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Rückkehr ins Leben

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Rain Spirit
12.03.2016
12.03.2016
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Gras. Blauer Himmel. Die weiten der Prärie vor mir. Sanft wogte das saftige Gras im Winde. Oben auf dem Hügel standen wir. Rain und ich. Wer ich war? Ein Mustang. Von Little Creek hatte ich den Namen Spirit bekommen - der Geist der nie gebrochen werden kann. Und so war es auch gewesen am Ende. Selbst den Colonel hatte ich zusammen mit diesem sonderbarem Menschen besiegen können. Er hatte men Bild über die Menschen verändert und ich wusste nicht, ob ich ihn je wiedersehen würde. Aber ich wusste das ich diesen vorwitzigen Burschen vermissen würde. Ein leises Wiehern erklang aus meinem Hals. Sofort spitzte die Herde die Ohren und kurz kam in mir der Gedanke auf, das dieser Anblick meinem menschlichem Freund wohl gefallen würde. Denn das Bild was sich mir nun bot, war einfach göttlich. Es war ein Bild der Freiheit. Eine Herde wilder Mustang`s sie in der weiten der Prärie grasten und zu dem verschollenem Hengst aufblicketen. Würdevoll schritt ich den Berg hinunter, setzte Huf vor Huf. Rain folgte mir. Aufmerksam spielte ich mit meinen Ohren. Nochmals wieherte ich. Ohne Erfolg. Wo war sie? Fragend ließ ich meine Ohren spielen. Hatte ich im Winde vielleicht etwas überhört? Nein, hatte ich nicht. Noch einen Versuch startete ich, wieherte lauter und scharrte leicht mit einem Vorderhuf. Wieder kein Erfolg. Mein Kopf ging umher, doch dann, dann kam in mir die lähmende Gewissheit. Meine Mutter. Sie war nicht mehr in der Herde. Was dies bedeutete wusste ich nur zu gut. Sie war gestorben. Doch woran? Diese Frage würde wohl für immer offen bleiben. Eigentlich wollte ich diese aber auch nicht beantwortet haben wollen.
Rain schien zu merken, das mich etwas bedrückte und mir auf der Zunge lag. Mich plagte und verzweifelt machte. So stubste sie mit ihrem Kopf fragend gegen meine Flanke. Ihre Nüstern bliesen warmen Atem auf meine Haut und Fell. Mein Kopf fuhr herum zu ihr. Leise brummelte ich. Wollte nicht das sie sich große Sorgen machte und schritt langsam weiter. Die Herde teilte sich und machte mir Platz. Ganz so als ob diese spürte wie es gerade um meine Gefühlswelt stand. Ein Stück weiter blieb ich stehen. Rain war mir gefolgt, stellte sich eben mich und rieb ihren Kopf an meinem Hals. Ihre Ohren spielten aufmerksam. Lauschten den verschiedenen Geräuschen und fast schon hätte ich mich wieder entspannt, wäre da nicht diese plötzliche Leere die nun in mir gähnte. Der Verlust meiner Mutter. Ein großer Verlust für die Herde und auch für mich selbst. Doch wusste ich das ich nun für die Herde stark sein musste. Ein Leithengst hatte immer stark zu sein. So drehte ich mich herum, erhob mich auf meine Hinterbeine. Meine Mähne flatterte im Wind herum, meine Vorderhufe wirbelten kurz herum, laut wieherte ich  und machte auf dem Absatz kehrt. Rannte in eine ungewisse Zukunft und führte die Herde, meine Herde, gleich mit. Was mein Weg mir wohl noch bringen würde? Wissen tat ich es nicht und doch war ich froh das ich diesen Weg nun nicht mehr alleine gehen musste....
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