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Kiss the cook

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
23.02.2016
18.03.2016
14
26.406
1
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23.02.2016 2.079
 
Hallöle, Zirpi is back :) Ich habe so viele Geschichten in der Pipeline-aber die meisten meiner Babys mag ich noch nicht loslassen. Hier meine neueste FF :)
Liebe Schwarzleser und anonyme Fans (ich sollte öfter meine Stats ansehen): Ihr macht mich mit jedem Favo-Eintrag echt glücklich, denn das ist der Wind unter den Flügeln jedes Schreiberlings. Aber noch glücklicher würdet ihr mich mit konstruktivem Feedback in Form von Reviews machen :) Ihr kriegt auch Kekse ;)
Wie immer gilt das Zirpische Gesetz: Keine Biographien, Namen der Angehörigen werden zum Schutz der Privatsphäre verändert. Don't like, don't read.
Die vier wunderbaren Kochprofis gehören sich selbst, und ich leihe sie mir wie immer nur zum Spielen aus, und gebe sie danach ganz artig wieder zurück.
Aber jetzt geht es los <3

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„Nein, nein, nein!“ brüllte ich. „Du glaubst doch nicht, dass ich dir noch einen Seitensprung verzeihe?“ Mein Freund sah mich aus seinen haselnussbraunen Augen waidwund an. „Aber es war doch nur Sex! Es war völlig bedeutungslos!“ Das war wohl nicht sein Ernst? Sechs Jahre lang waren wir nun ein Paar, und unsere Familien und Freundeskreise warteten schon ungeduldig darauf, wann wir uns wohl verloben würden. Aber nach Bennys neuerlichem Seitensprung würden sie das vergessen können.
„Ich liebe dich doch“, versuchte er es wieder. „Wenn du mich lieben würdest, wärst du mir nicht schon zum zweiten Mal fremd gegangen! Vergiss es, unsere Beziehung ist hiermit beendet!“ donnerte ich. „Aber Nina…“ „Nichts aber. Ich gehe jetzt zur Arbeit, und wenn ich heute Nacht wiederkomme, bist du weg. Wo, ist mir erst mal egal.“ Benny starrte mich an. „Du machst wirklich ernst?“ Was erwartete der denn? „Ich habe dir den einen Ausrutscher verziehen, aber nur weil du mir GESCHWOREN hast, dass es eine einmalige Sache war.“ „Das war doch auch nur aus einer Bierlaune heraus! Wir waren so eine tolle Gruppe in Miami, und ja, dann kam eben eines zum anderen.“ Ich durchbohrte ihn wütend mit meinen Blicken. „Ich dachte, du arbeitest in der Touristik und nicht etwa im Rotlichtgewerbe?“ fauchte ich, schnappte meine Handtasche, und machte mich ohne ein weiteres Wort auf den Weg zu dem Restaurant, in dem ich seit drei Jahren als Restaurantleiterin arbeitete.
Zehn Minuten später lief ich dort, immer noch rauchend vor Wut, ein. „Hallo Nina, was ist dir denn für eine Laus über die Leber gelaufen?“ fragte Martin, der Küchenchef. Ich küsste ihn flüchtig auf die Wange. „Benny! Er hat es schon wieder getan!“ Der quirlige Sachse drückte mich an sich. „Ich habe dir schon beim ersten Mal  gesagt, du sollst ihn rauswerfen!“ Martin war einer meiner besten Freunde-die Gastronomie machte einsam, da man immer genau dann arbeitete, wenn Freunde und Familie frei hatten.
Unser Chef kam angelaufen. „Die Frau Schwarz! Auch schon da?“ Ich brummte. Er hasste mich, aus mir völlig schleierhaften Gründen. „Ja, auch die Frau Schwarz ist schon da“, äffte ich ihn nach. „Also fein, dann können wir ja den heutigen Abend besprechen!“ Ich hasste meinen Chef  ebenfalls aus vollem Herzen, aber durch Benny war ich in diese westfälische Stadt gekommen.
Naja, der war ja nun Geschichte, und es war an der Zeit, wieder Bewerbungen zu schreiben. Das zumindest hatte ich mir fest vorgenommen. Nur weg hier!
Zwei Stunden später brummte der Laden, und ich war vollkommen in meinem Element. Ich liebte den Umgang mit den Gästen, und diese dankten es mir durch hohe Trinkgelder.
Ein älteres Ehepaar, das mindestens zweimal im Monat bei uns aß, betrat den Gastraum. „Herr und Frau Schulze! Schön, dass sie uns wieder einmal beehren“, freute ich mich aufrichtig. Die Schulzes waren reizende Herrschaften, die mich immer wieder zum lächeln brachten. Sie waren über 40 Jahre verheiratet, und wenn man Renate Schulze glauben durfte, verliebt wie am ersten Tag.
Ich führte sie an ihren Lieblingstisch, und wollte ihnen die Karten bringen. Da hielt Herr Schulze mich auf. „Ach Bobbele, sie wissen doch, was wir immer nehmen. Da brauchen wir keine Karten!“ Ich lächelte ihn warm an. „Clemens! Du kannst die junge Frau doch nicht Bobbele nennen“, schimpfte seine Frau. „Sie und ihr Mann können das. Immerhin sind sie mir sehr ans Herz gewachsen!“
Nun lächelte auch sie. „Sie uns auch, Frau Schwarz. Wir waren doch zwei Wochen auf Teneriffa, und haben ihnen etwas mitgebracht.“ Sie nestelte in ihrer Handtasche herum, und förderte ein wunderschönes, weißes Armband aus Muschelsplittern zutage. Ich errötete. „Tausend Dank, sie wissen aber, dass das nicht nötig gewesen wäre?“ „Wissen wir, aber sie sind so etwas wie eine Enkelin für uns. Und heute schauen sie auch so traurig.“ „SCHWARZ!“ bellte da schon mein Chef. „Ja, Chef?“ „Sie sollen die Kunden bedienen, und keine Privatgespräche führen, wie oft denn noch?“ „Schon gut.“ Ich ging zu Nicki an die Theke. „Tisch 25 wie immer, bitte.“ Sie nickte, dann ging ich in die Küche. „Bon neu: Tisch 25 wie immer!“ Martin lachte. „Die Schulzes?“ „Jawohl!“ „Oui Chef“, rief mein guter Freund nur, und ich begab mich wieder an die Arbeit.
Nachts um zwei schwankte ich halbtot aus dem Restaurant, Es war bis zum Schluss voll belegt gewesen, und mein Chef hasste mich so sehr, dass er mich danach sowohl den Gastraum als auch die Theke hatte alleine putzen lassen. Die Theke sogar mit der Zahnbürste!
Ich lief gedankenverloren durch die Stadt, und sah, dass in meinem Stamm-Kiosk noch Licht brannte. Ich trat ein. „Ya NIna, wo kommst du denn noch her?“ hörte ich schon Yusuf, den Betreiber, rufen. Ich lächelte den Libanesen warm an. „Von der Arbeit-hast du noch ein Bier für mich? Oder ist es haram, um diese Uhrzeit noch zu trinken?“ Er drückte mir eine Flasche Bier in die Hand. „Habibti, du weißt doch, dass ich mir aus der ganzen Islam-Sache wenig mache. Ich bin hier auch gerade am schließen. Du kannst solange auf deiner Fensterbank Platz nehmen!“ Ich kletterte auf meinen Stammplatz, und streckte meine Beine aus. Hin und wieder nahm ich einen Schluck aus meiner Flasche.
Da klopfte es zaghaft an der Tür. Yusuf brüllte „Ist offen!“ doch niemand betrat den Kiosk. „Ist offen, einfach reinkommen!“ versuchte nun ich mein Glück. Und tatsächlich öffnete sich die Tür, und drei Männer polterten herein.  Ich schwang mich von meinem Platz. „Was kann ich euch drei hübschen denn Gutes tun?“ fragte ich schalkhaft. Der rotblonde in der Runde lachte. „Drei Schnaps und drei Flaschen Bier, wenn es recht ist.“ Ich wuselte hinter den Tresen, immerhin hatte ich Yusuf öfter ausgeholfen, als seine Frau Jasmin schwanger gewesen war. Ich stellte das gewünschte vor den dreien ab, und murmelte. „Das macht 15,70 €, Jungs!“ Ein großer, brünetter legte mir 20 € auf den Tresen. „Stimmt so, schönes Kind!“ Ich brummte, und legte den Schein in die Kasse.
Dann schloss ich sie wieder ab, und kletterte zurück auf mein Fensterbrett. „Dürfen wir hier trinken?“ fragte der dritte in der Runde, ein großgewachsener grauhaariger mit lustigem Dialekt. „Na klar, Yusuf schmeißt uns schon raus, wenn wir alle den Abflug machen sollen.“  „Du  arbeitest hier gar nicht?“ Ich grinste die drei breit an. „Ab und zu schon. Und was verschlägt euch in diese Gegend?“  Der grauhaarige kicherte. „Wir wurden vom Restaurant Mayer gerufen, wir sollen es auf Vordermann bringen. Morgen geht es los, und wir haben einfach noch Zerstreuung gesucht.“ „Das Mayer? War klar, dass der Chef wieder keinen Ton darüber verliert.“ Unwirsch trank ich noch einen Schluck. „Du arbeitest dort?“ fragte der rotblonde. „Yepp, das ist mein Vollzeitjob. Und eigentlich läuft der Laden ja. Aber geht mich nichts an.“ Der brünette setzte sich neben mich. „Hey! Diesen Platz muss man sich erst einmal verdienen“, neckte ich ihn. Er zwinkerte mir zu. „Ich bin der Andi, und du?“ „Nina heiße ich.“ Der grauhaarige nickte. „Ich bin Fo“, „und ich der Nils“, stellte sich auch der rotblonde vor. „Nina, nach wie vor“, kicherte ich.
Yusuf kam in den Verkaufsraum. „Habibti, dich kann man aber auch keine 5 Minuten alleine lassen!“ Augenrollen meinerseits. „Ya Yusuf, wenn du halt auch einfach ins Lager verduftest, muss ich mir doch Ersatz suchen!“ „Und was sagt dein Habibi dazu, dass du hier rumsitzt?“ „Hat sich was mit Habibi. Der hat mich schon wieder betrogen!“ Yusuf warf mir einen Kurzen zu. „Trink das. Und diesen Benny möchte ich…“ „Sag nichts, wofür Allah dich bestrafen könnte“, gab ich nur zurück.
Andi schaute mich neugierig an. „Du wurdest betrogen, und sitzt hier quietschvergnügt?“  Nils brummte. „Soll sie heulen und mit den Zähnen klappern?“ Andi schüttelte den Kopf. „Als Jessy mich betrogen hat, ging es mir deutlich schlechter.“ Ich kippte den Schnaps schweigend hinunter.
Fo strich sich über den Bart. „Jungs, ich will nicht wieder den Spielverderber mimen…“ „Dann lass es auch!“ protestierte Nils. „…aber erstens sehen wir uns alle morgen früh wieder, und zweitens wird es jetzt Zeit in die Heia zu gehen!“
Andi gab mir artig die Hand. „War schön dich kennengelernt zu haben.“ „Bis morgen, naja eher bis später“, erwiderte ich. Nils und Fo winkten mir zu.
Da stand Yusuf wieder vor mir. „Für dich wird es auch Zeit, hm?“ Ich umarmte ihn, und lief in Richtung meiner Wohnung.
Dort brannte Licht, und ich fühlte, wie mein angestauter Ärger durchbrach. Es war inzwischen 3 Uhr in der Nacht, und ich wollte nur schlafen. Und dieser Idiot besaß die Frechheit, hier noch rum zu sitzen?“
Nachdem ich aufgeschlossen hatte, hörte ich Schritte, die auf mich zukamen. „Benjamin Richter! Ich hatte dich gewarnt!“ knurrte ich. Seine braunen Augen schauten mich unschuldig an. „Das hast du nicht ernst gemeint, oder?“  Dieser Bastard! In drei Schritten war ich im Schlafzimmer, und öffnete das Fenster. Seine Klamotten raffte ich zusammen, und warf sie raus. „Wie du siehst, habe ich das SEHR ernst gemeint, und jetzt verpfeif dich!“ Ich schob ihn unsanft zur Tür hinaus, und schloss von innen ab.
Benny zog ab, aber ich wusste, er würde wiederkommen. Aber im Moment sehnte ich mich nur nach etwas Schlaf. Kaum hatte mein Kopf das Kissen berührt, schlief ich auch schon tief und fest.
Gefühlte zwei Stunden später klingelte mein Wecker, und ich quälte mich aus den Federn. Kaum hatte ich die Schlafzimmertür geöffnet, hörte ich einen Knall. „AUA!“ fauchte es da vom Boden her. Benny rappelte sich auf.  „Was haust du mir die Türe an den Kopf?“ schimpfte er. „Warum liegst du auch direkt an der Tür?“ „Ich wollte reden. Ich will nicht gehen. Wir lieben uns immerhin.“ Wortlos ging ich an ihm vorbei, um eine Dusche zu nehmen. „NINA! Hör auf, mich immer stehen zu lassen!“ schimpfte er. „Benny, geh bitte einfach. Respektiere doch EINMAL einen Wunsch von mir!“  Doch er kannte keine Gnade. Er setzte sich auf den Rand der Badewanne. „Aber es war doch wirklich nur ein Ausrutscher!“ „Und ich habe dir gesagt, dass ich dir einen zweiten nicht verzeihe! Jesus Maria, was ist daran so schwer zu verstehen?“ „Ich LIEBE DICH, ist das so schwer zu verstehen?“ gab er zurück. „Liebe? Du hast mich betrogen!“ „Willst du mich heiraten?“ Ich ließ die Shampoo-Flasche fallen, die ich gerade in der Hand hielt. „Was? Bist du völlig von Sinnen?“ „Ich meine das Ernst. Willst du meine Frau werden?“  Ich angelte auf dem Boden nach der Flasche. Als ich sie wieder ergriffen hatte,  shampoonierte ich zunächst meine langen, schwarzen Haare. Benny schien ungeduldig vor der Dusche hin und her zu laufen. Als ich fertig war, rief ich nur „Handtuch!“ und es wurde mir durch die Glastür gereicht.
Als ich in das Handtuch gewickelt aus der Dusche treten wollte, kniete Benny vor mir. Ich schob ihn unwirsch zur Seite. „Sag ja“, bat er. „Eher friert die Hölle zu“, teilte ich ihm wenig charmant mit. „Erst diese Sabine in Israel, dann Joana in Miami…Wer kommt als nächstes? Ariane in Kenia? Christine in Dubai? Oder Franzi in Marrakesch? Lass gut sein, zwei Demütigungen sind mehr als ich ertragen kann.“  Er schaute mich aus traurigen Augen an. Tränen schwammen darin, und ich wusste, dass es ihm wirklich aufrichtig leid tat. Aber mein Stolz verbot mir, ihm den erneuten Seitensprung zu verzeihen.
„Ich rede mit meinem Teamleiter, dass in Zukunft nur meine Kolleginnen die Dienstreisen begleiten, ich suche mir von mir aus auch einen neuen Job, aber bitte, verlass mich nicht!“ Nun weinte er wirklich. Es war befremdlich zu sehen, wie ein knapp 1.90 großer, gestandener Mann auf dem Badteppich kniete und bittere Tränen vergoss. Fast könnte er mir leid tun, aber mein Entschluss war gefasst. Für Benny und mich würde es keine Zukunft geben.
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