A Story Without End

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Izaya Orihara Masaomi Kida Shizuo Heiwajima
24.02.2016
26.02.2016
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Kleine Vorwarnung: Die Storyline wird etwas verwirrend, da einige Kapitel in der Vergangenheit spielen werden :3 (Das werde ich aber irgendwie auch kennzeichnen ;D)
Ich hoffe das sie euch trotzdem gefällt ^-^
Viel Spaß beim lesen \(^-^)/

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Seit einiger Zeit schon hatte er keine Aufträge bekommen. Ein Informant dessen Informationen nicht benötigt wurden war genauso wichtig wie eine Ameise, welche jeden Moment zerquetscht werden könnte, unbewusst, ohne, dass es jemand bemerken würde.
Gedankenverloren sah er aus dem riesigen Fenster seines Büros. Ikebukuro badete in dem Licht der Häuser, leuchtete. Eine bedeutende Stadt mit unglaublich bedeutenden Menschen. Seit wann war er kein Teil mehr von ihr?

Er seufzte leise und erhob sich von seinem Stuhl. Er konnte es einfach nicht akzeptieren, dass ihn die Stadt scheinbar wie einen nicht mehr benötigten Parasiten abstieß, liquidierte, oder noch viel eher „auslöschte“.
Mit seinem Pelzmantel bewaffnet verließ er die Wohnung und schlenderte motivationslos die Treppe herunter. Es war kalt draußen. Winter. Vielleicht lag es daran, dass die schneidende Kälte die Menschen in ihre Häuser trieb, dass sie sich nicht mehr für ihn – nicht mehr für einander interessierten. In Zeiten wie diesen war es für Jemanden wie Izaya am schlimmsten. Jeder der Menschen hatte Jemanden. Mindestens eine Person, welche sich immer für sie interessierte. Doch Izaya hatte etwas derartiges nicht.
Sobald die Menschen sich nicht mehr jeden Tag auf der Straße herumtrieben, sich nicht mehr dem sonst so alltäglichen Drama Ikebukuros widmeten, wurde der Schwarzhaarige, ob er es wollte oder nicht, einsam.

Wurde er nicht mehr von den Menschen gebraucht? Würde es überhaupt auffallen, wenn er verschwinden würde?

Damals hatte er zumindest gewusst, dass er gebraucht wurde und dass es Leute gab, die ihn kannten, auch wenn sie ihn lediglich hassten.

„Apropos“, flüsterte er und sah sich auf der Straße um, welche er gerade entlang ging. Es musste schon Ewigkeiten her sein, dass er Shizuo das letzte Mal gesehen hatte.
Dabei hatte er nie viel von ihm erwartet. Izaya war glücklich gewesen, wenn er in seiner Nähe sein konnte, wenn er ihn berührte und … seine Hände verkrampften sich und begannen zu zittern. Er fühlte sich verlassen und alleine, so unglaublich einsam, während die Erinnerungen wie Opiate durch seinen Körper rauschten.

Er selbst hatte ihre gemeinsame Zukunft zerstört. Er ganz allein.
So unglaublich viel Zeit hatte er in den blonden Bodyguard investiert, hatte sich mit Ellenbogenstößen und Tritten einen Weg in sein Herz gebahnt, nur um es mit eigenen Händen zerquetschen zu können.

Seine Füße trugen ihn immer schneller durch die Stadt, während er wie ein Gefangener an den Gittern seiner Gedanken rüttelte.
Die eisige Kälte machte ihm kaum etwas aus, wie sie sich in seine Haut bohrte wie Nadeln, an dem verwundeten Fleisch an seinem Arm brannte. Es war ihm egal.

Ohne, dass er es merkte begann er das nächstbeste Gebäude hoch zu laufen und schlug geradezu die Tür zu dessen Dach auf. Kalter, eisiger Wind schlug ihm entgegen.
Wie eine Katze stolzierte er zu dem höher gelegenen Rand des Daches, stieg auf ihn und sah auf die leuchtende Stadt hinunter. Es war eine unglaubliche Aussicht.
Der Wind zog an seiner Jacke und seinen Haaren, zog ihn an näher an den Rand und beinahe kam es Izaya so vor als wolle er ihn hinunter stürzen.
Er setzte einen Fuß vor den anderen, während er noch immer auf die Straßen sah, die Menschen die umherliefen. Vorsichtig setzte er sich hin, ließ seine Beine in der Luft baumeln und sah erneut in den sternenklaren Himmel. Das silberne Mondlicht glänzte auf seinem nachtschwarzen Haar,
spiegelte sich in den traurigen Augen wie in einem blutroten See.

Das Stechen in seiner Brust hatte noch immer nicht nachgelassen, auch wenn sein Kopf durch den kalten Wind und die Höhe in der er sich befand jetzt wieder klarer war.

Er würde es Shizuo nicht einmal übel nehmen, falls er ihn nicht mehr sehen wollte. Er war vermutlich die schlimmste Person, die es auf der Welt gab. Eigentlich durfte er sich nicht einmal als Person bezeichnen, denn er war ein Monster.

All die Erinnerungen, die er mit dem Blonden hatte verschwammen vor seinen Augen und ihm war als würde er genau jetzt wieder neben ihm sitzen. Ihm vergeben für die Dinge die er ihm angetan hatte, auch wenn er es nicht verdient hatte.

Die Haut an seinem linken Arm begann zu brennen und erinnerte ihn wieder an die Kälte, welche immer weiter seinen Körper lähmte. Er krempelte den Stoff seiner Jacke hoch und betrachtete die mittlerweile blau angelaufenen Schnittwunden, die blutverkrustete Haut und die langsam verblassenden Narben, welche sein Handgelenk zierten.

Obwohl ich an allem Schuld bin, wage ich es wirklich mich zu bemitleiden...

In seinem Kopf spukten die Bilder von Shizuo umher, wie er ihn jedes mal angesehen hatte, nachdem er ihn verlassen hatte. Unerträglicher Schmerz, Hass, Ungläubigkeit. Ob Shizuo jemals daran gedacht hatte sich wegen ihm selbst zu verletzen?

Er legte sich mit dem Rücken auf den Boden und sah gedankenverloren in den Himmel. Wenn er fallen würde, wäre es ihm egal, und sollte er erfrieren, während er hier lag, würde es ebenfalls keinen großen Unterschied machen.
Womöglich wäre es sogar etwas gutes.

„Nimm es mir nicht übel Shizu-chan“, grinste er und streckte seine Hand gen Nacht.
„Ich bin mein Leben schon zu lange leid.“
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