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Millennium - Nur ein Anruf weniger

von Miss-i
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Javier Esposito Kate Beckett OC (Own Character) Richard Castle
08.03.2016
06.08.2020
33
61.474
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
24.06.2018 1.183
 
Vergebung: Teil 6


Mit ausgetrocknetem Hals, Mund und rissigen Lippen öffnete Viveca Olofsson langsam die Augen. Sie kniete irgendwo, es war schummrig und ihre Arme schmerzten, waren unangenehm nach hinten gebogen. Sie konnte nur verschwommene Umrisse erkennen, doch langsam wurde sie wacher, ihre Sicht wurde klarer und schließlich erschrak sie fürchterlich, als sie erkannte, wo und in welcher Situation sie sich befand.

Einige Meter über sich befand sich ein Sprungbrett, die gefliesten Wände um sie herum ragten ungefähr drei Meter in die Höhe. Sie drehte sich leicht um und sah ein dickes Rohr hinter sich, mit einem Abstand von etwa fünf Zentimetern von der Wand und durch genau diesen Zwischenraum hatte man eine ungefähr zwei Meter lange Eisenkette gezogen, die hinter ihren Rücken führte. Am Ende der Kette befanden sich Handschellen, die um die Handgelenke der Agentin gelegt und fest verschlossen waren. Es war kalt.

„Oh, Sie sind endlich wach!“, überrascht wirbelte die Schwedin herum. In der gegenüberliegenden Ecke des Schwimmbeckens, in dem sie sich befanden, saß ein blondes Mädchen, das in der gleichen Weise an eines der Rohre gekettet war.

„Oh, hallo…“, ihre Stimme klang tiefer und rauer als sonst und das Sprechen schmerzte in ihrem Hals. Sie schluckte trocken in der Hoffnung, es würde vielleicht besser werden.
„Ich bin Amy“, stellte sich das Mädchen neutral vor.
„Viveca“, sie nickte ihr zu, „Geht es dir gut?“

„Den Umständen entsprechend ganz in Ordnung… mir ist ein bisschen kalt und ich habe Hunger… Sind Sie von der Polizei?“
„Sozusagen, ja. FBI. Wir haben dich schon eine Weile gesucht, Amy“, Viveca versuchte sich an einem Lächeln, während sie das Mädchen nicht aus den Augen lassen konnte, dass sie zuletzt in der Nacht ihrer Geburt gesehen hatte.

„Wo sind denn Ihre Kollegen?“
„Na ja…“, es werden keine kommen, weil ich eine dumme, egoistische Pute bin.
„Sie… Sie sind eine von denen, die im Alleingang versuchen, einen Psychopathen zu verhaften?“, Amy runzelte die Stirn und ihre Mitgefangene seufzte.
„Eigentlich nicht, und ich bereue die Aktion von ganzem Herzen. Glaub mir…“, sie machte eine kurze Pause, „Wo ist er?“

„Er kommt immer nur kurz her und geht dann wieder für mehrere Stunden. Glaube ich, ich habe keine Ahnung von Zeit mehr… Wie lange bin ich schon nicht mehr zu Hause gewesen?“
„Ich weiß nicht genau… das kommt darauf an, wie lange ich ausgeknockt war. Als ich herkam müssen es etwa 36 Stunden gewesen sein.“ Amy nickte schweigend, bevor sie ihre nächste Frage stellte.

„Wie geht es Dad? Also, ich meine Aaron?“ Viveca schluckte. „Ich habe gesehen, wie dieser Xenon ihn mit einem Messer angegriffen hat. Er hat mich bemerkt und ich wollte die Treppe hochlaufen, dann hat er mich betäubt und hier her gebracht… Hat mein Ziehvater überlebt?“ Viveca schluckte erneut, bevor sie mit gesenktem Blick den Kopf schüttelte.
„Okay“, Amy nickte zitternd, als die Tränen zu fließen und sie zu schluchzen begann.
„Es tut mir leid.“
„Sie können doch nichts dafür.“ Doch.

„Du wusstest, dass du adoptiert bist?“, fragte die Agentin nun, ebenfalls mit belegter Stimme und schimmernden Augen. Sie räusperte sich.
„Ja, seit ich denken kann, weiß ich es. Meine echten Eltern haben mich morgens vor die Tür der Robinsons gelegt. Gloria und Aaron sagen, ich war für sie ein Geschenk des Himmels, sie bedauern es nur, dass sie meine echten Eltern nie finden konnten.“ Viveca wollte ihr gerade antworten, als weit entfernt das Geräusch einer zu fallenden Tür zu hören war.

„Er kommt wieder“, prophezeite das Mädchen leise und sie sollte recht behalten, denn nur wenige Zeit später kam Xenon an den Rand des Sprungbeckens, mit einer Holzleiter über der Schulter. Er kletterte zuerst den Einstieg, der an der Wand befestigt war, hinunter und bewältigte die letzten Meter mithilfe der anderen Leiter.

„Hallo Mädels, ich hoffe, ihr versteht euch soweit?“ Er erhielt keine Antwort. „Okay, ich nehme das mal als <ja>. Wäre auch eine Schande, wenn nicht. Nicht wahr, Vivi-Schätzchen.“ Er ging zu der blonden Agentin und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Als die Frau vor ihm nicht einmal reagierte, holte er mit der rechten Hand aus und schlug seinen Handrücken so fest gegen ihre rechte Wange, dass ihr Kopf herumflog und es sie fast von den Füßen riss.

„Hören Sie auf!“ Amys Ruf hallte von den Wänden des Beckens wieder und Xenon drehte sich falsch lachend um. Er sah Amy an und im selben Moment verschwand das übertriebene Grinsen aus seinem Gesicht.
„Du hast mal kurz Sendepause, Kleine. Okay?“ Er wandte sich wieder an Viveca. „Also so gefällst du mir nicht, meine Liebe.“ Er öffnete seine Jacke und zog eine Plastiktüte mit einer kleinen Spritze darin aus der Innentasche hervor. Xenon griff sich ihren rechten Arm, bog ihn schmerzhaft nach vorne und blockierte dadurch ihre Bewegungsfreiheit immens. Dann schob er den Jackenärmel nach oben, holte die Spritze heraus und setzte sie an.

„Was ist das?“, fragte Viveca mit zusammengebissenen Zähnen, die Wange stach noch immer höllisch und sie fürchtete, dass jede ihrer Bewegungen ihr die Schulter auskugeln würde.
„Hydromorphon, Schatzi. Bevor du fragst, es ist ein hydriertes Morphinketon.“
„Morphin? Bist du irre?!“
„Die Frage hast du mir schon so oft gestellt, du kennst die Antwort. Willst du gar nicht wissen, wie es wirkt?“

„Wie?“ Er zog ihren Arm weiter zu sich und ein schmerzerfüllter erstickter Laut entwich ihrer Kehle.
„Hydromorphon, mein Liebling, hemmt die Weiterleitung des Schmerzreizes und das Enpfinden eines solchen im Hirn. Und das alles 7,5 Mal so stark wie normales Morphin. Es kann gleichzeitig Angst und Ruhe auslösen, wie andere Drogen oder Alkohol auch. Vorwiegend ist es jedoch ein Beruhigungsmittel und entspannt Muskeln und senkt den Blutdruck.“

Sie antwortete nicht sofort, erst, als er ihren Arm etwas lockerer ließ.
„Das hast du meinem Onkel verabreicht“, ihre Stimme war nicht mehr als ein Hauchen.
„Nein“, er lachte kurz auf, „Nein, nein, nein, Vivi. Dein Onkel hat etwas anderes bekommen, genau wie dein Vater.“
„Mein Vater hatte einen einfachen Herzinfarkt, als er schlief.“

„Sicher?“
„Du… das hast du nicht…“
„Ups, Spoiler: doch, habe ich.“ Sie versuchte, ihn von sich wegzustoßen, es gelang ihr jedoch nicht und er rammte ihr die Nadel in den Arm, pumpte die Droge in ihren Arm und ließ sie dann unsanft zu Boden fallen. „Nebenwirkungen von Hydromorphon sind unter anderem Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen. Neben der Benommenheit, natürlich. Und pass auf, das Zeug macht sauschnell süchtig.“ Er packte die Tüte ein und kletterte die Leiter wieder hoch, „Träum schön von mir!“, dann nahm er die Leiter wieder mit und verschwand.

„Viveca…“, Amys Stimme klang weit entfernt. Die Welt schwankte und Viveca spürte, wie sie ruhiger wurde und die eben aufgekommene Wut wieder verrauchte. Sie spürte wie sie auf dem Boden kniete und sich richtig hinsetzte, dann spürte sie nichts mehr, ihre Sicht verschwamm und die Welt drehte zur Seite, ihre linke Schläfe schlug gegen den Boden und dann war nichts außer Dunkelheit noch da.
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Ähh... hi? Wir nähern uns dem Ende und nein, die Story ist nicht abgebrochen! Nur... lange pausiert :) Und jetzt in den nahenden Ferien krieg ich sicher noch ein paar Kapitel hin... vielleicht :P wahrscheinlich aber nicht xD
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