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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
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16.03.2016 2.225
 
Ich kehrte zu meinem Tee zurück. Moment mal, der stand auf einmal auf der Brüstung des Balkons? Dort hatte ich ihn doch gar nicht abgestellt? Ich wäre fast auf diesen Trottel hereingefallen! Ich füllte etwas von dem Tee in einer Filmdose ab, und schüttete den Rest weg. Dann rief ich Fritz an, der als Chemielaborant arbeitete. „Oehler?“ „Fritzi, ich brauche deine Hilfe. Kannst du auch Flüssigkeiten analysieren?“ „Na klar, was hast du denn?“ „Die Vermutung, dass Jessy und Benny mir was in den Tee getan haben. Hochparterre stinkt!“ Ich fasste schnell zusammen, was passiert war, und Fritz schnaubte. „Papa ist auf dem Weg nach München, dann soll er mir die Probe einfach mitbringen.“ „Und was tut er schon WIEDER hier?“ „Du liest die Drehpläne immer noch nicht, Cousinchen. Heute ist die Sommerparty bei RTL2, und soweit ich weiß, bist du auch eingeladen?“ Ich schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Das ist heute?“ Nach einer Weile verabschiedeten wir uns, und es klingelte erneut. Ich schaute durch den Spion, und öffnete direkt, denn mein Liebster stand vor mir. „Was machst du denn mit der Filmdose?“ Ich rollte mit den Augen. „Wenn du so uncharmant bist, kannst du dich direkt verpissen!“  Ole nahm mich in den Arm. „Heute so kratzbürstig? Gefällt mir“, knurrte er, und begann, mich verlangend zu küssen. „OLE! Nimm deine Hände weg, mir ist momentan nicht danach“, bat ich. „Was ist denn passiert?“ Ich wedelte mit der Filmdose vor seiner Nase herum. „Darin ist ein Schluck von meinem Tee. Benny war hier und hat eine Einladung zu seiner angeblichen Hochzeit vorbei gebracht. In der Zwischenzeit muss jemand auf dem Balkon gewesen sein. Onkel Fo soll Fritzi die Probe bringen.“ Ole schnaubte. „Dieser unsägliche Benny!“
Danach fragte er, ob ich nun mit zu der Sommerparty käme. „Aber ich habe nichts anzuziehen! Das Bäuchlein ist schon relativ groß geworden!“  Mein Liebster schaute mich fassungslos an. „Stimmt, als ich das letzte Mal mit bei der Untersuchung war, war er noch etwas kleiner!“  „Pffff“, machte ich, und ging zum Kleiderschrank. Heute war ein schöner Sommertag, und ein Kleid würde gehen. Ich zog mein Lieblingskleid hervor, es war relativ locker geschnitten, also sollte Bauchi noch hineinpassen. Ich zog mich um, und betrachtete mich im Spiegel. Ja, das ging wirklich noch. Ich band mir einen hohen Pferdeschwanz, und schminkte mich leicht. Meine Füße steckte ich in meine schwarzen Ballerinas, denn bequem ging inzwischen vor Aussehen.
Fertig gestylt kehrte ich zu Ole zurück. „Nimmst du mich so mit?“ Er warf mir einen sehr zweideutigen Blick zu. „Müssen wir wirklich zu dieser Party? Wenn ich dich so sehe, komme ich auf ganz andere Gedanken!“  Kichernd schüttelte ich den Kopf. „Ich glaube, die Jungs reden nie wieder mit dir, wenn du nicht aufkreuzt!“ Er gab lachend nach, und wir machten uns auf den Weg zum Veranstaltungsort. Dort wurde ich zunächst von einer begeisterten Jule umarmt. „Bauchvergleich!“ Wir stellten uns nebeneinander, und stellten fest, dass ihr Bauch ein wenig größer war. „Zwei Kochprofi-Babys!“ kicherten wir. Ole und Nils, der zu uns getreten war, schlugen sich die Hände vors Gesicht.  Jule zog mich an der Hand nach drin, und ich fand mich in der Umarmung meines Onkels wieder. „Hallo mein Mädchen!“ Er küsste mich wie immer auf den Mund-das machte ich auch bei Onkel Andi, dessen Frau, meinen Großeltern und allen Cousins und Cousinen so. Sabine rümpfte missbilligend die Nase.  Emil kreischte begeistert „Ninouche!“ und verlangte, auf den Arm genommen zu werden. „Raubtier! Darfst du auch ausgehen heute Abend?“ Er nickte ernst. „Hunger!“ Sabine riss ihn mir förmlich aus den Armen, was ihn zu Protestgeheul veranlasste. „Mama geht mit dir was essen, Spatz“, säuselte sie, aber Emil kreischte und tobte konsequent weiter. Onkel Fo brummte. „Sie erzählt ihm nur schlechtes über dich.“ Ich sah das jedoch locker, denn offensichtlich schienen meinem kleinen Cousin ihre Tiraden egal zu sein. „Onkel? Darf ich dich um etwas bitten?“ „Natürlich, Schatz.“ Ich drückte ihm unauffällig die Filmdose in die Hand. „Gibst du das bitte Fritzi?“ „Was ist das?“ „Nichts-gib es ihm einfach bitte.“  Er schaute mich streng an. „Wenn das Drogen sind, bringe ich euch um!“ Nun war es an mir, streng zu schauen.
Nachdem ich Andi und Nils ordentlich begrüßt hatte, sah ich Ole im Gespräch mit einer jungen, blonden Frau. Sie hatte ihren Arm um seine Taille gelegt, und schmachtete ihn unentwegt an. „Wer ist DIE denn?“ fragte ich Jule. „Das ist Pia Tillmann, von Berlin Tag und Nacht. Eigentlich ist sie ja verheiratet, aber so wie sie deinen Mann anschaut….“ Das war es nicht, was mich störte, sondern die Tatsache, dass Ole sie ebenfalls intensiv anschaute, und voll auf ihren Flirt einstieg. Er strich ihr über die Haare, und lächelte charmant. Ärger wallte in mir auf. Auf einmal hörte ich eine raue Frauenstimme. „Roooobert, schau mal, zwei hübsche schwangere Frauen! Nun schau doch mal, Roooobert!“ Das konnte nur Carmen Geiss sein, die sympathische Millionärsgattin aus Monaco. „Haste noch nie schwangere Frauen gesehen?“ meckerte Robert Geiss. Jule und ich grinsten uns an. „Sorry Mädels“, wandte er sich nun an uns. „Aber meine Frau kriegt immer nen Hormonschock, wenn sie schwangere Frauen sieht, liegt wohl an den Wechseljahren!“ Carmen zischte empört auf. „Robert!“ „Ich bin Jule Egtermeyer“, stellte sich Jule vor, um die Blondine nicht weiter in Verlegenheit zu bringen. „Und ich bin Nina Schwarz, die Lebensgefährtin von Ole Plogstedt!“ Robert grinste uns breit an, und Carmen umarmte uns einfach. „Mein Mann ist doof, Shania und Davina sind schon so groß, da wäre ein drittes Kind einfach toll!“ Ich lächelte sie an. „Das kommt bestimmt noch!“ Robert schnaubte. „Zwei sind wirklich genug!“ „Mein Mann bekommt das vierte“, schmunzelte ich, und zwinkerte ihm keck zu. Er hakte mich unter, während Carmen sich Jule griff. „Zeit für ein Tänzchen, würde ich sagen“, meinte der blonde Kölner galant, und führte mich zur Tanzfläche. Dort begannen wir, uns auf Kölsch zu unterhalten. Bei einem Seitenblick auf Ole stellte ich fest, dass diese Tillmann-Kuh mit ihrer Hand inzwischen seinem Hintern bedrohlich nah war. Robert fing meinen Blick auf. „Siehst du den rotblonden da drüben? Das ist Pias Mann.“ Ich bemerkte tatsächlich einen jungen Mann, der vor Zorn fast zu explodieren drohte. „Du entschuldigst mich?“ Robert nickte. „Aber später entkommst du mir nicht!“
Ich wandte mich Pias Mann zu. „Hallo, ich bin Nina, Oles Partnerin. Bist du auch so begeistert von diesem Anblick?“ Er lächelte. „Ich bin Tom, Pias Mann, und ja, ich bin genauso begeistert wie du. Wollen wir doch mal sehen, ob wir unsere Partner auch so begeistern können?“ Was hatte er nur vor? Er zog mich zur Tanzfläche. Der DJ hatte ein südamerikanisches Lied aufgelegt, und wir begannen, uns aufreizend dazu zu bewegen. Tom legte mir eine Hand an die Hüfte, und ich ihm eine in den Nacken. Er zog mich etwas näher zu sich, und so spürte ich seinen Körper ganz nah an meinem. Da konnte einem direkt heiß werden! Ich merkte, wie mir die Röte in die Wangen schoss. Tom lächelte mich unverwandt an. „Wäre ich nicht verheiratet, könntest du mir gefährlich werden, schöne Frau!“ Er küsste mich auf die Schläfe. Ich lehnte mich leicht an ihn, und wir tanzten weiter. Inzwischen lief ein langsames Lied. Auf einmal stand eine zornbebende Pia vor uns. „Was fällt ihnen ein, meinen Mann so anzumachen?“ Ich schaute sie hochnäsig an. „Das kann ich nur zurückgeben. Sie hatten ihre Hand fast am Hintern von MEINEM Mann!“  „Ach SIE Planschkuh sind Oles Frau?“ Tom knurrte. „Nenn sie nicht so!“ „Dass DU auf Dicke stehst, hätte ich nicht gedacht!“ Wütend zog sie ihn mit sich.  Tom zwinkerte mir noch schnell zu, und ich machte mich auf den Sturm gefasst, der mir von Ole entgegen pfeifen würde. Doch weit gefehlt. Er grinste mich nur breit an. „Danke, dass du mir diese Schnepfe vom Hals geschafft hast. Und die Tanzeinlage war auch sehr sexy. Ich könnte dich jetzt in eine dunkle Ecke ziehen!“  Er küsste mich leidenschaftlich. „Und da heißt es immer, wir Frauen hätten mit der Hormonumstellung zu tun“, neckte ich ihn liebevoll. „Man wird doch seine Frau noch sexy finden dürfen?“ „Frau? Noch habe ich keinen Ring am Finger, mein Freund!“  Andi, der zu uns gekommen war, lachte schallend. „Da weiß aber eine genau, was sie will!“ Ich umarmte ihn. „Klar, das wusste ich schon, als Ole bei uns in der Tür stand. Er oder keiner!“
Wir feierten noch eine Weile ausgelassen, selbst Jan Leyk, dem man ja ein gewisses Macho-Image nachsagte, strich ehrfürchtig über unsere Bäuche. Jule schlug vor, dass wir uns als Glücks-Buddhas in die Eingangshalle stellen sollten. Da wurde mir eine Hand auf die Schulter gelegt, und ich drehte mich um. „STEF!“ quietschte ich, und umarmte den Sohn meines ehemaligen Chefs stürmisch. „Was MACHST du hier? Du bist doch bei VOX?“ Er schenkte mir eines seiner strahlenden Lächeln. Jesses, war ich damals in ihn verliebt gewesen! „Ich bin mit Freunden hier“, erklärte er, und zeigte auf Sarah und Pietro Lombardi. „Ole, darf ich mir deine Liebste ausleihen?“ fragte er charmant und Ole nickte. „Aber gib sie mir bitte in einem Stück zurück!“
Steffen, oder Stef, wie ich ihn zu nennen pflegte, zog mich nach draußen. „Mäuschen, wie lange ist das her?“ „Zehn Jahre auf jeden Fall! Wie geht’s dir? Wie geht’s deinem Dad und deinen Brüdern? Was machen Annika und die Mädels?“ „So viele Fragen auf einmal? Annika und ich sind inzwischen geschieden, die Mädels leben abwechselnd bei ihr oder mir, Papa geht’s bestens, Bob ist der Restaurantleiter, und Jan leitet das ONO. Und dir? Ihr bekommt Nachwuchs?“ Wir plauderten noch eine Weile, und auf einmal wurde Steffen ernst. „Nina, wusstest du, dass Bob damals rettungslos in dich verliebt war?“ „NEIN! Das kann nicht wahr sein! Ich war auch unsterblich in ihn verliebt!“ Wir lachten. „Macht Ole dich glücklich?“ Ich nahm Steffens Hände fest in meine. „Ja. Er ist die Liebe meines Lebens. Das klingt kitschig, nicht?“ Da kam die Tillmann-Kuh angestürmt. „Ihnen ist doch auch nichts heilig! Erst mein Mann, und dann baggern sie hier Herrn Henssler an? Sie Schlampe!“  Steffen baute sich vor ihr auf. „Wagen sie es nicht, so über meine alte Freundin zu sprechen! Die Schlampe sind ja wohl sie, ich habe sehr wohl gesehen, wo ihre Hand bei Herrn Plogstedt war!“
Tom zog sie weiter. „Sorry, Nina“, wisperte er mir noch zu, und ich nickte wohlwollend. „Mir wird langsam kalt“, stellte ich fest, und Steffen zog sofort seine Jacke aus, und legte sie mir um die Schultern. „Dann lass uns wieder hineingehen. Nini? Kannst du mir einen Gefallen tun?“ „Jeden Gefallen der Welt!“  „Würdest du mit mir tanzen?“ „Das war alles? Als ob ich dir einen Tanz verwehren würde!“
Wir gingen wieder nach drin, und Steffen wollte mich schon auf die Tanzfläche ziehen, da sah ich, wie die Tillmann-Kuh wieder an Ole herumgrub.  Ich stürmte auf die beiden zu. „Nehmen sie die Finger von meinem Mann oder ich vergesse mich!“ herrschte ich die hübsche Blondine an. „Ihr Mann? Ich sehe keinen Ring an ihrem Finger!“ „Aber ich einen an ihrem! Tom ist so ein feiner Kerl, und sie haben nichts Besseres zu tun, als hier fremd zu flirten?“ Ich zeigte auf meinen Bauch. „Außerdem erwarten Ole und ich ein Kind, also schieben sie ganz schnell ab!“ Steffen trat an mich heran. „Nini, kriege ich jetzt meinen Tanz?“ Ole zog eine Augenbraue hoch. „Nini?“ „Ja, so nennt er mich immer. Und ja, du sollst deinen Tanz bekommen.“
Zwei Stunden später brachten wir einen stark betrunkenen Andi zurück in die WG. „Hase?“ lallte mein bester Freund. „Ja, Andi-Bär?“ „Geh nicht!“ „Oh nein, das diskutieren wir nicht jetzt! Später, ja?“ „Aber ich liebe dich!“ „Ich dich doch auch, aber du bist betrunken, und das ist keine gute Ausgangsbasis.“  Ich verfrachtete ihn auf sein Bett, und zog ihm die Schuhe aus. Danach deckte ich ihn zu, und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Schlaf erst mal deinen Rausch aus“, flüsterte ich.

Weitere drei Monate später wohnte ich bereits wieder in Hamburg. Wie ich diese Stadt vermisst hatte. Andi und Dan hatten ein riesiges Theater vollführt, und mich nur unter der Prämisse ziehen lassen, dass wir jeden Abend skypen würden. Da ich mich im Mutterschutz befand, war das auch kein Problem. Nach dem Mutterschutz würde ich ins Henssler & Henssler zurückkehren, als stellvertretende Restaurantleitung. Inzwischen hatte der Ultraschall ergeben, dass die Mädchen ihr heiß ersehntes Brüderchen bekommen würden. Ich saß im Wohnzimmer und sortierte Babykleidung. Maddy half mir tatkräftig dabei. „Wie soll unser Bruder denn heißen?“ fragte die wilde 17 jährige neugierig. „Das wissen wir noch nicht so genau. Wir schwanken zwischen Marten und Tobias.“  „Wenn ich als älteste Schwester was dazu sagen darf? Ich bin für Tobias.“ Me, die gemeinsam mit Nouk das Bettchen aufbaute, krähte „Wir auch!“ „Dann würde ich sagen, ist es beschlossene Sache. Tobias Plogstedt. Klingt doch gut?“ Nouk seufzte. „Wenn er nur schon da wäre!“ „Noch hat er ein paar Wochen Zeit“, meinte ich trocken. „Nina?“ „Ja, Maddy?“ „Wir haben Hunger!“
„Wir lassen lieber die Finger von Dads Töpfen und rufen den Pizzaservice hm?“
Eine halbe Stunde später stand der Pizzabote vor der Tür. „Eine Familienpizza, bitte sehr.“ Maddy bezahlte, und brachte die Pizza zu uns anderen drei. „Okay, und was esst ihr?“ scherzte ich.
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