Millennium - Nur ein Anruf weniger

von Miss-i
GeschichteDrama, Krimi / P16
Javier Esposito Kate Beckett OC (Own Character) Richard Castle
08.03.2016
29.09.2019
32
59.940
5
Alle Kapitel
75 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
10.03.2016 1.007
 
Verblendung: Teil 2


Kate starrte glücklich auf die zwei Striche. Natürlich war der Bluttest sicherer gewesen, aber sie wollte das Ergebnis selbst noch einmal feststellen, es in der Hand halten. Und das tat sie nun – in Form eines Schwangerschaftstests. Sie war direkt nach dem Gespräch mit Lanie in die Apotheke gefahren. Dort gab es fast einen unangenehmen Zwischenfall.

Warum um alles in der Welt war Captain Gates auch auf die Idee gekommen, ihre Mittagspause in eben genau dieser Apotheke zu verbringen? Allein beim Anblick ihrer Vorgesetzten hatte Kate sich umgedreht und das Regal gewechselt. Zu den Diätdrinks. Die brauchte sie nun wirklich nicht. So schnell wie möglich hatte sie sich ans Kopfende des Diät-Regals gestellt. Halsbonbons. Das war doch schon deutlich besser. Jeder wurde doch mal krank.

„Detective Beckett“, hörte sie Gates überraschte Stimme neben sich.
„Captain Gates, was für eine Überraschung“, Kate richtete sich auf und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie unwohl sie sich in diesem Moment fühlte.
„Werden Sie krank?“, fragte Gates.
„Was? Oh, ich weiß nicht. Ich habe nur ein Kratzen im Hals. Nichts Weltbewegendes“, antwortete Kate so authentisch wie möglich. Gates nickte verständnisvoll.

„Ich empfehle die mit Eukalyptus“.
„Bitte was?“, fragte Kate verwirrt nach.
„Die Halsbonbons“.
"Oh, ja. Danke“, Kate hielt die Luft an und presste die Zähne aufeinander.
Gates und Beckett musterten sich noch eine Weile, dann räusperte sich die ältere von beiden.
„Ich… muss dann mal“, Gates deutete irgendwo hinter sich.
„Ja, ich auch. Schön, Sie getroffen zu haben“, antwortete Kate und wandte sich wieder den Halsbonbons zu. Gates nickte, machte ihren Einkauf – soweit Kate das gesehen hatte, waren es mehrere Dosen Anti-Aging-Creme gewesen – und ging. Erleichtert atmete Kate aus, schnappte sich einen Test, bezahlte und ging ebenfalls.

Besser hätte das Ganze nicht ablaufen können…


Kate legte den Test beiseite und schaute auf die Uhr. Es war schon drei Uhr nachmittags. Einen Moment trommelten ihre Finger einen schnellen Rhythmus auf den Couchtisch, dann siegte die Ungeduld. Sie griff nach dem Handy und wählte Castles Nummer. Sie musste einfach seine Stimme hören und sie wusste, dass er im Moment Pause hatte.

„Richard Castle Entertainment, was kann ich für sie tun?“, meldete er sich und sie musste grinsen.
„Geben Sie mir bitte Mr. Castle persönlich“, antwortete sie schließlich.
„Einen Moment bitte“, es herrschte einen Moment Stille und Kate verdrehte die Augen, „Ja hallo, was kann ich für die schönste Frau der Welt tun?“.
„Ich wollte nur mal hören, wie es dir so geht“.

„Abgesehen vom unglaublichen Trennungsschmerz kann ich nicht klagen. Und dir?“.
„Besser denn je“, sie schwieg für einen Moment, „sobald du wieder hier bist“.
„Übersteht dein kleines Herz noch die letzten… 43 und ein viertel Stunden?“. Kate seufzte.
„Ja, ich hoffe es. Bestimmt findest du mich vollkommen verschimmelt auf deiner Couch vor, wenn du zurückkommst“, meinte sie übertrieben theatralisch.

„Oh, glauben Sie mir, Miss Beckett. Ich werde schon einen Weg finden, Sie wiederzubeleben“, sie konnte sein Lächeln in der Stimme hören.
„Da bin ich ja beruhigt, Mister Castle. Außerdem erwartet Sie eine Überraschung, wenn sie hier ankommen“, hauchte sie anzüglich.
„Okay, vergiss die 43 Stunden, ich komme sofort. Ich liebe Überraschungen“, rief er halblaut aus. Oh ja, diese würde ihm wahrscheinlich gefallen.

„Jetzt im ernst, was ist es?“, fragte Castle nun plötzlich wie ein kleines Kind, das wissen wollte, was es zu Weihnachten bekam.
„Das sage ich dir nicht. Dann wäre es keine Überraschung mehr“, antwortete Kate schmunzelnd.
„Ach komm schon“, bettelte er.

Doch Kate blieb hart. „Weißt du was, am besten telefonieren wir nicht mehr, dann kannst du mich nicht mehr anbetteln“, schlug Kate vor. Es war eigentlich eine gute Idee. So konnte sie sich auch nicht verplappern, schließlich wollte sie seine Reaktion auf die gute Neuigkeit sehen und nicht nur hören.

„Was?“, fragte er leicht verwirrt.
„Ich wette, du hältst es nicht durch“, provozierte sie ihn.
„Okay, die Wette gewinne ich. Was bekommt der Gewinner?“.
„Der Gewinner hat einen Wunsch – egal welchen – beim Verlierer frei. Deal?“.
„Deal“, stieg er mit ein.
„Ich liebe dich“, sagte er noch schnell.
„Ich dich auch“, antwortete sie, dann legte sie auf.
Nur fünf Minuten später kribbelte es Kate in  den Fingern. Sie hoffte, er würde das Ganze nicht durchhalten.


Die Stunden zogen sich und Kate hatte immer noch nichts zu tun. Sie beschloss, Lanie anzurufen.
„Hast du Lust auf einen Serien-Marathon?“, fragte sie direkt.
„Kommt darauf an, welche Serie es ist“, antwortete ihre Freundin und sagte damit praktisch zu.
„Ich dachte an Under the Dome oder House of Cards“, schlug Kate vor.
Under the Dome und ich bin dabei“.
„Das sagst du doch nur, weil Colin Ford so heiß ist“.
„Erwischt. Ich bin gleich da“, und schon legte Lanie auf. Kate lächelte. Es ging doch nichts über einen schönen Mädelsabend. Nun, fast nichts…

Nur eine halbe Stunde später war Lanie endlich da, mit zwei Bechern Ben & Jerry’s im Gepäck. Die beiden machten es sich auf dem Sofa gemütlich, tratschten und aßen Eis, bis der Under the Dome Marathon dann doch endlich losging.

„Du stehst auf Karamell, oder?“, fragte Lanie nach einer Weile belustigt. Kate hielt in ihrer Bewegung inne, der Löffel mit der Eiscreme hing noch immer in ihrem Mund.
„Wieso?“, fragte sie, nachdem sie den Löffel erneut in den Becher gesteckt hatte.
„Du isst nicht das Eis, nur das Karamell“, lachte Lanie und Kate sah verwirrt auf ihren Eisbecher. Tatsächlich – in der Mitte war ein tiefes Loch, das Eis drum herum war noch fast komplett da.
„Sag nicht, dass du eine von denen bist. Du hast keinen Heißhunger auf saure Gurken, du hast Heißhunger auf Karamell“, jetzt konnte Lanie sich vor Lachen kaum noch halten. Auch Kate stimmte mit ein. Manchmal war ihre Freundin unmöglich. Und das Schlimmste daran war, dass sie damit vollkommen recht hatte.

_______

Oh mein Gott, vielen Dank! So viele Aufrufe und Favos… auch über die Reviews habe ich mich sehr gefreut! Ich bin höchst motiviert und hoffe, dass euch auch dieses Kapitel (das etwas kürzer ist, aber die Schule macht mir einen Strich durch die Rechnung) gefällt^^
Review schreiben