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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
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09.03.2016 1.857
 
Ich wachte auf, und spürte etwas Warmes neben mir. Ich drehte mich um, und sah Ole friedlich schlafen. Ich lächelte, und kuschelte mich an ihn. Er brummte, und legte seinen Arm um mich. Eine Weile lagen wir so da, er noch tief schlafend, und ich im Halbschlaf, als es vor der Tür wieder laut wurde. „Sie ist da seit Stunden nicht raus gekommen, wenn ihr etwas passiert ist?“ jammerte Andi. „Ja, wir machen uns wirklich große Sorgen“, setzte Nils in ähnlich weinerlichem Ton nach. Da klickte es, und die Tür sprang auf. „Aber ICH habe nicht geöffnet“, erklang da eine Frauenstimme. Schritte entfernten sich, und die beiden schienen wohl näher zu kommen. Ich tat, als würde ich schlafen, vielleicht würden sie dann verschwinden?
Neben mir wurde Ole munter. „Guten Morgen“, flüsterte er, und küsste mich liebevoll. Ich erwiderte das. „Guten Morgen!“ „Euch auch“, krähte Andi. Ole saß kerzengerade im Bett. „ANDREAS LUIS SCHWEIGER UND NILS OTTO EGTERMEYER!“ die beiden schauten sich mit Unschuldsmine an. „RAUS!“ Die beiden verzogen sich lachend, obwohl ich Andi ansah, dass dieses Lachen nicht echt war.
Erneut verwickelte mich Ole in einen Kuss. „Hast du die rein gelassen?“  „Sicher nicht, die haben sich wohl Zutritt verschafft, aber wir müssen leider aufstehen. Problemanalyse!“
Kurz darauf gingen wir Händchen haltend in den Frühstücksraum des Hotels. Andi schaute mich vorwurfsvoll an, woraus ich jedoch nicht schlau wurde, immerhin hatte er mich ja förmlich genötigt, Ole eine Chance zu geben. Ich ließ mich neben Kameramann Micha nieder. „Moin“, brummte der nur verschlafen. „Dir auch einen guten Morgen! Bist du so lieb, und reichst mir den Kaffee?“ Er schaute mich an, als hätte ich grüne Warzen im Gesicht. „So gute Laune?“ „Na klar! Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen…“ Andi tat, als würde er sich übergeben. Ich war eigentlich ein Morgenmuffel par excellence, aber ich wollte meinen besten Freund (zumindest schimpfte er sich so) provozieren. Als ich dann auch noch mit meiner Serviette einen Krümel von Nils‘ Wange wischte, reichte es Andi. Wutentbrannt stürmte er davon. Ole warf mir einen besorgten Blick zu. „Da empfindet einer wohl doch mehr für dich“, meinte er nachdenklich. „Mir egal, ich muss ihm hinterher, ich kann das so nicht stehen lassen“, gab ich zurück und folgte Andi.
Ich fand ihn auf der Terrasse, mit dem Blick gen Stuttgart. „Eine schöne Stadt, nicht wahr?“ Er wandte sich zu mir um. „Oh Nina, spar dir das doch bitte!“ Na fein. „Gut, dann kein Smalltalk: Ich will eine Erklärung! Erst redest du mir wegen Ole gut zu, dann bist du so unausstehlich. Ich dachte, du wolltest, dass ich glücklich bin?“ Er knurrte. „Du verstehst es wirklich nicht?“ „Würde ich sonst fragen?“ „Also gut: Ole ist ein mieser Kerl. Noch nicht einmal geschieden, und schon will er dich ins Unglück stürzen!“ „Das klang heute Morgen aber noch ganz anders? Was ist wirklich los, Andi-Bär?“ Sein Blick wurde weich. Ich wusste, dass dieser Kosename den Panzer knacken würde. Ich nahm seine Hände in meine. „Die Wahrheit bitte!“ Andi senkte den Blick. „Du kannst es dir immer noch nicht denken?“ Die Erkenntnis traf mich auf einmal wie ein Schlag. „Aber Andi, du weißt, dass ich dich auch liebe- naja, nicht so, aber du bist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Du bist mein engster Vertrauter, genauso wie Dan. Das würde ich nie aufs Spiel setzen wollen.“ Ich strich ihm über die Wange. „Nein, das ist es nicht. Ich liebe dich schon, kleine Schwester, aber nicht so wie du es gerade vermutet hast. Und ich würde es einfach nicht ertragen, dich gehen zu lassen. Zu ihm. Nach Hamburg. Weißt du, wie weit das weg ist? Dan würde dich auch vermissen!“  Ich umarmte ihn. „Ich bin doch noch da. Und ich weiß doch gar nicht, wohin das mit Ole führen wird, es war doch erst eine Nacht!“ „Aber du liebst ihn?“ „Ja, Andi. Das tue ich. Und wenn mein Weg mich irgendwann nach Hamburg führen sollte, dann doch nicht, weil ich Dan und dich nicht mehr lieb habe.“
„Nina?“ „Ja?“ „Darf ich dich küssen? Ein Geschwisterkuss quasi?“ Seine blauen Augen sahen mich bettelnd an. „Okay, aber nicht hier.“ Ich zog ihn in eine Nische. „Aber nur kurz, keine Zunge.“ Er küsste mich scheu, und ich erwiderte es. „Alles wieder gut?“ „Ja, und jetzt lass uns weiter frühstücken.“
Ein Schatten hatte sich von der Wand gegenüber gelöst. Soso, ein Bruderkuss, dachte die Person, die nun nach drin lief. Dir werde ich die Tour schon vermasseln. Du wirst nie wieder glücklich werden!

Gut gelaunt kehrten wir zu den anderen zurück. Nils grinste. „Habt ihr euch wieder lieb?“ „Eh“, gab Andi nur zurück, und strahlte Ole an. „Aber wenn du meinem Schwesterchen das Herz brichst, breche ich dir die Arme, klar?“ Ole strahlte zurück. „Klar. Und wenn du sie noch einmal aufregst, breche ich dir die Beine.“ Micha stöhnte. „Ihr reißt euch aber heute zusammen?“  Dreistimmiges Nicken.
Eine Stunde später standen wir vor dem Gasthaus, in dem gestern das desaströse Testessen stattgefunden hatte. Wir berieten uns. „Ich muss mit den Damen wohl von ganz vorne anfangen, Teller tragen, richtiges Auftragen, das Auftreten dem Gast gegenüber…“ seufzte ich. Nils pflichtete mir bei. „Das stimmt, Das war wirklich unterirdisch. Ich werde mich in dem Viertel ein bisschen umhören, woran es noch liegen kann.“ Andi nickte. „ich werde mit Ronny kochen.“ „Fein, dann bleiben mir ja nur noch die Zahlen. Wo ist Fo, wenn man ihn braucht?“ „Im Schloss“, brummte ich.
Wir gingen nach drin, und verkündeten dem wartenden Team, was der Plan war.
Am Ende des Tages ließ ich mich erschöpft auf den Fahrersitz des Vans fallen. „Ich sehe schwarz“, jammerte Ole. „Und ich noch schwärzer“, bemerkte ich. „Die Ladys sind wirklich chronisch unfähig.“ „So schlimm?“ fragte Nils. „Schlimmer“, bestätigte Andi. „Ich habe das Coaching beobachtet. Die sind für alles zu doof.“
Ich ließ den Motor an. „Zurück zum Hotel?“ „Nein, wir gehen erst mal was essen“, bestimmte Gordon. „Und wohin?“ „Ich leite dich“, meinte er, und ich folgte seinen Anweisungen. Zwanzig Minuten später parkte ich vor dem Schloss. „Hättest du auch gleich sagen können. DEN Weg kenne ich jetzt.“  Ich sprang aus dem Auto, und lief auf den Eingang zu. Luisa grinste. „So schnell sieht man sich also wieder?“ „Meine Rasselbande hat Hunger“, schmunzelte ich, und zeigte auf meine Crew. „Na, dann kommen sie mal alle herein!“ Sie führte uns an einen großen Tisch, und alle plapperten durcheinander. Nachdem Luisa wie durch ein Wunder das Chaos in den Griff bekommen hatte, nahm sie die Bestellungen auf. „Und für Sie, Nina?“ „Salat, ohne Dressing bitte!“ Ole schaute mich streng an.
„Du hast heute nur gefrühstückt, Liebes! Da kannst du doch nicht nur Salat essen?“ „Okay, Luisa. Mit Dressing bitte“, wandte ich mich an die hübsche dunkelblonde. Sie schüttelte nur besorgt mit dem Kopf. Andi meckerte mich auch direkt wieder an, von wegen so wenig würde kein Mensch essen, dass ich noch nicht umgekippt wäre, und überhaupt. Ole stieg darauf ein. Ich wandte mich an Nils. „Nilsi? Warum sind die beiden so zu mir?“ Er knuffte mich. „Weil sie dich lieben.“ Ich brummte etwas Unverständliches. Fünf Minuten später stand Markus wie ein Racheengel vor mir. „Nina, dein Onkel schickt mich!“
Ich folgte ihm mit gesenktem Kopf. Kaum war ich in der Küche, keifte mich Fo auch schon an. „Du hast nur einen Salat bestellt? Wie kann das denn sein? Hast du eine Essstörung?“ Ich ließ ihn erst mal ausreden. „Onkel Fo, beruhig dich doch“, beschwichtigte ich ihn. „Ich esse regelmäßiger, Andi und Dan kontrollieren das. Aber ich habe Schmetterlinge im Bauch, und dadurch keinen Hunger!“ Die braunen Augen meines Onkels blickten mich weich an. „Also habt ihr doch gemerkt, dass ihr zusammen gehört? Also Ole und du?“
„Naja, das ist erst alles ganz am Anfang, aber ich denke schon. Ich für meinen Teil bin mir sicher mit Ole.“  „Dann sei dir der Salat genehmigt, mein Schatz!“ Er küsste mich auf die Wange, und ich wandte mich zum gehen. Da stellte sich mir Markus in den Weg. Grinsend deutete er auf seine Wange.  Ich schüttelte lachend den Kopf, und ging wieder in den Gastraum. Dieser Flegel!
Ole schaute mich aus seinen blauen Augen fragend an. „Er hat mir einen Einlauf verpasst, aber das Argument Schmetterlinge im Bauch hat er gelten lassen“, kicherte ich. Er drückte meine Hand. „Schmetterlinge?“ „Du etwa nicht?“ gab ich gespielt entrüstet zurück. Andi verdrehte die Augen. Ole küsste mich statt einer Antwort.
Da kam auch schon Luisa mit den ersten Bestellungen um die Ecke. „So, junge Miss, hier ihr Salat.“ Ich starrte die riesige Portion an. Onkel Fo hatte sich für schlau gehalten, und Eier und Käse darunter gemischt. „Der geht zurück!“ mömelte ich. „Und wieso?“ „Weil ich auf die Mäst-Aktionen meines Onkels keine Lust habe. Entweder ohne Käse und Ei oder gar nicht!“  Unwirsch schob ich den Teller zur Seite. Da mein Onkel beschlossen hatte, mir dann gar keinen Salat servieren zu lassen, beobachtete ich die anderen, wie sie über ihre Gerichte herfielen. Cutter Gunnar schaute mich mitleidig an. „Geh, Gunnar, ich verhungere nicht“, meinte ich lachend.
Da klingelte mein Handy. Ich schaute aufs Display und rollte mit den Augen als ich den Namen „Benny“ las. „Ja?“ „Liebling, endlich erreiche ich dich einmal!“ „Was willst du? Wir sind gerade bei meinem Onkel!“ „Ich will dich zurück, was sonst?“ „Vergiss es. Einen schönen Abend noch. Und nenn' mich nie wieder Liebling, wenn dir deine Weichteile nur im Entferntesten etwas bedeuten. Außerdem habe ich einen neuen Freund.“  Damit legte ich auf.
Nils fragte „War das dein bescheuerter Ex?“ „Bingo.“
Drei Stunden später waren wir wieder im Hotel. Ich hatte denkbar schlechte Laune. Was bildete sich dieser Idiot denn ein? Dass er nur mit dem Finger schnippen müsste? Nicht mit mir. Immerhin bahnte sich da etwas mit Ole an. Oder war da schon etwas? Sah er in mir mehr als einen One Night Stand?
Ich drehte eine Strähne zwischen meinen Fingern, wie ich es immer tat, wenn ich nachdachte. „So in Gedanken?“ ertönte da eine Stimme hinter mir. Hatte man auf dieser Terrasse nie seine Ruhe? Ich drehte mich um, und schaute in Bennys braune Augen. „Was zum Geier tust du hier? Verschwinde!“
„Ach Liebling, ich weiß doch, dass das mit deinem neuen Freund-ich habe euch heute Morgen auch beim knutschen gesehen-nur ein Strohfeuer ist.“ „Das war Andi, mein Mitbewohner, und das war ein Bruderkuss!“ „Na dann macht es deinem Andi ja sicher nichts aus, wenn du  mich heiratest.“ Ich schaute ihn entsetzt an. In seinen Augen funkelte der Wahnsinn. Er schien endgültig hinüber geschnappt zu sein. „Nein, das werde ich mit Sicherheit nicht.“ „Dann wirst du sehen, was du davon hast!“ Er schlug mir mitten ins Gesicht. Ich zischte leise auf. „Bist du Wahnsinnig? Lass das!“
Doch Benny schlug erneut zu. Ich ging zu Boden. „das wirst du mir büßen, du Miststück! Keine serviert mich ohne weiteres ab! Auch du nicht! Schlampe!“
Ich rappelte mich auf, doch er schlug mich erneut nieder. „Wenn ich dich nicht haben kann, bekommt dich keiner!“ Ich spürte, dass unter seinen Schlägen die Ohnmacht nach mir griff. Wann kam sie denn nur endlich?
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