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Knight Rider: Who am I?

von KARR
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Michael Knight
01.03.2016
11.04.2016
13
26.914
1
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12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.03.2016 2.080
 
Und da bin ich wieder :D

Sorry, dass es etwas gedauert hat, aber das Kapitel hat mich tagelang beschäftigt >.< einfach, weil ich es nicht versauen wollte T_T aber ich denke, es ist mir halbwegs gut gelungen ^^

Gehörte Musik:  Rammstein - Mutter; Linkin Park - Catalyst, Crawling
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Kapitel 10 - The Catalyst


Im SSC Hauptquartier

Am nächsten Morgen


KITT POV

Gähnend schlurft Mike an mir vorbei in die Haupthalle des SSC's und geht dort zielstrebig auf die Kaffeemaschine zu, während er mir ein "Morgen, Partner" zuwirft.

Ich habe eine weitere ruhelose Nacht hinter mir. Zu viel ist mir durch meine Platinen gegangen, als dass ich mich ein wenig ausruhen hätte können.

Die ganze Situation macht mir anscheinend mehr zu schaffen, als ich gedacht habe. Angefangen damit, dass ich immer noch extreme Schuldgefühle gegenüber Kitt habe.

Etliche Szenarien bin ich die Nacht durchgegangen, um irgendwie herauszufinden, ob man diese Tat hätte ungeschehen machen können. Aber ich habe basierend auf dem Grund reagiert, für den ich gebaut worden bin: Menschliches Leben zu wahren.

Aber ich hätte erkennen müssen, dass es sich um eine Falle gehandelt hat. Ich bin zu voreilig gewesen. Und Kitt hat den Preis dafür gezahlt.

"Sprichst du heute nicht mit mir, KITT?", werde ich aus meinen Gedanken gerissen, und mein Scanner blinkt kurzzeitig auf.

"Verzeihen Sie mir, Mike. Ich war in Gedanken."

"In Gedanken? Seit wann bist du in Gedanken?" Ich ignoriere den sarkastischen Unterton. Und ehrlich gesagt ist mir heute nicht danach, mit Mike zu diskutieren. Daher ziehe ich es vor weiter zu schweigen.

Aber Mike bemerkt meinen stillen Hinweis nicht und spricht weiter. Wäre ja auch zu schön gewesen...

"Heute mit dem falschen Reifen aufgestanden, Kumpel?"

"Wie bereits gesagt, Mike: Ich war und bin in Gedanken", wiederhole ich mit mehr Nachdruck in meiner Stimme. Mein Fahrer nimmt einen Schluck vom Kaffee und runzelt die Stirn.

"Was geht dir durch den Kopf, Partner?" Er lehnt sich an den Tisch gegenüber von mir und sieht mich abwartend an.

"Ist es die Sache mit Kitt?"

"Unter anderem."

Er sieht kurz nachdenklich an mir vorbei und richtet sich dann wieder an mich. "Wie meinst du das?"

Da ich das Gefühl habe, dass Mike mich nicht in Ruhe lassen wird, bis ich ihm eine zufriedenstellende Antwort gebe, entscheide ich mich dazu, ihm die Wahrheit zu sagen.

"Was für einen Zweck erfüllt das hier und jetzt, Mike?" Er blinzelt überrascht und anscheinend verwirrt über diese Aussage. Das habe ich mir fast gedacht. Mike ist in dieser Hinsicht absolut begriffsstutzig. Er ist berechenbar und impulsiv. Das habe ich bereits in den ersten Minuten unserer Zusammenarbeit herausgefunden.

"Ich versteh nicht ganz, KITT...", murmelt er in seine Tasse und ich sehe das als Aufforderung, in meiner Erklärung fortzufahren.

"Was für einen Sinn hat mein Dasein? Abgesehen davon, dass ich von Graiman für die Foundation programmiert worden bin." Meine Gedanken streifen zu einigen Ereignissen, in denen ich mich mit Kitt verglichen habe. Mittlerweile mag ich ihn, aber trotzdem bereitet es mir unschöne Gedanken, wenn ich daran denke, wie unterschiedlich wir behandelt werden.

Er wird wie ein Freund behandelt. Wie ein Familienmitglied.

Ich werde wie etwas behandelt, das man ersetzen kann. Und dieser Gedanke ist ... bitter.

Klar, Sarah hat mir gesagt, dass die Leute mich hier angeblich vermisst haben, aber ich fühle mich nicht wie ein Teil dieser Familie...

Da Mike mich immer noch verwirrt anstarrt, werde ich mal etwas direkter.

"Mike, haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie ich mich fühle?"

"Fühlen? KITT, was für einen Mist brabbelst du hier zusammen?" Er stellt die Tasse zur Seite und steckt seine Hände in seine Jeanstaschen. "Du bist eine Maschine. Eine künstliche Intelligenz! Du kannst keine Gefühle haben!"

Ein weiterer Schlag ins Gesicht. Aber was habe ich von einem Typen wie Mike auch anderes erwartet?

"Sehen Sie: Und das ist genau das, was ich gemeint habe!", entgegne ich aufgebracht, und Mike starrt mich noch verwirrter als vorher an - falls das überhaupt noch möglich ist.

"Sarah hat wenigstens versucht, mich zu verstehen! Doch Sie reagieren  plump und desinteressiert. Wie immer." Abwehrend hebt Mike beide Hände.

"Mal ganz langsam, KITT! Du tust fast so, als hätten wir dich nur misshandelt oder sowas!" Seine Stimmlage schwingt um.

"Das habe ich nicht behauptet. Aber ich werde wie ein Gegenstand behandelt! Wie etwas, das ersetzbar ist - und das will ich nicht sein!" Ungewollt startet sich mein Motor und Mike zuckt erschrocken zurück. Nach wenigen Sekunden stirbt der Motor wieder ab. Ich habe mich derzeit kaum unter Kontrolle. Ein mieses Gefühl.

"Was ist denn hier los?", ertönt Sarahs Stimme aus dem Gang und sie kommt auf Mike und mich zu.

"Frag das mal KITT!" Er deutet auf mich und ballt die andere Hand zur Faust. "Der knallt gerade komplett durch."

Sarah richtet ihren Blick kurz auf mich und dann wieder zu Mike. "Worum ging es überhaupt?"

"Können Sie sich noch an unser Gespräch von gestern erinnern, Sarah?", mische ich mich ein und schneide Mike so das Wort ab, was mir einen wütenden Blick von ihm einbringt.

"Selbstverständlich, KITT."

"Ich habe nur versucht Mike verständlich zu machen, wie ich mich momentan fühle. Allerdings scheint es ihn entweder wenig zu interessieren oder er glaubt mir nicht", rechtfertige ich mich angepisst von Mikes rücksichtslosem Verhalten mir gegenüber, und Sarah schüttelt seufzend den Kopf.

"KITT, hör mal zu: Ich habe dir gestern bereits gesagt, dass du uns wichtig bist und dass wir froh sind, dass du wieder bei uns bist. Wir sind doch ohne dich komplett aufgeschmissen." Schmunzelnd legt sie eine Hand auf meine Motorhaube. Diese Geste besänftigt mein aufgewühltes Gemüt ein wenig. Allerdings bleibt dieses Unwohlsein zurück, das wie Blei durch meine Leitungen kriecht.

"Warum begleitet mich dann stetig das Gefühl, dass ich  kein Teil dieser Familie bin? Ihr seht mich nur als eines: Eine Maschine. Ein Mittel zum Zweck. Und ich bin ersetzbar für euch. Und dieser Gedanke schmerzt." Deutlich ist die Bitterkeit in meiner Stimme zu hören und Sarah verschlägt es anscheinend für einen Moment die Sprache. Doch es ist die Wahrheit.

"Ich fühle mich hier absolut fehl am Platz. Ganz so, als würde ich nicht dazu gehören." Meine Stimme versagt mir und kurz herrscht Stille in der großen Halle.

Nun habe ich es ausgesprochen. Und die Gewissheit, dass es die Realität ist, lässt meine Systeme beinahe einen Kollaps erleiden.
Ich bin verzweifelt. Ich fühle mich absolut allein gelassen. Unverstanden und benutzt.

Und der einzige, der mich ansatzweise verstehen kann, liegt im Krankenhaus und kämpft um sein Leben.

"Nein, KITT. Das ist nicht wahr." Sarah richtet sich an mich und versucht zu überspielen, dass sie meine Aussage anscheinend geschockt hat. "Du bist etwas Besonderes.  Das warst du schon immer." Sie will ihre Hand wieder auf meine Motorhaube legen, doch ich rolle ein Stück zurück und entziehe mich so ihrer Berührung. Sie zieht die Hand betroffen zurück und richtet sich wieder auf. "Und das Letzte, als dass wir dich sehen, ist als  Mittel zum Zweck. "

"Dann geben Sie mir das Gefühl, dass ich mehr wert bin, als die Summe meiner Teile," entgegne ich verzweifelt auf der Suche nach Halt.
Doch Sarah schweigt. Und dies versetzt mir einen weiteren Stich. Sind Menschen wirklich so ... selbstsüchtig? Habe ich mich so sehr in ihnen geirrt?

KITT's POV Ende


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Sarah hatte Mike zu sich ins Büro gebeten und schloss die Türe, nachdem dieser hinter ihr in den Raum getreten war.

"Warum musstest du ihn provozieren, Mike?" Vorwurfsvoll sah sie den Brünetten an. Mike war in mancherlei Hinsicht wirklich unmöglich, was sein Verhalten betraf. "Du weißt, wie durcheinander KITT derzeit ist. Und als Freund solltest du ihm beistehen und ihm nicht in den Rücken fallen! Und Vorwürfe sollst du ihm schon gar keine machen!"

"So wie du mir gerade?" Wütend verschränkte Angesprochener die Arme. War doch klar, dass Sarah wieder hinter KITT stand. Dabei hatte er selbst sich noch in keinster Hinsicht rechtfertigen können!

"Darf ich jetzt auch mal zu Wort kommen, bevor du mir hier weiter eine Standpauke hältst?" Sarah atmete kurz durch und deutete ihm an, dass er nun das Wort hatte.

"Zu allererst: Ich habe absolut keine Ahnung, was für ein Problem KITT derzeit hat. Er hat mit dem Streit angefangen, nicht ich!", beteuerte Mike seine Unschuld, doch Sarah schüttelte nur den Kopf.

"Wir haben uns gestern erst darüber unterhalten, Mike. KITT ist auf einigen seiner Ebenen komplett neu programmiert worden. Und das überfordert ihn absolut. Laut Billy ist er sogar auf einer neuen Ebene angekommen - was man jetzt, je nach Situation, als gut oder schlecht ansehen kann." Da Mike nichts dazu sagte, sondern sie nur irritiert ansah, fuhr sie fort. "KITT nimmt die Eindrücke um sich nun auf eine ganz neue Art und Weise wahr. Und damit ist er vollkommen überfordert. Er hat Angst, Mike. Er versteht nicht, was mit ihm passiert. Und da sehe ich es als unsere Aufgabe, für ihn da zu sein. Zumindest so weit, bis wir eine Lösung für das ganze Dilemma hier gefunden haben." Man sah die Zahnräder hinter Mikes Stirn arbeiten, als Sarah mit ihrer Erklärung fertig war.

"Also um's nochmal verständlich zu formulieren: Dieser Typ - Dr. Nimson - hat KITT Gefühle gegeben und die Möglichkeit, die drei Gesetze zu umgehen. Und deswegen hat KITT jetzt 'ne Existenzkrise??" Grob erinnerte sich Mike noch an das Gespräch von gestern, als Billy auch das mit den drei Gesetzen erwähnt hatte.

"Geschmacklos formuliert, aber es trifft den Kern der Sache", stimmte Sarah ihm mehr oder weniger zu und ging zu ihrem Schreibtisch, um sich vor ihren Laptop zu setzen.

"Und was schlägst du nun vor?" Mike sah sie fragend an und grinste. "Soll ich KITT jetzt Händchen halten?"

"Das ist eine sehr ernste Angelegenheit, Mike!", erwiderte sie und lehnte sich in ihrem Bürostuhl zurück. "KITT könnte für uns alle zur Gefahr werden, wenn er sich gegen uns stellt. Halte dir das vor Augen, bevor du den nächsten Streit mit ihm anfängst."

"Warum bin immer ich der Schuldige?!" Langsam ging es Mike wirklich gewaltig auf den Sack! Die Anderen konnten die Schuld nicht nur immer bei ihm suchen. Das war einfach nicht fair.

"Beruhig dich mal, Mike. So war das nicht gemeint." Sarah stand auf und legte eine Hand auf Mikes Arm, um ihn zu besänftigen. Sie waren hier alle derzeit etwas aufgebracht und gereizt. Dachte man nur daran, was für einem Stress sie alle die letzten 48 Stunden ausgesetzt waren.

"Sieh es doch so: Sei KITT ein Vorbild. Du bist ein Mensch und weißt, wie es mit Gefühlen ist. Sie kommen und gehen. Aber KITT weiß es nicht. Und deswegen braucht er uns. Vor allem dich." Mike seufzte lang gezogen und gab sich geschlagen.

"Gut Sarah, ich werde nochmal mit ihm sprechen. Von Mann zu Mann." Lächelnd ließ Sarah von ihm ab. Mike verließ daraufhin das Büro, und Sarah sah nachdenklich auf die nun geschlossene Türe.

Sie musste sich dringend nochmal mit Billy unterhalten. Die ganze Sache bereitete ihr nun noch mehr Kopfzerbrechen als vorher schon.
Es war eine unumstößliche Tatsache, dass KITT nun ein frei denkendes Individuum war. Und das konnte früher oder später zu einem Problem werden. Die entscheidende Frage dabei war nur: Machte KITT sich dadurch dann selbst zu einer Gefahr? In den falschen Händen könnte er definitiv eine werden!

Und deshalb mussten sie um jeden Preis verhindern, dass KITT ihnen nochmals abhandenkam.

Dazu drängte sich Sarah ein Gedanke auf, der ihr absolut nicht behagte - aber sie musste alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Im schlimmsten Falle würden sie KITT deaktivieren müssen. Doch das hätte - laut Billys letzter Diagnose - die unumstößliche Selbstzerstörung zur Folge gehabt. Deshalb blieb zu hoffen, dass sich KITT nicht gegen sie alle und die Foundation stellte.

Sollte dieser Fall wirklich eintreten, wäre dies das Ende der Foundation für Recht und Verfassung.


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Vier geschlagene Tage hat mich der Absatz mit KITT gekostet x.x naja ich hoffe, es ist so rübergekommen, wie ich es mir vorstelle ^_^
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