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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
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26.406
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15.03.2016 1.716
 
„Was machst du denn hier?“ „Mir geht es gut, und ich freue mich auch, dich zu sehen, mein Schatz“, kicherte er. Nils fiel geräuschvoll auf seinen Stuhl, Kameramann Andi ließ sein „Baby“ fast fallen, die Visagistin steckte Andi ihren Pinsel in den Mund, den er erstaunt aufgerissen hatte, und Onkel Fo wischte sich hektisch an den Augenwinkeln herum. Ich kümmerte mich nicht weiter darum, und lächelte Ole zärtlich an. „Tut mir ja leid. Verzeihst du mir?“ Er küsste mich stürmisch. „Jederzeit.“ Ich lehnte mich an ihn, und atmete den Geruch ein, den ich so liebte. Ich spürte seinen Herzschlag durch seinen Pulli und musste lächeln. „SCHNITT!“ Die hatten das gefilmt? Ich wandte mich an den rothaarigen Kameramann. „Wenn ihr das sendet, kille ich euch!“  Nils kicherte. „Das wäre ein perfekter Outtake!“ Ole schaute ihn gespielt streng an, während Kameramann Andi zwischen einem Lachkrampf und der Jagd nach einem Outtake schwankte. Gordon schüttelte verzweifelt seinen Kopf. „Drehbeginn in zehn Minuten!“ ordnete er an.
Das nahm Ole zum Anlass, mich erneut fest an sich zu ziehen. Seine rechte Hand legte er auf meinen Bauch, und strich immer wieder zärtlich darüber. Andi wischte sich verdächtig in den Augenwinkeln herum. Ich strich mir ebenfalls über den Bauch. Wie es wohl wäre, wenn er wachsen würde? Würde Ole mich immer noch lieben? Onkel Fo starrte uns wie hypnotisiert an. „Bist du etwa…?“ Ole schaute mich fragend an. „Ja, Onkel Fo, bin ich“, meinte ich darauf. Nils schluchzte laut auf, und mein Onkel schlug nach Ole. „Wie kannst du mein Baby schwängern? Was denkst du dir nur? Jetzt geht sie mit dir nach Hamburg, und ist NOCH weiter weg! Wie soll ich das überleben?“ schimpfte er direkt los. Ich kuschelte mich an ihn. „Ach, Onkelchen. Sei doch nicht traurig-Hamburg ist doch nicht Sibirien. Es gibt Flieger, und Züge, und überhaupt. Und noch bin ich ja in München.“ Er küsste mich. „Aber du bist doch mein Baby!“ „Onkel, ich bin über 30!“ „Und ich liebe dich. Ich will nicht, dass du gehst.“ Nun war es völlig um Nils geschehen, und er schluchzte ungehemmt. Andi nahm ihn freundschaftlich in den Arm, und auch ich konnte meine Tränen nicht zurück halten. „Ich liebe dich doch auch“, schniefte ich an der Schulter meines Onkels. Ole schaute uns nur konsterniert an. „Ihr seid mir ja zwei“, kam es nun auch von ihm.
Gordon trennte uns unerbittlich. „Los geht es!“ Ich zog mich diskret zurück, und hielt mich genau an alle Regieanweisungen. Drei Stunden später waren wir alle todmüde. Ich lag mehr, als dass ich saß, und auch die Jungs hatten schon bessere Tage gesehen. „Noch so ein Dreh, und ich kündige!“ stöhnte Andi. Ich stand auf, und begann, ihm die Schultern zu massieren. Er machte ein Geräusch, das sich verdächtig nach einem Schnurren anhörte. Wie lieb ich diesen Mann einfach hatte. Er war der große Bruder, den ich nie hatte. Ich liebte Timo zwar abgöttisch, aber Andi war mein Ruhepol und Kraftmensch. Dan hingegen war mein Feierfreund-wir hatten schon die ein oder andere Nacht durchgezecht. Mir würde es wirklich das Herz brechen, die beiden verlassen zu müssen-aber ein Kind sollte immer in der Nähe seines Vaters aufwachsen.
Da stürmte Jessy in den Laden. Nicht auch noch die, dachte ich frustriert, und beendete meine Massage. Andi brummte unwirsch, aber ich ging weiter zu Nils. Je weniger Kanonenfutter ich dieser Irren liefern würde, desto besser.
Ole drehte das Radio, das auf der Küchenzeile stand, auf. Journey sangen ihren Song „Don’t stop believing.“ Kameramann Andi forderte mich grinsend zu einem Tanz auf, den er sich vorher von Ole absegnen ließ. Wir alberten ein wenig durch den Raum. Ole hatte Nils aufgefordert, und Gordon baute sich abwartend vor Andi auf. Doch der wurde von Jessy am Arm gepackt, und aus dem Raum geschleift. „Jetzt gibt es Ärger“, brummte ich. „Ist sie wirklich so eine Furie?“ fragte mein Tanzpartner. „Nein. Sie ist schlimmer als jede Erzählung über sie.“ Der rothaarige lachte. „Aber heiß ist sie trotzdem irgendwie.“ „Du findest diese Nebelkrähe heiß?“ „Ja, schon irgendwie.“ Ich ließ ihn los, als hätte ich mich verbrannt. Das fehlte ja noch. Ich schlüpfte durch den Hinterausgang der Kochschule, was sich als Fehler herausstellen sollte. Ich konnte nämlich das Gespräch von Andi und Jessy mit anhören. „Feuer die dumme Kuh endlich!“ bellte meine ehemals gute Freundin. „DICH würde ich gerne feuern! Du weißt genau, wie wichtig mir Nina ist! Sie ist meine beste Freundin, zum Kuckuck!“ „Feuer sie, oder ich bringe sie um! Glaube mir, ich finde einen Weg, diese Schlampe langsam und qualvoll sterben zu lassen!“  „Geht es hier um Nina Schwarz?“ fragte eine mir nur zu vertraute Stimme. „Ja, wer will das wissen?“ schnappte Jessy. „Benjamin Richter, der Exfreund.“ Andi mischte sich ein. „SIE! Sofort runter von meinem Hof! Und du gleich mit, Jessica Schweiger!“ „Das wird dir noch LEID TUN!“  Ich sah noch, wie Benny Jessy untergehakt hatte, und die beiden tuschelnd vom Hof gingen.
Andi war in drei Schritten bei mir. „Ich glaube, jetzt haben wir ein Problem!“ „Sag bloß!“ gab ich sarkastisch zurück. Ich machte mir Sorgen. Woher hatte Benny nur wieder herausgefunden, wo ich war? Der war doch völlig durchgedreht. Mein bester Freund ergriff meine Hand, und wir gingen nach drin. Dort floh ich sofort in Oles Arme. „Was ist passiert?“ „Benny“, würgte ich hervor. „Und Jessy“, setzte Andi nach. „Du musst hier weg“, fauchte Onkel  Fo. „Irgendwann bringt dich dieser Irre noch um!“  Nils du Andi nickten zustimmend. Ole brummte. „Er denkt doch, ihr wärt ein Paar, richtig, Andi?“ Der nickte. „Aber wenn er jetzt mit Jessy klüngelt, suchen sie zuerst bei dir. „ich könnte meinen Ausbilder anrufen, bei dem suchen sie garantiert nicht!“ Fo schaute mich an. „Wer hat dich denn ausgebildet?“ „Werner Henssler. Aber naja, der ist auch in Hamburg, und wenn sie da zuerst suchen…Schwierig.“  Nils zog seine Nase kraus, was er immer machte, wenn er nachdachte. „Du bleibst hier in München, sie  rechnen damit, dass du nach Hamburg gehst, oder nach Stuttgart.“ Da klingelte mein Handy, und ungewollt wurde mir eine Lösung präsentiert. „Schwarz?“ „Süße, ich bin es, Martin!“ „Mein Martin! Wie geht es dir? Ich vermisse dich schrecklich! Ohne deine Pasta hat mein Leben einfach keinen Sinn!“ Er lachte. „Ich habe eine neue Stelle, und wir suchen eine Restaurantleitung.“ „Und wo arbeitest du?“  „Bei Nelson Müller in der Schote in Essen.“ „Das wäre perfekt! Ich wäre auch wieder näher an meinem Timo. Ich melde mich in ein paar Minuten zurück, okay?“ „Alles, was du willst, meine Blume!“ Ich kicherte. Wie hatte ich Martin vermisst! Er und sein Partner hatten mich immer wieder zum Lachen gebracht, und mich in allem unterstützt, was ich tat.  Ole schaute mich beleidigt an. „Wer ist denn DEIN Martin?“
„Schatz, du bist doch nicht etwa eifersüchtig?“ Ole brummte. Also doch! Oh Gott, wie süß war das denn bitte? Konnte man sich innerhalb von einer Minute noch mehr in einen Menschen verlieben?  Ich küsste ihn zärtlich. „Du erinnerst dich, dass ich dir von meinem guten Freund Martin erzählt habe? Der schwule Koch aus meinem letzten Betrieb? DER ist mein Martin!“  Oles Mine erhellte sich. „Und was wollte er?“ „Mir einen Job an einem Ort anbieten, an dem niemand mit mir rechnet, als ob er es geahnt hätte.“  Andi hob eine Augenbraue. „Und wo?“ „Bei einem gewissen Nelson Müller in Essen.“ Oles Blick verdunkelte sich wieder. „NEIN! Bei dem arbeitest du unter gar keinen Umständen!“ Nils, Andi und Onkel Fo nickten. „No way, der Typ baggert alles an, was nicht bei drei auf dem Baum sitzt. Seine letzte Restaurantleitung hat genau deswegen gekündigt!“ „Habt ihr dann eine bessere Idee?“ Ole war es, der das Wort ergriff. „Du bleibst erst mal hier, und wenn der Bauch dann dicker wird, kommst du zu mir nach Hamburg-für immer. Ich will mein Baby immerhin aufwachsen sehen.“ Fo seufzte. „Aber wenn etwas passiert, bringe ich euch um!“
Eine Woche später saß ich im Flugzeug nach Hamburg. Ich hatte mit meinem Arzt gesprochen, der mir bescheinigt hatte, dass das kein Problem war. Und die ewige Zugfahrt hätte meine Sehnsucht nach Ole nur verschlimmert. Ich saß in der ersten Reihe, und wurde von einem jungen Steward hingebungsvoll umsorgt. „Wissen sie, meine Frau ist auch schwanger. Lassen sie sich einfach ein bisschen verwöhnen!“ Dankbar lächelte ich den jungen Mann an. Die ältere Dame neben mir legte eine Hand auf meine. „Ein Baby ist so ein Segen! Ich habe auch drei Kinder. Sie sind mein größtes Glück!“  Wir plauderten eine Weile, und es stellte sich heraus, dass es sich um Andis Oma handelte.  „Mein Enkel Andreas ist ein Taugenichts“, schimpfte sie spielerisch. „Dass er jemals diese unmögliche Jessica geheiratet hat! Wie oft hab ich ihm gesagt, dass diese Frau nur Unheil bringt?“ Weiter stellte sich heraus, dass Amalia Schweiger eine Opernsängerin in Rente war. „Nina haben sie gesagt, heißen sie?“ Ich nickte. „Dann sind sie Andreas‘ Nina?“ „Naja, wir sind beste Freunde. Mein Partner im Leben ist Ole Plogstedt.“ Die ältere Dame lächelte. „Gute Wahl, Ole ist ein guter Junge. „Und wohin geht die Reise für Sie, Frau Schweiger?“ „Ich gehe auf Kreuzfahrt, zwei Wochen Nordsee. Mein Sohn, also der Vater von Andreas, hat einen riesigen Aufstand gemacht. Er hält mich wohl für senil? Dabei bin ich erst 83!“ Nein, senil wirkte sie gar nicht, eher sehr liebenswert.
Als wir im Terminal waren, umarmte sie mich herzlich. „Sagen sie ruhig du und Oma Malia zu mir. So nennen mich alle meine Enkel.“ „Aber nur, wenn du mich auch duzt.“  Ich strich mir über den Bauch. „Natürlich, Engelchen. Ich erwarte aber auch Statusberichte, wie es deinem Baby geht!“ Wir umarmten uns ein letztes Mal, und ich ging nach draußen.
Dort kam Ole angerannt. „Ich bin zu spät! Tut mir leid, mein Liebling!“ Ich küsste ihn. „Kein Problem. Ich hatte ein tolles Gespräch mit Andis Oma, also alles gut, mein Schatz.“ „Wie geht’s klein Ole?“ „Klein Nina  geht es gut“, feixte ich. „Bitte nicht noch ein Mädchen“, jammerte mein Liebster spielerisch. „Aber jetzt wird es Zeit, dass du die drei großen kennen lernst. Ich habe ihnen vom Baby erzählt, und wie ich vermutet habe, sind sie ausgerastet vor Freude.“ Ich seufzte tief. Hoffentlich war dem auch wirklich so.
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