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Millennium - Nur ein Anruf weniger

von Miss-i
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Javier Esposito Kate Beckett OC (Own Character) Richard Castle
08.03.2016
06.08.2020
33
61.474
5
Alle Kapitel
79 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
06.08.2020 1.534
 
Vergebung: Epilog


Auf dem zwölften Revier des NYPD herrschte ausgelassene Stimmung. Sowohl die Agenten des FBI als auch die Detectives und Lieutenants der New Yorker Polizei waren erleichtert über den glimpflichen Ausgang ihrer Ermittlungen und das Ende der Verbrechensserie von Thomas Keaton. Einzig in Captain Gates Büro herrschte ein eher angespanntes Schweigen.

„Was meinst du, was sie da drinnen besprechen?“, Castle gesellte sich zu Beckett an ihren Schreibtisch und stellte ihr eine Tasse Früchtetee vor die Nase.
„Wahrscheinlich die Ereignisse an den Docks. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass Captain Gates irgendetwas dagegen einzuwenden hat, dass ein Serientäter gestoppt wurde.“
„Weißt du, ich hatte wirklich Angst um dich, als du einfach aus dem Auto gestiegen bist.“

„Ich weiß“, sie klang sehr leise und sah ihn entschuldigend an, „Aber wir mussten sicherstellen, dass es jetzt endlich zu Ende geht.“
„Das verstehe ich ja auch, aber…“, er deutete auf ihren Bauch, „Nicht, dass du mir nicht so schon alles bedeuten würdest, aber mittlerweile würde ich es wahrscheinlich nicht überstehen, wenn dir etwas zustoßen würde.“
Kate lächelte ihn an und fing tapfer an, ihren Tee zu trinken, auch wenn die Sehnsucht nach einem anständigen Kaffee sie fast wahnsinnig machte.

Detective Javier Esposito, Detective Kevin Ryan und Agent Viveca Olofsson verließen Gates Büro, allesamt mit einem unterdrückten Grinsen auf den Lippen.
„Und? Was hat sie gesagt?“, fragte Kate interessiert.
„Nur, wieso Xenon tot und nicht in Gewahrsam ist. Auf der Flucht hätte ein Schuss ins Bein ja vielleicht schon gereicht“, antwortete Ryan mit einem amüsierten Unterton.

„Und was ist daran so witzig?“
„Na ja, euer Kollege hier“, Viveca deutete auf Espo, „hat dem Captain eindrücklich versichert, dass Xenon lediglich unglücklich gestürzt ist.“ Alle drei lachten leise.
„Verpasse ich gerade den Witz an der ganzen Sache?“, Rick sah ziemlich verwirrt aus. Er wollte gerne mitlachen und hasste es, wenn er Insider nicht verstand.

„Nun… sie hat angedeutet, dass ich mit ihm gekuschelt haben müsste, damit er ausversehen auf meine Waffe fällt“, antwortete Espo und bei der Vorstellung einer innigen Umarmung mit Todesfolge musste auch Castle schmunzeln.
„Pass auf, dass da niemand eifersüchtig wird“, Castle zwinkerte und die drei gingen weiter zu ihren Schreibtischen.
Viveca packte ihre Sachen zusammen und lächelte Ryan an.

„So, gehört alles wieder ganz dir. Der Stuhl, der Schreibtisch, der Partner.“
„Danke“, er sah auf die Uhr, „Ich richte mich morgen wieder ein. Jetzt mache ich mich wieder auf den Weg zu Jenny. Gute Nacht, zusammen.“ Damit verabschiedete er sich und ging aus dem Revier. Am Aufzug traf er Agent Johns, die gerade wieder nach oben gekommen war.
„Bist du bereit?“, Heather blieb neben ihrer Kollegin stehen.

„Fast. Nur noch ein paar Sachen und die allgemeine Verabschiedungsrunde, dann bin ich wieder ganz dein“, Viveca zwinkerte ihr zu. Agent Heather Johns verdrehte die Augen und ging wieder zum Aufzug, um unten auf ihre Kollegin und Freundin zu warten. Viveca legte unterdessen ihre letzten Habseligkeiten in einen braunen Pappkarton. Ihre Hände verweilten eine Weile auf der Akte, die sie nun aus der Schublade gezogen hatte. Ihr Blick wanderte von dem Papier in Richtung des Detectives, mit dem sie in den letzten Wochen zusammengearbeitet hatte. Sie ging mit der Mappe zu ihm hinüber.

„Hey.“
„Und, bereit uns zu verlassen?“
"Tu nicht so, als würdest du dich verraten fühlen“, sie grinste.
„Ich muss nicht so tun, ich fühle mich nun mal so“, sein Blick fiel auf die Dokumentenmappe in ihren Händen, „Was ist das?“

„Hier“, sie überreichte ihm die Akte und er nahm sie mit einem fragenden Blick entgegen. Als er sie aufschlug und die erste Seite überflog, weiteten sich seine Augen, er sah sie an und wollte schon etwas sagen, allerdings kam sie ihm zuvor, „Ich habe nebenbei ein bisschen recherchiert und deinen Vater gefunden. War gar nicht so leicht, die richtigen Informationen zu finden, ich musste viel bei meinen Kontakten herumtelefonieren. Er lebt nicht einmal so weit weg von hier… was du mit den Informationen anfängst, überlasse ich dir. Ich dachte nur, ich gebe dir die Möglichkeit.“

Er schwieg eine ganze Weile und schien zu überlegen, wie er jetzt darauf reagieren sollte. Jahrelang hatte er mit dem Gedanken gespielt, diverse Datenbanken abzufragen und nach diesem Splitter seiner Familie zu suchen. Allerdings hätte sich der Beginn der Suche wie eine Verpflichtung angefühlt, auch bis zum Ende zu gehen. Jetzt wurde ihm diese Form der Verpflichtung abgenommen und er überlegte ernsthaft, es einfach zu versuchen.
„Danke“, er nickte ihr zu, „Das hättest du nicht tun müssen.“

„Doch“,  sagte sie, „Ich musste mich doch irgendwie dafür erkenntlich zeigen, dass ihr geholfen habt, mein Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.“
Er legte die Mappe auf seinem Schreibtisch ab, stand auf und umarmte sie.
„Lass ab und zu mal von dir hören, ja?“
„Yes, Sir!“, sie lachte, „Aber ich brauche auch ein paar Updates von euch.“
Espos Blick schweifte hinter sie zu den Fahrstühlen und den Leuten, die gerade aus einem heraustraten.

„Ich glaube, du hast Besuch“, natürlich erkannte er die Gruppe, die das Revier betreten hatte: Vivecas Mutter und Camilla und ihr Exfreund Bill Elbers waren angekommen, zusammen mit Agent Johns, die die beiden sicherlich herbestellt hatte.
Viveca drehte sich mit gerunzelter Stirn um, und auch wenn Espo ihre Mimik nicht mehr sehen konnte, so konnte er sich doch vorstellen, dass ihr Gesichtsausdruck den ihrer Mutter wiederspiegelte. Camilla Olofssons Augen waren geweitet und die ersten Freudentränen kündigten sich an, dann machte sie sich schnellen Schrittes auf den Weg durch das Revier und schloss ihre totgeglaubte Tochter wieder in die Arme. Beide begannen, sich angeregt in ihrer Muttersprache auszutauschen. Esposito gesellte sich zu Beckett und Castle.

„Alles wieder beim Alten, hm?“
„Nicht ganz“, Beckett sah zwischen ihrem Mann und ihrem Kollegen hin und her, „Das heute war mein letzter Außeneinsatz. Ich weiß, das klingt viel zu vernünftig für meine Verhältnisse, wenn es um den Job geht, aber meine Prioritäten sollten sich jetzt vielleicht ein wenig verschieben.“ Sie legte langsam eine Hand auf ihren Bauch und lächelte. Castle sah erleichtert aus.

„Na Gott sei Dank! Wir können Schreibtischkumpel werden und zusammen auf die anderen warten, die sich Kugeln in den Kopf jagen lassen!“
„Ich dachte, ich nutze die Zeit, um mich mit weiteren Karrieremöglichkeiten zu beschäftigen.“
„Was meinst du, Kate?“, Rick sah sie fragend an. Espo nickte.
„Eine Beförderung.“
„Ja“, sagte Kate glücklich, „Ein neuer Abschnitt beginnt, und vielleicht sollte ich das auf alle Ebenen meines Lebens ausweiten.“

„Seht mal“, Castle deutete mit einer Kopfbewegung auf Viveca und Bill, die sich anscheinend wieder vertragen und zusammen gefunden hatten, nachdem sie sich gezwungener Maßen hatten trennen müssen.
Bill ging noch einen Schritt weiter und holte einen Ring aus seiner Jackentasche. Er verzichtete darauf, sich hinzuknien und fragte die Agentin direkt, ob sie ihn heiraten würde. Kaum hatte er die Frage zu Ende gestellt, fiel Viveca ihm schon um den Hals und küsste ihn.
„Ich denke mal, das war ein ja?“, Kate lächelte in sich hinein.

Castle grinste.
„Wenn ich das alles aufschreibe… das wird so eine gute Story!“

____

Nachwort


Das war‘s. Wir haben es geschafft. Nach fast 5 Jahren (das tut mir wirklich unfassbar leid) und vielen Pausen ist diese Story jetzt endlich wirklich beendet. (Can I get a Woop Woop?) In der Zeit habe ich mit der Oberstufe angefangen, mein Abitur absolviert, mein Studium angefangen und davon schon zwei Semester abgeschlossen. Wow.

Die zweite Hälfte der Story lief schleppend, zum Großteil, weil die Serie beendet wurde und ich andere Fandoms gefunden habe, über die ich lieber geschrieben habe und durch die ich das Gefühl für Castle und Beckett verloren habe. Aber ich glaube, wir haben einen Abschluss hinbekommen, der okay ist, oder? :D

Ich sage „wir“, weil ich diese Story ohne den Support nicht durchgezogen hätte, garantiert nicht! Also in dem Sinne, vielen Dank für all die lieben Reviews, die Favoriteneinträge, die Empfehlungen und allgemein fürs Lesen! Danke!^^

Es war schön, ein Teil dieser… Community(?) zu sein, aber es ist Zeit, weiterzumachen. Ich kann mich jetzt beruhigt anderen Dingen widmen, da ich weiß, dass Millennium hier nicht unabgeschlossen rumdümpelt :D Zu Castle werde ich also sehr wahrscheinlich nichts mehr schreiben, vielleicht aber noch lesen, wenn die Kategorie hier eine Geschichte bietet, die mich sehr anspricht. (Da werde ich doch glatt sentimental…)

Durch Castle habe ich so viele Leute kennengelernt, darunter jemand, den ich als meine beste Freundin bezeichnen würde. Also bedanke ich mich einfach bei allem, was mit dieser Serie zu tun hat :)

Übrigens hatte ich noch einen Epilog für die ganze Story geplant, der etwa ein Jahr später gespielt hätte, auf Viveca und Bills Hochzeit. Amy wäre nochmal vorbeigekommen und Hunter wäre als Baby aufgetaucht. Aber das wäre mir nicht genug für ein ganzes Kapitel gewesen, also habe ich mich dagegen entschieden. So gefällt mir das Ende auch ganz gut.^^ Und so landen wir am Ende in Word bei Schriftgröße 11 Times New Roman bei 107 Seiten und 58.913 Wörtern. Mit Abstand das längste, was ich je geschrieben habe^^

Also, über ein letztes Abschiedsreview würde ich mich natürlich unfassbar freuen! Die Story ist jetzt offiziell fertig, vielleicht komme ich nochmal zurück und übernehme den Feinschliff, sprich: weg mit den letzten Tippfehlern ;)

Genug gequatscht, vielen Dank und auf Wiedersehen!^^

Lg,
- Missi
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