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Crimson Peak: Among Ghosts

GeschichteFamilie, Horror / P12 / Gen
Dr. Alan McMichael OC (Own Character)
09.03.2016
06.04.2016
4
5.990
 
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09.03.2016 1.430
 
Geister gibt es wirklich.... Geister gibt es wirklich.
Diese Worte gingen ihm immer wieder durch den Kopf. Diesen Satz pflichtete seine Mutter ihm immer bei. Er vermochte es nicht an Geister zu glauben, erzählte sie ihm doch immer Geschichten von solchen. Aber seine Mutter Edith war jetzt tot. Bis zum Ende war er an ihrem Sterbebett geblieben und hielt ihre Hand. War sie doch immer für ihn und seine Familie da gewesen. Sie las ihm früher immer aus ihren neuesten Romanen vor während er monatelang, krankheitsbedingt an sein Bett gefesselt war. Doch jetzt musste er sich um die Beerdigung von ihr kümmern.
Thomas stand in seinem Arbeitszimmer. Umrundet von großen Haufen an Papierarbeit. Er schaute nachdenklich auf die Unterlagen die die Bestattung seiner Mutter betrafen. Er war ein groß gewachsener Mann mit schlanken langen Beinen. Ob seiner sportlichen Statur atmete er immer etwas schwerfällig und sobald er sich in Bewegung setzte merkte man das sein gesamter Oberkörper immer etwas leicht nach vorne gebeugt war. Diese Merkmale hatte er schon seit seiner Geburt. Sie erschwerten ihm den Alltag aber hielten ihn nicht auf erfolgreich in Beruf- und Sozialleben zu sein. Sein ganzer Körper tat ihm weh. Nicht nur wegen seiner gewohnten Schmerzen sondern auch wegen der ganzen Trauer und Aufregung die auf ihm lastete.
Jeder Blick den er auf die Unterlagen lenken musste tat ihm weh und erinnerte ihn an daran wie seine Mutter in ihren letzten Tagen leiden musste. Nur zu gerne hätte er alles schon hinter sich um wieder für seine beiden Kinder und seine Frau da sein zu können.

Mit seinen verweinten Augen ging er nochmal alle Unterlagen zu der Beerdigung durch, so dass er auch ja nichts vergessen würde.  Plötzlich klingelte es an der Tür. Er hörte die Schritte seiner Frau Abigail aus dem Nebenzimmer trapsen und zur Haustüre gehen.
Es war Dr. McMichael. Das erkannte er sofort an der Stimme die seine Frau Abigail begrüßte und sogleich Beileid wünschte. Thomas wusste das McMichael der beste Freund, schon seit Kindestagen an, von seiner Mutter war. Doch immer wenn McMichael zu Besuch war wurde er abweisend von ihm behandelt. Nicht das er gemein oder beleidigend zu ihm gewesen wäre. Nein schon im Kindesalter merkte Thomas immer, dass McMichael ihn anders behandelte als alle anderen.

Es schien immer eine Erinnerung zu geben die McMichael plagte sobald er in einem Raum mit Thomas zu sein schien. Vielleicht erinnerte sein Aussehn ihn sehr an seinen Vater. Das er seinem Vater sehr ähnele erzählte ihm seine Mutter immer voller Stolz. Schnell ließ er vom Gedanken an seine Mutter ab. Wäre es doch nur zu verletzend wieder an sie zu denken.

Wieder zurück aus seiner Gedankenwelt lauschte Thomas dem oberflächlichen Gespräch zwischen McMichael und seiner Frau. Nach den ausufernden Beileidsbekundungen des Doktors geleitete seine Frau ihn zu Thomas Arbeitszimmer. Der Doktor klopfte an das Holz der Tür. Thomas griff seinen Gehstock, der sein ständiger Begleiter war und ging zur Tür. Er drückte mit etwas Entschlossenheit die Türklinke runter und stand nun Angesicht zu Angesicht dem Doktor gegenüber. Man merkte ihm an das er schon die fünfzig überschritten hatte. Nicht nur die einzelnen grauen Strähnen die sein einst so blondes Haar durchzogen zeigten das wahre Alter von ihm sondern auch die Denkerfalten die sich über seine Stirn zogen und von Jahr zu Jahr mehr wurden.
Doch jetzt sah er noch älter aus als zuvor. Man merkte ihm an das er sehr viel geweint hatte. Seine Augen waren gerötet und sehr geschwollen.
„Hallo, Thomas. Es tut mir leid wie sehr deine Familie und du zur Zeit leiden müssen und das ich nichts mehr für Edith tun konnte. Ich hoffe dir und deiner Familie geht es einigermaßen gut“ sagte Alan mit einer etwas zittrigen und tief gedämpften Stimme. „Danke Alan ich weiß das sehr zu schätzen und ich denke niemand hätte noch etwas für sie tun können.“
"Es... es tut mir sehr leid das ich unter solchen Umständen mit solchen Nachrichten kommen muss."  Alans Stimme brach kurz ab, doch fing sich gleich wieder. „Du weist das ich deine Mutter schon seit meiner Kindheit kenne und wir immer beste Freunde waren. Nun vor etwa 30 Jahren gab ich ihr ein Versprechen. Nur leider kann ich dieses Versprechen nicht mehr halten, wenn ich nicht gegen das Gesetz verstoßen will.“

„Setz dich doch erst mal hin und erkläre mir alles in Ruhe. Möchtest du etwas trinken? Limo, Kaffe, Tee? Meine Frau Abigail wird dir gerne etwas bringen.“

„Nein danke ich möchte mich gleich wieder auf den Weg machen. Diese Schlüssel sind der Grund warum ich hier bin.“ Thomas schaute in die Hand des Doktors und sah dort einen großen Schlüsselbund. Etwas verdutzt schaute er McMichael an.
Behutsam legte McMichael den Schlüsselbund auf den Arbeitstisch. Alan holte tief Luft: „ Diese Schlüssel gehörten einst deiner Mutter und jetzt gehören sie dir. Sie wollte nicht das ich sie dir gebe aber da Sie jetzt... verstorben ist, gehören sie dir.“
„Ich verstehe nicht was dieser Schlüsselbund mit meiner Mutter zu tun haben soll?“

„ Diese Schlüssel gehören zu dem Anwesen deines Vaters. Da Edith jetzt nicht mehr unter uns weilt, sind du und deine Familie diejenigen denen das gesamte Anwesen zusteht.“
Mit weit aufgerissenen Augen schaute Thomas den Doktor und dann den Schlüsselbund an.
Etwas widerwillig und mit schweißnassen Händen griff er nach den Schlüsseln und beäugte sie. Die Schlüssel schienen alle sehr rostig zu sein und lagen schwer in seiner Hand.
Jeder Einzelne hatte sein ganz eigenes Aussehen.  Alle waren sie wunderschön verziert aber man merkte ihnen ihr Alter an und das sie aus einem ganz anderen Jahrhundert stammten. Aufgrund der Menge an Schlüsseln schloss er darauf das es sich um ein riesiges Anwesen handeln musste.

Alan durchbrach die Stille:„Ich weiss das du nicht viel über deinen Vater weisst und glaub mir du kannst darüber sehr froh sein...“
Aufgebracht richtete Thomas seinen Blick zu McMichael.
„Wage es nicht über meinen Vater zu urteilen! Dann sag du mir doch was damals passierte und worüber meine Mutter nie reden wollte! Ich weiß das du über Sachen Bescheid weißt die du nie erzählst!“ Thomas erschrak über seine plötzliche Ehrlichkeit. Er traute sich nie McMichael auch nur böse anzuschauen und jetzt gab er seinem Gegenüber gehörig Kontra.

„Ich versprach deiner Mutter nichts von alldem zu erzählen aber wenn du selbst herausfinden willst  was dein Vater deiner Mutter angetan hat dann geh nach Allerdale Hall! Ich kann dich nicht aufhalten! Wenn ich dir einen Rat geben darf. Bleib zu Hause! Kümmer dich um deine Familie! Lass die alten Geschichten ruhen!“

„Dich hat noch nie interessiert was ich tue! Warum interessiert es dich jetzt?“

Erschrocken über das zornige Auftreten von Thomas wand sich McMichael der Tür zu. „Es tut mir leid Thomas aber ich habe deiner Mutter versprochen nie etwas von den Geschehnissen zu erzählen.“ Er drehte sich noch einmal um und legte einen Umschlag auf den Arbeitstisch, mit der Anmerkung das es sich hier um die gesamten Unterlagen des Hauses handelte.

Schweigend ging er aus dem Haus. Das letzte was Thomas von McMichael hörte war das leise Schließen der Haustür.

Thomas atmete kurz durch und widmete sich dem Umschlag der auf dem Tisch lag. Er merkte wie sein Herz ihm bis in den Hals klopfte. Sein Puls stieg und stieg und stieg. Durch die ganze Aufregung merkte er wie sein Brustkasten immer enger wurde und er immer schlechter atmen konnte. Dazu kam noch ein stechender Schmerz der sich in seiner Brust ausdehnte. Das passierte ihm immer wenn er sich zu sehr über eine Sache aufregte. Um sich zu beruhigen setzte er sich auf seinen Stuhl der inmitten des Zimmers stand. Er lehnte seinen Kopf zurück und atmete tief durch. Sein Blick war auf die Decke gerichtet. "Vielleicht ist das endlich eine Antwort auf all die Fragen, die ich mich nie wagte meiner Mutter zu fragen? Endlich eine Antwort auf all die Fragen die mich mein Leben lang begleiten."
Nachdem sich sein Körper beruhigt hatte, stand er wieder auf und ging mit einer Geschwindigkeit die die Schmerzen seines Körpers zuließen auf den Schreibtisch zu, auf dem McMichael den Umschlag hinterließ.

Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und öffnete das Revert. Darin befanden sich Besitzurkunden von mehreren Grundstücken und ein riesiger Lageplan von Allerdale Hall. So gerne er auch jetzt die ganzen Pläne und Urkunden durchstöbert hätte, er musste jetzt an bedeutendere Sachen denken. Widerwillig legte er alles wieder sorgfältig in den Umschlag und verstaute alles mitsamt des Schlüsselbundes in der Schublade seines Arbeitsschrankes.
Er widmete sich wieder der Beerdigung seiner Mutter. Allerdale Hall war aber das Einzigste an was er noch denken konnte.
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