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Keep dreamin'

von Jadeherz
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
Gally Minho OC (Own Character)
05.03.2016
17.05.2020
55
104.797
9
Alle Kapitel
108 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.03.2016 1.882
 
Hallo :)
Es freut mich, dass ihr die Geschichte angeklickt habt :)
Da meine andere Maze Runner - FF momentan eine Flaute erleidet und diese Idee mir schon seit einiger Zeit im Kopf herum spukt, kommt sie jetzt ans Tageslicht.
Ich hoffe, sie findet Anklang^^
Das erste Kapitel hier könnte etwas holprig sein, aber danach wird es besser, versprochen :)
Kritik und Verbesserungsvorschläge sind gerne gesehen :)
Die Story wurde übrigens inspiriert von CasseyCass - falls du das liest, danke für die wundervolle Geschichte rund um Cassy und Minho:3

Viel Spaß beim Lesen :)


~*~


1. Please don’t leave me


„Mommy?“
Die beiden kleinen Mädchen sahen ängstlich zu ihrer Mutter hoch. Ihre schöne Mommy sah vollkommen verändert aus. Ihre ehemals glatten Haare waren zerzaust, sie war dreckverschmiert und in ihren Augen stand ein gehetzter Ausdruck. Unter ihren Fingernägeln und ihrer zerrissenen Kleidung klebte rostrotes Blut.
Sie hockte zitternd in einer Ecke in dem häuslichen Flur und murmelte mit aufgerissenen Augen vor sich hin. Die beiden kleinen Mädchen knieten neben ihr. Eine von ihnen hatte einen Teddy unter ihren Arm geklemmt.
In den dünnen Nachthemdchen fröstelte es ihnen, aber sie machten sich mehr Sorgen um ihre Mommy.
Vorsichtig fasste das Mädchen ohne den Teddy nach dem Knie ihrer Mommy. Die kleine Hand bedeckte es kaum. „Mommy, was ist denn los? Soll ich Daddy holen?“, fragte sie vorsichtig. Der Blick ihrer Mommy wanderte zu ihr und ihrer Schwester, und sie schien kurz klar zu werden. Mit zitternden Händen fasste sie nach dem Gesicht der Kleinen und umschloss es mit beiden Händen.
„Hör mir zu, Süße. Du darfst nicht mehr mit mir sprechen. Du und deine Schwester müsst hier sofort verschwinden, hörst du? Such Daddy und sag ihm, es tut mir leid“, sagte sie eindringlich. Etwas Warmes, Klebriges blieb von ihrer Handfläche an der Wange des Mädchens hängen. Blut.
Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie verstand gar nichts. „Mommy, was ist denn los?“, wimmerte sie, während ihre Schwester zitternd zusah.  
Ihre Mommy schüttelte nur den Kopf und wich von ihnen zurück.
Beide wussten, was los war, hatten die Situation aber noch nicht richtig erfasst. Mommy war krank. Daddy hatte es gesagt, deshalb hatte er sie im Schlafzimmer eingeschlossen. Aber dann war sie plötzlich weg. Daddy suchte nach ihr. Die Schwestern auch. Aber in der Wohnung, weil sie nicht raus durften.
Und jetzt saß Mommy hier im Flur, dreckig und mit wildem Blick.

Da ertönten Schritte und sie hörten ihren Daddy schreien: „Natalia! Rosie! Kommt da weg!“
Unsanft riss er die eine vom Boden und hob sie hoch, die andere zerrte er an der Hand von ihrer Mommy weg, so dass ihr Teddy auf den Boden fiel. Er stolperte drei Schritte von ihrer Mommy weg, die ihnen mit aufgerissenen Augen hinterher sah.
Die Kleine auf seinem Arm fing an zu schreien und zu strampeln. „Lass mich! Ich will zu Mommy! Lass mich, Daddy! Mommy!“ Ihre Schwester begann zu weinen.
Ihr Daddy hielt ihr fluchend den Mund zu, während seine Frau sich wankend erhob.
„Natalia, du musst still sein! Sonst kommen die und bringen uns alle um“, zischte Daddy seiner Tochter ins Ohr. Doch diese schüttelte stur den Kopf. Sie wollte doch nur zu Mommy.
„Hardin, verschwinde!“, fauchte ihre Mommy in dem Moment und griff nach einem Schirm aus dem Schirmständer. „Bringt euch in Sicherheit, bevor ich…“
Sie stieß einen seltsamen Laut aus, ihr Kopf zuckte zur Seite und ihre Augen verdrehten sich. Der Schirm in ihrer Hand zuckte in die Richtung ihrer Familie und der Mann wich weiter zurück.
„Was hast du getan, Trisha?“, flüsterte er und starrte auf ihre Hände. Seine Frau antwortete nicht, sondern warf den Kopf herum und starrte aus dem Fenster. „Sie kommen. Verschwindet, jetzt!“

Natalia fing an zu kreischen, als ihr Daddy ohne ein weiteres Wort davon stürmte und Rosie grob hinter sich her zerrte. Ihre Mommy und der Teddy blieben zurück.
„Nat, Schatz, du musst jetzt tapfer sein, und leise, hörst du?“, flüsterte Daddy, und sie hörte auf zu schreien. Aber die Tränen flossen weiter. Hardin lief in die Garage, schnallte Natalia auf den Beifahrersitz, Rosie auf den Rücksitz und kletterte auf der anderen Seite in den Wagen.
„Ich darf doch gar nicht vorne sitzen“, protestierte Natalia. Ihr Daddy reagierte nicht. Er schmiss den Wagen an und fuhr los. Vor dem Haus hielt er kurz an.
Plötzlich knallte es, eine Stichflamme schoss aus dem Fenster im ersten Stock. Ein schriller Schrei durchschnitt die Nacht. Unter dem Haus im Garten versammelten sich mehrere Menschen, geifernd und johlend.
Dann klirrte es und drei Gestalten fielen aus dem Fenster im ersten Stock, schlugen dumpf auf dem Boden auf, während Rauch hinter ihnen in den Nachthimmel stieg.
„Trisha“, flüsterte Hardin neben mit erstickter Stimme und schloss kurz die Augen. Natalia hatte mittlerweile Schnappatmungen bekommen vom Weinen, aber der Anblick ihres Daddys erschreckte sie so sehr, dass zumindest der Schluckauf weg ging. Rosie dagegen wimmerte immer noch leise.
Dann sah Hardin auf, schaltete und der Motor heulte auf.
Die Gestalten drehten sich zu dem Wagen um, doch der fuhr bereits mit einer unglaublichen Geschwindigkeit Richtung Hauptstraße.

Die Fahrt war lang und die beiden Mädchen schliefen irgendwann vor Erschöpfung ein.
„Nat, aufwachen. Rosie“, weckte Hardin seine Töchter nach einer Weile sanft. Verschlafen blinzelte Natalia, Rosie gähnte. Vor ihnen ragte ein riesiges Gebäude auf. Ihr Daddy nahm sie rechts und links an der Hand und brachte sie hinein. Sie liefen durch viele Gänge. Menschen, die in weiße Ärztekittel gekleidet waren, kamen ihnen manchmal entgegen und lächelten freundlich.

In einem kreisrunden Raum blieben sie schließlich stehen. Fasziniert sahen sich die Mädchen um. So einen Raum hatten sie noch nie gesehen.
Ein großer Mann mit angegrauten Haaren trat hinein und schüttelte Hardin mit mitfühlender Miene die Hand.
„Mein Beileid zu Ihrem Verlust“, meinte er. „Jetzt sehen Sie aber sicherlich, warum wir tun, was wir tun.“
Hardin nickte nur.
„Kommt Mommy auch und guckt sich den lustigen Raum an?“, fragte Natalia ihren Daddy und zupfte leicht an seiner Hand. Er sah sie an und lächelte gequält. Antwortete aber nicht.
Der Mann kniete sich dagegen mit einem Lächeln vor sie. „Du musst Natalia sein.“
Ein wenig schüchtern wich diese hinter Daddys Beine zurück, nickte aber. Er wandte sich zu Rosie, die zwar ängstlich aussah, ihr Kinn aber mutig vorgereckt.
„Und du musst Rosario sein.“
„Ja“, nickte sie.
„Sie sieht Trisha sehr ähnlich“, seufzte der Mann leise, unklar, wen der beiden Mädchen er meinte,  und stellte sich seinerseits vor: „Hallo, ich bin Mr. Janson.“
Natalia und Rosario tauschten einen unsicheren Blick und sahen dann fragend zu ihrem Daddy auf, der mit den Tränen kämpfte.
Mr. Janson stand wieder auf und wandte sich an Hardin. Was auch immer der Blick zwischen ihnen zu bedeuten hatte, er machte, dass Hardin fast anfing zu weinen.

Er kniete sich neben seine Töchter und umarmte jede einmal fest. „Ich werde euch vermissen, meine Mäuse“, flüsterte er gebrochen. Und bevor eine der beiden verstanden hatte, was los war, verschwand er und ließ sie mit Mr. Janson alleine.
Ängstlich quiekte Natalia auf und fasste nach Rosarios Hand.  Mr. Janson sah sie nachdenklich an.
„Na, dann kommt mal mit, ihr Kleinen.“

Er führte die beiden zu einem weißen Raum, wo sie sich auf unbequeme Matten legen mussten. Dann kamen Ärzte herein und gaben ihnen Betäubungsspritzen. Natalia erinnerte sich im Nachhinein nur nach an ein grelles Licht und einen dumpfen Kopfschmerz.  
Als sie erwachte, fühlte sie sich desorientiert und wuschig; Rosario war weg.  
Mr. Janson war die ganze Zeit über bei ihr geblieben und führte sie danach durch mehrere Gänge. Vor einem Raum hielten sie an und er legte dem Mädchen beide Hände auf die Schultern.
„Wo ist meine Schwester?“, fragte Natalia schlaftrunken, aber Mr. Janson antwortete nicht. Stattdessen sagte er: „So, Kleines. In diesem Raum schläft Teresa. Sie ist normalerweise immer alleine, aber sie kann eine Freundin gut gebrauchen, nicht wahr?“
„Und wenn … wenn sie mich nicht mag?“, gähnte sie.  Sie war so müde, aber darum machte sie sich doch Gedanken.
„Keine Sorge, ihr werdet euch gut verstehen“, versicherte Mr. Janson ihr mit einem seichten Lächeln und öffnete die Tür. Das Zimmer war ziemlich klein. Es standen ein Stockbett drin, ein Tisch mit einem Stuhl und ein Bücherregal. Sonst nichts.
Auf dem Bett richtete sich eine zierliche Silhouette auf.
„Wer ist da?“, fragte diese Teresa mit heller Stimme und sprang leichtfüßig nach unten.
Sie hatte dunkle Haare und strahlend blaue Augen, mit denen sie das fremde Mädchen zum Teil neugierig, zum Teil misstrauisch musterte. Sie schien höchstens ein Jahr älter zu sein.
„Oh, Sie sind’s. Und wer ist das?“, wollte sie wissen und deutete auf Natalia.
Mit nacktem Finger zeigt man nicht auf fremde … ach, vergiss es, ich bin zu müde.
„Das ist Piper. Sie wird deine neue Zimmergenossin“, stellte Janson sie vor.
Etwas in Natalia protestierte. Sie hieß nicht Piper. Ihr Name war … lag es an der Müdigkeit oder warum konnte sie sich so schwer erinnern?
Teresa musterte sie gründlich, bevor sie ihr die Hand hin hielt. „Ich bin Teresa“, stellte sie sich ihrerseits vor.
Die Kleine taumelte ein paar Schritte vor und schüttelte ihre Hand.
„Dann lass ich euch mal schlafen. Bis morgen, Mädchen“, lächelte Mr. Janson.
Mit einem Krachen, bei dem Natalia zusammenzuckte, schlug die Tür zu.

Teresa kraxelte hinauf in das obere Bett und deutete auf das Untere.
„Du kannst da schlafen. Und morgen unterhalten wir uns, jetzt siehst du viel zu müde aus“, bestimmte sie.
Im Dunkel blitzten ihre weißen Zähne auf, als sie lächelte. Natalia nickte und fiel sprichwörtlich ins Bett.
So weich…
„Nacht“, murmelte sie und kuschelte sich in das weiche Laken.
„Nacht, Piper“, wünschte Teresa.
Piper … das war nicht ihr Name. Nein. Aber … sie war zu müde, um jetzt darüber nachzudenken.  

*********************

WCKD-Memorandum, DATUM 04.05.226, ZEIT 23:17 Uhr
AN: Partner
VON: Kevin Anderson, Kanzler
BETREFF: Neue Testpersonen

Mr. Janson berichtete mir soeben, dass die Töchter von Hardin und Trisha Carpendale eingetroffen sind. Die kleine Natalia ist vermutlich eine sehr vielversprechende Testperson. Ihre Werte sind denen von Thomas und Teresa ebenbürtig, obwohl sie ein Jahr jünger ist.
Rosario dagegen ist genauso einzigartig, aber auf eine spezielle Weise. Es war ein Kampf, sie zu bekommen, wo sie doch so leistungsstarke Gehirne haben. Ihre Eltern hatten sich lange verweigert, erst Trishas Tod durch Den Brand konnte Hardin überzeugen. Wir bedauernd seinen Verlust natürlich, aber wir müssen nach vorne schauen.
Die kleine Natalia, wir tauften sie Piper, wird uns hoffentlich gute Ergebnisse liefern. Wir haben ihr und ihrer Schwester heute zunächst den Chip eingesetzt, damit sie ihren wahren Namen, etc. pp. vergessen, so wie Thomas und Teresa und die anderen Probanden.
Sie muss nur an das große Ganze denken und darf sich nicht ablenken lassen.
Rosario tauften wir um in Alex. Sie wird bei den Probanden untergebracht werden. Da Piper zu Thomas und die Teresa kommt, wird Alex in die Gruppe A einsortiert werden. Wir greifen daher auf die neue Testvariante zurück, die Ava Paige gemeinsam mit drei kooperierenden Ärzten entwickelt hat. Sie wird hoffentlich effektiv sein.  
Wir werden die Tests mit Piper erst in ein paar Tagen richtig beginnen. Geistig mag sie ein hohes Niveau haben, aber sie ist immer noch sehr jung.
Wir wollen die Rose nicht brechen, bevor wir ein Heilmittel haben.
Thomas und Teresa sollen weiterhin mit Aufgaben versorgt und getestet werden.
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