Hexens Wünsche

von Nymphen
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P12
Kyuubey OC (Own Character)
27.02.2016
30.05.2019
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Schwach öffnete ich die Augen. Sofort blendete mich das helle Licht. Was war passiert? Ich versuchte krampfhaft mich zu erinnern. Als sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatten sah ich an eine graue Decke. Eine Strähne kitzelte mich am Kinn. Ich versuchte sie weg zu streifen, doch ich schaffte es nicht. Ich hatte einfach keine Kraft.
„Liebling?“ hörte ich eine Stimme fragen. Ich nahm nebenbei auch andere Tatsachen war. Es roch nach Desinfektionsmittel und ich hörte Geräte piepen. „Liebling? Wie geht es dir?“ Sanft strich mir eine warme Hand die nervige, weiße Haarsträhne hinters Ohr. In meinen Blickwinkel war eine braunhaarige Frau jungen Alters getreten. Mit schwacher Stimme, welche mich selbst erschreckte, antwortete ich: „Mum? Wo bin ich? Was ist passiert?“
Das Gesicht versuchte ein notgedrungenes Lächeln. „Alles ist gut. Mach dir keine Sorgen. Bleib ganz ruhig, ja? Du bist im Krankenhaus. Bei deiner Feier bist du plötzlich umgekippt. Erinnerst du dich nicht daran?“ Ich wollte den Kopf schütteln, doch ich entschied mich dann doch für eine mündliche Verneinung. Mein Schädel brummte schon genug und die Schmerzen musste man ja nicht auch noch vergrößern. Wieder dieses gezwungene Lächeln. Es sollte mich wohl beruhigen, doch es verfehlte die Wirkung. Ich hatte Angst. Tränen traten mir in die Augen. Überrascht wischte mir meine Mutter die Tränen fort. „Ruhig, ruhig. Ist ja alles gut. Du hattest Geburtstag. Wir haben gefeiert und dann bist du umgekippt. Dein Kopf ist hart aufgeschlagen, deswegen hast du auch wahrscheinlich Kopfschmerzen. Die Ärzte meinten, dass du Ratengift im Körper hättest. Anscheinend ist es irgendwie in den Kuchen gelangt. Doch es gibt Medikamente dagegen. Hörst du? Es passt alles.“
Ihre Worte schwirrten mir im Kopf umher. Geburtstag? Kuchen? Ratengift? Langsam kamen meine Erinnerungen zurück und ich hatte schwer daran zu schlucken.

Als ich das nächste Mal aufwachte war ein Arzt an meiner Seite und ich schaffte es mich aufzusetzen. Er hatte gerade Notizen in sein Klammbrett gemacht, als ich die Augen aufschlug. Er lächelte mich an und war mir sofort unsympathisch. Nicht dass ich es nicht mochte angelächelt zu werden, ich mochte es sogar sehr, aber dieses Lächeln war nur aufgesetzt. Einstudiert wie ein Theaterstück.
„Hallo. Ich bin Doktor Chu. Kannst du mir deinen Namen und dein Alter sagen?“
Ich wusste dass es ein Test war. Immerhin würden sicher alle Informationen auf dem Stück Papier in seinen Händen stehen. „Ich bin Nagisa Momoe und 9 Jahre alt.“
Er nickte zufrieden, wie ein Lehrer, welcher die richtige Antwort erhalten hatte.
„Gut. Pass auf. Wie deine Mutter schon vorweg genommen hat, hast du Ratengift in deinem Körper. Wir gehen davon aus, dass es im Käsekuchen war. Die Polizei ermittelt in diesem Fall schon, aber das ist Nebensache. Was dich zu interessieren hat, ist das.“ Er zeigte eine gelbe Medikamentenflasche und eine weitere Flasche, aber mit grünem Glas. „Das sind nur zwei von zwölf Medikamenten, welche du ab jetzt tagtäglich zu dir nehmen musst. Ansonsten gewinnt das Gift und du verlierst dein Leben. Deine Mutter wird dir immer helfen, weswegen es nicht ganz so schlimm sein müsste. Aber es gibt auch Regeln zu diesen Stoffen. Naja, eigentlich nur eine. Kein Käse mehr!“
Ich erstarrt. Diese Ansprache hatte mich zu tiefst geschockt und ich konnte ihn nur mit glasigen Augen ansehen. Ich liebte Käse und zudem hatte ich keine Lust jeden Tag 12 Dinger einzunehmen.

Die nächsten Tage nach meiner Entlassung waren die Hölle. Ich hätte schon öfters fast die falsche Flasche gewählt, wenn meine Mutter nicht auf mich aufgepasst hätte. Es schmeckt grässlich und der Käse fehlte mir überall. Auf dem Frühstücksbrot, in Snacks, auf den Nudeln und natürlich auf der Pizza. Es war unerträglich. Zudem bekam ich öfters Bauchschmerzen wegen den Tabletten. Die Hölle könnte nicht schlimmer sein. Doch richtig schlimm wurde es erst, als meine Mutter wieder Arbeiten musste. Sie arbeitete bei Süßigkeiten Herstellern und brachte öfters neue Produkte mit, welche den Mitarbeitern um die Ohren geschmissen wurden. Von diesem Job hatte ich die Vorliebe zu Süßem. Immerhin musste sie ja zwei Mäuler stopfen. Ihren Eigenen und Meinen. Ich versuchte mich nicht zu beklagen, denn meine Mutter versucht ja auch nicht zu weinen. So sitze ich jetzt also alleine auf der Couch und wartete nur auf den Wecker, welcher mir die lilane Flasche zum Öffnen riet. Genervt seufzte ich: „Ich wünschte ich könnte wieder Käse essen und dieses Rattengift würde endlich aus meinen Magen verschwinden.“
„Ist der Wunsch so stark, dass du immer wieder in den Kampf ziehen würdest?“ fragte mich eine Stimme hinter mir. Ich fuhr mit einem schrillen Schrei herum. Vor mir saß ein katzenähnliches Wesen mit rot glühenden Augen.
„Wenn du dir nämlich vorstellen kannst, jeden Tag dein Leben zu riskieren, dann kann ich dir einen Ausweg aus deinem Dilemma geben.“
Die Lippen bewegten sich nicht, doch ich hörte die Stimme deutlich. Ich dachte nach. Jeder normale Mensch hätte an seinen Verstand gezweifelt oder wäre panisch weggerannt. Ich nicht. Ich wusste nicht warum, aber ich glaubte an Wunder. Aber war mein Schicksalsschlag so schlimm, dass ich kämpfen würde?

Ein Blitzstrahl flog an mir vorbei und hätte mich um Haaresbreite zu einem Häufchen Asche verarbeitet. So langsam wurde ich wütend. Das war doch nicht meine erste Hexe. Ich war kein Anfänger. Ich war Nagisa Momoe das Magical Girl dieser Stadt und ich würde mich nicht von dieser Mistkröte fertig machen lassen. (Das mit der Kröte war übrigens ernst gemeint. Die Hexe vor mir hatte die Gestalt einer Kröte, nur halt mit mehr Warzen und mit einer größeren Zunge, welche zu groß für den Mund war.) Ich hatte eine braune Kapuze auf und einen Rock mit der gleichen Farbe an. Am Gürtel diente mein Soul Gem als Schnalle und hatte eine Bonbonform. Ich liebte diesen Look, doch ich wusste nach diesem Auftrag wäre wieder der Alte da. (Den liebte ich auch, aber der war ja nun mal nicht magisch.) Ich sah der Hexe direkt in die Augen, hob meinen Arm und blies in meine Tröte. Sofort schossen Seifenblasen heraus und umhüllten das Monster. Noch wurde ein spitzer Schrei ausgestoßen und schon verblasste das Labyrinth. Zurück blieb ein Grief Seed. Ich ließ meine Verwandlung ebenfalls fallen. Jetzt trug ich ein niedliches Kleid, welches hellrosa war. Mein Juwel lag in meiner Hand. Es hatte erheblich an Glanz verloren und war jetzt ganz trüb. Meine Waffe forderte zu viel Magie, aber wie sollte ein 9 jähriges Mädchen sich denn sonst verteidigen? Ich führte die zwei magischen Gegenstände zusammen. Sofort strahlt mein Soul Gem wieder weiß. Ich musste lächeln. Den Packt mit Kyubey zu schließen, war wirklich die beste Entscheidung meines Lebens gewesen. Ich warf das Hexenei hinter mich und schon verschwand es auch schon im Körper des Incubators.

„Schlechteste Entscheidung meines Lebens? Wie konnte ich nur je so dumm sein? Ich war selbstsüchtig und konnte mir ein Leben mit dem medizinischen Zeug nicht vorstellen, aber deswegen zu kämpfen? Das ist doch wirklich dämlich. Genau, dämlich ist das. Ich bin dämlich und machtlos. Ich liege hier am Boden. Das Familiar ist zwar tot, aber ich bin auch gerade dabei zu sterben. Ausgerechnet gegen ein Familiar verliere ich mein Leben. Nutzlos bin ich also auch. Ich spüre meine Beine jetzt schon nicht mehr. Bald habe ich noch nicht einmal die Kraft zu reden.“ Meine Stimme zitterte jetzt. Vor meinen Augen wurde schon alles schwarz. Doch ich erkannte ganz deutlich das schwarze Licht, welches von meinen Soul Gem ausging. Tränen rollten mir aus den Augen. „Kyubey? Was passiert jetzt mit mir? Ich sterbe doch gerade, oder? Aber warum, warum will ich dann alles zerstören?“ Es dauerte nur Sekunden bis die hohe Stimme in meinen Kopf antwortete. „Du verzweifelst und wirst deswegen zu einer Hexe. Herzlichen Glückwunsch Nagisa. Du wirst jetzt genauso vielen Menschen das Leben nehmen, wie du es ihnen gerettet hast.“ Die Stimme hatte nichts Gehässiges an sich, doch es sorgte für einen Gefühlsumschwung. Ich schrie. Vor Schmerz und Wut. „Du Mistviech. Wenn das so ist, dann werde ich alles zerstören. Alles, auch dich.“ Damit machte ich meinen letzten Atemzug.

Der Soul Gem verschwand und wurde zu einen Hexenei. Langsam bildete sich ein Labyrinth um den leblosen Körper von Nagisa Momoe. Medikamente und Torten zogen vorbei und im Zentrum wartete ein komisches, kleines Wesen mit Bonbonkopf auf einen Stuhl an einen Tisch. In ihm Schlummerte ein Wurm, die zweite Gestalt. Kyubey war zufrieden. Diese Energie war seit langem seine Erste gewesen. Er ging an Ratenähnlichen Familiaren vorbei und verließ das Labyrinth. Er hatte nur ein Ziel, das nächste Mädchen finden, sie glücklich machen und dann verzweifeln sehen. Hinter sich ließ er nur die Hexe Charlotte.

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Hi.
Schön, dass du das erste Kapitel gelesen hast. Ich hoffe es hat dir gefallen und lässt eine Rückmeldung da. Die anderen Hexen werden nach und nach kommen, aber ich habe jetzt einfach mal mit der berühmtesten Hexe von Allen angefangen.
LG Nymphen
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