The splintered truth

von Maxxdawn
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
12.03.2016
24.03.2020
165
496.103
2
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
27.06.2019 1.721
 
[Diese Geschichte ist meine größte, älteste bzw. erste und meine längste Geschichte, die schon seit vielen Jahren in meinem Kopf umher geistert. Sie nimmt viel Zeit in Anspruch und sie verfeinert sich immer mehr, daher kann es dauern, bis ein neues Kapitel hochgeladen wird.
Diese Geschichte kann sicherlich Ähnlichkeiten zu anderen Geschichten, Serien, Bücher, Spiele usw. aufweisen, diese sind dann aber in Regel zufällig, aber natürlich gibt es auch einige Punkte, bei denen ich mich inspiriert haben lassen, aber ich versuche mich nicht zu fokussieren.
Damit es eine gute Geschichte wird, versuche ich stets ältere Kapitel zu überarbeiten, aber da man natürlich als eigener Autor manchmal bestimmte Aspekte nicht sofort erkennt, ist jede Kritik oder jeder Vorschlag willkommen und ich würde jederzeit darauf eingehen. Ich freue mich über jegliche Unterstützung. =)]


Ich möchte mich auch gleich zu Beginn bei meinen Unterstützern bedanken. =)
Vor allem für größere Hilfen:
nelly_legend
MafiaMoogle
Daisy40
Für kleinere Unterstützungen:
-> Zu Zeiten der ersten Kapitel:
Bloodcherry


[Nr. 7]

Gemächlich wanderte sie durch das kleine Orange. Obwohl es sich bei diesem Ort um die Hauptstadt der gemäßigt-tropischen Sommerinsel Ranger Island handelte, und obwohl er ein Touristenmagnet war, fürchteten sich die Bewohner, den Namen laut auszusprechen. Das Städtchen, dessen Häuser aus massivem Stein erbaut wurden, um der Feuchtigkeit, die vom heißen Sommerwind getragen wurde, zu trotzen, wurde auf der Insel nicht mehr als geduldet. Der Wald, der Orange umringte, bot den Bewohnern zusätzlichen Schutz gegen den Wind.
Große massive hohe Nadelbäume, die spitzige hohle Nadeln trugen, schirmten das Sonnenlicht ab, dennoch wuchs allerlei dazwischen. Dornige Büsche, Beerensträucher mit kleinen roten und schwarzen Beeren, kleinere dünne Bäume, die besonders biegsam waren und schwer zu stutzen. Zähe Schlingpflanzen, wildwachsende schwarze und dunkelrote Rosen, vereinzelte dicke massive runde Hecken und eine Menge Wildgras. Insgesamt wirkte alles sehr trocken, aber die Pflanzen hatten sich angepasst und speicherten das Wasser in ihren metertiefen Wurzeln. Insekten gab es nur wenige. Tiere, außer Vögel, hatte man schon lange nicht mehr auf dieser Insel gesehen. Auf Lichtungen wuchsen eine Vielzahl bunter Blumen, jedoch waren die meisten giftig, aber nicht tödlich.

Ein weiterer Vorteil dieser Touristenstadt war die Anordnung der Häuser. Im Kern der Stadt stand das Rathaus. Von ihm führte jeweils ein Weg exakt in eine Himmelsrichtung bis in den Wald. Alles war ausgeschildert. Wenn man die Insel von oben gesehen hatte, war es nicht schwer sich den Weg zu merken. Zumindest für sie war es ein Leichtes.
Der amtierende Verwalter von Orange residierte in einer prächtigen Villa, die nicht weit vom einzigen Hafenstädtchens der Insel stand. Der Bürgermeister selbst arbeitete jedoch die meiste Zeit im prachtvollen Rathaus der Stadt. Viele beschrieben ihn als harsch, unfreundlich, anstrengend und zielstrebig. Mit eiserner Hand beherrschte der Mann die Stadt, jedoch gehörte ihm nicht die Insel und was außerhalb von Orange und dem Hafenstädtchen geschah, das hatte der Mann nicht zu entscheiden. Jemand anderes war Besitzer der Insel, jedoch war dieser eine sehr scheue Person und nur wenige hatten ihn jemals gesehen. Seine Scheue war so groß, dass er sich hauptsächlich nur in der geheimnisvollen Residenz im östlichen Wald von Orange versteckte und keine Person in seiner Gegenwart duldete.

Vereinzelt kamen Passanten der Fremden entgegen, während sie an ihnen vorbeischritt, ohne ihnen weitere Beachtung zu schenken. Die Menschen warfen verwunderte Blicke auf die unbekannte Person, da diese verdächtig gekleidet war. Sie trug einen schwarzen Mantel, dessen Kapuze tief über ihr Gesicht gezogen war, sowie eine schwarze Jeans und festes Schuhwerk. Ihre Hände waren in den Manteltaschen vergraben, und selbst bei diesen Temperaturen behielt die Person ein schnelles Schritttempo bei. Die erhöhten Temperaturen in der Stadt schienen die Frau nicht zu beeinträchtigen.


Der Blick der Fremden blieb konzentriert. Die Frau verweilte nie lange an einem Ort. Sie lief ihre Wegpunkte ab, die sie sich im Voraus festgelegt hatte. Um Polizisten machte sie einen Bogen. Sie hatte gehört, dass der neue Kommissar dieser Insel sehr viele nervige Fragen stellte und unbestechlich war.

Die Mantelträgerin hatte einen Auftrag, für die sie gut bezahlt wurde. Sie war auf der Suche nach einer bestimmten Person. Der letzte bekannte Aufenthaltsort des Gesuchten war auf dieser Insel. Man hatte ihn auf den Sicherheitskameras eines Schiffes gesehen, welches am Hafen angelegt hatte. Nachdem er das Schiff verlassen hatte war er gen Westen, in Richtung Orange, gegangen.

Nachdem die Frau den Mann in Oranges nicht gefunden hatte. Streckte sie ihre rechte Hand aus. Drei kleine, bläulich leuchtende Kugeln erschienen und begannen, sich um ihre Hand zu drehen.
Plötzlich schossen sie davon, wie Jagdhunde, die eine Witterung aufgenommen hatten. Die Kugeln positionierten sich in regelmäßigen Abständen, jedes Mal, wenn die Mantelträgerin eine von ihnen erreicht hatte. Sie musste so nur den Kugeln folgen, solange der Zauber aufrechterhalten wurde.

Sie lief über einen Feldweg, der nach Westen aus der Stadt führte. Diese Richtung brachte einen zu den kleinen Klippen, an die die Regenbogenmuscheln gespült werden. Jedes Jahr fuhren viele Touristen hierher um diese zu sammeln. Außerdem konnten sie von hier einen weiten Blick über das Meer genießen.
Vorher verlief der Pfad jedoch ein ganzes Stück durch einen Wald und über eine weite, wild bewachsene Wiese.

Trotz schneller Schritte war die Frau nicht zu hören. Zielstrebig folgte sie ihren bläulichen Kugeln, bis diese sich auflösten. In der Ferne entdeckte sie ihr Ziel.
Mitten auf dem Pfad lief jemand umher. Ein großer, schlanker Mann mit einem zerschlissenen Ledermantel und einem vernarbten Gesicht. Er schien etwas zu suchen. Mit nachdenklichem Blick schaute er auf ein Gerät in seiner Hand.
Eilig kam die Mantelträgerin näher.
„Hier ist es… hier ist es… das Signal wird stärker! Es wird hier definitiv in der Nähe passieren. Ich muss hier…“, flüsterte er sich selbst aufgeregt zu.
Als der Mann die Frau bemerkte, erstarrte er. Sie war nah an ihn herangekommen, ohne dass es ihm aufgefallen war. Nur wenige Meter trennten die beiden.

Die Frau im schwarzen Mantel zog einen kleinen dunkelbraunen Baseballschläger hervor, der schnell auf doppelte Größe anwuchs und fest im Griff eines goldenen Handschuhs mit einer römischen Sieben darauf sprintete sie auf den Mann zu.
„Nicht du schon wieder! Wie hast du mich gefunden?“, rief er genervt. Fast schon panisch griff er nach der Pistole in seinem Ledermantel. Der Mann zog sie hervor und versuchte nach dem Entsichern den Abzug zu drücken, jedoch schlug etwas gegen seine Hand. Der Angriff des Baseballschlägers war schneller gewesen. Man hörte das Knacken von Knochen, ein lautes Aufheulen und ein metallisches plumpes Geräusch.

Blut verteilte sich auf dem Feldweg. Die Hand des Mannes wurde schwer getroffen. Ein zweiter Schlag folgte und traf leicht den rechten Oberschenkel des Mannes.

Ein lauter Schrei folgte. Der Mann wich humpelnd zurück. Zitternd hob er seine verletzte Hand. Unbarmherzig holte die Mantelträgerin erneut aus, bevor sie die Granate vor ihr auf dem Boden realisierte. Ein Lichtblitz zuckte durch die Luft. Ein wenig benommen davon taumelte auch sie zurück.

Es dauerte wenige Minuten, bis die Angreiferin wieder sehen konnte, wenn auch nur schwach. Die Frau streckte ihre freie Hand aus. Ein rotes Licht entschwebte ihrer Handfläche und schoss in den Wald. Die Frau sprintete ihm, trotz mangelndem Sehvermögen, hinterher.
Sie holte ihren Gejagten ein. Der Angeschlagene humpelte durch den Wald, während er knurrend seine Hand hielt.

Sein Weg endete abrupt an einer Klippe, in die der Waldweg mündete. Spitze Felsen ragten vor ihm aus der Tiefe empor und würde einen Fall tödlich bestrafen. Der verwundete Mann stoppte und fiel auf die Knie. Die Ummantelte stürmte hinterher, ihren Schläger fest im Griff. Der Blutverlust ermüdete den Gejagten zusätzlich. Völlig bleich schwand auch langsam die Panik in seinen Augen. Er begann bereits, mit seinem Leben abzuschließen, denn aus seiner Sicht war sein Tod hier unvermeidbar.

Die Mantelträgerin holte ein weiteres Mal mit ihrem Baseballschläger aus. Plötzlich ertönte ein Klingeln, was die Frau innehalten ließ. Hastig zog die Jägerin ihr Smartphone aus der Manteltasche hervor. ʽMR. Cʼ, las sie in großen Buchstaben auf dem Bildschirm.
„Boss…“, sagte die Ummantelte in einem respektvollen Ton. Das Sonnenlicht traf ihr Gesicht. Kurz blickte der Gejagte in das Gesicht einer jungen Frau. Braungelbe Pupillen fixierten ihn.
„Was bist du nur…?“, brummte der Verwundete. Er hielt sich schwer bei Bewusstsein. Mühevoll schaute der Mann zu seiner Peinigerin hoch. Völlig emotionslose Augen hielten ihn unter Beobachtung.
„…ist er schon tot?“, sprach eine düsterverzerrte Stimme. Bevor die Schlägerin antwortete, rief der Verwundete dazwischen:
„Spar dir deine Arroganz, ich bereue nichts! EGAL WIE ES ENDET!“ Ein Lachen war aus dem Smartphone zu hören, als die Mantelträgerin die Lautsprecherfunktion aktivierte.

„Ich habe nicht vor mich zu rechtfertigen, alter Freund. Ich möchte mich eher bedanken. Deine nette Geschichte und deine Ansichten haben tatsächlich mein Gedankenfenster erweitert. Ich hätte tatsächlich nicht so tunnelhaft denken sollen. Das wäre sicherlich unschön geendet. Trotz deines Verrats und dem unnötigen Stress, wie auch immer du sie verschwinden lassen hast, hast du mir sehr geholfen. Immerhin habe ich durch dich meine Pläne geändert.“
„Du wirst nicht weit kommen, man wird dich bemerken! Du bist nicht so perfekt wie du denkst, und deine Pläne sind lückenhaft!“, brüllte der Verwundete zornig, da erwiderte Mr. C laut und deutlich:
„Ich bin hier fertig, Nummer 7. Bitte tu deine Pflicht, aber davor möchte ich meine ursprünglichen Befehle an dich ändern. Du sollst nun nicht mehr nach ihnen suchen, sie töten und meine Kristalle zurückholen. Ich möchte stattdessen, dass du zurückkommst. Ich habe deinen Lohn für deine Arbeit überwiesen. Du kannst den Auftrag den anderen überlassen, du hast deinen Teil erfüllt. Also… beeil dich!“ Die Stimme verstummte. Das Smartphone verschwand in der Jackentasche. Für einen Moment herrschte unangenehme Stille. Selbst die Möwen waren nicht mehr zu hören, die sonst wild schreiend über die Insel kreisten.

ʽDer Kodex wird eingehalten!ʼ, waren die einzigen Gedanken, die der Mantelträgerin durch den Kopf gingen, während sie schließlich mit dem Baseballschläger ausholte. Der Kodex, das einzige, an das sich die Frau hielt, stand über alles und jedem. Verräter, die seine Regeln brachen, mussten mit ihrem Leben bezahlen.
Der Verwundete kniete entkräftet vor ihr, während sein Blut sich auf dem Boden verteilte. Müde sah er zu ihr hoch.
„Zur Hölle mit dir“, brummte er.
Der Schläger sauste schnell auf sein Ziel, um dem Ganzen ein Ende zu bereiten.

Es dauerte nicht lange, bis die Polizei und die örtliche Gilde ihn fanden und die Sicherheitsstufe auf der Insel erhöhten. Da Nummer 7 doch nicht unbeobachtet geblieben war, verschwand sie von Ranger Island.
Review schreiben