Bald bist du mir egal. Vielleicht nicht nächsten Monat, doch bestimmt in Ein-Zwei Jahren

von nyynyya
GeschichteRomanze / P16
Felix Brummer / Kummer OC (Own Character)
27.02.2016
27.02.2016
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Kapitel 1

Ich stand mit zwei vollgepackten Taschen vor meiner Wohnung, als ein blauer Opel Astra in meine Straße einbog und direkt vor meinem Haus anhielt. "Karli du glaubst nicht, wie sehr ich dich vermisst hab!" kreischte mir meines beste Freundin Cathy entgegen und rannte auf mich zu. Ich ließ meine Taschen, die ich in beiden Händen hielt, auf den Boden fallen, als Cathy mir um den Hals fiel. "Jetzt komm schon, die anderen wollen dich auch sehen. Bis KMS sind es locker 4 Stunden." drängte sie mich, nahm meine zwei Taschen und schmieß diese in den Kofferaum. Ich setzte mich ins Auto.
"Also, Nora feiert übermorgen Jungesellinnenabschied, Anton dann am Samstag. Wir sollen zu beiden." Ich nickte. "Ach komm, Karla, so schlimm wird das nicht. Wir alle haben dich seit knapp andertalb Jahren nicht gesehen, du wirst wahrscheinlich gar nicht allein sein. Er wird nicht groß  mit dir reden." Natürlich würde Felix nicht mit mir reden, ich war vor ihm weggelaufen. Cathy schaute mich an und lächelte. "Schaffst du schon. Ich mein, wenn Karla Annemarie Mahrberg das nicht schafft, wer dann?" Diesmal lächelte ich. Cathy hatte recht, ich würde das schaffen. Es war die Hochzeit von meinem Bruder und einer meiner besten Freundinnen, das würde nichtmal Felix zerstören können.

Circa 3 ½ Stunden später fuhren wir die Auffahrt meines Elternhauses rauf. Kaum war ich ausgestiegen, standen sie auch schon vor mir. "Hallo Karli", begrüßte mich meine Mutter, dann rannte sie zu mir um mich zu umarmen. "Wir haben dich vermisst!" "Ich hab euch auch vermisst, Mama." Während meine Mutter und ich schon ins Haus gingen, half mein Vater Cathy beim hereintragen meiner Koffer. Im Esszimmer saß Timm, mein großer Bruder. Meine Mutter und ich setzten uns zu ihm, kurze Zeit später kamen auch Cathy und mein Vater. Wir aßen Kuchen und tranken Kaffee und ich erzählte ihnen von Frankfurt, von meinem Studium und was sonst noch so passiert war.
Gegen 18.30 Uhr gingen Cathy und ich in mein, seit andertalb Jahren unverändertes, Zimmer und packten meine Sachen aus. "Du hast noch immer das alte Nirvana-Shirt" schaute sie mich fragend an. "Na klaro, sowas werf ich doch nicht weg" entgegnete ich lachend. Nach fast 3 Stunden waren wir fertig mit auspacken und ließen uns auf mein altes Bett fallen. "Aurelia fragt ob wir heute abend ins Atomino kommen" "Oh Gott, da war ich ja ewig nicht mehr." "Dann wird's ja mal wieder Zeit." "Ich zieh mich mal um" sagte ich zu Cathy und stand auf. Kurz darauf stand ich vor dem Spiegel in meinem Zimmer und musterte mich. Typisch für mich hatte ich eine schwarze Hotpants mit einer schwarzen, leicht durchsichtigen, Strumpfhose an. Obenrum hatte ich ein graues, etwas zu großes, Arctic Monkeys-Shirt an. "Du hast dich kein Stück verändert" sagte Cathy und blickte an mir herunter. "Auf geht's" sagte sie und rannte vor mir die Treppen meines Hauses runter.
Keine 15 Minuten später standen wir im Atomino. Da meine Clique hier seit fast 4 Jahren jedes Wochenende feiern war, wurden wir direkt durchgewunken. Im Atomino kam ich mir direkt wieder vor wie 17. Damals war ich sogar unter der Woche feiern, kaum zu glauben dass ich da einen Abischnitt von 1,8 hab. Die beste aus meiner Clique, was mir schon immer vorgehalten wurde. "Da hinten sind die anderen, komm" Cathy griff nach meiner Hand und steuerte auf eine Gruppe von Leuten zu. Erst, als wir kurz vor ihnen standen, erkannte ich sie. Meine, neben Cathy, besten Freundinnen Nora und Aurelia, Benni, Karl, Patrick Till und Max. Als sie mich sahen, stockte ihnen der Atem. "Karla, bist du das?" fragte mich Till neckend. Ich musste lachen und umarmte einen nach dem anderen. "Anton meinte, du bist dir nichtmal sicher ob du zur Hochzeit kommst. Jetzt bist du zwei Wochen früher da. Wie darf ich denn das verstehen?" fragte mich Benni verdutzt. "Hab Ferien. Außerdem kann ich meinen Bruder nicht einfach so meine beste Freundin heiraten lassen. Bei so einer Feierlichkeit muss ich schon anwesend sein." entgegnete ich frech. Wir unterhielten uns circa 20 Minuten, bis Cathy mich mit zur Bar zog. "Auf deine Rückkehr" sagte sie, hob ein Schnapsglas in die Luft und trank. Ich tat es ihr gleich und schmeckte, unverwechselbar, Gisela. Wie lang hatte ich den schon nicht mehr getrunken? "Ein Long Island Ice Tea und einen AMF, bitte" sagte Cathy laut zum Barkeeper. Fünf Minuten später waren die auch leer.
"Ich geh kurz pissen, bin sofort wieder da" kicherte Cathy, leicht angetrunken, und verschwand. Ich schaute mich um, sah jedoch kein mir bekanntes Gesicht, also bestellte ich mir noch einen AMF. Während ich genüsslich an meinem Getränk nippte, merkte ich, wie sich jemand neben mich stellte. Als ich aufsah, erschrak ich. Neben mir stand Felix, mindestend genauso geschockt wie ich. Schnurstrackt ging ich an ihm vorbei, nach draußen. Ich kramte eine Kippe hervor, doch das Feuer gab nur Funken ab. "Feuer?" Felix stand grinsend vor mir und streckte mir ein Feuerzeug entgegen. "Äh...danke" stammelte ich vor mich hin und zündete die Kippe an. "Bist du vor mir weggelaufen?" Perplex starrte ich ihn an und hätte ihn am liebsten angeschrien. "Läufst du mir hinterher?" Kontern konnte ich schon immer gut. Er musterte mich von oben bist unten, mir was das äußerst unangenehm. "Siehst gut aus" sagte er lässig, fast nebenbei. Ich lächelte. "Warum hast du mir nie zurückgeschrieben?" Das wollte ich nicht laut sagen. "Hab kein Grund gesehen." Er funkelte mich böse an. "Tu doch nicht so, als wär irgendwas hier meine Schuld. Du bist abgehauen, Karla" sagte er in einem energischen Ton. Ich zeigte keine Reaktion. "Ach komm, vergiss es doch" brummte er und ging wieder ins Atomino.

Felix kam gut gelaunt mit zwei Gisela auf mich zu. "Zwei für die Lady" sagte er schmunzelt und streckt mir beide hin. Ich exte einen nach dem anderen. "Hast wohl mehr drauf wie dein Bruder" lachte er, während er sich zu mir auf die Couch setzte. Ich schaute mich um und sah, wie Anton besoffen in der Ecke lag. Wir mussten beide lachen. "Ich wäre eindeutig dafür, zu gehen, bevor hier noch jemand kotzt!" Felix nickte zustimmend. Als wir auf der Straße waren, schaute Felix mich an, was mir unerklärlicherweise Herzklopfen bescherte. An den restlichen Heimweg erinnerte ich mich im nachhinein nicht mehr. Das einzige, was mir bis heute glasklar in meinem Kopf umherrschwirrt ist die Tatsache, dass wir knutschend bei Felix zu Hause ankamen und es noch ordentlich zur Sache ging. Am nächsten Morgen war ich wie erstarrt als ich begriff, was ich getan hatte. Sex mit meinem besten Freund, der seit knapp einem Jahr eine Freundin hatte. Ich hatte ziemlich großen Mist gebaut und dessen war ich mir auch bewusst. Ohne nachzudenken zog ich mich an und schrieb ein paar Worte auf eine herumliegende Serviette.
Es tut mir leid, das war ein Fehler. Fahre heute noch nach FFM. Karla.

Die ersten beiden Wochen hatte Felix ab und zu versucht, mich zu erreichen, doch ich brauchte Zeit für mich. Ich musste das Geschehene verdauen, und das wusste er auch genau. Als ich dann vor einem Jacob zusammenkam, meldete ich mich erstmals bei Felix. 47 Mal habe ich ihn angerufen, doch rangegangen ist er kein einziges Mal. Mit der Zeit lenkten mich mein Studium und meine Freunde in Frankfurt ab, dass ich kaum noch Gedanken an Felix verschwendete.
Fünf Minuten nach Felix ging auch ich wieder ins Atomino.
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