena, die Babys sind süß“, quietschte die 6-jährige Maja. Ihr 8-jähriger Bruder stimmte zu. „Dann bin ich jetzt großer Cousin, das finde ich gut.“ Ich strich ihm über das braune Haar. „Ja, das bist du. Und du musst immer gut auf die zwei Mäuse aufpassen.“ Er gab mir einen Kuss auf die Wange. „Heiratest du Onkel Nils jetzt?“ fragte Maja. Ich schüttelte den Kopf. „Weißt du, Onkel Nils hat mich noch nicht gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. Aber zusammen bleiben wir auf jeden Fall, immerhin haben wir drei Kinder zusammen.“ „Aber Mama und Papa sind auch verheiratet? Das macht man doch so?“ beharrte die aufgeweckte Maus. „Das musst du mit Onkel Nils besprechen“, schob ich meinem Lebensgefährten den schwarzen Peter zu. Dieser schaute entsetzt zwischen Maja und mir hin und her. „Ich verspreche dir eines, Maja. Du darfst dann auf jeden Fall Blumen streuen.“ Die kleine gab sich damit zufrieden, und setzte sich neben ihren Papa, der Marlene andächtig streichelte. Anna setzte sich an meine Seite. „Du siehst scheisse aus, meine Süße“, verkündete sie mir. „Genau so fühle ich mich ehrlich gesagt auch. Aber zum Schlafen kommt hier ja niemand. Hier geht es ja zu wie auf dem Bahnhof.“ Anna nickte verstehend. „Alle, die nicht Egtermeyer oder Berger heißen, raus hier!“ befahl sie den Anwesenden. Die Männer, die gerade die Babys im Arm hielten, brummten. „Wir können die fünf doch jederzeit wieder besuchen. Aber Lena ist halbtot wie ihr sehen könnt. Husch, husch, raus hier!“ Ich hasste Annas Kommandoton normalerweise, aber jetzt war ich ihr dankbar dafür, denn ich hatte ein unendlich hohes Schlafbedürfnis.
Kaum waren alle aus dem Zimmer verschwunden, und die Mädchen wieder in ihren Betten, war ich auch schon eingeschlafen. Nils und Phil wichen nicht von meiner Seite, allerdings dauerte mein Schlaf nicht lange, denn pünktlich nach zwei Stunden meldeten sich die Zwillinge. Nachdem ich sie gefüttert hatte, versuchte ich wieder eine Runde zu schlafen. Nils nahm Phil bei der Hand. „Komm, Bärchen. Mama ist zu müde, aber wir besuchen sie gleich morgen wieder.“ Mein ältester meckerte. „Ich will aber bei Mama bleiben! Nicht, dass sie die Zwillinge lieber mag als mich!“ Ich klopfte auf meine rechte Seite. „Komm‘ mal her, mein Schatz“, lockte ich ihn. „Nils, wartest du bitte schon mal draußen?“ Mein Lebensgefährte nickte verständnisvoll. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, zog ich Phil ganz fest an mich, und küsste ihn auf den Scheitel. „Egal, was passiert, ich liebe dich genauso sehr wie die Zwillinge. Ihr drei seid das wichtigste, was ich habe. Und du bist jetzt mein großes Kind. Weißt du, die Zwillinge brauchen mich jetzt, immerhin kannst du alles schon alleine, und die beiden noch nicht. Aber du kannst mir immer gerne helfen. Dann sind wir erstens schneller und zweitens merken die zwei dann, was für einen tollen großen Bruder sie haben. Ich hab dich lieb, Bärchen.“ Phil sah mich aus seinen braunen Augen treu an. „Ich hab dich auch lieb, Mama.“ Danach ging er zu seinen Schwestern und küsste sie. „Euch hab ich auch lieb!“ Dann trat er aus der Tür, aber nicht ohne mir noch einmal zu zuwinken. „Bis morgen, Mama!“
Drei Tage (und gefühlte hunderttausend Besucher) später durften wir den Heimweg antreten. Nachdem Rosi, meine ehemalige Chefin mitbekommen hatte, dass ich Zwillinge auf die Welt gebracht hatte, stand sie gemeinsam mit Janna bei mir auf der Matte und brachte einen zweiten Maxi Cosi. „Irgendwie musst du das zweite ja auch nach Hause holen können, miin Deern“, wehrte sie lachend ab, als sich bei mir Protest regte. „Du warst jahrelang die gute Seele bei uns, also lass‘ uns auch etwas zurückgeben“, wandte Janna ein, die gerade Janine auf dem Arm hatte. „Danke, ihr beiden!“ Während ich mich anzog, wickelten die beiden die Mädchen, zogen sie um und machten sie reisefertig. „So, fehlt nur noch dein Mann“, meinte Rosi belustigt, als ich wie auf glühenden Kohlen da saß. „Noch sind wir nicht verheiratet“, wandte ich ein. Da flog die Tür auf, und Phil warf sich in Rosis Arme. „Tante Rosi! Hab‘ dich lieb!“ Die Mittfünfzigerin strahlte. „Hallo kleiner Tiger! Geht’s dir gut?“ Phil nickte, und beeilte sich danach, seine Tante Janna zu begrüßen. Nils hatte es zwar nie gern gesehen, dass ich noch Kontakt zu der Crew des Laufhauses hatte, aber wir trafen uns immer außerhalb des Etablissements, um Phil nicht zu verstören.
„Wo ist denn Papa?“ Phil zuckte mit den Schultern. „Arbeiten. Steffen ist mitgekommen.“ Ich runzelte die Stirn, als eben dieser herein kam. Als er Janna sah, lief er puterrot an, und wandte sich schon zum gehen. „Komm‘ rein, immerhin scheinst du ja mein Abholkommando zu sein“, hielt ich ihn auf. Janna zwinkerte ihm nur zu, und tat ansonsten, als würde sie ihn nicht kennen.
Steffen schnappte sich Marlenes Maxi Cosi, und trieb mich zur Eile an. „Schnapp‘ dir Janine und dann ab dafür.“ Ich schaute ihn mahnend an. „Immer langsam.“ Janna nahm meinen Koffer, während Phil auf Rosis Arm thronte. „Philli, du bist 3, da kann man doch selber laufen?“ neckte Steffen ihn. „Boah Papaaaa“, kam die Antwort. Steffen und ich schauten uns entgeistert an, denn normalerweise nannte er nur und ausschließlich Nils Papa, aber wir gingen nicht weiter darauf ein.
Als alle Kinder und Koffer in Steffens Auto untergebracht waren, grinste ich diabolisch. „Lass‘ mich fahren“, bat ich, und entwand Steffen direkt seine Schlüssel. Der bekreuzigte sich einfach nur und setzte sich auf den Beifahrersitz. Ich fuhr in Richtung unserer Wohnung, aber Steffen griff ein. „Nein, nicht DA hin-da vorne rechts, und dann die zweite links.“ Ich schaute ihn irritiert an. „Mach einfach, was ich dir sage.“ Nachdem ich alle Anweisungen befolgt hatte, fanden wir uns keine fünf Minuten später vor dem Jellyfish wieder.
Steffen nahm Philipp bei der Hand, und Janine in ihrem Maxi Cosi. Ich trug Marlene. Das Jellyfish hatte eigentlich noch geschlossen, daher war ich verwundert, dass es bis auf den letzten Platz besetzt zu sein schien. Lothar hatte uns schon von weitem gesehen und hielt uns die Tür auf.
„Ooooh, da sind ja die Zuckermäuse“, quietschte er mit Blick auf die Babytragen. Als ich mich genauer umsah, erkannte ich, dass alle Menschen, die mir wichtig waren, im Gastraum saßen. Phil riss sich von Steffen los und erklomm den Schoß seines Patenonkels Markus. Neben ihm saßen Anna, Andi, Fo, Cornelia, und ihre beiden Söhne. An einem anderen Tisch saßen Inge, Lukas, Ole, Dana und Robin. Am dritten Tisch saß die gesamte Familie Henssler.
„Was macht ihr denn alle hier?“ freute ich mich aufrichtig. „Babys kucken“, war Markus‘ trockene Antwort. „Und wo habt ihr Nils versteckt?“ Wie aufs Stichwort trat mein Liebster aus der Küche. Er trug aber gar keine Kochkleidung, sondern eine dunkle Jeans und ein weißes Hemd. Ihn umwehte der Hauch von Cool Water, dem Parfum dass ich damals an der Alsterterrasse so anziehend gefunden hatte. In der Hand hielt er eine rote Rose. Phil wandte sich an Steffen. „Du Papa? Heiraten Mama und Papa jetzt?“ Nils schaute ihn irritiert an. Steffen strich seinem Sohn amüsiert durchs Haar, und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Phil schlug sich daraufhin die Hände vor den Mund. „Ups!“
Nils trat auf mich zu, die Nervosität war ihm fest ins Gesicht geschrieben,
Er räusperte sich. „Lena, mein Schatz. Nun sind wir schon drei Jahre zusammen, und du hast mir drei wunderbare Kinder geschenkt. Allein dafür werde ich dich ewig lieben. Aber natürlich liebe ich dich nicht nur deswegen. Du bist sanftmütig, klug, lebensfroh, wunderschön und die beste Freundin die man haben kann, du bist loyal und stehst in allem, was ich tue bedingungslos hinter mir. Und keine sieht in Tigerpuschen so gut aus wie du.“ An dieser Stelle brachen Steffen und Andi in schallendes Gelächter aus. „Tigerpuschen?“ Ich schenkte ihnen einen wütenden Blick. Nils sah mir dankbar in die Augen, und ging vor mir auf die Knie. Ich wurde blass. „Lena Berger, willst du meine Frau werden?“
Ich spürte, dass Tränen meine Wangen herunterliefen. Nils schaute mich abwartend an. Ich wandte mich an unseren Sohn. „Na Philli, was meinst du? Sollen Mama und Papa heiraten?“ Phil posaunte auch direkt los. „Jaaaa!“ „Du hast es gehört, mein Schatz. Unser Sohn sagt ja, also sage ich auch ja.“
Nils steckte mir einen Ring an (wo er den her hatte, hatte ich im Eifer des Gefechts nicht mitbekommen) und zog mich in einen stürmischen Kuss.
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