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Hexens Wünsche

von Nymphen
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Kyuubey OC (Own Character)
27.02.2016
30.05.2019
10
11.239
3
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17.09.2016 1.131
 
Mit jedem Zentimeter, den Mizu zurücklegte wurde es dunkler und kühler. Langsam ließ sich die 12-Jährige sinken. Das kühle Wasser im Teich hüllte sie ein wie eine Decke aus Samt. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, doch wurde langsam die Luft knapp und so musste sie auftauchen. Leicht trübselig gestimmt hob sich der Kopf zur Oberfläche und Luft wurde in die Lungen gesaugt. Die Mittagssonne küsste das nasse Gesicht zärtlich als Begrüßung. Verschwommen nahm Mizu ihre Umgebung war. Der Teich lag im Wald und war umgeben von Bäumen. Der Himmelskörper verschwand immer öfter hinter dunklen Wolken. Bald würde es wohl regnen. Ein Frösteln breitet sich im jungen Mädchen auf. Wehmütig dachte sie an den Morgen, an dem sie noch geschwitzt hatte. Mit zielsicheren Bewegungen schwamm der Teenager ans Ufer und hüllte sich auch sogleich in Handtücher ein. An einen normalen Tag wäre der Strand, welcher aus mehr Erde als Sand zu sein schien, gefüllt von Menschen, doch an so einen stürmischen Tag – auch wenn er gut begonnen hatte – war Mizu allein auf der Welt. Die Vorstellung, dass ihr der winzige See alleine gehörte, war zu schön um sie loszulassen.
„Stört meine Gesellschaft?“
Die hohe Stimme, die direkt in ihrem Kopf zu pulsieren schien, sorgte für eine Gänsehaut, die noch nicht mal die Kälte hinbekommen hatte. Panisch drehte Mizu sich nach allen Richtungen hin um, konnte jedoch niemanden entdeckten. Erst als sie etwas Pelziges an ihrem Bein spürte, kam die Idee nach unten zu schauen. Das Wesen, das sie dort sah, ließ sie zurückspringen und kurz darauf wieder näher hintreten.
„Was bist du denn?“
„Ich bin ein Wesen von einen anderen Planeten und weit gereist um mit dir einen Pakt zu schließen.“
„Ahhh! Du bist ein Alien?“ selbst in ihren Ohren klang ihre eigene Stimme schrill. Am liebsten hätte sie das Wesen einfach gepackt und weit hinaus auf den See geworfen. Mit etwas Glück konnte diese ‚Katze‘ nicht schwimmen. Doch wollte sie den Außerirdischen nicht verärgern. In ‚Mars Attack‘ hatte dafür nämlich schon eine Friedenstaube gereicht. Deswegen atmete die Jugendliche einmal tief ein, wie kurz vor einem Tauchgang und sprach mit normalen Tonfall weiter:
„Spezial mit mir?“
Die Vorstellung etwas Besonderes zu sein, war wirklich verlockend. Doch natürlich wurde sie zerschlagen und zersplitterte wie ein Spiegel in tausend Teile.
„Nein. Ein anderes Mädchen in der Pubertät und mit einem großen Wunsch, hätte es auch getan. Doch der Zufall, liebt dich wohl. Also, schließt du einen Pakt mit mir?“
Beinahe hätte Mizu auf geschnaubt. Ja, der Zufall liebte sie wirklich. Es war schon beinahe beängstigend wie viel Glück sie durch den Zufall beim Würfeln hatte, doch leider spielte deswegen niemand mehr mit ihr ‚Mensch ärgere dich nicht‘. Es war kein großer Verlust, immerhin war es ein Spiel, welches geradezu Ärger provozierte, dennoch war es nervig. Neben dem Ansprechen des Zufalls, war der jungen Dame aber auch noch eine andere Tatsache aufgefallen.
„Hat der Pakt was mit meine Wunsch zu tun?“
„Der Vertrag sieht so aus: Du bekommst einen Wunsch erfüllt und dafür wirst du zur Kriegerin und kämpfst gegen Hexen.“
„Was sind Hexen?“
„Wesen, geboren durch Flüche. Erschaffen um Menschen zum Selbstmord zu verleiten.“
„Dann werde ich kämpfen. Niemand sollte sich selbst umbringen. Ich bin dabei.“
Die triefend Nasse war Feuer und Flamme. Sie könnte zu einer Heldin werden und dabei sogar einen Wunsch erfüllt bekommen. Welcher Verrückte würde so ein Angebot ausschlagen? Mit einen unguten Gefühl und dennoch großer Vorfreude verkündete die Blauhaarige mit bebenden Herzen ihren Wunsch. Nach einem kurzen Schmerz in ihrem gesamten Körper, welcher sie aufschreien ließ, lag auch schon ein hübsches Juwel in ihrer feuchten Handfläche. Eine bronzene Außen Hülle beschütze den dunkelblauen Stein. Mit einen Grinsen wollte das Magical Girl schon dem Wesen danken, als ihr auffiel, dass das Alien schon lange weg war.

Die Hexe Magda hatte ihn ihren Bannkreis, das Magical Girl entdeckt und stand ihr jetzt gegenüber. Das Wesen erinnerte an eine Steinsäule mit verzerrten Gesichtern, welche nach Hilfe schrien. Die Umgebung hatte einen dunkleren Grauton, als die Bewohnerin und bestand auch nicht aus Stein, sondern Fell. Mit einem Kriegsschrei stach Mizu auf die Hexe mit ihrem Dreizack ein. Die rohe Gewalt half aber nicht viel und hinterließ nur Kerben.
„Irgendwann ... keuch ... stirbst auch du.“
Die Jugendliche sprach eher zu sich selbst, als zur Verfluchten. Doch kein Wesen lässt sich gerne verletzen und so wurde die Blauhaarige zurückgeschleudert, direkt in die Wand hinein. Diese wölbte sich unter dem Gewicht und spannte sich wie ein Trampolin, nur um sie zurück zu schleudern. Mit beiden Händen hielt die Dame ihre Waffe fest und ausgestreckt, nur um die Statue mit einem kräftigen Schlag in tausend Stücke zu Zereisen. Die Umgebung begann zu flimmern und verschwand dann völlig. Die Japanerin verlor den Boden unter den Füßen und tauchte in das Wasser ein. Auf dem Ozean waren fast noch mehr Hexen als auf dem Land und die leidenschaftliche Schwimmerin war nun einmal die einzige, die gegen die Wassergegener ankam. Das Mädchen bezweifelte nämlich stark, dass sich ein anderes Mädchen gewünscht haben könnte, unter Wasser Luft zu bekommen. Mit einem glücklichen Lächeln tauchte die Kleine tiefer und näher an Land. Die Flüssigkeit war angenehm und das Salz brannte auch nicht in den Augen. Bei ihren dritten Schwimmzug löste sich auch ihr quallenartiges Kleid auf. Das dunkelblaue Kleidungstück wurde durch einen Taucheranzug ersetzt, welcher die Kälte besser abhielt.

Schwer keuchend stand Mizu gebeugt am Strand. Ihre Hände ruhten auf ihren Oberschenkeln und die Knie zitterten so stark, als würden sie jeden Moment nachgeben. Die Schrammen an ihren ganzen Körper zeigten deutlich die Anzeichen für einen vergangen Kampf auf. Das Blut hatte sich mit dem Meereswasser verbunden und so tropfte leicht rötliche, aber dennoch klare Flüssigkeit auf die Sandkörner.
„Ich habe versagt. Diese Hexe konnte ich nicht besiegen.“
Das Eingeständnis, welches die Frau sich selbst gab, kam nur schwer über die aufgeplatzten Lippen.
„Wofür tauche ich? Wofür kämpfe ich? Gibt es einen Grund? Hat es überhaupt einen Sinn, auch Versagen in Kauf zu nehmen.“
Nur wenige Sekunden - nachdem die Worte auch im Kopf des Teenagers ankamen – später fand ein ironisches Lachen den Weg aus ihren Mund. Endlich gaben die Beine nach und so kniete das Mädchen lachend im feuchten Sand, während die Wellen an ihre Füße schlugen. Ihr Blick war nach oben gerichtet. Zum Sternenhimmel. Doch durch die geschlossenen Lider erkannte sie nichts. Die Welt versank in Tränen, aber dennoch hörte das Lachen nicht auf. Noch schwerer als zuvor folgte der letzte Gedanke des Magical Girls, bevor es sich mit dem letzten Glockenschlag zu Mitternacht für immer von dem Wunsch abwandte und dem Fluch zu.
„Ich dachte ich bin unsterblich, doch jetzt muss ich erkenne, dass ich noch weiter fallen muss um stärker zu werden.“
Wie das kühle Wasser begrüßte auch jetzt Mizu die Dunkelheit wie eine samtene Decke.
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