Mach uns wieder ganz

von PrinceRa
KurzgeschichteAllgemein / P16
Isaac Clarke Nicole Brennan
26.02.2016
26.02.2016
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1.010
 
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Dead Space gehört nicht mir, ich habe diese Kurzgeschichte nur aus Spaß und zur Unterhaltung geschrieben. Ähnlichkeiten zu anderen Fanfictions sind nicht beabsichtigt!
!Spoilergefahr für das Ende des ersten Teils von Dead Space!


Mach uns wieder ganz


„Mach uns wieder ganz“ Wie oft habe ich diese Worte schon gehört in den letzten Stunden. Ich weiß, dass sie nicht real ist, dass sie tot ist, diesen Fakt habe ich verstanden und akzeptiert. Doch warum kann sie mich nicht in Ruhe lassen? Mir meinen Frieden geben?
Ich weiß eigentlich genau warum, doch diesen Fakt will und kann ich nicht akzeptieren. Der Marker.
Ich will unter niemandem stehen. Weder unter irgendwelchen Menschen, die mich beeinflussen, noch unter einer uns unbekannten Alienbevölkerung, was den parasitären Virus, der alle Menschen zu Necromorph werden lässt, mit einschließt.
Ich bin ein freies Wesen, ein Mensch mit eigenem Verstand und Willen und ich werde mich niemandem beugen.
Dass an dieser Rettungsmission der USG Ishimura so ein Rattenschwanz hängt, das hat niemand erwartet. Weder Kendra, noch Hammond, aber am allerwenigsten ich selbst. Hätte ich mir Nicoles Videonachricht bis zum Ende angesehen, wäre ich möglich nicht zu der Mission aufgebrochen und irgendein anderer Arsch könnte sich jetzt mit all den Erinnerungen, Verlusten und Albträumen auseinandersetzen. Aber sie war meine Freundin. Was sollte ich denn tun, außer ihr helfen zu wollen?
Doch jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um sich in Selbstmitleid zu baden und sich Vorwürfe zu machen. Sicher, es ist ziemlich scheiße, was mir da passiert ist, aber ich kann meine Vergangenheit nicht ändern. Ich hoffe, dass der Einfluss des Markers irgendwann an Intensität verliert, wobei die immer wiederkehrenden Illusionen da eine ganz andere Sprache sprechen. Vielleicht werde ich nie geheilt werden, womöglich sterbe ich an einem Herzinfarkt, ausgelöst von einer meiner Illusionen. Herr Gott, die Chance, dass ich mich selbst mit meinem Plasmacutter in einer der Panikattacken erschieße ist höher, als die Chance, geheilt zu werden.
Wozu Menschen nur in der Lage sein können. Es ist mehr als grausam. Dafür gibt es keine Worte, die diese Grausamkeit beschreiben. Getrieben von Macht und Gier, alles andere ignorierend, sei es Umwelt oder Mitmenschen.
Ich höre ein Geräusch. Ein Necromorph? Vorsichtshalber nehme ich meinen Plasmacutter in die Hand. Habe ich mir das nur eingebildet? Nein, ganz sicher nicht. Inzwischen bin ich geübt, die Viecher zu hören und auch schnell zu orten, wo das Geräusch herkommt. Vorsichtig sehe ich mich um, erschrecke mich im nächsten Moment und drücke einfach ab. Da war er, doch nun ist er einfach verschwunden. Keine Leiche lag da, das Knurren war weg. Dann geht der Schwindel los, meine Sicht verschwimmt. Bin ich zu schnell aufgestanden? Mein Kopf beginnt zu schmerzen, so stark, dass ich meinen Cutter auf den Sitz neben mir werfen muss und mir mit beiden Händen an den Kopf greife, um die Schmerzen zu ertragen. Was ist nur los? Habe ich mich infiziert und die Mutation geht nun los? Als der Kopfschmerz langsam nachlässt, hebe ich den Kopf, blicke mich um. Da steht sie. Nicole. Wieder mit diesen Worten auf den Lippen, die ich inzwischen so sehr hasse. Und genau in dem Moment wird mir klar, dass ich wieder an einer Illusion leide, die von Mal zu Mal stärker werden, je näher ich dem Marker komme.
Den Marker zu zerstören ist momentan alles, was mich antreibt, denn es ist eine der letzten Hoffnungen, die ich in mir trage, geheilt zu werden. Nicole ist tot, doch auf die Erde zurück will ich nicht. Dagegen spricht so einiges. Ich bezweifle zum einen, dass auf der Erde irgendein Arzt, der sich nicht mit der Herkunft des Markers auskennt, in der Lage ist, mich zu heilen. Eher würde er damit beginnen, mich tausenden Tests zu unterziehen, wozu ich nicht mehr in der Lage bin. Die drei Jahre in den Fängen dieses „Arztes“ haben ausgereicht, um mein Vertrauen in die modernen Heilpraktiker zu verlieren. Nein, ich nehme meine Dinge lieber selbst in die Hand.
Außerdem kann ich noch nicht zurück zur Erde. Ich hätte mich schon längst in eine Rettungskapsel setzen und entspannt auf dem Weg zurück sein können, doch ehe ich mir nicht sicher bin, diesen Virus nicht mit mir herumzutragen, werde ich niemanden gefährden.
Wer wusste schon, wie sich dieser Virus verbreitet? Inzwischen habe ich so viele dieser Necromorph getötet, wer gab mir die Garantie, dass er nicht in mir steckte, aber noch nicht ausgebrochen war. Vielleicht verbreitete sich das Zeug über das Blut, oder über den Schleim, den diese Wesen absondern.
„Mach uns wieder ganz“
Bevor ich irgendwen wieder „ganz machen“ kann, muss ich zuerst mir selbst helfen. Denn dies habe ich auf meiner langen Reise durch das All gelernt. Vertrauen darf ich nur mir selbst, niemandem sonst. Zu oft wurde ich auf meiner Rettungsmission hintergangen. Denn obwohl Nicole die ganze Zeit nie bei mir war und mir geholfen hat, war es doch mein Unterbewusstsein, was mich zum Überleben getrieben hat. Und dieser Antrieb musste Nicole sein. Jetzt, da ich weiß, dass sie tot ist, muss ich mich selbst dazu antreiben. Der Wille zu überleben muss so stark sein, dass ich mich aus jedem Problem, aus jeder Zwickmühle selbst retten kann. Ich darf mich auf niemanden mehr verlassen, außer auf mich selbst. Es mag egoistisch klingen, doch ich habe es satt, für jeden nur der kleine Mechaniker zu sein, der hier mal eine Tür repariert und da mal einen Stromkasten auswechselt. Wo waren die ganzen ausgebildeten Soldaten auf der Ishimura, als die Mutationen begannen? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, wo sie jetzt sind. Zerschossen liegen ihre Einzelteile nun auf dem Schiff herum, alle von mir in kleine handliche Teile zerlegt, damit nie wieder so etwas passieren kann.
Das sanfte Brummen verstummt, die Tür öffnet sich zischend. Durch die Lüftungsschächte höre ich Necromorph, die verschwinden. Denn sie wissen genau, was ihnen passiert, wenn sie mir begegnen. Sie fürchten mich. Sie haben Angst.
Mit einem Grinsen auf dem Lippen lade ich den Cutter nach, mein Helm zieht sich über meinen Kopf und schützt mich, als ich aus der Monorail steige.
Es wird Zeit, den Marker zu zerstören.
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