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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
1
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11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.03.2016 1.188
 
Kleines Zwischenkapitel, und leider auch das vorletzte. Jetzt gehts auf großen Schritten aufs Finale zu-enjoy!
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Mama trennte uns unsanft, und zog Ole fest an sich. „Pass gut auf mein Mädchen auf, Schwiegersohn!“ Ich musste kichern. So war sie einfach. Timo zupfte an meiner Hose. „Nina, ich finde Ole cool! Darf ich bei eurer Hochzeit dabei sein?“ Ich küsste ihn liebevoll. „Natürlich bist du dabei, Kurzer. Ohne dich können wir doch nicht feiern!“ Er strahlte mich an, und wandte sich dann Ole zu. Mama umarmte mich so fest, dass ich das Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen. „Mein Schatz, ich bin so stolz auf dich!“ Und so ging der Reigen fröhlich weiter. Zuletzt schloss mich Andi in die Arme. „Hase, ich freue mich so für euch!“ murmelte er in mein Haar hinein. „Danke, Andi-Bär, das bedeutet mir so viel!“ Allerdings fehlten drei Personen. Mona und ihr Mann waren zwar da, und hatten uns begeistert gratuliert, aber wo waren die Mädchen? „Ole, wo sind unsere Töchter?“ „Das würde mich in der Tat auch interessieren“, gab mein Verlobter irritiert zurück.
Da flog die Tür auf, und die drei standen vor uns. Maddy wirkte gehetzt, Nouk hatte ein blaues Auge, und Mes Bluse war zerrissen. Ich rauschte bestürzt auf die Mädchen zu. „Was ist passiert?“ Sie warfen sich kollektiv in meine Arme. „Zunächst mal Glückwunsch! Eine bessere Frau hätte Dad nicht finden können!“ jodelten sie. „Danke Mäuse, aber was ist passiert?“ „Dein Ex! Er hat uns hier vor dem Lokal aufgelauert, und wollte rein. Die A-Hörnchen haben sich ihm in den Weg gestellt.“ Ich merkte, wie mir der Kragen zu platzen begann. „Ist er noch da draußen?“ „Wir gehen davon aus!“
„Jule, betreust du Tobi noch kurz?“ wandte ich mich an Nils‘ Frau.  Sie nickte, und ich verschwand in den kühlen Hamburger Abend. „BENJAMIN RICHTER! Wo bist du?“ polterte ich los, kaum dass ich die Tür hinter mir geschlossen hatte. Er trat aus einer Ecke hervor. Mein Ex sah wirklich schlecht aus. Seine Gesichtsfarbe ähnelte Brotteig, und er hatte tiefe Augenringe. Seine Haare, die er sonst immer sorgsam gestylt hatte, standen in alle Himmelsrichtungen ab. Und seine Fahne roch ich bis hierher. Was war nur aus dem Mann geworden, den ich so sehr geliebt hatte, dass ich ihm einen Seitensprung verziehen hatte? Ich war nun doch etwas besorgt. Er wirkte, als wäre er in seiner eigenen Welt abgetaucht. Zögerlich streckte ich meine Hand nach ihm aus. „Komm her!“ bat ich. Er kam meiner bitte sofort nach. „Was ist nur aus dir geworden?“ fragte ich ihn traurig. „Nina…“ stammelte er. „Ich kann ohne dich einfach nicht leben!“ Er brach in bittere Tränen aus. „Ist ja gut, ich bin ja jetzt hier!“ flüsterte ich, und umarmte ihn. Er zitterte wie Espenlaub. „Shhh, ist ja alles gut. Ich helfe dir. Du schaffst das, Schnuffel.“ Der Klang seines Kosenamens, den ich ihm sechs Jahre lang gegeben hatte, ließ alle Dämme brechen. „Es tut mir alles so leid. Ich wollte deine Mädchen nicht angreifen. Aber ich vermisse dich so schmerzlich!“ Ich strich ihm immer wieder über den Rücken. Ole war aus dem Lokal getreten, und wollte eingreifen. Sanft schüttelte ich den Kopf. „Tu mir einen Gefallen, und ruf den Notarzt!“ Mein Verlobter nickte. „Dein Herz ist zu groß für diese Welt. Nach allem, was er dir angetan hat?“ „Sieh nur, er ist doch überhaupt nicht mehr bei sich. Ich kann ihn nicht einfach hier so stehen lassen. Und wenn er wieder gesund ist, wird er sich verantworten müssen.“ Benny krallte sich an mir fest, wie ein Ertrinkender. „Ist ja gut. Alles wird gut, ich verspreche es dir.“ „Kommst du zu mir zurück?“ „Nein, Schnuffel, das werde ich nicht. Aber ich lasse dich nicht hängen.“ Er weinte weiter ungehemmt. Da kam der Rettungswagen um die Ecke. Ich übergab Benny dem Notarzt. „Was ist hier das Problem?“ „Alkohol-Abusus und Verwirrung. Er ist nicht mehr Herr seiner Sinne“, fasste ich zusammen. Benny schaute mich aus glasigen Augen an. „Es ist okay, geh mit den Herrschaften.“ Er wurde „abgeführt“, und konnte Ole erleichtert in die Arme sinken.  „Wieso hast du ihm geholfen?“ fragte der. Ich hörte leichte Verärgerung und Sorge in seiner Stimme. „Weil ich ihn trotz allem nicht in so einem desolaten Zustand lassen kann. Er war nicht nur gefährlich für sich selbst, sondern auch für andere. Hast du unsere Mädchen gesehen? Nur so konnte er noch gestoppt werden!“ Ole küsste mich liebevoll. „Du kannst nicht die ganze Welt retten, mein Schatz! Wenn er dir etwas angetan hätte!“ Vertrauensvoll kuschelte ich mich an ihn. „Es ist vorbei, Ole. Es ist einfach vorbei. Jetzt können wir endlich nach vorne sehen!“
Wir kehrten zu unseren Gästen zurück, und ich wurde direkt von Nils gepackt. „So, Sonnenscheinchen, wir haben noch eine Überraschung für dich!“  „Noch eine? Meine Töchter sehen aus, als wären sie einem Action-Film entsprungen! Mehr verkrafte ich wirklich nicht!“  „Deine Töchter?“ echote Mona, um mich kurz darauf breit anzugrinsen. „Ich wusste gar nicht, dass ich mal mit so einem scharfen Hasen liiert war!“ Ole musste sich wegdrehen, aber es nutzte nichts, sein Lachkrampf war unüberhörbar. „Also, wieder zu mir“, schmollte Nils. „Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, jemanden einzufliegen, denn du seit Jahren weder gesehen, noch gesprochen hast. Sein Terminkalender ist aber auch voll!“ Er zeigte verheißungsvoll auf die Küchentür. Diese flog auf, und ich kreischte auf. „Shelly!“ Ich hüpfte begeistert auf meinen ehemaligen Gastbruder zu. Blake strahlte. „Hey Babe! Lange nicht gesehen!“ Er zog mich in eine feste Umarmung. Es war nun ewig her, dass ich mein Auslandsjahr im Hause der Sheltons verbracht hatte. Blake hatte sich, so wie ich es mitverfolgt hatte, zu einem großen Star in den USA entwickelt. „Wie geht’s der Familie? Was macht Miranda?“ Fragen über Fragen prasselten auf ihn ein. Er beantwortete alle geduldig, und stellte sich dann artig bei Ole und Mama vor.
Maddy starrte mich entgeistert an. „Du weißt schon, wer das ist?“ „Klar, das ist mein großer Gastbruder Shelly! Naja, eigentlich Blake, aber ich habe ihn immer Shelly genannt.“ „Das ist DER Blake Shelton!“ jammerte sie. „Und ich sehe aus, wie eine Vogelscheuche!“ Ich winkte Shelly zu mir. „Darf ich dich meinen bezaubernden Töchtern vorstellen?“ Maddy wurde puterrot, aber der smarte Sänger nahm ihr alle Berührungsängste.
Gegen fünf Uhr morgens lösten wir die Party auf. Tobi schlief tief und fest in den Armen seiner Oma, und die Mädels hatten sich auf zwei Eckbänke verteilt. Ole strich ihnen über die Wangen. „Aufwachen, Mäuse! Die Party ist vorbei!“
Ich weiß nicht, wann wir effektiv im Bett waren, aber Tobi interessierte sich wenig dafür, dass ich übernächtigt war. Er forderte seine Aufmerksamkeit, die ich ihm nur zu gerne gab. Er war Ole wie aus dem Gesicht geschnitten, und gerade saugte er an seinem Fläschchen, als ob sein Leben davon abhinge. „Jesses Tobi, mach mal langsamer, keiner nimmt dir deine Milch weg!“ Er schaute mich aus den Augen seines Vaters treu an. Wie sehr ich dieses Baby liebte!  So ineinander versunken fand uns Ole. „Na, ihr zwei? Schon wieder wach?“ Müdes Nicken meinerseits war die Antwort. Er küsste mich auf die Stirn. „Frühstück?“
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