Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hexens Wünsche

von Nymphen
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Kyuubey OC (Own Character)
27.02.2016
30.05.2019
10
11.239
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.05.2019 595
 
Mit jedem Glockenschlag verfluchte das Mädchen ihr Leben mehr und mehr. Wobei: Was sie wirklich verfluchte war nicht ihr Leben, sondern ihren eigenen Wunsch. Ihre Eltern waren Teil eines Zirkus und somit war sie es auch.
Sie hatte es immer geliebt.
Von klein auf.
Doch als ein Wesen auftauchte und ihr einen Wunsch gewährt, hatte sie zum ersten Mal darüber nachgedacht, ob sie wirklich glücklich war.
Und das war sie: Zumindest solange sie auch in der Manege stand. Sich vorstellte, wie auch sie eines Tages von Zuschauern bewundert werden würde.
Also wünschte sie sich eine Chance.
Eine Chance Teil der Show zu werden.

Kyubey hatte Wort gehalten. Jedes Mal wurde sie gefragt, ob sie nicht einen ihrer Bauchtänze aufführen wollte. Und jedes Mal freute sich Chikyū wie das Kind, das sie im Grunde auch noch war.
Da machte es ihr auch nichts aus Hexen zu jagen.
Nein: Irgendwie war es eigentlich genau dasselbe, da der Kampf auch wie ein Tanz ablief.
Die Hexe griff an, also drehte sie sich elegant nach rechts. Dabei flatterten die durchsichtigen weißen Tücher, welche an ihren goldene Armreife und ihren ebenso goldenen Bikini befestigt waren. Die Hexe kam von oben, also machte sie selber eine Rolle nach hinten. Hierbei blitzte der goldene Soulgem in Form eines Quadrates an ihrem Fußgelenk auf. Schuhe trug sie keine, aber dafür hatte sie eine Waffe, welche es in sich hatte.
Die Hexe war unvorsichtig und sofort war das Magical Girl zur Stellte und rammte ihren Morgenstern genau in die Stelle, welche man wohl als Bauch bezeichnen würde, wenn man auch nur irgendwie feststellen könnte, wo der Bauch einer Hexe wirklich saß.

So ging es tagein und tagaus. Und die Goldhaarige hätte schwören können, dass sie in ihrem Leben noch nie glücklicher war. Das war eine Zeit, in der sie Kyubey am Liebsten ihre Dankbarkeit bewiesen hätte.
Doch diese Zeiten waren vorbei.
In ihren letzten Momenten des klaren Verstandes, fragte sich Chikyū unwillkürlich, wann sie angefangen hatte, die Dinge von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten.

Es musste ungefähr ein Jahr nach ihrem Packt gewesen sein. Zufrieden mit ihrer Vorstellung hatte sie das Zelt verlassen und dabei ganz zufällig Zuschauer getroffen, welche wohl zu spät kamen.
„Schlüpfen Sie einfach ins Zelt. Die nächste Aufführung geht gleich los. Es stört niemanden“, riet sie ihnen freundlich. Schon oft hatte sie mitbekommen, dass Leute Angst hatten mit ihrem verspäteten Auftauchen, andere zu stören. Diese Zweifel wollte sie ausradieren.
Stattdessen wurde sie komisch angesehen und ihre Worte abgenickt. Die Männer gingen an ihr vorbei.
„Endlich ist der Tanz vorbei. Dann kommt endlich Spannung in die Sache.“
„Ja, aber echt. Gute Idee von dir, diesen Teil auszusparen.“
Ja, genau. Das war das erste Mal, wo sie realisierte, dass nur sie Freude an ihren Tänzen hatte.
Danach beobachtete sie alles um sich herum genauer: Die Zuschauer gähnten bei ihrem Tanz, die Kinder schrien nach den Löwen, ihre Arbeitskollegen rollten nur mit den Augen und ihre Eltern wirkten so gedemütigt, dass Chikyū auf der Stellte zusammenbrach.
Danach riet man ihr, sich erstmal auszuruhen und die nächsten Auftritte sein zu lassen.
Sie hörte darauf, oder viel mehr auf die eigentliche Bedeutung der Worte: „Du bist keine Bereicherung für den Zirkus! Willst du nicht lieber sterben?“

Und da war sie nun. Weinend verfluchte sie, den Wunsch nach einer Chance.
Sie hätte sich Talent wünschen sollen, denn das hätte sie wahrlich glücklich gemacht.
Eine Chance ohne Talent, war einfach nichts wert.
Genauso wertlos wie ihr Leben.
Als die Kirchglocke verstummte, verwandelte sich ein Soulgem in ein Grief Seed und Chikyū Nakamura war nicht mehr.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast