Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.03.2016 1.912
 
Ich ließ mir seit Wochen meine Beunruhigung nicht anmerken, denn Fritzis Analyse hatte tatsächlich ergeben, dass mein Tee mit K.O. Tropfen versehen worden war. Nicht einmal Ole oder Onkel Fo hatte ich davon erzählt. Ich angelte nach einem Stück Pizza und nagte zufrieden daran. Klein Tobias hatte mich dazu motiviert, regelmäßiger zu essen, und so schlimm war es nun wirklich nicht.
Nouk lächelte mich an. „Mummy Nina?“ Mein Kopf ruckte herum. „Mummy Nina? Lass das, wenn du nicht willst, dass ich mich in einen Springbrunnen verwandle!“ Ich strich ihr dabei jedoch zärtlich durch ihre wilden Locken. „Dürfen wir dich so nennen?“ „Wenn ihr das möchtet?“ Alle drei nickten. „Aber das war nicht die Frage, richtig?“ „Nein. Wir wollten wissen, wann ihr heiratet, also Dad und du?“ „Das müsst ihr mit Dad diskutieren. Ich heirate erst, wenn er mich fragt.“  Maddy grinste verschlagen. Da würde wohl noch etwas kommen. Als wir unsere Pizza auf hatten (wie konnten drei gertenschlanke Mädchen so viel essen?) verabschiedeten sich die drei von mir.
Da mir langweilig, die Wohnung sauber, das Bett aufgebaut, und die Kleidung sortiert war, entschied ich mich für einen Spaziergang durch Hamburg.
Ich liebte die Stadt sehr, und an viele kleine Winkel erinnerte ich mich noch gut. Ich beschloss, im Olsen vorbei zu schauen. Oles Team hatte mich sehr herzlich in seiner Mitte aufgenommen, und Barkeeper Jörn war mein heimlicher Liebling-er war ebenfalls Kölner, und so hatten wir eine gemeinsame Basis und Sprache gefunden. Ich kam gut gelaunt dort an, und Mona zog mich in eine feste Umarmung. „Hallo Bubi“, begrüßte sie meinen Bauch, und Tobi nahm das zum Anlass, fest zuzutreten. „Es wird Zeit, dass du ausziehst“, schimpfte ich spielerisch. Die braungelockte lachte. „So ging es mir bei den A-Hörnchen auch, Maddy war ein pflegeleichter Mitbewohner. Magst du einen KiBa?“ Ich lächelte sie dankbar an.  Jörn grinste, als ich mich an der Bar niederließ. „Na, du Kugelfisch?“ „HEY! Ich bin so grazil wie eine Gazelle, oder wie heißt das Tier mit dem grauen Rüssel?“
Mona pikte mich in die Seite. „Du siehst nun wahrlich nicht aus wie ein Elefant!“ „DOCH!“ ertönte es da von einem der Tische. Wo kam denn die Tillmann-Kuh nun wieder her? Die war fast so nervig wie Benny, der sich darauf beschränkte, regelmäßig im Schweigers aufzutauchen, und meinen Wohnort erfragen zu wollen.  Tom legte seiner Frau eine Hand auf den Arm. „Nun lass sie doch in Ruhe!“ zischte er. „Für sie zum mitschreiben, Planschkuh: Ole wird sie niemals heiraten! Sie sind ihm zu hässlich!“ „Das überlassen sie bitte meinem Exmann“, gab Mona nun zurück. Die Tillmann-Kuh zog verächtlich eine Augenbraue hoch. „Naja, wenn ich SIE so angucke, vielleicht steht Ole wirklich auf Dicke!“ Tom schaute sie streng an, aber sie schien gerade erst so richtig in Fahrt zu geraten. Da wurde es Martin, dem Restaurantleiter, zu bunt. „Verlassen sie UMGEHEND das Lokal, sie haben Hausverbot!“ donnerte er in Pias Richtung. „Sie nicht“, meinte er an Tom gewandt. „Zackig jetzt!“
Tom scheuchte seine Frau auf. „Du wartest draußen, während ich die Rechnung bezahle!“ Die Tillmann-Kuh erhob sich, und verließ widerstandslos den Laden. Nachdem Tom die Rechnung beglichen hatte, umarmte er mich. „Tut mir leid, ich weiß einfach nicht, was in sie gefahren ist. Alles Gute für die Rest-Schwangerschaft!“  Ich küsste ihn auf die Wange. „Alles gut, dir bin ich nicht böse. Aber erwische ich deine Frau noch EINMAL in Oles Nähe, geht es rund!“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß wirklich nicht, was sie da reitet.“
Ole kam aus der Küche. „Schatz, mir war, als hätte ich deine liebliche Stimme gehört!“ Ich streckte ihm die Zunge heraus. Mona schaute ihn streng an. „Diese Tillmann hat hier einen filmreifen Auftritt hingelegt, und deine schwangere Freundin als hässlichen Elefanten bezeichnet!“ Ole rollte mit den Augen. „Diese Schnepfe ist wie ein Pickel!“ Er zog mich an sich, und küsste mich. „Die Mädels haben übrigens entschieden, dass unser Bubi Tobias heißen soll. Und nimm dich vor Maddy in Acht, die scheint etwas im Schilde zu führen.“  Mein Liebster lächelte. „Ich kann es mir schon denken, aber ich muss doch wieder in die Küche.“ Nach einem letzten Kuss verschwand er.
Jörn drückte mir meinen KiBa in die Hand, und ich nahm einen Schluck. Mein Handy vibrierte, und ich sah, dass Dan mir eine Nachricht geschickt hatte. „Ruf mich bitte SOFORT an! Es geht um Andi, Mayday!“  Was war denn nun schon wieder los? Ich wählte seine Nummer. „Nina, gottseidank! Andi ist seit drei Tagen spurlos verschwunden!“ „Und was steht auf dem Drehplan?“ „Er hat eigentlich frei, und sollte arbeiten. Wir machen uns alle große Sorgen um ihn!“ „Dieser Idiot! Und auf seinem Handy erreicht ihr ihn auch nicht?“ „Würde ich sonst bei dir Alarm machen?“ „Natürlich nicht! Ich schaue, dass ich so schnell wie möglich nach München komme!“ Ich legte auf, und stürzte mein Getränk herunter. Dann rannte ich zu Ole in die Küche. „Ich muss nach München, sofort!“ Ole schaute mich fragend an. „Was ist passiert?“ „Andi….er ist seit drei Tagen verschwunden, und keiner weiß, wo er ist. Ich mache mir Sorgen um ihn.“ Mein Liebster schaute besorgt drein. „Aber pass auf dich auf, du weißt, dass in München dieser Irre rumläuft. Benny! Na klar! Der musste Andi haben. Oder Jessy! „Klar passe ich auf uns auf! Ich liebe dich!“ Ich küsste ihn flüchtig, und sauste nach Hause. Dort warf ich hektisch einige Kleidungsstücke in meine Tasche, und buchte über das Handy eine Fahrkarte für den Zug.
Zehn Minuten später stand ich am Bahnhof von Altona. Während ich wartete, rief ich meinen Onkel an. „Oehler?“ „Ich bin es. Hast du in den letzten 3 Tagen etwas von Andi gehört?“ „Ja, der ist hier.“ „Gib ihn mir. SOFORT!“ donnerte ich. Ich hörte ein Rascheln, und fünf Sekunden später Andis Stimme. „ANDREAS SCHWEIGER! WAS SOLL DAS! WIR SIND KRANK VOR SORGE UND DU? VERSCHWINDEST EINFACH UND SAGST KEINEN TON! ICH HASSE DICH!“ schrie ich. „Aber Nina…ich musste einfach mal raus. Ich weiß, wir sind eigentlich gute Freunde, aber was ich nach der Party im Suff zu dir gesagt habe, meine ich auch so. Ich liebe dich!“ „Ich dich auch, das weißt du aber.“ „Nicht so, Nina. Ich liebe dich wirklich.“ „Ich trage Oles Kind unter dem Herzen, wie denkst du dir das?“ „Deswegen musste ich ja raus. Mir über alles klar werden.“ Mein Zug fuhr ein. „Ich bin in 6 Stunden in Stuttgart, dann reden wir!“ Immer noch sauer stieg ich in den Zug, und ließ mich in ein leerstehendes Abteil fallen. Dort saß ich auch die ersten drei Stunden unbehelligt. Mein Zorn auf Andi wollte einfach nicht verrauchen. Was dachte der sich nur?
Auf einmal wurde die Tür aufgeschoben, und ein Mann fragte, ob hier noch Platz sei. „Ja, setzen sie sich nur“, brummte ich, immer noch in Gedanken. „Sie sollten sich nicht aufregen, das ist Gift für das Kind.“ „Und wer sind sie? Die Supernanny?“ schnappte ich. „Frank Rosin, Koch und keine Nanny“, stellte er sich vor. „Nina Schwarz, etwas durch den Wind, und normalerweise nicht so biestig. Entschuldigen sie.“ Er lächelte. „Ich habe selbst zwei Kinder, eines davon in ihrem Alter, möchte ich vermuten.  Ich kenne mich mit schwangeren Frauen also aus, und lassen sie sich gesagt sein, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“  „Das sagt mein Onkel auch immer.“  „Frank Oehler?“ Ich riss erstaunt die Augen auf. „Sie sehen aus wie sein Bruder Thomas“, erklärte der sympathische Mann. „Das war auch mein Vater.“
Die restlichen drei Stunden vergingen wie im Fluge, und am Bahnhof von Stuttgart verabschiedeten wir uns herzlich. „Es hat mich gefreut, sie kennen zu lernen.“ „Frank und du, wenn ich bitten darf!“ „Okay, dann hat es mich gefreut, dich kennen zu lernen, aber jetzt muss ich meinen besten Freund zur Schnecke machen gehen.“ Er umarmte mich kurz. „Bis bald, hoffe ich.“
Wieder geladen klingelte ich eine halbe Stunde später am Haus meines Onkels. Er öffnete, aber ich hielt mich nicht lange mit Begrüßungsfloskeln auf, sondern schob mich direkt an ihm vorbei. „ANDI! ZEIG DICH!“ der gerufene trat schuldbewusst aus dem Wohnzimmer. Dort machte ich ihn erst mal eine geschlagene halbe Stunde lang zur Minna, und zwang ihn, bei Dan anzurufen, und sich zu erklären.
„Nina, beruhige dich!“ bat Andi. Ich war dazu übergangen, nach ihm zu schlagen. „Denk an das Baby!“ Ich trat nach ihm. „Du verstehst es nicht, oder? Ich habe mir Sorgen gemacht! Ich dachte Benny oder Jessy hätten dich am Wickel!“ Nun begann ich, hemmungslos zu weinen. „Meinst du, ich hätte mir je verziehen, wenn dir etwas passiert wäre? Du bist doch mein großer Bruder!“ Er zog mich zu sich. „Nicht das, was ich gerade hören wollte, aber du hast ja Recht. Ich hätte mich zumindest bei Dan melden sollen.“ Freundschaftlich küsste er mich auf den Scheitel. „Mach das nie wieder!“ schniefte ich. Onkel Fo lächelte. „Na endlich, ihr Streithähne. Und für dein Baby ist Aufregung wirkich nicht gut.“ „Ach Fo, wenn ich mir halt Sorgen mache!“
Zwei Tage später wollte ich die Heimreise antreten. In zwei Wochen sollte klein Tobi zur Welt kommen. Jedoch entschied ich mich dazu, mich vor Abreise von Nils durchchecken zu lassen-schließlich hatte ich keine Lust, ihn im Zug zur Welt zu bringen.
In seiner Praxis angekommen, schaute mich die sehr blonde Sprechstundenhilfe hochnäsig an. „Haben Sie einen Termin?“ „Nein, tut mir leid. Eigentlich lebe ich in Hamburg. Aber ihr Chef meinte, es wäre kein Problem, mich einzuschieben.“ „Das lassen sie mal meine Sorge sein. Aber wenn sie zwanzig Minuten warten, hat er kurz Zeit für sie.“ Sie wies mir den Weg zum Wartezimmer, und ich nahm Platz. Tatsächlich kam nach exakt 20 Minuten Nils höchstpersönlich, um mich einzusammeln. „Nina! Das ist ja eine Überraschung! Dann kommen sie bitte mit!“
Weitere zwanzig Minuten später überreichte er mir lächelnd ein Ultraschallbild. „Ihr kleiner Mann ist kerngesund, und bereit, auszuziehen. Ich musste den Geburtstermin leicht nach vorne korrigieren.“ „Was bedeutet das?“ „Dass der Kollege, der ihre Schwangerschaft diagnostiziert hat, sich um zwei Wochen vertan hat.“  „Das heißt, er könnte jede Minute….AAAAAARGH!“ Nils schmunzelte. „Huch, das geht jetzt aber schnell. Ich melde sie im Katharinen-Hospital an. Der RTW kommt!“ Ich rollte mit den Augen. Konnte das wahr sein? Mein Kind wollte wohl auch ein Stuttgarter werden.
Wieder überrollte mich eine Schmerzwelle.  „Ole….anrufen“, presste ich hervor. Nils nahm mir das Handy ab. „Lassen sie mich das machen. Sie legen sich wieder hin, und atmen ruhig.“  Ich gab ihm wortlos mein Handy. Nils verließ kurz den Raum, um Ole aufzuklären, dass er wohl heute oder morgen Vater würde.
„AAAAARGH!“ Würde das jetzt stundenlang so gehen? Wie lange dauert eigentlich so eine Geburt? Und wo war mein Onkel, wenn man ihn brauchte? Dieser Schmerz raubte mir fast den Verstand.
Da kam ein Rettungsteam zur Tür herein, gefolgt von Nils. Die Ärzte legten mich auf eine Trage, und fuhren mit mir ins Krankenhaus. Dort  lag ich nun schon seit acht Stunden in den Wehen. Onkel Fo hielt meine Hand, und redete beruhigend auf mich ein.
Endlich kam Ole. „Mein Schatz, dich kann man nicht eine Minute alleine lassen!“ „Schnauze!“  Er strich mir zärtlich übers Haar.  Zwei Stunden später war Tobi endlich auf der Welt. Er schrie durchdringend. Die Ärztin, die mich durch die Wehen begleitet hatte, legte ihn mir auf den Bauch. Ich strahlte unser kleines Wunder verliebt an. Ole setzte sich an meine Seite, und strich Tobi zärtlich über den schwarzen Haarflaum. „Er ist wunderschön. Danke, mein Schatz.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast