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Knight Rider: Who am I?

von KARR
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Michael Knight
01.03.2016
11.04.2016
13
26.914
1
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.03.2016 1.820
 
BÄM! Da bin ich wieder xD

Meine Muse ist endlich wieder da und das nutze ich natürlich voll ^_^

Dieses Kapitel musste ich sogar in zwei Teile teilen, da es sonst zu lang geworden wäre X_x

gehörte Musik: Linkin Park - What I've done, New Divide, Breaking the Habit, Somewhere I Belong

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Kapitel 5 - What I've done?


11500 E San Ramon Ave, Clovis, CA 93619, USA

KITT's POV:

Mit quietschenden Reifen schlittere ich zwischen den Eisentoren hindurch zurück auf die asphaltierte Straße und rase in Richtung der Stadt, die auf meinem Navigationssystem angezeigt wird.

Wenn es ein Wort gibt, mit dem ich meinen aktuellen Zustand beschreiben muss, dann ist es Panik.

Absolute Panik.

Was soll ich tun? Wo muss ich hin? Was ist überhaupt mit mir los?!

Meine Systeme scheinen absolut verrückt zu spielen, seitdem ich wieder aktiviert worden bin. Und das ist alles andere als vorteilhaft in meiner aktuellen Situation:

Kitt sitzt schwer verletzt auf dem Beifahrersitz.

Durchgehend habe ich mein Bio-Überwachungssystem auf ihn gerichtet, um seine kaum noch vorhandenen Vitalzeichen zu überwachen und versuche fast schon krampfhaft, ihn durch Gespräche bei Bewusstsein zu halten. Sein Puls ist sehr niedrig und durch die Hustenattacken - von denen auch bereits mein Armaturenbrett sowie mein Fußraum gekennzeichnet ist - hat er bereits viel Blut verloren.

"Halten Sie durch, Kitt. Wir erreichen in wenigen Minuten ein anliegendes Krankenhaus." Ich öffne das Handschuhfach vor Kitt, wo eine Sauerstoffmaske liegt. "Setzen Sie diese bitte auf."

Mit stark zitternden Händen greift er danach, um sich diese etwas umständlich aufzusetzen und nach einigen tiefen Atemzügen - die sich mehr als schmerzhaft anfühlen müssen laut seinem aktuellen Gesichtsausdruck - stabilisieren sich seine Werte ein wenig. Das verschafft uns etwas mehr Zeit denke ich...

Mit über 300 km/h fege ich über die E. - Shaw - Avenue in Richtung Westen, während ich mit einer Unterhaltung versuche, Kitt bei Bewusstsein zu halten.

"Sie dürfen nicht bewusstlos werden, Kitt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ins Koma fallen, ist sehr hoch."

"Danke für diesen äußerst motivierenden Hinweis...", presst Kitt zwischen zusammengebissenen Zähnen zynisch hervor, bringt es aber trotz der aktuellen Situation zustande, kurz zu grinsen. Kurz darauf entfährt ihm ein Schmerzenslaut, da ich über eine Bodenwelle donnere.

"Geht das auch etwas vorsichtiger?!", raunzt er mich an und verzieht vor Schmerzen das Gesicht, hält sich dabei gleichzeitig seine Magengegend.

"Verzeihung, aber wir müssen uns beeilen." Kurz erschrecke ich mich über meine eigene Stimmlage, da diese vor Unsicherheit leicht zittert, fasse mich aber schnell wieder. Und anscheinend hat Kitt es auch nicht gehört.

Ich folge der Straße weiter in Richtung Westen und nach wenigen Minuten erreichen wir endlich das "Fresno Surgical Hospital", wo ich direkt zum Eingang der Notfallabteilung fahre und dort langsam meine Geschwindigkeit verringere, um Kitt nicht noch mehr zu verletzten oder ihm Schmerzen zuzufügen.

Vor der Türe stehen zwei Sanitäter, die sich in unsere Richtung drehen, als ich knapp einen Meter neben ihnen zum Stillstand komme und automatisch die Türen öffne.

"Männlicher Patient mit starker Hämorraghie** in der Magengegend, commotio cerebri*** sowie eine Fraktur**** der vierten Rippe links und Distorsion***** der dritten bis sechsten Rippe rechts." Während ich die Verletzungen von Kitt beschreibe, hat einer der Sanitäter bereits eine Liege aus dem Rettungswagen geholt, der unweit unserer Position steht und gemeinsam ziehen sie Kitt nun aus meinem Innenraum auf die rote Liege. Einer der Sanitäter sieht mir noch kurz nach, nachdem ich selbstständig wieder meine Beifahrertüre geschlossen habe und mich vom Eingang entferne.

Allerdings bewege ich mich nicht weit weg, sondern umrunde nur das Gebäude, um mir auf dem Parkplatz eine Lücke nahe des grauen Betonbaus zu suchen und parke dort.

Mit Scan versuche ich Kitt zu orten, um ihn weiterhin im Auge zu behalten. Allerdings verliere ich ihn  kurz später aus dem Sichtfeld meines Scanners, vermutlich wird er in den OP gebracht...

Eine weitere Emotionswelle erfasst mich wie ein Schlag und ich brauche einige Momente, um mich wieder zu sammeln. Die Angst sticht mir wie tausend Nadeln in jedes meiner Bauteile.

Angst? Ich habe Angst um Kitt? Fühlt sich so Angst an?

Wenn ich die ganze Situation nüchtern betrachte, fällt mir auf, dass ich mehr oder weniger Schuld an Kitts schlimmen Zustand bin. Immerhin habe ich ihn in meine Obhut genommen. Und diese Tatsache nagt nun an mir wie ein Mader an meinen Kabeln.

Ich habe Schuldgefühle.*

Schuldgefühle gegenüber Kitt.

Schuldgefühle gegenüber Michael und all den anderen, die sich auf mich verlassen haben.

Kann ich überhaupt Schuldgefühle haben?

Wenn ja, ist es ein grausames Gefühl. Etwas, was man einfach nur abschütteln will, aber es wie erhitzter Teer an meinen Reifen klebt und sich einfach nicht los werden lässt...

Aber hauptsächlich ist es die Angst, die wie Eiswasser durch meine Leitungen fließt und mich teils am rationalen Denken hindert. Äußerst unpraktisch.

In der Hoffnung, etwas Aufschlussreiches zu finden, durchstöbere meine Datenbanken sowie das Internet nach Informationen über meine aktuelle Gefühlslage und - nachdem ich mich durch eine gewaltig lange Liste in Sekunden schnelle gearbeitet habe - werde ich auch fündig:   Emotionen wird sowas genannt. Aber wozu ist es gut? Es hindert mich am rationalen Denken und verunsichert mich. Keine berauschende Erfindung.*

Zusätzlich macht sich ein Beklemmungsgefühl in mir breit, was mich ein weiteres Mal verwirrt. Woher kommt das jetzt schon wieder? Es ist, als würde es mir gerade sämtliche Leitungen abschnüren und hätte ich Lungen, würde es mir vermutlich die Luft zum Atmen nehmen. Langsam ist das Ganze wirklich zum Verzweifeln...

Ich suche aus meiner Datenbank die Nummer von Mikes Handy raus und zögere einen Moment. Ich habe die Verbindung zum SSC gekappt, um nachdenken zu können.

Aber die ganze Aktion ist vollkommen nach hinten losgegangen. Nun liegt Kitt schwer verletzt im Krankenhaus und ich fühle mich von neuen Empfindungen völlig erschlagen...

- Kurz später ertönt das Piepen der Warteschleife.

KITT's POV Ende

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Johnny Quik Food Store, Chevron Gas Facility #187

Mike war unterdessen an der Tankstelle angekommen und besah sich die Stelle näher, an der KITT mit dem anderen Kitt gestanden hatte. Bei den Zapfsäulen konnte er sogar die Spur von KITT's Reifen auf dem Asphalt entdecken und sein Blick richtete sich auf die Seitengasse des anliegenden Gebäudes, in dessen Richtung die Spuren zeigen. Er folgte diesen in die Richtung, in die KITT auch auf dem Videoband verschwunden war.

Die Seitengasse befand sich hinter einem Gebäude, wo die Fastfoodkette Subway einen ihrer Standorte hatte. Seine Schritte führen ihn bis hinter das Gebäude und er suchte mit seinen Augen die Umgebung nach Hinweisen auf KITT's Verschwinden ab.

Doch hier war absolut  nichts zu finden.

Seufzend raufte er sich die Haare und sah besorgt in Richtung der Tankstelle zurück.

"Wo bist du nur, Partner...?", murmelte er leise vor sich hin, zuckte jedoch etwas erschrocken zusammen, als sein Handy klingelte. Ein Blick auf das Display zeigte eine unterdrückte Nummer, trotzdem ging er nach kurzem Zögern ran.

"Ja hallo?"

"Hallo Mike, ich bin es, KITT." Überrascht blinzelte Mike, konnte seine Freude aber kaum in Zaum halten.

"KITT! Partner, wo steckst du?!", sprudelte die Frage nur so aus ihm heraus. "Warum bist du verschwunden? Was ist passiert?"

"Zu ihrer ersten Frage: Ich stehe vor dem Fresno Surgical Hospital, 7,7 Meilen westlich ihrer aktuellen Position." KITT versuchte gefasst zu klingen, aber selbst Mike fiel auf, dass KITT irgendwie... anders klang als sonst. Nicht so selbstsicher wie sonst auch. Aber vermutlich bildete er sich das nur ein.

"Ich bin auf dem Weg, Kumpel!" Er eilte zurück zu seinem Fahrzeug, dass er bei der Tanke geparkt hatte und stieg ein, während ihm KITT weiter die gestellten Fragen beantwortete.

"Um zu Ihrer zweiten Frage zu kommen: Die kann ich Ihnen nicht mal wirklich beantworten... Ich denke, ich brauchte etwas Zeit zum... nachdenken." Mike startete das Fahrzeug und lenkte es auf den Sierra - Freeway Richtung Westen.

"Nachdenken? Seit wann musst du denn nachdenken? Ich dachte, du weißt immer alles?", merkte er sarkastisch mit einem breiten Grinsen an, das KITT beinahe schon durch das Telefon sehen konnte. Da kurz darauf immer noch keine Antwort seitens KITT kam, lenkte Mike auf seine andere Frage zurück.

"Was ist passiert, KITT?" Wieder enthielt sich die KI einer Antwort, was Mike ein weiteres Mal stutzen ließ. Seit wann verweigerte KITT Antworten zu direkten Fragen?

Egal, er musste Sarah im SSC kontaktieren, dass er KITT gefunden hatte, während er auf dem Weg zu dem Mustang war. Die war schon ganz krank vor Sorge...

"Bleib, wo du bist, ja?" Mit diesen Worten legte Mike auf und drückte auf die Kurzwahltaste "2", wo er die spezielle Nummer des SSC Hauptquartiers gespeichert hatte und nach kurzem Tuten ging Sarah ran.

"Hallo Mike. Hast du etwas gefunden?", erklang die erwartungsvolle Stimme der jungen Frau auf der anderen Seite der Leitung. Sie hatte schon sehnlichst auf seinen Anruf gewartet und hoffte, dass er etwas hatte, was KITT betraf oder Informationen zu seinem Aufenthaltsort.

"Ich habe nichts gefunden, aber KITT hat mich angerufen. Ich bin gerade auf dem Weg zu ihm", kam der Ex-Army direkt zum Punkt und Sarah atmete am anderen Ende der Leitung erleichtert aus.

"Wo hält er sich gerade auf?"

"Er sagte, er steht vor einem Krankenhaus, hier ganz in der Nähe."

"Einem Krankenhaus?" Sarah verstand nicht ganz. "Hat er auch gesagt, was er dort macht?"

"Nein, hat er nicht. Aber Sarah..."

"Ja, Mike?"

"Als ich mich kurz mit KITT unterhalten habe... er hat sich komisch angehört. Ganz so, als wäre er nicht er selbst." Besorgnis zeichnete sich in Mikes Gesicht ab und Sarah am Ende der Leitung schwieg, da sie sich keinen Reim darauf machen konnte. Warum sollte KITT sich anders anhören als sonst?

"Frag ihn, was passiert ist. Er muss dir eine Antwort geben." Mike seufzte leise.

"Ist gut. Wir sehen uns im Hauptquartier. Bis dann."

"Bis dann." Mike legte auf und legte sein Handy beiseite.

Etwas an dieser Sache war gewaltig faul. Und Mike war wirklich gespannt darauf, was KITT ihm zu erzählen hatte...

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So. Ich hoffe, ich  habe es halbwegs verständlich rüber bringen können ^^ Es ist wirklich schwer glaubhaft aus Junior's Sicht zu schreiben, aber anders kann ich seine aktuelle Gefühlslage schwer rüber bringen XD

Zusätzlich habe ich für das und das kommende Kapitel einen ganzen Tag im Internet recherchiert XD von Google Maps, Wikipedia bis Medizinseiten war alles dabei...

Hier noch mein Senf zu der ganzen Sache:

* = Lang lebe Wikipedia xD
** = "Hämorragie" steht für "innere Blutungen"
*** = "commotio cerebri" bedeutet "Gehirnerschütterung"
**** = "Fraktur" bedeutet "Bruch"
***** = "Distorsion" bedeutet "Verstauchung"
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