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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
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16.03.2016 1.317
 
Ich versuchte während der Fahrt zu Oles Wohnung, meine Anspannung weg zu atmen. Onkel Fo und ich meditierten inzwischen regelmäßig miteinander (wenn wir beisammen waren, was leider viel zu selten vorkam) und wir lernten immer wieder dazu. Ole legte mir eine Hand auf den Oberschenkel, und schaute mich verliebt an. „Nicht nervös sein, meine Süße!“ Ich schnaubte verächtlich. „DU gehst ja gerade nicht den Gang nach Canossa!“ „Meine Mädels sind wirklich pflegeleicht! Immerhin sind sie ein Teil von mir“, neckte er mich. „Aber Schatz, du bist nicht pflegeleicht“, lachte ich. Er streckte mir schelmisch die Zunge heraus. Fünf Minuten später waren wir angekommen. Nicht, dass ich das erste Mal in Oles Wohnung gewesen wäre-ich kannte und liebte diesen großen Altbau, aber heute würden seine Mädchen auf uns warten.
Als wir auf den Hauseingang zu liefen, schaute mir Ole nochmal tief in die Augen. „Wir schaffen das. Gemeinsam. Ich liebe dich“, flüsterte er. Ich lächelte. „Ich dich auch, mein Schatz. Auf in den Kampf!“
Hand in Hand kamen wir an seiner Wohnungstür an, die auch direkt aufflog. „Endlich!“ Eine der Zwillinge schaute uns herausfordernd an. „Nouk und Maddy zerlegen grad die Küche, es wird also Zeit, dass du nachschaust, Dad!“ Ole rollte mit den Augen. „Was habe ich euch gesagt, ihr Teufelinnen?“ Er schob sich an Aimee vorbei, und schickte in der Küche direkt eine Schimpftirade an seine Töchter. Aimee grinste mich nur an. „Hallo, ich bin Me, eine deiner neuen Stieftöchter!“ Sie umarmte mich. Ich erwiderte das erleichtert. Sie war wirklich eine Schönheit. Sie hatte lockiges, braunes Haar, und onyxfarbene Augen. „Hi Me, ich bin Nina, und wäre gerne eher so etwas wie eine Freundin als eine Mutter-denn eine Mutter habt ihr ja schon. Und die hat offensichtlich einen guten Job gemacht!“ Me umarmte mich erneut. „Darf ich deinen Bauch anfassen? Merkt man schon etwas?“ Ich legte ihr eine Hand auf meinen Bauch. „Nein, der Wurm ist ja noch keine zwei Monate alt.“ Da schob sich Mes Ebenbild zwischen uns. „Hallo, ich bin Nouk, die schönere in diesem Duo.“ Ich lachte, und umarmte das Mädchen fest. Als letztes kam Maddy auf mich zu. Sie sah ihrem Vater wirklich zum verwechseln ähnlich. Sie lächelte sanft. „Hallo, ich bin Maddy, der vernünftige Part des Trios. Ich freue mich riesig, dass du jetzt ein Teil von uns bist. Und auf den Knödel“, meinte sie, und legte ebenfalls eine Hand auf meinen Bauch.
Ole stürmte aus der Küche. „Madita Benita und Anouk Zora Plogstedt!“ Wütend hielt er einen Topf hoch. „Wie ist dein zweiter Name?“ flüsterte ich Me zu. „Soraya“, raunte sie zurück.
Ole fuchtelte mit dem Topf herum. „Wisst ihr, wie TEUER mein Equipment ist? EINGEBRANNT! Was wolltet ihr da fabrizieren?“ „Bolognese“, meinte Nouk kleinlaut. Ich prustete los. „Wisst ihr was, meine drei hübschen? Ich würde sagen, ich lade euch alle, ja, auch euren cholerischen Vater, zum Essen ein! Wie klingt das?“
Ole schnaubte immer noch wie ein wütender Stier. „Du unterstützt diese Stümperei?“ „Willst du was essen, oder nicht?“ gab ich zurück. „Und willst du, dass dein jüngster Spross“, ich zeigte wütend auf meinen Bauch, „verhungert?“  
Maddy kicherte. „Endlich mal eine Frau, die dich im Griff hat, Dad!“  Die Zwillinge nickten, und brachten sich lieber schnell hinter mir in Sicherheit. „Okay, und wohin gedenken die Ladies, zum Essen zu gehen?“  „Pizza!“ jubelten die Zwillinge. Ich lachte. Sie waren Ole so ähnlich-er würde für eine gute Pizza auch kilometerweit laufen.
Eine halbe Stunde später saßen wir in einer gemütlichen Pizzeria, und die Mädchen rangelten um das letzte Brot im Brotkorb. Mein Liebster schaute die drei streng an. „Und da kommt noch eine Nr. 4 dazu“, kicherte ich. Nun sank sein Kopf verzweifelt auf die Tischplatte. Maddy grinste breit. „Das passiert, wenn man derart potent ist, Dad!“ Anouk ließ die Scheibe Brot fallen, und Aimee hustete unkontrolliert. „MADDY! Wir wollen so etwas nicht über Dad wissen!“ „Glaubt ihr, euch hat der Storch gebracht?“ ging Ole darauf ein. Die Zwillinge hielten sich die Hände vor die Münder. „NINA! Sag uns, dass das hier ein schlechter Scherz ist! Wir wollen nicht wissen, wie potent Dad ist!“ Ich legte ihnen meine Arme um die Schultern.
„Naja, bisher hat er ja ordentliche Arbeit abgeliefert“, kommentierte ich das alles trocken. Gott sei Dank wurde die Pizza an den Tisch gebracht, und dieses Thema wurde beendet. Ole drückte meine Hand. „Siehst du? Alles gut. Sie sind nur ein bisschen wild.“ Ich zwinkerte ihm zu. „Von wem sie DAS wohl haben?“  „Hey!“ schimpfte mein Liebster. „Das stimmt so gar nicht-immerhin bin ich ein anständiger, braver Mann!“ Wir Frauen lachten schallend los. Ich war glücklich. Ole hatte mir zwar gesagt, dass die Mädchen mich gut aufnehmen würden, aber dass es SO gut laufen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Wir kehrten scherzend und fröhlich zurück in die Wohnung, wo sich die Zwillinge auf die Couch fallen ließen. „Oah, Schnaps!“ stöhnten sie. Ole bedachte sie mit seinem patentierten Todesblick. „Nichts da, ihr seid 15!“
Sie schauten mich mit einem Dackelblick an, aber ich musste Ole recht geben. Mit 15 waren sie eindeutig noch zu jung für harten Alkohol. Sie trollten sich in ihr Zimmer.

Drei Monate später sah man schon ein deutliches Bäuchlein, und die Theorie der Jungs war aufgegangen- Ich hatte mich von Benny und Jessy nicht mehr beeindrucken lassen, und so hatten sie aufgegeben, mir das Leben schwer machen zu wollen. Mit Oles Mädchen verstand ich mich von Tag zu Tag besser, und selbst Mona hatte ich ins Herz geschlossen.  Die hübsche Mittvierzigerin hatte mich sogar mit Ole zu ihrer zweiten Hochzeit eingeladen. Bei meinem Freund hatte die Tatsache, dass seine Ex so schnell nach der Scheidung wieder heiraten würde, für Bestürzung gesorgt, aber als ich ihn darauf hingewiesen hatte, dass er ja wohl Vater werden würde, hatte er eingesehen, dass er etwas überreagiert hatte.
Andi und Dan waren traurig, da mein Umzug nach Hamburg bevor stand. Auch Mike litt darunter. Nach unserem Kuss hatten wir uns ausgesprochen und waren wieder zu dem geworden, was wir auch davor waren: Die besten Kollegen der Welt. Ich genoss unsere Abende in der Küche immer noch, auch wenn Mike mich immer dazu anhielt, mich zu schonen.
Gerade saß ich auf unserem Balkon und trank eine Tasse Kräutertee (alle anderen Getränke waren verboten, wenn die Jungs in der Nähe waren-ich hoffte nur, dass sie niemals mein Softdrink-Depot im Kleiderschrank entdecken würden), als es an der Tür klingelte. Dan war arbeiten, und Andi am drehen, also schlurfte ich zum Eingang, um zu öffnen. Ein Blick durch den Spion verriet mir, dass Benny dort stand. „Verschwinde!“ rief ich ihm durch die geschlossene Tür zu. „Nina, sei vernünftig! Wir sollten reden!“ „Damit du mich wieder verprügelst? Vergiss es, und jetzt schleich dich, bevor ich die Polizei rufe!“  Doch Benny war hartnäckig.  „Ich schiebe dir etwas unter der Tür durch, und du liest erst mal, okay?“ Da kam auch schon ein Kuvert unter dem Türschlitz durch. Ich öffnete es, und zum Vorschein kam eine Einladung zur Hochzeit von Benjamin Richter und Lisa Meier! „Du glaubst nicht wirklich, dass ich komme? Außerdem könnte das wieder einer deiner Tricks sein?“ „Nina, ernsthaft? Ich stehe hier alleine!“ Ich öffnete nun doch die Tür, und Benny (er war tatsächlich alleine) lächelte mich erleichtert an. „Danke für die Einladung, aber nein danke!“ Sanft drückte ich ihm die Karte wieder in die Hand. „Dazu ist einfach zu viel passiert. Und jetzt geh besser, eh Andi oder Dan dich hier erwischen!“ Der Blick meines Ex fiel auf meinen Bauch. „Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich wirklich für Andi und dich!“ Ich knuffte ihn. „Ole! Merk dir endlich, dass ich mit Ole liiert bin!“ Ich drückte kurz seine Hand, was ihn zu seinem charmantesten Lächeln veranlasste. „Es tut mir wirklich unendlich leid, wie das ganze gelaufen ist-ich hoffe, du verzeihst mir eines Tages?“ „Vielleicht.“ Damit wandte er sich zum gehen, und ließ mich misstrauisch und ratlos zurück.
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