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Hexens Wünsche

von Nymphen
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Kyuubey OC (Own Character)
27.02.2016
30.05.2019
10
11.239
3
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03.04.2016 1.130
 
Mit großen Augen stand ein 6-jähriges Mädchen vor den Narva-Triumphbogen in Sankt Petersburg.
„Mama? Was ist denn das?“
Die Mutter, welche die Kleine an der Hand hielt um sie in den Menschenmassen nicht zu verlieren, folgte ihrem Blick.
„Ach das. Das ist der Narva-Triumphbogen. Er wurde errichtet um den Sieg gegen Napoleon in Erinnerung zu behalten und, ich denke, auch um die Gefallenen zu ehren. Wenn mich nicht alles trügt, dann wurde er 1834 fertiggestellt.“
Die Augen des Kindes glänzten. Eine Erinnerung war das Gebäude, auch wenn sich niemand lebhaft darin erinnern konnte. Sie nahm sich vor irgendwas Großes zu leisten um auch eine Erinnerung zu sein und einen Bogen zu kommen.
„Komm jetzt! Da ist Papa!“
Und so wurde das Mädchen zärtlich vom Denkmal mit den Jadetönen weggezogen.

„Reicht das jetzt nicht mit den Selfies?“ fragte Evelina sichtlich genervt.
„Ok. Ok. Das Letzte ist eh perfekt. Findest du nicht auch?“ Ihre Freundin ließ sich nicht abhalten. Die Beiden standen unter dem Triumphbogen. Das eine Mädchen sah sich die Bilder an, während das andere sich gelangweilt an die Mauer lehnte. Als kleines Mädchen war sie überwältigt gewesen von diesem Monument. Mittlerweile war sie aber erwachsen geworden. Vor Gericht würde sie zwar mit ihren 14 Jahren noch als Kind zählen, doch im Grunde ihres Herzens war sie schon volljährig.
„Es ist überwältigend, oder?“ Das Handy war weggesteckt worden und die ganze Aufmerksamkeit lag jetzt allein auf Evelina.
„Was denn?“
„Diese Erinnerung hier, natürlich. Weißt du, Evelina, als Kind wollte ich auch einen Triumphbogen. Nur für mich, damit die Menschheit sich bis in alle Ewigkeit an mich erinnert.“
Bei dieser Erinnerung musste die Sprechende lachen. Doch Evelina lachte nicht mit.
„Ich auch, Izzi. Ich auch.“
Diese Worte brachten die junge Dame dann doch zu lachen. Gemeinsam machten sich die Freundinnen auf den Weg nach Hause. Sie lachten noch lange über ihren gemeinsamen Traum als Kinder. Dass er derselbe war, überraschte beide. Doch es war nur eine Gemeinsamkeit zwischen zwei Freunden. Eine Gemeinsamkeit, welche einen enger an den anderen band. Langsam aber sicher ging die Sonne unter und sie lachten immer noch.
„Warum lacht ihr den so sehr darüber?“
Geschockt drehten sich beide um, nur um ein Alien anzublicken. Doch es wirkte harmlos.
„Wenn ihr wollt, kann ich euch diesen Wunsch erfüllen.“
Die Augen der Beiden weiteten sich.
„Evelina? Siehst du das auch?“ Unweigerlich war die Fragende weiter an ihre Kameradin ran gerückt um sich ihren Beistand zu holen. Die zwei Schultern berührten sich und die Wärme der Anderen spendete Mut.
„Vor allem höre ich es.“
„Also, wollt ihr einen Pakt mit mir schließen?“
Eisiges Schweigen war die Antwort, bis Evelina endlich ihre Sprache wiederfand.
„Was bist du?“
„Ich bin Kyubey. Ein Wesen, welches einen Handel für euch hätte.“
„Was den für einen Handel?“ fragte jetzt auch das andere Mädchen interessiert.
„Ihr Kämpft gegen Hexen, mit Einsatz eures Lebens und im Gegenzug erfülle ich euch einen Wunsch.“
„Einen Moment!“ meinte Evelina und zerrte ihre Freundin fort.
„Was meinst du Izzi? Willst du kämpfen?“ Sie starrte in die grünen Augen ihrer Freundin und erkannte die Antwort darin, doch musste sie es hören.
„Nein. Ich habe keinen Wunsch, der so groß ist. Aber du schon, oder? Ich kenne dich. Du ergreifst doch jeder einmalige Möglichkeit ohne die Folgen zu bedenken.“
„Stimmt. Ich werde die Chance nutzen, aber was ist mit dir?“
„Tut mir Leid. Nein. Ich wünschte ich könnte, aber es fühlt sich nicht richtig an.“
Evelina nickte. Sie verstand ihre Freundin. Auch sie hatte ein mulmiges Gefühl, jedoch war es gegen ihre Natur so ein Angebot abzulehnen.
„Du schlägst das Angebot viel zu schnell ab. Begleite doch erstmal deine Freundin auf eine Hexenjagd und entscheide dann. Ich werde nach diesen Vertrag nach einer Woche wieder vorbei schauen und noch mal fragen. Also, dein Wunsch, wenn ich bitten darf, Miss Smirnow.“
Bei dem Klang der hohen Stimme, welche sich direkt in den Kopf bohrte, zuckten die Angesprochenen zusammen. Sie waren doch extra weiter weg gegangen um ungestört zu reden und dennoch schien dieses Wesen jedes Wort verstanden zu haben. Andererseits war dies bei den großen Ohren auch nicht verwunderlich. Evelina nickte.
„Ich wünsche mir, ich wünsche mir, dass ich zu einer geschickten Kämpferin werde, welche ein Denkmal wahrlich verdient hätte.“
All dies sprach sie laut aus, aber nur Kyubey vernahm ihren Wunsch. Es war allen anderen Wesen nicht vergönnt den Grund für das Erleuchten des Seelensteins zu kennen. So landete er in ihrer Hand ein grauer Seelenstein in goldener Fassung.

Einer der Nunchucks landete schmerzhaft im Auge des Piraten. Und zwar indem ohne Augenklappe. Immer wieder musste sich die Hexe mit der Waffe abgeben. Sie verlängerte, verkürzte, vergrößerte, verkleinerte sich ohne Vorwarnung. Es gab kein Muster, nicht das die Hexe eins hätte erkennen können. Auch die Stacheln bereiteten dem Wesen Probleme. Einige Schläge später war der Bannkreis verschwunden und auch so die Hexe. Alles was übrig blieb waren zwei Mädchen und ein Greef Seed.
„Toll gemacht, Evelina!“ schrie das unbewaffnete Mädchen und reichte ihr das Hexenei mit einem freudigen Lächeln. „Danke für die Lorbeeren.“  Meinte diese lächelnd und reinigte ihren Seelenstein. Die Hose flatterte im Wind so sehr, dass man sie für einen Rock hätte halten können. Die junge Dame in ihrer Kampfkleidung wirkt als würde sie auf eine Beerdigung gehen mit ihren dunklen Sachen. Ein grauer Schleier legte sich um das Magical Girl und beim lichten war da nur noch ein normales Mädchen mit einen breitem Lächeln auf dem Gesicht.

Tränen rannten dem normalen Mädchen die Wange hinunter und schlugen auf der Haut eines leblosen Körpers auf.
„Sie ist also gestorben bevor sie den Pakt schließen konnte? Das ist sehr bedauerlich.“
Da! Diese piepsige Stimme. Am liebsten hätte Evelina ihn angefahren still zu sein, doch ihre Kehle brachte nur noch Schluchzer hervor. Ihre beste Freundin war gestorben. Hatte sich um den Angriff der Hexe gekümmert. Sich selbstlos vor das magische Mädchen geworfen, nur weil diese die Attacke nicht kommen hat sehen. Der Tod einer wahren Heldin war also ihre Schuld. Auch ohne Wunsch nach Kampfkünsten hätte Izzi jede Hexe bezwungen, dessen war sich die kleine Smirnow bewusst. Sie selbst hatte kein Denkmal verdient, aber ihre Freundin schon.
„Izabel!“ schrie sie in die Nacht und im selben Moment zerbrach ihr schwarzer Seelenstein. Das Grau war ins Tiefenschwarze gegangen und brachte einen Hexenstein hervor. Ein Triumphbogen erhob sich in einer grauen Landschaft mit orangenem Himmel. Ein Andenken war entstand für die junge Heldin und Freundin. Dieses Andenken würde noch ewig stehen und Menschen in Verzweiflung bringen. Aber dennoch würden sie sich an das Mädchen Izabel erinnern, welche nicht auf die fiese Falle eingegangen war. Kyubey war zufrieden. Es hatte zwar eine Rekrutin verloren, dafür aber eine Hexe gewonnen.

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Hier habe ich auch noch ein Bild zu ihr gezeichnet: Bitte Klicken! :D
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