Die Klassenfahrt

von NichtFee
GeschichteHumor, Fantasy / P12
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney OC (Own Character) Rikki Chadwick
29.02.2016
01.11.2016
5
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29.02.2016 2.265
 
Huhu,

da komme ich mit einer neuen Geschichte aus dem H20 Bereich. ^^  Und einem extrem langen Vorwort. Wie immer also.

Das ist die Klassenfahrt, die nie stattfinden wird. Ein wenig AU in Bezug auf Ms Dorset selbst, also enthält diese Story hauptsächlich kleinere Spoiler für „No one knows ‘cept Lorelei“.  Ich wollte etwas Heiteres haben. =) Spielt am Ende des Schuljahres und lässt, wie angedeutet, die (meisten) Ereignisse der Hauptstory außer Acht. Nur die Akteure bleiben die Gleichen.  -> gleiche Charaktere, andere Handlung – kein/wenig Bezug zur Hauptstory. Ihr müsst also diese nicht lesen, um das hier zu verstehen. Und andersherum. (Aber ich hätte trotzdem nichts dagegen...)

Mit den Sommerferien in Australien gehe ich sehr grob um. Eigentlich ist in Australien oft der ganze Januar frei. Ich habe die Ferien zwischen Schuljahren eineinhalb Monate nach hinten geschoben. Irgendwo Mitte bis Ende Februar werden Emma, Cleo, Rikki und ihre Klassenkameraden in die wohlverdienten Ferien entlassen.

Ich habe den Ursprung aus der Projektabteilung im FF.de Forum. Allerdings ist das schon mehrere Jahre her. Das Projekt gehört mit Sicherheit zu irgendeinem der zahlreichen Projekte. Ich habe keine Ahnung zu welchem. Das heißt, einen Link zu dem Projekteintrag gibt es leider nicht. Wahrscheinlich werde ich es auch aus dem urpsrünglichen Projekt lösen.

Updates werden wahrscheinlich so langsam wie bei der Hauptstory folgen, da ich Kapitel habe, für die die Ideen so gut wie geschrieben und ausformuliert sind und andere, die aus zwei oder drei Stichpunkten bestehen. Ich würde sagen, eventuell alle drei Wochen oder immer am Ende eines Monats.


Wenn euch etwas gefällt (oder nicht gefällt), dann lasst es mich bitte wissen! Ich bin für konstruktive Anmerkungen dankbar, egal über welches Medium.

Liebe Grüße,
-lg-





Die Klassenfahrt

Am Ende des Schuljahres steht eine einwöchige Klassenfahrt für die drei Mädchen und Lewis an. Schon als sie das Ziel erfahren, sind sie mit dem Rest ihrer Klasse gespaltener Meinung. Eine Paddeltour... Richtung Mako. Doch an diesem Entschluss ist nicht mehr zu rütteln und so rückt die verhängnisvolle Woche immer näher.  



Vorbereitung



Der 12. Januar 2010, Dienstag

*Teil 1*

„Ich habe die Stimmen ausgezählt“, informierte Ms Dorset ihre erwartungsvolle Klasse, die am Tag zuvor in einer geheimen Wahl über das Ziel ihrer anstehenden Klassenfahrt abgestimmt hatte. „Zur Auswahl standen eine Raftingtour, eine Radtour im Landesinneren und ein Campingausflug auf Mako“, wiederholte sie zusammenfassend.

In Rikkis Ohren klang alles nicht besonders aufregend und aus Not heraus hatten die Meerjungfrauen sowie ein gezwungener Lewis für die Radtour im Landesinneren gestimmt. Sie bezweifelte auch, dass ihre Lehrerin sonderlich für eines der geplanten Ziele geeignet wäre. Schließlich konnte man in Kleidern ihres Stils weder Radfahren noch Paddeln, geschweige denn auf einer Insel wie Mako auch nur hundert Meter weit kommen. Und Mako! Wer zum Teufel war auf die Idee gekommen, auf Mako zu campen? Wer auch immer dafür verantwortlich war, sie war sich sicher, derjenige würde in Zukunft ernste Probleme bekommen.

„Ich bin froh, dass ihr alle die Chance genutzt habt, eure Stimme abzugeben. Hundertprozentige Wahlbeteiligung ist in freien Wahlen nur sehr selten“, murmelte sie leise. Nur die Geschichtsfreaks verstanden die Anmerkung und waren sich anscheinend nicht sicher, ob sie als Witz gemeint war oder nicht. Sie warf noch einen letzten Blick auf den Zettel vor sich. „Das Ergebnis war sehr, sehr knapp. Genau eine Stimme hat alles entschieden.“ Sie schwieg. Die Spannung stieg. Emma warf Cleo einen skeptischen Blick zu. Cleo erwiderte ihren mit zögerlicher Aufmunterung. Rikki indes starrte erwartungsvoll nach vorn.

Ms Dorset pinnte mit Magneten drei bunte DIN A 4 Seiten an die Tafel. Sie waren je mit einem Fahrrad, eine Paddelboot und einem Zelt bedruckt. „Elf Stimmen für die Raftingtour“, verkündete sie und schrieb eine elf unter das Boot.

Die Raftingtour.

Sie würden eine Woche lang auf einen Fluss in zum Kentern verurteilten Luftschlauchbooten verbringen? Wie konnte das nur passieren? Beziehungsweise, die Klasse würde eine Woche auf einem Fluss in wackeligen Schlauchbooten verbringen. Sie hatten sich vorher abgemacht, dass sie, sollten sie auf Raftingtour gehen, nicht an der Klassenfahrt teilnehmen würden. Das wäre zu dumm und gefährlich. Lewis meinte zwar, er würde wieder irgendetwas entwickeln, aber auf „irgendetwas“ wollte keine der Mädchen vertrauen.

Und dass sie nun tatsächlich von ihrer eigenen und letzten Klassenfahrt ausgeschlossen sein würden schmerzte mehr als eine der drei es je zugegeben hätte.

Als Rikki ansetzte etwas einzuwenden, hob ihre Lehrerin beschwichtigend eine Hand. Es war so automatisiert, als hätte sie mit einem sofortigen Einwand gerechnet. „Einen Moment, bitte. Wir haben zwei weitere Ergebnisse.“ Widerwillig verschränkte Rikki die Arme vor der Brust. Die sogenannten weiteren Ergebnisse waren vielleicht für Statistiken interessant, aber nicht mehr für das Ziel ihrer Klassenfahrt. „Vier Stimmen für die Radtour“ – sie schrieb eine vier unter das Fahrrad und machte eine bedeutungsschwere Pause, obwohl wahrscheinlich lediglich die Mathematiker in der Klasse etwas mit ihrem Schweigen anfangen konnten. Lewis anscheinend auch. Ihm stockte er Atem und seine Augen weiteten sich vor Entsetzen. – „und zwölf für den Campingausflug auf Mako!“

„W-was?“, entfuhr es Emma, doch ihre Beschwerde wurde von mehreren positiven Zurufen übertönt.

„Beruhigt euch bitte wieder, es ist nur eine Woche. Aber, da das Rafting so knapp verloren hat, dachte ich mir, und meine beiden Co-Lehrer sind damit einverstanden, dass wir mit Booten nach Mako rudern. Und zurück, versteht sich. Was haltet ihr davon?“

Noch mehr Begeisterung brach aus, da jetzt dreiundzwanzig glückliche Schüler sich auf die bald bevorstehende Fahrt freuten.

„Was?“ Panisch sah Cleo sich um. Tatsächlich schienen sich alle zu freuen. Alle, bis auf sie, Rikki, Emma und Lewis.

Mako.

Sie konnten ihre Klasse unmöglich auf Mako lassen.

Nicht auf ihre Insel.

Ms Dorsets Stimme unterbrach die Freude. „Gut, dann ist das beschlossen. Holt bitte die Erlaubnis eurer Eltern bis spätestens nächsten Montag ein. Bis Ende der Woche werde ich euch weitere organisatorische Informationen durchgeben.“ Damit beendete sie die Stunde und Gewusel brach unter den aufgeregten Schülern aus.

Sofort nahm Emma ihre beiden Freundinnen bei Seite. „Das ist eine Katastrophe. Eine einzige Katastrophe. Wir können nicht mitfahren. Unsere vielleicht letzte Klassenfahrt und wir können nicht mit.“

„Und wie sollen wir unsere Klasse von Mako fern halten?“, fragte Cleo.

„Lasst mich das machen. Seitdem ich die letzte Entschuldigung zu spät abgegeben habe, traut sie mir eh nicht mehr. Ich habe nichts zu verlieren.“ Bevor die beiden sie aufhalten konnten, hatte Rikki sich entwunden und marschierte kurz entschlossen auf ihre Lehrerin zu.

Einen halben Meter neben dem Lehrertisch blieb Rikki stehen und wartete, bis ihre Lehrerin aufsah. „Ich möchte noch mit Ihnen reden.“

„Großartig. Ich auch mit dir“, antwortete diese erfreut.

„Wirklich?“, fragte sie, für einen kurzen Moment misstrauisch. „Warum?“

Ms Dorset verschränkte ihre Arme vor ihrem Körper und warf Rikki einen erwartungsvollen Blick zu. „Du zuerst.“

Rikki atmete tief ein. Taktik. Sie müsste versuchen taktvoll zu sein. Ein paar Sekunden suchte sie nach den richtigen Worten. Bis auf eine Frage, die sich immer wieder in ihr Bewusstsein drängte, fiel ihr nichts anderes ein. „Warum müssen wir mit dem Boot nach Mako fahren?“, fragte sie. Zum Teufel mit dem Taktgefühl, dafür war sie so und so nicht bekannt.

Ungläubig sah ihre Lehrerin sie über den Brillenrand hinweg an. „Wie willst du sonst nach Mako kommen?“

Rikki war überrascht von der Frage. „Meinen Sie das ernst?“

„Durchaus.“

Rikki schüttelte den Kopf. Nein, sie würde darauf nicht antworten und sie wurde das Gefühl nicht los, dass Ms Dorset es amüsierte, wie sie versuchte die Oberhand im Gespräch zu gewinnen.

Ihre Lehrerin blickte an ihr vorbei, so, als würde sie etwas oder jemanden suchen. Dann senkte sich eine Augenbraue. „Ich nehme an, die vier Stimmen für die Radtour kamen von euch?“

Es wäre unsinnig es zu leugnen, da Emma, Cleo, Lewis und sie selbst – mal wieder – die letzten im Raum waren. „Ja.“

„Die hätte mir auch am besten gefallen, aber da sind wir überstimmt. Und was wolltest du mich fragen?“

„Warum rudern wir nach Mako? Der Weg ist lang.“

„Bist du ihn schon einmal rudern?“

„Nein… das, das dachte ich mir, von der Entfernung. Man sieht die Insel ja kaum von hier.“

Zwischen ihren Augenbrauen entstand ein kleines v. „Wirklich? Lyles – Professor Panfields –Frau meinte, es sei eine relativ kurze Strecke. Im Allgemeinen vertraue ich ihr bei derartigen Dingen.“

„Was ist mit den Haien?“, hakte Rikki nach und nahm sich vor nachzuprüfen, was die Frau ihres Astronomie- und Physiklehrers mit Mako Island zu tun hatte. Wenn sie nicht gerade Kartographin war, fehlte ihr jegliche Entschuldigung die Position von Mako genauer zu kennen.

Ms Dorset deutete auf den Stapel Unterlagen, der sich über ihren Tisch verteilte. „Ich habe keine Karte hier, dennoch würde ich sagen, die Haie sind im Norden der Insel, dort müssen wir nicht rudern. Wir kommen aus östlicher Richtung.“ Sie schwieg für einen Moment. „Du möchtest mir noch etwas sagen, stimmt‘s?“

„Ich würde gern einen Freund, Zane Bennett, mitnehmen“, log sie. Warum sie darauf kam, wusste sie auch nicht.

„Er war einmal Schüler hier, nicht wahr?“, überlegte ihre Lehrerin.

„Ja“, bestätigte Rikki, bevor sie auf die Idee kam, dass die vorige Überlegung laut ausgesprochene Gedanken waren und keine wirkliche Frage beinhaltete. Schon wieder war sie darauf reingefallen und hatte eine Antwort gegeben, die ihre Lehrerin eigentlich überhaupt nichts anging. „Darf er mitkommen?“

„Nein.“

„Nein?“, hakte sie nach.

„Das ist eine Klassenfahrt und kein Pärchenausflug.“ Ms Dorset seufzte und fügte weniger harsch hinzu: „Rikki, ich weiß, du stehst mir nicht gerade friedlich gegenüber, ich weiß nicht warum, ich will nicht wissen warum, ich bin nicht bemüht, es zu ändern. Darum weiß ich nicht, was du mit deiner Frage eigentlich bezwecken willst. Ich möchte dir nur sagen: es war schwer genug die Schulleitung von allen dreien eurer Vorschläge zu überzeugen, unabhängig davon, ob wir es machen oder nicht. Sollte ich jetzt versuchen ehemalige Gold Coast High Schüler ebenfalls in die Klassenfahrt einzubinden, wird die weitere Planung eine Sisyphos –Arbeit. Angenommen, es klappt und ich würde eine Ausnahme für dich machen, wäre Emma die nächste. Dann mit Sicherheit Kathleen, dann Tim und letztendlich würde die ganze Schule sowie die Hälfte der Stadt fahren. Und kurz zuvor dreht mir unser Direktor den Hals um.“

Rikki nickte widerwillig. Sie musste zugeben, dass die Einwände Sinn ergaben. „Gut.“ Vielleicht könnte sie, nur um zu testen, was passieren würde, Zane (und Ash) für einen Tag nach Mako holen…

„Rikki?“

„Ja?“, fragte sie aus ihren Gedanken gerissen.

„Vergiss es.“

„Ich habe doch gar nicht—“

„Deine Gedanken sind mir förmlich entgegen gesprungen. Wenn du ihn so sehr vermisst, kann Zane dich gern am Freitag abholen, damit habe ich kein Problem. Jedoch erst auf dem Festland. Sonst darf er gern, auf eigene Gefahr von abtrünnigen Haien gefressen zu werden, neben uns entlang rudern, surfen oder schwimmen. Wie ich gehört habe, hat er schon mal Ähnliches versucht.“

Wie konnte sie auf einmal so kalt und gleichgültig dem Schicksal anderer gegenüber sein? Diesen Seitenhieb auf ihre vorige Frage, fand Rikki einfach nur geschmacklos. Und dann fragte sie sich noch, weshalb sie sie nicht akzeptieren konnte?

Ach nein, sie hatte ja gesagt, es sei ihr egal. Und sie wären von ihrer eigenen Klassenfahrt ausgeschlossen… Mit aller Mühe hielt sich Rikki zurück, den Lehrertisch nicht in Flammen aufgehen zu lassen, oder die Dokumente darauf. „Warum muss es Mako sein? Es gibt bestimmt noch andere Inseln entlang der Küste“, fragte sie gepresst.

„Es ist die größte Insel in der Nähe, wahrscheinlich auch die sicherste.“ Ms Dorset seufzte. „Vor Jahren bin ich auf den Halligen in der Nordsee gewesen, das ist ganz in der Nähe von England, und diese flachen Inseln standen bei Starkregen komplett unter Wasser. Ich möchte vermeiden, dass unsere Klassenfahrt durch eventuelle Regenfälle in Unruhe gebracht wird, oder, dass die Hälfte meiner Klasse über Nacht weggespült wird.“

„Es gibt doch sicher noch andere Inseln“, wiederholte sie standfest.

„Zwei Dinge, Rikki. Erstens, hat Panfield recherchiert; er ist sich sicher, es gibt keine größere Insel in der Nähe. Zweitens, du hättest von Anfang an etwas gegen unseren Campingtrip sagen können, hast du aber nicht. Jetzt ist es festgelegt. Es wäre ungerecht euren Mitschülern gegenüber wegen vier unerklärten Einwänden alles abzublasen.“

„Und was wollten Sie mir sagen?“, fragte Rikki nun.

Zu ihrer Überraschung verschwand alle Ernsthaftigkeit aus der Stimme ihrer Lehrerin. Sie schien wieder amüsiert zu sein. „Deine Einverständniserklärung. Gib sie dieses Mal einfach pünktlich ab und vor allem mir, und nicht meinen Kollegen. Das erspart dir viel Ärger.“

Rikki warf ihr ein kaltes Lächeln zu, drehte sich um und verschwand schnurstracks durch die Klassenzimmertür. Im Flur wurde sie von ihren Freundinnen eingeholt. „Ich regel das?“, fragte Emma und ahmte ihren zuvor sicheren Tonfall nach.

Wütend drehte Rikki sich um. Sie konnte nicht mit Sicherheit sagen, auf wen sie wütend war. Auf sich, weil sie nichts hatte ändern können. Auf ihre Lehrerin, weil sie… einfach weil sie dafür verantwortlich war. Auf Cleo und Emma, weil sie auch nicht eher darauf gekommen waren, das Ausflugsziel Mako von Anfang zu sabotieren. „Ich kann nichts dafür! Es geht eben nicht! Wir fahren nach Mako. Oder die anderen fahren nach Mako und wir hocken fünf Tage lang in den Büschen um unsere Klasse davon abzuhalten den Mondsee zu finden!“

Cleo wich zurück, als sie von einer Hitzewelle getroffen wurde. „Wow, was ist das denn für ein Ausbruch? Beruhige dich wieder!“

„Was für ein Ausbruch?“, wiederholte Rikki zornig, doch Emmas unterkühlter Blick war aussagekräftig genug. „Oh… es tut mir leid. Sie hat mich erwischt. Es ist nicht eure Schuld.“

„Mädels, beruhigt euch. Ich geb euch einen Saft aus und dann überlegen wir, wie ihr die fünf Tage in den Büschen überstehen werdet, hm?“, schlug Lewis vor und legte einen Arm um Cleo, die sich mit zustimmendem Gemurmel in seine Umarmung lehnte.