Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Millennium - Nur ein Anruf weniger

von Miss-i
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Javier Esposito Kate Beckett OC (Own Character) Richard Castle
08.03.2016
06.08.2020
33
61.474
5
Alle Kapitel
79 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.06.2017 1.833
 
Vergebung: Teil 3


„Ms. Adams, bitte! Es hat keinen Sinn, wenn Sie sich nun in den Tod stürzen!“, rief Kate gegen den trotz der warmen Temperaturen eisigen Wind an.

„Es hat noch weniger Sinn, es nicht zu tun!“, der Wind trug die Antwort an Kates Ohr, während sie dabei zusah, wie Kelly Adams sich dem Rand des Daches, auf dem sie standen, weiter näherte. Es war noch nicht lange her, dass die beiden Ermittlerteams die Wahrheit hinter dem Tod des krebskranken Jungen herausgefunden und dem Hauptverdächtigen offen gelegt hatten. Sie hatten Luke Jefferson – den Lebensgefährten von Brians Mutter Kelly Adams – verdächtigt und ihn zum Verhör geladen. Allzu lange hatte er nicht durchgehalten und dann gestanden, den Föhn in das Badewasser befördert zu haben. Als Kate die Wahrheit an die arme Frau weitergegeben hatte, hatte diese um einen Moment alleine gebeten, war allerdings durchs Fenster mühevoll auf einen Teil des Krankenhausdaches geklettert und war kurz davor gewesen zu springen, als eine Krankenschwester die Tür geöffnet und sie entdeckt hatte.

„Vielleicht hat alles keinen Sinn mehr, aber wollen Sie das hier wirklich? Als Selbstmörderin diese Welt verlassen? Natürlich ersparen sie sich selbst viele Qualen, doch was ist mit ihren Eltern? Sollen sie ihr Kind noch früher verlieren?“ Kate streckte vorsichtig einen Arm in Richtung der Frau aus und machte einen Schritt vorwärts.

„Kommen Sie nicht näher!“ Kate blieb sofort stehen.
„Okay, kein Problem. Wir können das hier doch drinnen besprechen.“
„Nein, verschwinden Sie einfach, Detective… Sie auch!“, Kate drehte sich um und sah Viveca hinter sich stehen.

„Kelly, es geht hier nicht nur um Brians Tod, nicht wahr? Es geht hier um viel mehr… um den Vorfall vor fast zehn Jahren, nicht wahr?“
„Hören Sie auf!“
„Hör bitte auf“, wisperte Kate, die nun ausweichen musste, um nicht die roten Haare der Perücke ins Gesicht zu bekommen. Sie wurde jedoch komplett ignoriert.

„Ihr Lebensgefährte, Luke, sagte uns, er habe in ihrem Tagebuch gelesen, dass Brians <Vater> nicht sein wirklicher Vater war. Er dachte, sie hätten den Mann einfach nur betrogen und hat den Gedanken nicht ausgehalten, dass Sie ihn und ihren Sohn belogen haben, was noch einmal passieren konnte.“

„Bitte, Sie haben keine Ahnung!“, Kelly rannen literweise Tränen über die Wangen.
„Oh doch, das habe ich. Vielleicht sollten wir einen Club gründen, immerhin teilen wir dasselbe Schicksal.“
„Wie meinen Sie das?“, Kelly Adams drehte sich wieder von den Ermittlern weg und sah auf die Straße unter sich.

„Xenon“, es war nur ein einziges Wort und Kate war nicht sicher, ob es gegen den Wind ankommen würde, doch anscheinend hatte die Kranke es gehört, denn Sie erstarrte und drehte sich langsam wieder um.
„Sie lügen!“ Viveca schüttelte den Kopf.
„Es ist die Wahrheit. Auch wenn sie schmerzhaft ist, ist sie die Wirklichkeit.“

„Sie haben doch keine Ahnung!“
„Sie wiederholen sich“, murmelte die Schwedin und Kate sah sich gezwungen, einzugreifen.
„Kelly, bitte, kommen sie da weg und wieder mit uns hinein!“ Eine Sirene kam immer näher, dann bog ein Feuerwehrwagen um die Ecke und hielt, Menschen strömten sofort heraus und wollten wohl ein Sprungkissen bereit machen.

„Nein, das geht alles nicht!“, Kelly schluchzte noch einmal auf und sah nach oben, „Ich bin gleich da, Brian.“ Dann schloss sie die Augen und sprang.
„Nein!“, entfuhr es beiden Ermittlerinnen gleichzeitig und beide machten noch einige Schritte nach vorne, erreichten die Dachkante allerdings viel zu spät und hörten nur noch einige Aufschreie von Augenzeugen unter sich. Geschockt und betroffen sahen Sie sich an, dann wieder zum Ende des Daches.


Bis das Mordfallbrett wieder gereinigt, die Notizen zu den Akten gelegt und Luke Jefferson in die Haft geschickt wurde, verlor niemand ein Wort über den Vorfall. Das lange Schweigen erdrückte Castle beinahe und er wartete auf einen Moment, in dem er und Kate recht ungestört im Büroraum waren.

„Kate?“
„Rick?“, ihre Antwort überraschte ihn nicht sonderlich, ärgerte ihn trotzdem.
„Wie geht es dir?“
„Gut, und dir?“
„Kate“, er zog ihren Namen bedeutsam in die Länge, „Jetzt bitte die ehrliche Antwort.“

„Ich bin ehrlich.“
„So wie immer.“
„Was soll das denn jetzt heißen?“
„Dir kann es nicht gut gehen. Eine Frau hat sich vor deinen Augen in den Tod gestürzt!“, Castle sah sich kurz um senkte dann wieder die Stimme, „Bitte, sei vernünftig. Es geht hier nicht mehr nur um deine Gesundheit.“

„Danke für die Erinnerung, das ist mir bewusst“, Kate setzte mit Schwung den Deckel auf den braunen Karton, den sie nachher ins Archiv bringen würde.
„Kate, ich bin nicht bereit, diese Spiele wieder zu spielen. Entweder, du gibst etwas von deiner Starrköpfigkeit ab und fängst an, dich nicht immer zu verstecken, oder ich sehe mich gezwungen, mit Gates über Hunter zu reden.“

„Du weißt, dass Erpressung strafbar ist?“, sie setzte sich.
„Kate!“, so verzweifelt und wütend hatte sie ihren Mann noch nie erlebt und sie bemerkte, wie ernst es ihm war, wie besorgt er ihretwegen war. Sie griff nach seiner Hand.
„Rick, es tut mir leid. Ich bin nur noch nicht bereit dazu, mich damit auseinander zu setzen. Gib mir ein wenig Zeit, ja?“ Er nickte.

„Natürlich, nur bitte rede mit mir, sobald du soweit bist. Ich möchte nicht, dass wir uns wieder anschweigen.“
„Das möchte ich auch nicht. Ich verspreche dir, dass ich mit dir reden werde. So bald wie möglich“, sie drückte seine Hand leicht und stand auf, dann nahm sie den Karton und ging.
„Das hoffe ich“, murmelte Castle und trank einen Schluck von seinem Kaffee.


"Was hat dir dieser Sandsack denn nur getan?“, fragte Javier Esposito, als er seine Übergangspartnerin Viveca Olofsson im Trainingsraum des Reviers gefunden hatte, die auf einen Sandsack einschlug und -tritt. Da ihr Gegner jedoch von der Decke hing, schwang er beträchtlich hin und her, bis der Detective danach griff, ihn an- und schließlich festhielt. Er begab sich in einen sicheren Stand und stemmte sich gegen die Wucht, mit der der Sandsack auf ihn zukommen würde.

„Oder besser: Wen stellst du dir gerade vor, dass du so wütend bist?“ Er erhielt keine Antwort, hörte nur ihre Angestrengte Atmung und gelegentlich ein angestrengtes Keuchen, manchmal auch kleinere Kampfschreie oder ein Knurren.
„Xenon?“ Sie grummelte wütend und schlug gegen das feste Leder des Sandsacks.

„Kelly Adams, Beckett, du selbst?“ Es folgten weitere Schläge und Tritte und er war sich sicher, dass ihre Hände mittlerweile schmerzten. Für einen kurzen Moment war er abgelenkt und lies den Sandsack los, dieser schwang zu seiner rechten und gab ihr freie Bahn auf ihn. Sie ignorierte den Fakt, dass ihr eigentliches Ziel nicht mehr vor ihr war und ihre Hand schoss nach vorne.

Espo griff ihr Handgelenk und zog sie in seine Richtung, griff um, drehte sich und schleuderte sie dabei über seinen Rücken auf den Boden. Sie ließ ein schmerzerfülltes Geräusch über ihre Lippen kommen und verharrte einen Moment mit geschlossenen Augen und schwer atmend auf der dunkelblauen Matte. Er blickte auf sie hinab, wie sich ihr Brustkorb hektisch hob und senkte.

Er ging einen Schritt auf sie zu, um ihr aufzuhelfen, doch in diesem Moment machte sie eine schnelle Rückwärtsrolle und kam wieder auf die Beine, trat ihm dann in die seinen unter dem Körper weg, während sie sich schräg hinter ihm befand. Er biss die Zähne zusammen, als er das Gleichgewicht verlor und es erst nach einigen kurzen Schrecksekunden wiedererlangte.  

Kurz bevor er sich wieder in einem sicheren Stand befand, holte Viveca zu einem Tritt gegen seinen Oberkörper aus, doch er sah ihren Fuß kommen, wich aus und griff nach ihrem rechten Unterschenkel. Er spürte die Muskeln unter seinen Fingern spielen, fühlte die Wärme durch den dünnen Stoff der Sporthose und gleichzeitig den Schweiß, den die körperliche Anstrengung und die sommerlichen Temperaturen hervorbrachten.

Er zog das Bein ruckartig in seine Richtung und die Agentin verlor erneut den Boden unter den Füßen, landete unsanft auf dem Rücken. Wut kochte in ihr hoch und sie schob ihre Beine zwischen seine Füße und zog ihn somit zu sich hinunter. Er landete auf dem Bauch und konnte sich durch seine schnellen Reflexe mit den Armen abstützen und so den Fall abfedern.

Sie war gerade dabei, sich aufzurichten, als er sich hochhievte und einen Satz nach vorne machte, um sie auf dem Boden unter sich festzunageln, sie dabei halb unter sich begrub. Sie drückte gegen seinen eisernen Griff, versuchte, ihn mit den Beinen zu treten oder sich frei zu strampeln. Nichts wollte funktionieren und sie schrie.

Überraschung huschte über Espos Gesicht, als er auch noch Tränen auf ihren Wangen entdecken konnte und ihr Gesicht sich in einer Verzweifelten Grimasse verzog. Er ließ sie los und wollte sie gerade befreien, als sie sich mit aller Wucht gegen ihn stemmte und ihn auf den Rücken drehte, nun auf ihm saß.

Viveca hielt ihn mit der linken Hand am Hals fest und holte mit der rechten Faust aus. Eine Träne tropfte von ihrer Wange hinunter auf sein Shirt, dann streckte er den Arm aus und umgriff ihre Faust.
„Was zur Hölle tust du?“, fragte er laut, fast schon schreiend. Ihr Atmung ging schnell, flach, und wurde von gelegentlichen Schluchzern unterbrochen. Langsam ließ sie ihre Hand sinken und ließ ihn los.

„Was sollte das alles? Du hast die Kontrolle verloren, einfach so! Was wäre, wenn dir das draußen passieren würde, mit einem Verdächtigen? Mit Unschuldigen? Warum passiert das?“ Sie sackte in sich zusammen, kletterte von ihm hinunter und saß nun neben ihm, die Arme um die Knie geschlungen. Espo setzte sich endlich richtig auf.

„Rede mit mir!“, Minuten des Schweigens vergingen, in denen die Schwedin stille Tränen vergoss. Langsam rutschte er zu ihr hinüber und legte einen Arm um sie, als Antwort bekam er ein kurzes Zusammenzucken und weitere Tränen.
„Was ist passiert?“

„Ich kann das alles nicht mehr“, brachte sie hervor und es fiel ihm wieder einmal schwer, sie mit ihrem Akzent zu verstehen.
„Was kannst du nicht mehr?“
„Die Arbeit, meine Schwester, mein Onkel, der Anruf heute Morgen. Alles aus den letzten zehn Jahren bricht wieder in einem einzigen Tsunami über mir zusammen und reißt mich mit sich fort.“

„Worum ging es bei dem Anruf heute Morgen?“, fragte er vorsichtig und sie schälte sich aus seiner halben Umarmung.
„FBI-Angelegenheit.“
„Du sagtest, du hättest seit fast zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu einer bestimmten Peron gehabt. Wer?“
„Das musst du nicht wissen“, sie stand auf und ging davon.

„Ist das dein Ernst? Du läufst einfach vor einer richtigen Konfrontation mit deinen Problemen davon?“
Sie drehte sich nicht mehr um und gab ihm, als sie in der Tür war, mit einer Handgeste über die Schulter ziemlich eindeutig zu verstehen, dass ihr sein Kommentar egal war. Aber er hatte bereits eine Entscheidung getroffen.
_____

Ähm… hi? Ist das Ding an?^^ Es hat echt ewig gedauert und es tut mir leid. Ausreden spar ich mir… ich hatte einfach keine Lust mehr auf diese Story. Keine Ahnung warum. Aber jetzt wieder ein bisschen und ich hab endlich auch wieder Ideen, nachdem ich mich eingelesen habe. (Ohne mich selbst zu loben, aber was für geile Ideen hatte ich letztes Jahr bitte? :D)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast