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Brown Eyed Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger OC (Own Character)
07.03.2016
18.08.2016
11
23.550
 
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07.03.2016 1.367
 
Ich schon wieder! Das ist eines meiner Babys, das ich lange Zeit nicht gehen lassen wollte, aber ich finde, es sollte langsam laufen lernen. Ich hoffe, die Geschichte bereitet euch so viel Freude beim lesen, wie mir beim Schreiben. Ganz wichtig, Martin Baudrexel und die Letzte Instanz sowie Mike Süsser sind ebenfalls nur ausgeliehen, und auch diese Personen gebe ich danach artig wieder zurück.
Wie gewohnt zeichne ich weder Biographien nach, noch verdiene ich Geld mit meinem Geschreibsel.
Aber jetzt viel Spaß!
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Pia floh. Vor Andi, vor dem vorangegangenen Streit, vor seinen stahlblauen Augen, die sie regelrecht durchbohrten, vor den Tränen, die sie darin hatte aufsteigen sehen.
Aber in erster Linie floh sie vor sich selbst. Wie konnte es nur soweit kommen? Am Anfang waren wir so glücklich, und was ist jetzt davon übrig? Dachte die junge Frau und rannte einfach weiter. Wohin genau, wusste sie nicht. Sie musste einfach nur raus aus der gemeinsamen Wohnung.
Wieder einmal hatte es lautstark gekracht, und wieder einmal war Pias Eifersucht der Auslöser dafür gewesen. In ihrem Innersten wusste sie ja, dass Andi nicht der Typ für so etwas wie fremd gehen war, aber sie sah auf der anderen Seite einfach auch, wie er auf Frauen wirkte.
Das weibliche Geschlecht begehrte ihn geradezu, und es verging kein Tag, an dem ihr nicht missgünstige Blicke oder Beleidigungen hinterher geworfen wurden. Ja, ihr Lebensgefährte war ein schöner Mann, das musste man unumwunden zugeben. Er war groß, schlank, hatte strahlend blaue Augen, bei denen Pia immer das Gefühl hatte, sie könnten in ihre Seele schauen, ein smartes Lächeln und er war zudem noch erfolgreicher Fernseh- und Sternekoch.
Pia hingegen war schlicht und ergreifend Sekretärin, zwar auch groß, aber weiblich gebaut, und sie konnte die Leute einfach nicht so in ihren Bann ziehen, wie Andi das konnte. Sie war immer von der Angst getrieben, dass er irgendwann mal einsehen würde, dass es da draußen besser aussehende, erfolgreichere Frauen gäbe, als sie selbst das war. Sie liebte ihn über alles, und würde sie ihn verlieren, wäre ihre Welt nicht mehr dieselbe.
Sie war inzwischen völlig aus der Puste im Park angekommen. Dort setzte sie sich unter einen Baum, kuschelte sich an die kratzige Rinde, die leicht nach Harz roch, und ließ ihren Tränen freien Lauf. Wenn sie so weiter machte, würde Andi endgültig seine Sachen packen. Und genau das galt es zu verhindern. Unaufhaltsam flossen die Tränen, und sie spürte den salzigen Geschmack auf ihrer Zunge. Sie kuschelte sich noch etwas enger an den Baum, lehnte ihren Kopf an den Stamm, und strich mit den Händen sanft darüber. Bäume hatten schon immer eine beruhigende Wirkung auf die junge Frau gehabt. Schon als Kind hatte sie die Nähe dieser wunderbaren Gewächse gesucht, wenn es ihr schlecht ging. Ihre Mutter hatte sie immer liebevoll ihr „Baummädchen“ gerufen, und sich auch nicht gewundert, als Pia für Greenpeace nach Brasilien gegangen war, um ein Aufforstungsprojekt zu unterstützen.
Pia strich immer noch zärtlich über die Baumrinde, und ihre Tränen versiegten langsam. Da spürte sie, dass jemand sich neben sie gesetzt hatte. „Ihr hattet wieder Streit, richtig?“ erklang neben ihr die warme Stimme ihres besten Freundes Martin. Sie nickte nur stumm, und der schwarzhaarige zog sie schweigend in seine Arme. „Mein Mädchen, wie oft muss ich dich hier denn aufsammeln? Du weißt, dass Andi dich unendlich liebt. Warum kannst du das nur nicht sehen?“ Pia kuschelte sich an den Vertrauten. „Warum sollte er? Schau mich an. Ich bin hässlich, und nur eine poplige Tippse.“ Martin strich ihr über die Haare. „Du bist Weltklasse, bildhübsch, und meine beste Freundin. Und Andis Partnerin. Überlege dir doch, wie lange ihr schon zusammen seid. Dieses Jahr sind es vier Jahre. Ich halte das nie so lange durch.“ Pia zerwuschelte ihm seine kurzen Haare, und schaute ihn ernst an. „Das verstehe ich sowieso nicht. Bist doch ein dufter Kerl?“ Martin gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Geh‘ nach Hause, sprecht euch aus.“ „Und wenn er jetzt wirklich endgültig die Nase voll hat?“ „Das glaube ich nicht, mein Mädchen. Dazu liebt er dich zu sehr.“
Pia erhob sich, und drückte dankbar die Hand ihres besten Freundes. Zu ihm war sie gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde, aber sie hatte den 14 Jahre älteren Mann sofort ins Herz geschlossen.
Martin gab ihr einen Kuss auf Stirn. „Du schaffst das. Und arbeite endlich mal an dir.“
Pia nickte schuldbewusst, und machte sich mit gesenktem Blick auf den Weg nach Hause.

Dort saß Andi auf der Couch. Er hatte seine Beine angewinkelt, und seine Arme darum geschlungen. Tränen stiegen wieder in seine stahlblauen Augen. Wieso konnte er seiner großen Liebe einfach nicht begreiflich machen, dass sie zum einen die einzige und zum anderen die tollste Frau für ihn war? Seit er sie vor über vier Jahren zum ersten Mal gesehen hatte, wusste er, dass er entweder diese Frau in seinem Leben haben wollte, oder gar keine. Ihm war egal, dass sie vom Typ her so ganz anders war, als seine Exfrau. Es war ihm ebenfalls egal, was sie arbeitete, oder was sie sonst machte. Solange er sie nur in seinem Leben wusste. Und für ihn war sie einfach die schönste Frau der Welt. Ihre weibliche Figur war sogar das, was ihn am Anfang am meisten fasziniert hatte.
Er erinnerte sich noch genau an den Tag ihrer ersten Begegnung. Während seine Gedanken an diesen Tag und diesen Ort zurückkehrten, wurde sein Blick weich.Flashback:
Andi saß mit einem Freund im Biergarten in München. Es hatte über 30 Grad, und sie hatten beschlossen, ein Bier zu trinken, und das Leben einfach mal zu genießen. Seit seiner Scheidung war das ein bisschen zu kurz gekommen. Da kam ein Frauenduo in den Biergarten geschritten. Eine große schwarzhaarige mit weiblicher Figur, und eine etwas kleinere Blonde, die mit ebensolchen Kurven gesegnet war .Die große schwarzhaarige schaute wenig begeistert drein, während die blauen Augen der blonden lebenslustig funkelten. Andis Kumpel Max grinste ihn breit an. „Kann das sein, dass die junge Frau mit den schwarzen Haaren es dir angetan hat?“ Andi wurde rot um die Nasenspitze. „Schon möglich“, murmelte er. Er hatte wohl ein wenig zu auffällig rüber geschaut, denn die blonde wies mit dem Daumen in seine Richtung und redete wild gestikulierend auf die schwarzhaarige ein. Diese schaute kurz an ihren Tisch, drehte sich dann aber, ebenfalls rot um die Nasenspitze wieder weg.
Da fasste sich Andi ein Herz, und bestellte 2 Bier für die Damen. Auf seine Kosten, verstand sich. Die Kellnerin schien ihm wohlgesonnen, denn sie überbrachte der schwarzhaarigen Schönheit auch noch den Zettel, auf den er eine kleine Botschaft geschrieben hatte. Er beobachtete, wie sie den Zettel entfaltete, ihn ihrer Freundin weiterreichte und misstrauisch in seine Richtung sah. Er lächelte sie aufmunternd an. Max reichte es nun, und er schleppte seinen Freund an den Tisch der jungen Frauen.
„Hallo ich bin der Max, und der edle Spender hier ist mein bester Freund, Andi. Dürfen wir uns zu euch setzen?“ Die blonde nickte begeistert, während die schwarzhaarige sich weit weg zu wünschen schien. „Ich bin Annette, aber so nennt mich keiner. Wäre mir also lieb, wenn ihr mich auch Netti nennt, wie der Rest der Menschheit. Und das schüchterne Hascherl da ist Pia.“ Diese schien ihr gerade gegen das Schienbein getreten zu haben, denn Netti keuchte schmerzerfüllt auf. Andi zwinkerte Pia belustigt zu. „Mach dir keine Gedanken. Mein bester Freund hier zieht mich auch immer auf, weil ich eher ein Schweiger bin.“ Max prustete los und Pias Mund verformte sich zum ersten Mal zu einem Grinsen. „Das ist normalerweise nicht mein Problem“, entgegnete sie. „Nur wenn mir ein Mann wirklich gefällt…hab ich das gerade laut gesagt?“ Netti und Max wieherten lautstark los, während Andi und Pia beide puterrot wurden. Aber ab diesem Moment war er ihr schon mit Haut und Haaren verfallen gewesen. Netti und Max waren da weniger zögerlich gewesen. Sie hatten direkt bemerkt, dass sie aneinander Gefallen gefunden hatten, und waren ein Vierteljahr später bereits verlobt.
Flashback Ende
Bei Andi und Pia sollte es ein halbes Jahr dauern, ehe sie ein Paar wurden. Schuld daran war die Tatsache, dass Andi viel unterwegs, und Pia fürchterlich unsicher war. Aber dann hatten sie es geschafft, und waren seitdem eigentlich unzertrennlich.
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