(Mad Max) Die Reise

GeschichteAllgemein / P18
OC (Own Character)
29.02.2016
21.04.2016
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"Hmmmm..." murmelte Jonas und schraubte an dem Rädchen des Fernglases. "Wie lang braucht ihr noch?" rief er von der Ladefläche zu Martin und Max die unter dem Rostigen Caddy lagen.
"Gleich, guck weiter." schallte die Stimme von Max unter dem Tank her.
"Ihr solltet euch beeilen, das sieht hier oben nämlich gar nicht gut aus..."
"Wie viel Zeit haben wir noch?" Martin kroch unter dem Wagen her und schaute auch in die Ferne.
Dort am Horizont war es dunkel. Ein geübtes Auge konnte erkennen das dort ein riesiger Sandsturm den Himmel verdunkelte.
"Gib das Brett runter." Martin griff am die Seite der Ladefläche und zog ein rostige Metallplatte hervor.
"Und rein damit!" mit den Worten rammte Martin die Platte vor dem eingesunkenen Reifen in den Sand. Max zog sich unter dem Wagen her. "Jonas, du musst schieben." Jonas sprang runter und stellte sich zu Martin hinter die Ladefläche.
Max sprang durch das fehlende Seitenfenster ans Steuer und drehte den Zündschlüssel. Der Caddy gab ein Ohren betäuben Lärm von sich als er startete, lauter als man von so einem kleinen pick up erwarten würde.
Jonas und Martin stimmten ihre Füsse in den Sand.
Die Räder drehten durch, die Jungs stemmten sich in den Sand und irgendwann bewegte sich der Wagen erst nach oben, dann nach vorne. Martin jubelte als endlich der Caddy wieder rollte. Beide rannten hinterher und sprangen auf die Ladefläche.
Der Wind wurde stärker.
"Setz die Brille auf. Sagte Martin zu Jonas und krammte eine seine Schweißergläser aus seiner Gürteltasche.
Max steuerte den Wagen zurück auf die Sandstrasse.
Mittlerweile war der Wind so stark geworden das man sein eigenes Wort nicht mehr verstand.
Langsam gingen auch die ersten fliegenden Trümmer vor dem Caddy nieder, doch Max wich nicht von der Straße ab.
Plötzlich knallte es und ein Feuerball flog auf den Caddy zu.
"ACHTUNG!" schrie Martin und riss Jonas auf den Boden der Ladefläche.
Brennende Trümmer flogen dem beiden um die Ohren und ein verkohltes, Rattenkopf besetztes Lenkrad landete bei Jonas vor den Füßen.
"Rat Heads..." murmelte er in seinen Tuch das er sich vor den Mund gewickelt hatte.
"RAAAAT HEAAAADS!" schrie er darauf panisch.
Vor dem Caddy tauchten auf einmal drei andere Stachel besetzte Fahrzeuge auf, die eine klare Heraldik zeigten:

Rat Heads.
Das sind Verrückte, Sklavenhändler, Kannibalen und Mordlustige.
Eine unorganisierte Organisation. Hört sich komisch an, ist aber so. Ihre Späher halten immer Ausschau nach neuen Siedlungen, Wanderern oder Flüchtigen um sie aufzusammeln, zu tauschen, zu fressen oder als Zielscheiben zu nutzen. Wut und Wahnsinn bestimmte ihr Leben. Max und Martin kannten sie nur zu gut. Nemesis. Erzfeind.


Als die Rat Heads bemerkten das sich ein fremd Fahrzeug hinter ihnen befand, bremste einer scharf ab und zwang Max zu einem abrupten Ausweichmanöver.
Die Lancer des Rat Head Buggys sprangen mit ihren Speeren nach vorne und schlugen mit ihren Fäusten auf das Dach.
"Lass sie kommen." sagte Martin. Und deutete auf Jonas seine Armbrust, die bereits geladen auf dem Boden lag.
Der Buggy holte schnell auf und rammte den Caddy von hinten.
Ein starker Ruck zuckte durch das Chassis und das Heck machte einen Sprung nach rechts, doch Max lenkte dagegen so das er nicht die Kontrolle verlor.
Ein Lancer lud eine Co2 Harpune auf und feuerte Richtung Jonas, traf ihn zwar nicht, aber jetzt  steckte sie in dem linken Holm des Caddys. An der Harpune war ein Drahtseil befestigt so das jetzt beide Autos miteinander verbunden waren.
Der nächste Rat Head sprang über die Haube auf die Ladefläche und griff Martin an.
Martin packte den Speer, mit dem er attackiert wurde, zog den Angreifer an sich heran und schlug drei mal mit seinem Stacheldraht Handschuh auf sein Gesicht ein. Dieser hielt sich das Gesicht, taumelte zurück, stolperte über die Ladeklappe und fiel in die Lücke zwischen den beiden Autos und wurde von dem linken Vorderrad des Buggys erfasst.
Der zweite nahm Anlauf und sprang auf Martin zu.
Martin reagierte blitzschnell und hielt ihm den Speer den er zuvor dem anderen Rat Head abgenommen hatte, entgegen. So endete der gekonnte Sprung 'Leider' mit einer Speerspitze im Rachen.
"Jonas! Der Fahrer!" schrie er.
Jonas warf sich hin, legte die geladene Armbrust auf die Kante der Heckklappe und schoß.
Der Bolzen durchschlug den Kopf des Fahrers und nagelte ihn in die Kopfstütze.
Als der Fahrer zusammensackte zog der Wagen nach rechts und das Drahtseil der Harpune spannte sich.
Max kämpfte mit dem Lenkrad um nicht die Spur zu verlieren.
"Du musst es durchschneiden, sonst landen wir im Dreck!" schrie Max und warf eine kleine rostige Metallsäge nach hinten.
Jonas begann zu sägen.
Das nächste Rat Head Auto setzte sich nach hinten ab und fuhr genau auf Höhe von Max Seitenfenster.
Max schaute nach links und sah einer grässlich entstellten Fresse ins Gesicht was erfreut, verrückt zurück grinste.
"Mein Gott ist der hässlich." murmelte Max und griff an die Decke der Fahrerkabine wo er seine abgesägte Einschuss Flinte aufbewahrte.
Linke Hand am Steuer, rechter Zeigefinger am Abzug.
Das Gesicht des Angreifers wandelte sich von dem dämlichen grinsen in eine Hass verzerrte Fratze.
Doch um seinen Hass Taten folgen zu lassen war es zu spät, den kurz darauf sackte der Kopf auf das Lenkrad nachdem die Kugel der Flinte einmal quer durch seinen Schädel fegte. Langsam rollte der Wagen aus und verschwand in dem tosendem Sandsturm.
Der letzte Wagen vor ihnen versuchte weg zu kommen  doch hatte anscheinend Probleme mit dem Motor, den er stotterte immer wieder und kleine Stichflammen huschten aus dem Auspuff.
"Den schnappen wir uns auch noch!" schrie Martin. Und klopfte auf das Dach.
"Vielleicht hat er Benzin an dabei, da hinten sind Kanister drauf!" Jonas zeigte auf zwei schwer zu erkennene grüne Kanister die am Heck des Gelände Wagen hingen.
"Hier, Jonas!" Max warf seine Flinte nach hinten. "Du musst aber treffen, ich hab nur noch vier!" mit 'ich hab nur noch vier' meinte er das er nur noch drei Patronen im Gurt und nur noch eine im Lauf war. "Enttäusch mich nicht!" Max schaltete einen Gang runter und presste das Gaspedal zum Bodenblech.
Der Motor heulte auf, Max heulte auf und Martin stimmte mit ein.
Der Caddy hollte schnell auf. In einer Kurve erwischte Max die innere Bahn und fuhr nun Kopf an Kopf.
Jonas legte an.

Nur ein kurzer Blick nach links.

Max drehte den Kopf und blickte Ihr ins Gesicht.
Kein von Strahlung zerfressenes Gesicht, keine Maske, keine Schutzbrille, keine Ahnung was Sie war, aber auf jeden Fall kein Rat Head. Max war geschockt. Kein Rat Head, kein Buzzard, kein War Boy.
Kein Grund sie zu töten.  
Jonas würde jeden Moment den Reifen zerschießen.
Max schaute in diese verzweifelten Augen.
Eine Träne kullerte die Wange herunter.
Für einen kurzen Moment sah er sie wieder alle.
All die, die er umgebracht hatte, all die Unschuldigen die sterben mussten weil sie eine Feldflasche am Gürtel trugen oder eine Patrone die zu seiner Flinte passte, er sah seine schwarz gefärbten Augenhöhlen, seinen verrückten Gesichtsausdruck.

Er sah den Jungen mit den schönen Stiefeln.

"NEEEEEEIN!" schrie er und riss das Lenkrad herum.
Doch es war zu spät.
Jonas hatte schon geschossen. Die Kugel zerfetze den Mantel des Reifen und der Rest löste sich praktisch in Luft auf.
Durch den Ruck fiel Martin fast von der Ladefläche.
Die nackte Felge grub sich schnell in den Sand und der Geländewagen wurde abrupt nach rechts gerissen. Die Heckachse hielt der Belastung nicht stand und löste sich vom Chassis. Jetzt drehte sich der Wagen unkontrolliert, überschlug sich einmal und blieb auf dem Dach liegen.
Max stoppte, drehte um und hielt neben dem verunglückten Auto.
Schnell schälte er sich aus seinem Sitz, kletterte aus seinem Seitenfenster und rannte auf das Auto zu.
Es stürmte immer noch und der Sand peitschte durch die Gesichter der Jungs.
Max machte sich derweil an der Tür des Geländewagen zu schaffen und versuchte sie aufzureißen.
"Was machst du da? Die Kanister sind hinten dran!" Martin sprang auch aus dem Wagen und kämpfte sich zu Max.
"Naja, was auch immer du willst. Ich hol mal die Kanister..." "Nein! Hilf mir hier, pack mit an!" brüllte Max ihn an. "Na gut, was auch immer.Jonas!" Martin deutete  Jonas das er die Kanister holen sollte. "Was ist den los? Warum müssen wir jetzt hier so lange stehen bleiben? Gleich kommen wir wieder nicht vom Fleck!" sagte er im vorbeigehen. "Ich weiß es nicht, hol einfach die Kanister." Martin und Max hatten endlich eine Tür soweit aufgebogen das man ordentlich packen konnte, doch die Tür war von dem Überschlag so verzogen das man sie mit menschlicher Kraft nicht geöffnet bekam. "Hol die Winde!" schrie Max. Jonas der grade die Kanister auf den Caddy geschmissen hatte und zu Martin rannte, drehte auf den Punkt wieder um und packte sich das Stahlseil der Winde und zog sie zu Max.
Max schnappte sich den Haken und klemmte ihn in den Holm.
"Los, Martin, du fährst." Max legte sich auf den Boden und guckte durch das Gitter was das Seitenfenster ersetzte.
Dort lag sie.
Das Mädchen was er zuvor gesehen hatte. Sie war bewusstlos und lag sehr unbequem auf ihren Schultern.
Der Motor starte und Martin gab Gas. Das Drahtseil spannte sich und die Tür begann sich zu bewegen. Unter der Last knackte die Tür und irgendwann gab das Türschloss und die Scharniere nach und die Tür riß aus den Angeln. Sofort kroch Max in das Innere, griff das Mädchen unter den Armen und zog sie raus.
Jonas, der jetzt wieder bei Max stand, schaute nur verwundert und sagte: "Was willst du mit so einem garstigen Rat Head?"
"Das ist kein..." plötzlich knallte es und etwas streifte Max Oberarm.
"Bleibt stehen!" rief eine weibliche Stimme von hinten. Max und Jonas drehten sich um.
Dort stand ein anderes Mädchen und hielt eine Doppelläufige, abgesägte Schrotflinte in ihre Richtung. Max sah das beide Hähne nach vorn geschnallt waren und ging davon aus das sie nicht mehr geladenen war.
"Wir gehen nicht zurück!” schluchtzte sie und kam näher. "Lasst sie los." befahl sie.Max legte das bewusstlose Mädchen in den Sand.
"Zurück! Geht weg von ihr!" Max und Jonas gingen ein Stück zurück. "Sag dem dritten er soll aussteigen und mir die Schlüssel geben."
"Martin!" schrie Max. "Komm her!" Martin stieg aus dem Wagen. "Was ist jetzt..." als Martin in den Lauf guckte stockte er. "oh..." Martin stellte sich zu Max und Jonas. Das Mädchen ging in die hocke und legte sich den Arm der bewusstlosen über die Schulter, immer mit der Flinte in Richtung der drei. Sie schleppte die Bewusstlose bis zur Ladefläche und versuchte sie hoch zu hieven, schaffte es aber nicht.
"Du! Großer! Heb sie da hoch." Zögerlich bewegte sich Martin vom Fleck. "LOS!" schrie sie ihn an. Martin zuckte zusammen und legte  schnell seine Arme unter die Kniebeugen und den Rücken.
Grade als der Schrotflintenlauf nicht auf Max gerichtet war sprintete er los und riss das Mädchen von den Füßen. Sie ließ die Flinte fallen und fiel auf den Boden. Max setzte sich auf sie und schafte es ihren linken Arm zu packen und blockierte ihn. Doch sie hatte ja noch ihren rechten Arm. Fünf scharfe Fingernägel kratzen ihm durch das Gesicht. Und gruben sich tief ins Fleisch. Max packte den rechten Arm riß ihn herum und drückte ihn runter.
Max brüllte. Das Mädchen sah ihm in die Augen und sah nichts als Wahnsinn, als hätte irgendwas in ihn die Kontrolle übernommen.
Max hob den Kopf und ließ ihn mit Wucht auf ihren schmettern. Sie war sofort bewusstlos. Doch Max verließ der Wahnsinn nicht und er holte nochmals aus.
Jonas nahm Anlauf, packte Max um Rumpf und schleuderte ihn In  den Sand. Max warf Jonas von sich herunter, packte ihm am Kragen und holte aus.
Doch er hielt inne.
Er schlug nicht zu. Der Wahn erblasste in seinen Augen und seine Atmung wurde wieder flacher. Max lockerte den Griff um Jonas Kragen.
“Auf den Wagen mit ihnen.” sagte er ruhig.
Jonas der jetzt mit einem Knockout gerechnet hatte, atmete auf, packte das Mädchen, mit dem Max gekämpft hatte, um die Schultern und schliff sie zum Caddy. Martin kümmerte sich um die andere.
Der Wind wurde stärker.
Irgendwann wehte ihnen so stark der Sand um die Ohren das man garnichts mehr sah. Jonas konnte  Max nur noch die Richtung angeben in dem er die jeweilige Schulter anstupste in die er fahren sollte.
Das könnte Jonas gut, unter jeglicher Bedingung nach Hause finden.
Zurück zur Festung.
Das Wetter wurde noch schlimmer.
Jetzt tat der Sand sogar unter der Maske weh.
Martin war die ganze Fahrt damit beschäftigt wie auf einem sinkenden Ruderboot den Sand von der Ladefläche zu schaufeln.
Irgendwann wurde der Weg felsiger und der Caddy fing an ruhiger zu fahren.
Schroffe Felsen türmten sich neben ihnen auf und formten sich zu einem schmalen Tal wo der Wind und der Sand nicht mehr so peitschten und Martin konnte die Ladefläche endlich mal komplett von Sand befreien und kämpfte keinen Kampf gegen Windmühlen mehr. Die Strasse windete sich etwas und stieg ein Stück an und traf dann schließlich auf eine andere, breitere Straße die
Y-förmig zusammen liefen.
Auf der breiten Straße fuhren sie nur noch zehn Minuten bis sie da waren.
Vor ihnen tauchte, wie aus dem nichts, eine hohe Stahlwand auf die ihnen den Weg versperrte.
Die Bremsen quietschten als Max den Wagen zum stehen brachte.
Dann hupte er.
Zweimal kurz, einmal lang.
Sein Rufzeichen. Danach stellte er den Motor ab.
Eine kleine Klappe, weit oben über ihren Köpfen, grade so groß wie eine Mikrowellentür, öffnete sich und ein Kopf kam heraus. Durch den Wind und den Sand konnte man aber nicht erkennen wessen Kopf es war. Man konnte sich auch nicht lange mit der Identifizierung des Kopfes beschäftigen, den er schaute nur kurz raus und verschwand sofort wieder und die Klappe schloss sich wieder.
Durch das Tor fuhr ein gewaltiger Ruck und langsam fing der eine Flügel sich an zu bewegen. Langsam wurde der Spalt größer, Als er dieungefähre Größe des Caddys erreicht hatte stoppte die Tür. Max startete den Caddy wieder, rollte langsam auf den Spalt zu und quetschte den Wagen durch den Spalt, der grade breit  genug geöffnet wurde.
Hinter dem Tor hörte das tosendem des Sturms endlich auf und man konnte die Masken abnehmen.
Hinter dem Tor ging die Schlucht noch ungefähr 300 Meter weiter bis sie unter einer großen Metallplattform endete.
In dem Boden unter der Plattform drehte sich ein großer Bohrer der sich immer weiter in den Boden zu fressen schien. Es handelte sich anscheinend um eine alte Bohrinsel die vor der Apokalypse wahrscheinlich mal auf dem Meer geschwommen war. Nun trohnten ihre riesigen Schwimmkörper auf den beide Felsen die die Schlucht formten, in die der Caddy gerade hinein gefahren war.
Das war die Festung, Max, Jonas und Martins Zuhause.
Das Zuhause der Bruderschaft der Wüste.