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Von Feder, Schwert und Liebe.

von MK367
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Keitaro Urashima Motoko Aoyama
03.03.2016
03.03.2016
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Von Feder, Schwert und Liebe.

- 2. Februar 2001 18:00 Keitaros Zimmer -
Keitaro lag in seinem Zimmer, seine Arme und Beine ausgestreckt und das Gesicht an die Decke gerichtet. »Was für ein Tag«, sagte er leise und mit Anstrengung in seiner Stimme in das leere Zimmer. Langsam schloss er die Augen und Reflektierte vor seinem Inneren Auge noch einmal den gesamten Tag.

- 2. Februar 2001 09:00 Vor dem Hinata Inn-
»Ich werde das Hinata Inn verlassen«

Mit diesem Satz zerfiel Keitaros gesamte Welt vor seinen Augen. Naru, der Schwarm seiner Kindheit, eröffnete dem gesamten Haus Ihre neuen Pläne ohne große Umschweife.

»Ich habe ein Stipendium für ein Studium in Europa erhalten. Ich Weiss das kommt überraschend für euch alle, aber ich werde es annehmen und in Frankreich ein Sprachstudium machen.«

Naru war nervös, nervöser als Sie es sich je vorgestellt hatte. Sie malte sich diesen Moment schon seit einigen Tagen aus und war auf jede vorstellbare Reaktion gefasst. Jede bis auf diese.

Die versammelte Einwohnerschaft vom Hinata Inn stand vor Ihr und keiner sagte auch nur ein Wort. Sie hätte mit Wut, Freude oder Tränen gerechnet, aber nicht mit einer solch überwältigten Sprachlosigkeit.

Der Erste, der sich wieder aus der Sprachlosigkeit erholte war erstaunlicherweise Keitaro selbst.

»Wie lange wirst du weg sein?«

Keitaro fragte dies mit einer heimlichen Hoffnung in seinem Herzen ›Vielleicht ist es ja nur ein kurzer Aufenthalt?‹, seine Innere tendenz zur Logik ermahnte Ihn aber vor der Antwort, die nun kommen würde.

»Das gesamte Studium wird mindestens 6 Semester in Anspruch nehmen« kam die prompte Antwort von Naru, Sie versuchte die angespannte Situation mit einem Lächeln zu entschärfen, was Ihr jedoch sichtlich nicht gelang.

»Aber das bedeutet, du wirst 3 JAHRE weg sein?!« Erwiderten Shinobu, Su und Sarah Simultan. Keitaro warf darauf den ersten Blick in die versammelte Runde. Shinobu, Su und Sarah schienen geschockt von dieser Neuigkeit. Motoko verhielt sich ruhig, ihre Pose wirkte jedoch sehr unruhig und auch Sie schien von der Überraschung nicht kalt gelassen. Mitsune wirkte jedoch sehr gefasst, Keitaro vermutete, dass sie bereits vorher bescheid wusste. Dies war nicht unwahrscheinlich, war Shizune immerhin Narus beste Freundin in der Pension Hinata.

»Es tut mir sehr leid, dass ich euch verlassen muss, aber es ist eine sehr große Chance für mich und ich sollte sie wahrnehmen. Mein Stipendium übernimmt sämtliche Kosten des Aufenthaltes für die gesamten 6 Semester. Das ist eine Ehre, die nur sehr wenigen Auserwählten ausländischen Studenten zugeteilt wird.«

»Aber Naru, was wird aus Todai und deinem Versprechen?« Shinobu schien erzürnt über die egoistische Entscheidung von Naru, ›Was ist mit Keitaro? Willst du ihn einfach zurücklassen?‹ dachte sich Shinobu und kümmerte sich wie so oft immer zuerst um andere als um sich selbst.

Naru schien zu ahnen, worauf Shinobu hinaus wollte, und richtete Ihren Blick zu Keitaro. »Ich habe hart für Todai gearbeitet und es hat sich ausgezahlt. Ich hätte diese Chance niemals erhalten hätten wir nicht so hart gelernt. Aber das Studium im Frankreich würde eine noch bessere Ausbildung bedeuten, als ich sie in Todai bekommen könnte.

Für Keitaro schien sich die Zeit zu verlangsamen, langsam verschwamm alles um Ihm herum und er hörte nur noch seine eigenen Gedanken. ›Was soll ich ohne Naru tun?‹, ›Was ist mit dem Versprechen, dass wir uns als Kinder gaben?‹, ›Wie geht es nun für mich weiter?‹, ›Was soll ich tun?‹. Keitaro fühlte sich immer mehr, als würde er in der Schwerelosigkeit schweben und verloren im All treiben. Er versuchte sich selbst aus seiner Trance zu befreien und Griff in Richtung der verblassenden Naru. »Nein« war das letzte, was Keitaro herausbrachte, bevor ihm komplett schwarz vor Augen wurde. Was Keitaro nicht mehr mitbekahm, war, dass Motoko geistesgegenwärtig seinen Sturz abfing. »Das hat ihm den Rest gegeben« sprach sie, während sie ihn langsam auf den Boden legte.

»Was sollte das Naru?!« Eröffnete Mitsune, »Du kannst Ihm doch nicht gleich alles an den Kopf werfen?!«.

Naru war sprachlos und überfordert mit der Situation, sie rechnete nicht mit so einer heftigen Reaktion von Keitaro. »Ich wollte nicht dass ...«

»Das kannst du dir sparen!« Unterbrach Sie Motoko Harsch, »normalerweise, bin ich nicht auf der Seite des perversen Idioten, aber das ging grad ein wenig zu Weit«. Motoko, die selbst enttäuscht war von der Neuigkeit, dass Naru sie alle schon bald für eine sehr lange Zeit verlassen wird, beschloss sich zurückzuziehen. Und die perfekte Ausrede dafür lag direkt unter Ihren Händen. »Ich werde den Idioten nach drinnen bringen« sprach sie und machte sich mit Keitaro auf Ihre Schulter gepackt auf den Weg nach drinnen. Sie hinterließ eine sprachlose und verwirrte Runde.

»Aber du kommst doch zu uns am Wochenende oder?« Sprach Su Naru als Nächstes an. »Ich fürchte, das wird nicht möglich sein Su«, widersprach Ihr Naru. »Was?! Warum nicht?!« erwiderte Su mit Verwirrung und dem ersten Anschein von Tränen in den Augen.

»Bitte versteh doch Su ...«.

Es folgte eine lange Diskussion mit sämtlichen Einwohnerinnen der Hinata Inn, Naru versuchte allen zu verdeutlichen, wie wichtig ihr diese Reise war und was für eine große Ehre es sei ein Stipendium zu bekommen.

- 2. Februar 10.00 Keitaros Zimmer -
Motoko legte Keitaro in seinem Zimmer ab, auch wenn Sie es nicht zugeben würde, war der Weg zu seinem Zimmer anstrengender als zuerst gedacht. ›Dafür, dass er so ein Schwächling ist, wiegt er ganz schön viel‹.

Motoko setzte sich neben den ohnmächtigen Keitaro um kurz zu verschnaufen und sich zu überlegen was es nun zu tun galt. ›Das hat ihn ganz schön getroffen, wenn es um Gewalt und Schläge geht, kann er einstecken wie kein anderer, aber dagegen war er machtlos.‹

›Ein bisschen verstehe ich ihn schon, ich werde Naru ebenfalls vermissen‹
Motokos beinahe militärischer Drill erlaubte ihr jedoch keinesfalls solche Gefühle offen zu präsentieren, eigene Schwächen zu zeigen galt schon immer als ›No Go‹ unter den Schwertmeistern. Selbst Ihre Gedanken und Emotionen sind von diesem Verhalten nicht ausgenommen. Sie versuchte, wo immer nur möglich, die Kontrolle zu wahren.

Narus abschied stimmte Sie traurig und wütend. ›Ich sollte ein wenig Meditieren um mich selbst wieder ins gleich Gewicht zu bringen, außerdem wäre es gar nicht schlecht noch den Idioten zu überwachen, damit er nichts Dummes anstellt, wenn er aufwacht‹.

Motoko versank daraufhin in eine Tiefe Meditation, die so entspannend und beruhigend war wie noch selten eine zuvor.

Vorläufiges Ende Kapitel 1. 14.12.2015

Keitaro erwachte langsam aus seinem kurzen Koma und seine Sinne kehrten langsam zu ihm zurück. ›War alles nur ein Traum? Ich hoffe es‹ waren die ersten Gedanken, die ihm in den Sinn kamen. Er begann sich um zu sehen in seinem Zimmer, was er fand, entsprach allerdings jeder natürlichen Logik.

Die taffe Schwertkämpferin und Mitbewohnerin vom Hinata Inn, Motoko, befand sich mitten in seinem Zimmer und meditierte. Jedenfalls sah es für Keitaro sehr danach aus.

Keitaros Hirn erwachte nun komplett aus dem Schlafzustand.

›Ich bin umgefallen, Sie muss mich wohl hergebracht haben. Motoko ist wahrscheinlich die Einzige, die mich bis in mein Zimmer tragen könnte. Aber warum bin ich umgefallen?‹

Wie ein Blitzschlag traf es Keitaro, die Erinnerung an Narus Geständnis kehrte zurück und erneut durchlebte er einen emotionalen Schock.

»Bist du wieder bei Sinnen?« Brachte ihn die weibliche Besucherin seines Zimmers aus seinen Gedanken. Sie sprach wie in Trance und ohne ihre Pose zu verändern oder die Augen zu öffnen.

»Es war also kein Traum oder?« Antwortet Keitaro Ihr mit seiner bekannten peinlich berührten Stimme.
»Nein es war kein Traum. Wie fühlst du dich?« Motoko gab sich erstaunlich viel Mühe mitgefühl für Keitaro zu zeigen, was dieser in seinem aktuellen Zustand schlicht nicht bemerkte.
»Wie soll ich mich schon fühlen?, Meine Sandkastenliebe läuft zusammen mit all meinen Träumen und zielen davon, um nach Frankreich zu gehen. Toll geht es mir!« Schnaufte Keitaro sie angesäuert an, bereute es jedoch kurz danach gleich wieder. ›Da ist sie einmal nett zu dir und du benimmst dich wie ein blinder Stier! Reiß dich zusammen Keitaro und steck es weg wie immer!‹ Es fühlte sich für Keitaro jedoch überhaupt nicht an wie immer. Normalerweise konnte er ein paar gute Schläge und fiese Worte einfach wegstecken, heute war es aber anders. Es war, als hätte man ihm sein Ziel vor Augen weggenommen und ihn alleine stehen gelassen. »Es tut mir leid Motoko, ich wollte dich nicht anfahren.« Entschuldigte sich Keitaro bei ihr.

»Das macht nichts Keitaro, es war ja auch für mich eine große Überraschung«. Motoko verhielt sich gegenüber Keitaro sehr ruhig und geduldig, was ihn etwas stutzig machte. »Ohne undankbar zu wirken Motoko, aber darf ich dich fragen, wieso du bei mir in meinem Zimmer bist?«. Was Keitaro nicht mitbekam, war, dass Motoko ihm schon seit seinem Erwachen kaum zugehört hatte. Sie antwortete nur aus Reflex und konzentrierte sich aktuell noch auf etwas ganz anderes.

›Warum bin ich so entspannt? So gut habe ich mich noch selten gefühlt?‹ Fragte sich Motoko schon seit Sie das Meditieren beendete. ›Ich fühle noch die Trauer in mir von Narus bevorstehende Abreise und ich werde sie schrecklich vermissen. Aber irgendwas in diesem Zimmer beruhigt meine Seele<. Konzentriert versuchte Motoko herauszufinden, was in Keitaros Zimmer sein könnte, das ihr eine solche innere Ruhe verlieh. ›Besitzt er irgendwelche Talismane? Nein das hätte ich schon vor langer Zeit bemerkt‹.
Bevor Motoko ihre innerliche Suche jedoch fortsetzen konnte, wurde sie von Keitaro unterbrochen.

»Motoko?« Sprach Keitaro sie ein zweites mal an, diesmal mit einem noch fragenderem Blick.

»Ähm entschuldige Keitaro, was hast du gesagt?«, sagte sie, öffnete dabei die Augen und widmete ihm nun ihre gesamte Aufmerksamkeit.

»Ich fragte mich, warum du eigentlich in meinem Zimmer bist?«

›Stimmt! Ich bin ja in Keitaros Zimmer, so etwas schickt sich eigentlich nicht für eine Kriegerin‹. Schnell versuchte Motoko die Situation zu erklären. ›Warum bin ich eigentlich nochmal in seinem Zimmer?‹ »Nun ja Keitaro«, begann Motoko ihre Erklärung.
»Du bist in Ohnmacht gefallen, da habe ich dich in Zimmer gebracht und bin hier geblieben, um deinen Gesundheitszustand zu überwachen.«

Damit bestätigte sich Keitaros Vermutung, obwohl so eine Wohltat der sonst so harten Kriegerin eigentlich nicht ähnlich sah. »Oh vielen Dank Motoko, entschuldige bitte die Umstände, die du wegen mir hattest, es war sicher nicht leicht mich in mein Zimmer zu tragen«, sagte er zu ihr und fühlte sich peinlich berührt. ›Nicht einmal in mein Zimmer schaffe ich es ohne fremde Hilfe, bin ich eigentlich überhaupt ein Mann?‹. Keitaro fühlte, das ihn seine Gefühle erneut zu übermannen drohten und wollte vermeiden das ihn irgendjemand in diesem Zustand sah, er hatte bereits genug Aufruhr verursacht.

»Motoko-Sama? So dankbar ich dir für deine Hilfe bin, ich wäre im moment gerne alleine, um über alles nachzudenken« Keitaro hielt seinen Kopf dabei gebeugt und kratze sich leicht verlegen am Hinterkopf. Hoffend das Motoko seiner Bitte entgegen kommt, bevor er seine Nerven verliert und anfängt zu weinen um die Frau, die ihn verlassen will, um so etwas Langweiliges wie Sprachen zu lernen.

Motoko hatte Verständnis für Keitaro und vermutete bereits das er vermutlich sein Gesicht wahren wollte, denn sein leichtes Zittern blieb ihr nicht verborgen. ›Ich sollte gehen, er soll Zeit haben, um nachzudenken‹. »Natürlich, das verstehe ich«, antwortete sie ihm auf seine Bitte und stand auf um das Zimmer zu verlassen. Bevor sie die Tür hinter sich zuschob, gab sie Keitaro noch einen harten und berechnenden Blick »Keitaro?«

»Ja?«, Keitaro fragte sich, was jetzt nun kommen würde.

»Keine Dummheiten verstanden?« Antwortet Sie ihm hart und mit einer ernsten Stimme, ihr Blick ließ ihm unmissverständlich klar werden, was sie meinte.

»Keine Angst Motoko, ich bin zwar dumm aber nicht lebensmüde«. Keitaro sagte das sehr leicht daher, er würde jedoch lügen, wenn er sagen würde, dass der Gedanke ihm noch nicht gekommen sei.

Motoko gab nach und schloss die Türe hinter sich. ›Ich denke nicht, das du dumm bist Keitaro, im Gegenteil, ich halte dich für einen Intelligenten und ehrenhaften jungen Mann.‹ Dachte Sie sich. Es war einer dieser vielen Gedanken, die Motoko im Stillen hatte, denn ihr Stolz ließ es nicht zu, dass sie andere zu nahe an sich heranließ oder sich zu sehr mit ihnen anfreundete.

- Nächster Schnitt -

Den folgenden Nachmittag verbrachte Keitaro damit, seine persönliche emotionale Achterbahn rauf und runter zu fahren. Keine Kurve wurde ausgelassen, von Trotz bis Depression legte er alles an den Tag, was dem Menschen von der Natur für solche Momente an die Hand gegeben wurde. Keitaro versuchte bewusst, zuerst seine Gedanken und Gefühle zu ordnen, bevor er Naru wieder über den Weg laufen will. Aus diesem Grund verließ er sein Zimmer auch nicht. Diese Tatsache beschäftige so manche Bewohnerin des Hinata Inn.

»Das ist doch total öde, schon seit Stunden sitzt Keitaro in seinem Zimmer und kommt nicht raus«, beschwerte sich Su. »Das ist ja richtig langweilig, schon seit Stunden flog niemand durch die Luft oder explodiert etwas«. »Ja du hast recht« stimmte ihr Sarah zu, »Knöpfen wir ihn uns vor!«. »Meinst du? Motoko sagte, wir sollen ihn in ruhe lassen und ich handle nicht gerne gegen ihren willen«, »Sag mal, was ist mit dir den los? Ist Motoko etwa sowas wie dein Chef?« provozierte sie Sarah mit einem hämischen Grinsen und stieß ihr dabei ihren Ellbogen in die Seite. Su schien kurz zu überlegen und grinste kurz darauf hämisch zurück, »Ja du hast recht! Komm, wir mischen Keitaro ein wenig auf!«. Die beiden machten sich auf in Richtung von Keitaros Zimmer, immer in gebrauch der heimischen Geheimgänge und Abkürzungen.

Motoko saß derweilen in Ihrem Zimmer und überlegte. Die Anspannung und tiefliegende Stimmung machte sich überall bemerkbar, vorallem für Motokos geschärfte Sinne. ›Es ist, als würde ein dunkler Schatten über der Pension liegen, ich muss etwas unternehmen‹. Motoko ärgerte sich ein wenig, denn die gesamte Entspannung, die sie noch vor kurzem durch Ihre Meditation erlangte, war schon komplett weggeblasen. ›Ich komme nicht darauf, was befand sich im Zimmer von Keitaro, dass ein so warmes und ruhiges Chi ausstrahlte? Vielleicht besitzt er ja doch alte Familienerbstücke? Diese könnten so etwas ausstrahlen‹. Motoko sah ein, dass weiters Nachdenken nichts brachte und Stand auf, um etwas zu unternehmen. ›Das ist jetzt alles nicht so wichtig, ich sollte etwas gegen diese depressive Aura unternehmen‹. Und so machte sich Motoko auf ihren Weg, um wieder ruhe und Frieden in das Haus zu bringen.

Shinobu war beunruhigt, sogar äußerst beunruhigt. Naru eröffnete heute Morgen, dass Sie die Pension verlassen würde, sie konnte es immer noch nicht so wirklich fassen, was nun auf sie zukommen würde. ›Das Leben in der Pension wird nie mehr so sein wie zuvor‹, dachte Sie sich in einem bitteren und traurigen Ton. Viele Tränen gab Ihr Immunsystem nicht mehr her, denn Sie verbrachte bereits den ganzen morgen damit, ihre Taschentücher zu verbrauchen. Erst am späteren Nachmittag beschloss Sie sich auf zu raffen, ›Ich kann nicht einfach den ganzen Tag nur rumheulen, Keitaro-Sama geht es bestimmt noch schlimmer‹. Die junge Schülerin war sehr besorgt um ihren heimlichen Schwarm, respektierte jedoch seine geschlossenen Türen und den von ihm geäußerten Wunsch im Moment lieber allein gelassen zu werden. ›Wie könnte ich Keitaro aufheitern?‹ »Ich weiss!« kam ihr kaum später ein Gedankenblitz. »Ich werde für Keitaro einen Kuchen backen, das wird ihn hoffentlich ein wenig aufheitern«. Shinobu machte sich direkt auf in die Küche, um mit dem Backen zu beginnen.

Naru befand sich im Zimmer von Mitsune und blies trübsal. »Ach Mitsune, ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das richtige tue ...« jammerte Naru ihr schon seit Stunden die Ohren voll. »Naru, wir haben das schon tausend mal besprochen, so eine Chance bekommst du nie mehr!« Antwortete ihr Mitsune entnervt. »Ja, aber alle anderen denken jetzt bestimmt schrecklich von mir, dass ich einfach so abhaue«. Mitsune stöhnte entnervt auf, ›Einmal erklär ich es ihr noch, danach hat meine Geduld ihr Ende‹. »Also Naru, noch ein allerletztes Mal werde ich es dir erklären. Du hast diese Chance genau einmal in deinem Leben und hast dich entschieden dieses eine Mal zu tun, was gut für dich ist. Es ist unwichtig, was andere von dir erwarten oder denken, für das ist es zu wichtig und du weißt es. Ich Weiss du hast Angst, nun von allen gehasst zu werden, aber ich bin sicher, dass sie es mit der Zeit verstehen werden«. Als Mitsune mit ihrer Ansprache zufrieden war, blickte sie zu Naru und erkundigte sich, ob es Wirkung zeigte.
Naru blickte Mitsune tief in die Augen, es dauerte einen kurzen Moment, bis sie erneut, wie ein Schlosshund zu Heulen und Schluchzen. »Du denkst also, dass sie mich hassen werden?!«. Mitsune konnte nicht anders als sich die flache Hand vors Gesicht zu klatschen. »Also gut Naru, wir werden das jetzt aus der Welt schaffen«. Kurz darauf wurde Naru am Handgelenk gepackt und aus dem Zimmer gezerrt.

Keitaro sass derzeit noch ruhig in seinem Zimmer, nicht ahnend das sich alle Zahnräder in der Pension drehten und dazu nicht alle in die Richtung, die ihm lieb wäre. Keitaro war in der denkbar ungünstigsten Stimmung, er hatte nämlich gerade versucht seine Notizbücher, die von Naru korrigiert worden sind, zu zerreisen. »Verdammt noch mal, nicht einmal das kann ich« motzte er vor sich hin. Weder Keitaros Wut noch seine Körperkraft scheinen ausgereicht zu haben, um die Notizbücher zu zerreisen. ›Ich hasse es manchmal, ich zu sein‹. Keitaro war wütend und frustriert, in diesem Moment jedoch sprangen Su und Sarah durch seine Wand. »Na was geht Idiot?!« hallte es durch den Raum und Keitaro wurde vom bekannten Fußkick am Kopf getroffen. Keitaro flog noch ein oder zwei Meter und landete auf seinem Hintern.

Es folgte eine unangenehme Stille, Su und Sarah schienen begriffen zu haben, was für einen Fehler sie gemacht hatten. Sie verharrten still im Raum und hatten ihren Blick auf den getroffenen Mann gerichtet. Keitaro stand auf, fühlte seinen Hinterkopf und bemerkte, dass er leicht blutete. ›Jetzt auch das noch‹, innerlich riss in Keitaro gerade ein kleiner Faden.

»KÖNNT IHR MICH NICHT EINMAL IN RUHE LASSEN?! Verschwindet aus meinem Zimmer?!«. Diese Worte hallten durch das Hinata Inn und verursachten mehr als nur lärm. Su und Sarah schauten Keitaro verdutzt an, keiner der beiden wollte etwas Böses, ihnen war lediglich langweilig. Keitaro allerdings bereute seine harschen Worte schneller als ihm lieb war, denn bei Su und Sarah begannen sich die Tränen in den Augen zu formen.

--- Vierter Abschnitt ---

»Nein bitte wart...« weiter kam Keitaro nicht, denn das Duo stürmte bereits aus dem Zimmer. »Du bist so gemein!«, war das Letzte, was er von ihnen vernahm. Keitaro wollte ihnen schon hinterherrennen, da wurde er von einer gewissen Brünetten überrascht. »Perverser Idiot, was hast du getan?!«. Naru wurde von einer aggressiven Aura umhüllt und ballte Ihre Faust bereits vorbereitend. »Naru?, warte!, es ist nicht so, wie es aussieht!«, noch bevor Keitaro die Situation erklären konnte, wurde er bereits von der eisenharten Faust getroffen und weggeschleudert. »Ich wollte mich schon bei dir Entschuldigen, aber anscheinend gehst du lieber deinen perversen Aversionen nach!« An einem normalen Tag wäre dieses Ereignis nicht von besonders großer Bedeutung gewesen. Der heutige Tag unterschied sich jedoch vollkommen von einem normalen.

Shinobu hatte das ganze Spektakel beobachtet, Sie wollte Su und Sarah nämlich noch aufhalten, bevor diese Keitaros ruhe stören konnten. Nichtsdestotrotz war auch Sie von Keitaros säuerlichen Reaktion überrascht, auch wenn sie es verstand. Was Shinobu jedoch völlig aus dem Gleichgewicht brachte, war Naru Narusegawa. »Naru! Was tust du da?!«, Shinobu kannte nun keine Skrupel mehr, für Sie wurde das Fass heute gefüllt. »Shinobu? Was meinst du?«, Naru sah sichtlich überrascht aus. »Ich habe es satt Naru! Ständig trampelst du auf allen rum, vor allem auf Keitaro.«, Shinobu holte noch einmal Tief Luft. »Du weißt, das Keitaro kein Perverser ist, Su und Sarah sind auf ihn losgegangen, obwohl er gesagt hat, dass er alleine sein möchte. Du hast ihn ja nicht mal erklären lassen, was ist bloß los mit dir Naru, ich verstehe nicht was ...«. Weiter kam Shinobu nicht, sie wurde von Ihren eigenen Gefühlen übermannt und lief weinend davon.

Naru verstand die Welt nicht mehr, sie wollte den Perversen nur für seinen Unfug bestrafen. Ihr war durchaus bewusst das Sie Keitaro, das eine oder andere Mal bestimmt unverdient bestrafte, jedoch gehörte das für Sie zum guten Ton. Zu hören, wie sauer Shinobu auf Sie wurde, war ein richtiger Schock für Sie.

»Narusegawa? Was hast du getan?«, fragte Sie gleich darauf Motoko mit einem bitteren Unterton. »Was?«, war alles, was Naru raus brachte. Sie war noch zu überrascht von Shinobus Reaktion. »Kaum, komme ich um die Ecke, fliegt mir Keitaro entgegen und prallt in eine Wand. Ich weis nicht, wie hart du geschlagen haben must, aber er scheint mir ziemlich angeschlagen«. Ein kurzer Blick auf Keitaro enthüllte Naru seinen schlechten Zustand. Prellungen, Blutungen und Holzsplitter aus der Wand prägten den jungen Mann und zeigten kein schönes Bild.

»Normalerweise macht ihm das nichts aus, außerdem hat er Su zum Weinen gebracht«. Naru fühlte sich eingeengt, ›Warum gehen jetzt alle auf mich los? Er ist der  Perverse oder?‹.

»Das weis ich nicht, aber selbst wenn wäre es kein Grund Urushima so zu zurichten Naru, du gehst zu weit«. Noch bevor Naru etwas sagen konnte, machte Motoko auf dem Absatz kehrt und brachte den jungen Mann in sein Zimmer. »Ich werde seine Wunden versorgen«, war das Letzte, was Naru noch von Ihr hörte, bevor sie verschwand.

Mitsune stand derweilen immer neben Naru und beobachte das ganze Spektakel. »Das war mal etwas Neues«, war der erste Kommentar, den sie äußerte. »Ich weis nicht was die beiden haben Naru. Ich finde, Keitaro benimmt sich wie eine Memme« meinte Mitsune trocken. »Vielleicht hast du recht Mitsune, die beruhigen sich sicher«. ›Und auch wenn nicht, ändern, wird es trotzdem nichts‹, dachte Sie sich noch dazu. »Lass uns jetzt lieber auf deine große Reise anstoßen! Ich verstehe sowieso nicht, wieso du mit dem Idioten reden wolltest, der hat doch nur Flausen im Kopf«. »Ja lass uns Anstoßen«. Und so machten sich Naru und Mitsune zurück auf den Weg in Ihr Zimmer.

Motoko erlebt ein kleines Déjà-vu, sie trug Keitaro heute nun schon ein zweites Mal zurück in sein Zimmer. ›Wenn das so weiter geht, wird das noch zur Gewohnheit‹, dachte sie sich, doch gerade, als Sie erneut Keitaro auf Ihre Schulter hiefen wollte, schien er wieder zu Bewusstsein zu gelangen.
»Uuurgh, das hat weh getan ... Mein Schädel brummt«.
»Das glaube ich dir sofort«.
»Motoko? Was machst du den hier?«
»Ich wohne hier?«, erwiderte sie mit leichter Belustigung und half Keitaro beim Aufstehen.
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