Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Millennium - Nur ein Anruf weniger

von Miss-i
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Javier Esposito Kate Beckett OC (Own Character) Richard Castle
08.03.2016
06.08.2020
33
61.474
5
Alle Kapitel
79 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.08.2019 1.848
 
Vergebung: Teil 10


Kate war in Rekordgeschwindigkeit hin und her gelaufen, um jemanden zu finden, der das Wasser in der Schwimmhalle für sie abstellen könnte. Als sie niemanden dafür fand, telefonierte sie sich verbissen durch die verschiedenen Behörden und erreichte schließlich den für die Halle Zuständigen. Dieser hatte allerdings nicht einmal gewusst, dass das Wasser überhaupt angeschaltet war und versprach, sich sofort darum zu kümmern.

Nachdem Kate aufgelegt hatte, lief sie zum Eingang der Halle, um weiterzuhelfen – sofern es noch nicht zu spät war, und Kate hoffte, dass sie schnell genug gewesen war. Gerade als sie die Tür aufziehen wollte, öffnete sie sich und Espo kam heraus, neben sich Viveca, die einen Arm um seine Schultern gelegt hatte und sich an ihm abstützte. Beide waren klitschnass.

„Geht es euch gut?“, fragte sie an beide gerichtet und nahm Vivecas anderen Arm.
„Ich wurde betäubt und bin anschließend fast ertrunken. Aber da das alles meine eigene Schuld ist, ist alles super.“ Kate bekam eine Gänsehaut. Sie selbst war dem Tod schon viel zu oft viel zu knapp von der Schippe gesprungen und wusste, dass es irgendwann noch gehörig schief gehen würde. Galgenhumor war eine der wenigen Möglichkeiten, nicht sofort an dem erlebten zu zerbrechen.

„Hat Xenon dir gesagt, was er vorhat? Amy hat uns zwar ein paar Informationen gegeben, aber vielleicht hat sie etwas vergessen?“
„Amy hat da drinnen mehr mitbekommen als ich. Sagen wir es so, ich habe in der Zwischenzeit ein kleines unfreiwilliges Nickerchen gemacht... Und ich bin sehr froh, dass Amy es geschafft hat, euch zu informieren und herzuschicken.“

„Sie ist wirklich ein schlaues Mädchen“, Kate lächelte, „Allerdings hat sie vergessen, dich bei ihrem Anruf zu erwähnen.“
„Ist nicht so schlimm, als ich früher immer bei meiner Tante anrufen musste, habe ich auch immer vergessen, Grüße von meiner Schwester und meinen Eltern auszurichten…“ Kate schmunzelte. Galgenhumor, schon wieder.

Sie erreichten die Hauptstraße, als gerade ein weiterer Wagen vorfuhr und Castle aus der Beifahrertür auftauchte.
„Perfektes Timing würde ich sagen“, er grinste, „Und vor Gates konnte ich auch entkommen. Sie weiß nicht, dass ich hier bin“, den letzten Satz flüsterte er übertrieben deutlich.
Die Fahrertür öffnete sich und Castles Grinsen wurde wenn möglich noch breiter. „Und ich habe euch jemanden mitgebracht.“

„Hey, da lässt man euch einmal ein paar Wochen alleine und ihr legt eine riskante Aktion nach der anderen aufs Parkett…“, Detective Kevin Ryan stieg grinsend aus dem Wagen und hielt sich an der Tür fest, bereit, gleich wieder loszufahren und seine Freunde und Kollegen zu unterstützen, „Habt ihr immerhin einen Hinweis auf Xenon?“
„Er wollte ins Ausland. Was ist mit seinen Eltern?“, Esposito sah Ryan ungläubig an.

„Unsere Detectives fanden in der Hütte im Wald beide vor, bewusstlos aber lebendig. Keine Spur von Xenon“, fasste Beckett zusammen, was einer der Officers ihr zwischen ihren Anrufen bei diversen Behörden berichtet hatte. Sie reichte ihr Handy herum, auf dem ein Bild geöffnet war, das die Keatons in ihrer Hütte sitzend zeigte, beide mit einer Platzwunde an der Stirn.

„Er wird schlampig. Vielleicht merkt er, dass wir ihm immer näher kommen. Vor einigen Wochen wären sie tot gewesen, nicht bewusstlos“, Viveca wurde von Sekunde zu Sekunde blasser.
„Weißt du mittlerweile, wieso dir sein Name so bekannt vorkommt?“, Espo spürte, wie das Gewicht, dass er halten musste, damit sie nicht umkippte, immer größer wurde und ihre Beine immer weiter nachgaben.

„Nein… ich wünschte ich wüsste mehr-“, Viveca stockte und legte die Stirn in Falten, während sie an den Hintergrund heranzoomte und ein Bild auf dem Kamin hinter den Keatons betrachtete. Espo sah über ihre Schulter auf das Display und runzelte ebenfalls die Stirn.
„Ist das ein Segelboot?“

„Natürlich!“, rief Viveca aus, auch wenn es ziemlich matt klang und man ihr die Müdigkeit und Kraftlosigkeit anhörte und ansah, „Thomas Keaton, daher kenne ich seinen Namen! Er war in Bills Schwimmteam am College. Bill war immer ein wenig schneller als er und wurde eher für wichtige Wettkämpfe ausgewählt. Dafür hatte Thomas das nötige Kleingeld, seine Eltern hatten ihm in den Sommerferien ein Boot gekauft und er liebte das Segeln. Bill wurde von ihm als einziger im Team nie auf eine seiner Touren zu Lady Liberty eingeladen. Er hat sich bei mir darüber immer aufgeregt, deshalb erinnere ich mich so genau“, sie lachte ton- und freudlos, „Im Nachhinein war es vielleicht ganz gut, dass Bill nie mitgefahren ist.“

„Könnte er damit das Land verlassen?“, Castle mischte sich nun auch in die Konversation ein.
„Ich denke, dass es bei der Größe der Yacht durchaus eine Möglichkeit ist, stürmischere Gewässer unbeschadet zu durchsegeln.“

„Dann informiere ich Gates, dass auch die Wasserwege abgesichert werden müssen“, Kate lief zurück zu ihrem Auto, Castle dicht auf ihren Fersen.
„Der Anleger im Nordosten von Staten Island… ich bin nicht sicher, aber ich glaube da fanden seine Bootspartys immer statt. Vielleicht hat er den Platz im Hafen ja immer noch.“

Ryan nickte. „Alles klar, springt rein, ich fahr euch.“ Damit stieg er wieder in seinen Wagen und startete den Motor. Espo zögerte einen Moment, dann öffnete er die hintere Tür und schob die Agentin auf den Rücksitz. Dann kroch er hinterher und sobald er die Tür geschlossen hatte, drückte Ryan aufs Gas.


„Mann, ich kann nicht glauben, dass du Jenny allein gelassen hast und hergekommen bist“, Espo grinste Ryan durch den Rückspiegel an. Sein bester Freund zuckte die Schultern.
„Ihr scheint das ja nicht ohne mich zu schaffen. Castle hat mich vorhin angerufen, ich solle ihn vom Revier abholen und mich auf eine lange Nacht vorbereiten. Hier bin ich.“

Ein tiefes Grummeln ertönte über ihnen. Der Himmel verfinsterte sich zunehmend unter einer dicken grauen Wolkenschicht. Ein weiteres Gewitter würde die heiße und drückende Luft also bald wieder entladen.
Viveca zitterte und konnte sich kaum noch aufrecht halten. Langsam kippte sie zur Seite, sodass ihr Kopf schließlich auf der linken Schulter des Detectives neben ihr hing. Sie spürte seinen verwunderten Blick auf sich.

„Er hat mich mit Hydromorphon betäubt. Das Zeug macht schnell süchtig, ich kann mir vorstellen, dass das Zittern daher kommt. Die Müdigkeit wahrscheinlich auch, schließlich ist es ein Beruhigungsmittel. Tut mir leid.“
„Solltest du dann nicht lieber zum Arzt?“, fragte Ryan vom Fahrersitz nach hinten.

„Erst schnappen wir uns Xenon… hat einer von euch eine Waffe für mich?“
„Bist du irre?“, Espo schüttelte energisch den Kopf, „Du kannst nicht mal gerade sitzen, da drück ich dir doch keine Waffe in die Hand!“
„Okay, guter Einwand… Hauptsache wir kriegen ihn endlich.“

Den Rest der einstündigen Fahrt herrschte Schweigen, Ryan konzentrierte sich auf die Straße, Espo hing seinen Gedanken nach und Viveca war mittlerweile eingeschlafen. Schließlich erreichten sie den Hafen und Ryan brachte den Wagen am Anleger zum Stehen. Alle drei sahen auf die Segelyacht nur gute fünfzig Meter von ihnen entfernt. Espo regte sich als erstes, weckte die Frau neben sich und löste seinen Anschnallgurt.

„Da ist sie. Xenons Yacht.“


Castle setzte sich auf den Beifahrersitz in Becketts Auto und wartete ab, bis sie ihr Telefonat beendet hatte. Als sie aufgelegt hatte und ihn ansah, lächelte er.
„Wir kriegen ihn dieses Mal“, versicherte er ihr.

„Hoffentlich. Das Ganze geht jetzt schon so lange… ich möchte endlich wieder beruhigt schlafen können“, Kate erwiderte sein Lächeln mit einem traurigen Ausdruck in den Augen.
„Na ja, viel Zeit zum beruhigten Durchschlafen haben wir ohnehin nicht mehr… wenn unser Untermieter erstmal eingezogen ist…“ Kate lachte.

„Das stimmt… wirklich unsere Ruhe werden wir wohl nicht haben. Aber ich glaube kaum, dass der Kleine versuchen wird, Menschen zu töten.“
„Foltern schon eher. Weißt du, wie schlimm es ist, wenn ein Kleinkind nichts essen will und immer schreit, wenn du dich geradehingesetzt hast und sobald du mit ihm unterwegs bist, ist alles in Ordnung? Das ist massiver Schlafentzug.“

„War Alexis so anstrengend?“, Kate zog belustigt die Augenbrauen hoch.
„Sie war ein furchtbares Baby… erst als sie laufen konnte wurde es besser.“
„Vielleicht wird Hunter ja ein wenig ruhiger.“
„Ich hoffe es, alles Andere würde ich nicht noch ein zweites Mal überleben können.“ Sie lachten, dann wurde Kate wieder ernst.
„Wage es nicht, mich mit ihm alleine zu lassen.“

Rick sah sie aus ehrlichen und leicht überraschten Augen an. „Das könnte ich niemals, Kate. Dafür liebe ich euch viel zu sehr. Als ich nach Hause kam und du warst nicht da, weil Xenon dich entführt hatte, konnte ich nicht mehr klar denken. Es ging nur noch darum, dich zu finden und zu hoffen, dass es dir gut geht. Kate, ich war im Überlebensmodus, außer den lebenswichtigen Dingen habe ich nichts anderes gemacht, als dich zu suchen. Ich könnte dich doch nie freiwillig verlassen.“

Eine einzelne Träne lief über Kates Wange, die die Polizistin schnell wegwischte und sich zu einem Lächeln zwang.
„Mich wirst du nicht wieder los. Jedenfalls nicht so leicht“, Castle griff nach ihrer Hand und drückte sie in einem Versuch, seinen Worten Nachdruck zu verleihen.

„Danke“, sie machte eine Pause, sah auf ihre ineinander verschränkten Finger und atmete tief durch, bevor sie weitersprach, „Es ist nur… wenn ich die ganzen Familiendramen sehe, die mit diesem Fall in Verbindung stehen und was das alles aus den Menschen macht… ich bin froh dich an meiner Seite zu haben.“

Er lehnte sich zu ihr hinüber und küsste sie vorsichtig auf die Wange.
„Wenn das hier vorbei ist, sollten wir richtig reden. Über alles. Bitte, Kate.“
Sie nickte. „Ich weiß. Ich weiß auch, dass es schwierig wird und lange dauern wird, aber ja, ich werde versuchen mit dir über alles zu reden, was passiert ist.“

„Ich bin stolz auf dich“, er seufzte, „wir sollten auch bald anfangen, das Kinderzimmer zu planen und dafür zu shoppen.“ Seine Augen leuchteten voller Enthusiasmus, sogar noch mehr als wenn sie einen neuen Fall hatten. Kate grinste.

„Ich weiß von deinen Plänen. Nein, Hunter bekommt kein Bällebad mit Rutsche in seinem Zimmer. Ich kenne dich, du willst nur selbst damit spielen.“
„Aber Bällebäder sind super und fordern die motorischen Fähigkeiten eines Kindes!“
„Ich glaube, deine motorischen Fähigkeiten sind schon weit genug ausgebaut… und außerdem-“, sie unterbrach sich selbst und schnallte sich an. „Ryan und die anderen fahren los.“

Castle befestigte ebenfalls seinen Anschnallgurt. „Dann nichts wie hinterher, wahrscheinlich wissen sie, wo dieses Boot ist.“
Kate startete den Motor fädelte sich in den Verkehr ein, um ihren Kollegen zu folgen.
______________

Trololol, erinnert sich noch wer daran, dass ich die Story vor meinem Vorabi fertig haben wollte? Tja, jetzt hab ich schon mein richtiges Abitur in der Tasche und mir einen Platz an der Uni gesichert. Hähä, Zeitmanagement.
Anyways, ICH HABE ES ENDLICH GESCHAFFT. Als Ryan aus dem Auto stieg, wusste ich bis vor ca. zwei Wochen nicht weiter, bis ich Teile der Story nochmal gelesen habe. Und hier ist es. Das nächste Kapitel hab ich auch schon angefangen, jaja, ganz fleißig :P
Meine Notizen unter dem Kapitel im Word-Dokument waren übrigens richtig nice. Ich notiere mir immer, was noch kommen soll, damit ich ungefähr weiß, was ich als nächstes schreibe. Da stand diesmal nur: "Caskett-Szene wegen Kapitellänge lol". Zitatende. Ja lol, gut, dass ich noch wusste, was ich da schreiben wollte... nicht. Ich hoffe der Dialog ist okay geworden :)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast